Cobra Kai Staffel 4 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Cobra Kai Staffel 4

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Review zu Cobra Kai Staffel 4

Den letzten Tag des vergangenen Jahres feierte Netflix mit der Premiere der vierten Staffel der Serie Cobra Kai, womit zehn neue Episoden auf Fans von nostalgischem Martial-Arts-Gekloppe warteten. Es ist die zweite Staffel seit dem Umzug von YouTube zu Netflix und die erste seit der ersten Season, in der es am Ende um ein großes Karate-Turnier geht.

Wir erinnern uns: Im Finale der dritten Staffel kam es im LaRusso-Haus zur Schlägerei zwischen Mitgliedern von Cobra Kai und Miyagi-Do, bei der Samantha (Mary Mouser) sich endlich gegen Tory (Peyton List) behauptet, Hawk (Jacob Bertrand) zur Freude von Demetri (Gianni DeCenzo) auf die Seite des Lichts zurückkehrt und Miguel (Xolo Mariduena) zu alter Stärke zurückfindet. Bei der anschließenden Konfrontation zwischen den Senseis Johnny (William Zabka) und John Kreese (Martin Kove) stellt sich Robby (Tanner Buchanan) endgültig gegen seinen Vater, der wiederum von Daniel (Ralph Macchio) unterstützt wird. Am Ende einigen sich die Dojos darauf, dass nur der Gewinner des All-Valley Tournaments im Geschäft bleibt... und Kreese ruft einen alten Bekannten an.

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Bei diesem handelt es sich um niemand Geringeres als Terry Silver (Thomas Ian Griffith), den diabolischen, überzogen gezeichneten Schurken-Sensei aus „Karate Kid III“, dem es im Auftrag von Strippenzieher Kreese gelang, einen Keil zwischen Daniel und Mr. Miyagi (Pat Morita) zu treiben. Er ist eine wundervolle Ergänzung, mit der nach Ali (Elisabeth Shue) ein weiterer Charakter von früher eingeführt wird, der nicht in der Vergangenheit feststeckt, sondern sich in den letzten Dekaden weiterentwickelt hat. Terry ist ein wohlhabender, sensibel wirkender, alter Mann geworden, der die schönen Dinge des Lebens genießt, was Kreese natürlich nicht auf sich sitzen lassen kann. So zieht er seinen ehemaligen Army-Kumpel in die kompetitive Karatewelt zurück, ohne zu ahnen, welche Konsequenzen das für ihn haben wird...

80er-Jahre-Sportfilmschurken müssen nicht unbedingt dreidimensional sein und funktionieren in einem Film, weil sie nur wenige Szenen haben. Kreese aber knurrte sich seit zwei Staffeln durch jeden Dialog, was zugegebenermaßen ausgezeichnetes Fernsehen war, sich aber auch langsam etwas cartoonhaft festgefahren wie Mr. Burns anfühlte. Mit Terry wird ein ursprünglich viel flacherer Antagonist hinzugefügt aus dem Film, der vermutlich bei den meisten ganz unten in der Daniel-san-Trilogie angesiedelt ist. Umso beeindruckender, dass man ihn hier zu einem der spannendsten Zusätze der Season gemacht hat, indem er zunächst mit seiner Rückkehr hadert, nur um am Ende gefährlich wie nie zuvor zu sein. Um es mit seinen eigenen koksbeflügelten Worten von damals zu sagen: „Hey I like that! Oh I like that, Johnny!!!

Unterdessen trainieren die Senseis und Schüler:innen von Miyagi-Do und Eagle Fang erstmals gemeinsam. Dass das angesichts der Historie und Egos von Johnny und Daniel nicht lange gutgeht, ist vorprogrammiert. Das fühlt sich ab und zu wie ein sehr forcierter Seifenopernkonflikt an, passt aber in die Beziehung der beiden, die sich seit jeher durch zwei Schritte vor und einen zurück definiert - und irgendwie müssen wir schließlich zehn Folgen zusammenkriegen. In der Mitte der Staffel trennen sich die Dojos wieder und die beiden Gewohnheitsstreithähne liefern sich einen betrunken verabredeten Karate-Zweikampf, der unentschieden mit einem gegenseitigen Knock-out ausgeht.

Besonderen Fokus wird in dieser Staffel auf das Thema Kompromissbereitschaft gelegt und darauf, dass es nicht nur einen korrekten Weg gibt. Während Miyagi-Do und Daniels Seite bisher immer als die richtige Art und Weise, Karate zu machen, galten, arbeitet man in Season vier aktiv an einer Mischform aus den defensiven und offensiven Formen der beiden Dojos. Oder um es in „Star-Wars“-Sprache zu sagen: Während Cobra Kai eindeutig die Sith Lords bleiben (der Vergleich ist vom Schauspiel der Schurken-Senseis her angebrachter, als man meinen sollte), arbeitet man auf der anderen Seite erstmals an grauen Jedis, die endlich Balance zur Macht bringen. Eine Rolle, die Daniels Tochter Sam am Ende übernimmt, indem sie sich die Lehren beider Dojos zu eigen macht.

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Karate-Kid“-Fans könnten sich dagegen etwas sträuben, aber zum Glück hat die Serie den passenden Flashback parat, wenn auch Daniel sich schließlich erinnert, was sein Mentor Mr. Miyagi damals zu ihm gesagt hat: „Only root karate come from Miyagi. Just like bonsai choose own way grow because root strong, you choose own way do karate same reason. (...) One day, you do own way.

Noch unmöglicher wird die saubere Trennung von Gut und Böse durch den ersten ausgewachsenen Handlungsstrang von Daniels Sohn Anthony (Griffin Santopietro), der seit seinem Wachstumsschub viel mehr in Form ist und dramatischerweise selbst zum Bully wird. Sein Opfer ist der kleine Kenny (Dallas Dupree Young), ein neuer Schüler an der Highschool, der eigentlich genauso nerdig ist wie Anthony und durch die Angriffe in die Arme von Cobra Kai getrieben wird. Bei ihm handelt es sich auch ausgerechnet um den kleinen Bruder des Jugendknast-Insassen Shawn (Okea Eme-Akwari), mit dem sich Robby damals herumschlagen musste und der sich nun als Kennys Mentor hervortut. Cobra Kai gibt Kenny Selbstvertrauen und eine Chance sich zu verteidigen, doch der korrumpierende Einfluss bleibt am Ende auch hier nicht aus.

Nachdem sich die Kids über die Staffel hinweg bis auf ein paar leichte Konfrontationen, wie zum Beispiel beim schulischen Abschlussball, zurückhalten mussten, was größere Schlägereien angeht, entlädt sich alles an aufgestauter Animosität und Aggression im großen All-Valley Tournament, bei dem Jungen und Mädchen erstmals getrennt voneinander antreten. Diesem sind die letzten beiden Folgen der Season gewidmet und man kann wohl getrost sagen, dass der Kampfsport der Serie nie actionreicher und interessanter choreografiert aussah wie in diesem spektakulären Showdown.

Die Kämpfer:innen aus dem Miyaig-Do haben allerdings ein Problem: Seit Robby zu Cobra Kai übergelaufen ist, sind dem gegnerischen Dojo die defensiven Moves bekannt, auf welche die Cobras lauter Antworten haben. Erst, als Sam die aggressiveren Taktiken anwendet, die sie während ihres Gasttrainings bei Johnnys Eagle Fang gelernt hat, schafft sie es ins Finale gegen Erzfeindin Tory - unterliegt jedoch nach einem bis zum Ende hin spannenden Kampf.

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Ganz anders geht es bei den Jungen aus, bei denen Robby vermutlich erneut gegen Miguel angetreten wäre. Dieser muss jedoch zunächst gegen Hawk kämpfen und zieht sich aufgrund einer weiteren Rückenverletzung zurück. Eigentlich war die Zerrung nicht so schlimm, doch seit er von der Beziehung von seiner Mutter Carmen (Vanessa Rubio) und Sensei Lawrence weiß und ahnt, dass er nur als Ersatz für Robby in Johnnys Leben ist, mangelt es ihm an Motivation, woraufhin er sich sogar auf die Suche nach seinem Vater nach Mexiko absetzt. So kommt Hawk, der nach dem Angriff auf seine Iro-Haarpracht mit seinem Selbstbewusstsein haderte, automatisch ins Finale und siegt überraschenderweise.

Cobra Kai geht allerdings insgesamt siegreich aus dem Turnier hervor, was das Ende für Miyagi-Do bedeuten müsste. Wir und Tory erfahren aber in letzter Minute, dass Terry den Schiedsrichter bestochen hat. Eine Disqualifikation könnte außerdem im Nachhinein ausgesprochen werden, weil Kenny nach seiner Niederlage den Versöhnung suchenden Anthony zusammengeschlagen hat. Ganz zu schweigen davon, dass Terry außerdem Stingray (Paul Walter Hauser) krankenhausreif geschlagen hat und ihn dazu anstiftete, gegen Kreese auszusagen, der daraufhin ins Gefängnis wandert...

Folgende weitere Hoffnungsschimmer gibt es zum Schluss ebenfalls zu verzeichnen: Robby sieht endlich, was er aus Kenny gemacht hat und versöhnt sich in einer sehr emotionalen Szene mit seinem Vater, während Daniel am Grab von Mr. Miyagi um Verständnis bittet, weil er die Niederlage und Abmachung nicht auf sich sitzenlassen kann und sogar seinen japanischen Ex-Erzfeind und neuen Freund Chozen (Yuji Okumoto) zur Unterstützung in die USA geholt hat. Um die Franchise-Offensive von Cobra Kai aufzuhalten, muss wohl in Staffel fünf endlich auch die gefährliche Miyagi-Technik von der Schriftrolle zum Einsatz kommen...

Fazit

Nach vier Staffeln der Serie Cobra Kai fällt es manchmal schwer, noch mitzukommen, wer nach all den heel turns und Allianzumwerfungen gerade auf welcher Seite steht oder wie grün Daniel und Johnny sich gerade sind. Auch werden einige Fans wohl unterschiedlich auf das etwas erzwungene bothsiderism reagieren (bei dem beide Seiten auf einmal legitim sind). Trotz allem ist und bleibt die Serie unendlich unterhaltsam und schafft wie immer den Spagat zwischen Teenage-Seifenoper mit jungen Charakteren, nostalgischem Fanservice für „Karate-Kid“-Fans und gut gemachtem Martial-Arts-Sportdrama. Besonders auf letzteres besinnt man sich in den finalen Folgen mit dem Karateturnier, das mit spektakulären Kampfsportszenen aufwartet, während es jenseits der Matten mindestens ebenso turbulent hergeht.

Besonders der Zusatz von Terry Silver bringt frischen Gegenwind ins Spiel und mischt auch die antagonistische Seite des titelstiftenden Dojos angenehm auf. Ansonsten wird es langsam auch etwas dünn, was Charaktere aus der Filmreihe angeht, die man ins Boot holen könnte. Natürlich wäre es ein Träumchen, Hilary Swank als Julie Pierce aus „Karate Kid IV - Die nächste Generation“ zurückzuholen, die mit Daniel Erinnerungen an Mr. Miyagi austauschen könnte. Doch, ob die Oscarpreisträgerin noch einmal zu ihrer ersten Filmrolle zurückkehren wird, dürfte fraglich sein. Viel wahrscheinlicher ist da wohl die Rückkehr von Mike Barnes (Sean Kanan), dem gefährlichen Cobra-Kai-Mitglied aus „Karate Kid III“.

Mit Kenny und den neuen Kämpferinnen bei Cobra Kai sowie den vereinten Kräften von Miyagi-Fang und Miguel in Mexiko bleibt aber auch ohne diese Zusätze genügend Dramapotential für die fünfte Staffel übrig.

Hier abschließend noch der Trailer zur vierten Season der Serie „Cobra Kai“:

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«Cobra Kai» Trailer

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