Castle 7x20

© (c) ABC
Castle (Nathan Fillion) wird von TrĂ€umen geplagt, die sich fĂŒr ihn wie Erinnerungen anfĂŒhlen und aus der Zeit seiner zweimonatigen Abwesenheit stammen könnten. Als er beschlieĂt, diesen weiter auf den Grund zu gehen, kommt er einer gefĂ€hrlichen Wahrheit nahe.
I was in Thailand getting shot at with Chuck Norris
Die Suche nach der Wahrheit lĂ€sst Castle mithilfe eines Psychiaters tiefer in seine Erinnerungen vordringen. Dadurch stellt er die Theorie auf, dass er in Thailand gewesen sein muss, da er sich an einen Schusswechsel in einem Truck erinnern kann. Dabei bekam er UnterstĂŒtzung von Chuck Norris - oder zumindest einem Soldaten, der dem Actionhelden Ă€hnlich sieht.
Diesen gilt es also ausfindig zu machen, falls er ĂŒberhaupt existiert. TatsĂ€chlich kommt er ihm mit der UnterstĂŒtzung des 12. Reviers auf die Spur, muss jedoch einen RĂŒckschlag hinnehmen, da dieser bereits von einem russischen Killer, welcher ebenfalls Teil von Castles Traum war, umgebracht wurde.
Doch Castle folgt noch einem zusÀtzlichen Hinweis und kann eine weitere Person ausfindig machen, die Licht ins Dunkel bringen kann. Er wurde kurzfristig aufgrund eines bevorstehenden Terroranschlags im Auftrag eines alten Bekannten von der CIA rekrutiert, um diesem bei seiner Mission, Al-Qaida zu verraten, unter die Arme zu greifen.
Allerdings hat letzterer nicht viel Zeit fĂŒr mehr (oder bessere) ErklĂ€rungen, da Castle dessen Tarnung hat auffliegen lassen. Also lĂ€sst er ihn unwissentlich mit dem Killer in einer dunklen Gasse zurĂŒck. Zum GlĂŒck rettet ihn CIA-Agent Jenkins (Matt Letscher) in letzter Sekunde vor einer Kugel. Dieser klĂ€rt ihn zusĂ€tzlich darĂŒber auf, dass dank seines Einsatzes zehntausende Leben gerettet wurden.
In my darkest moments I wonder if I did something terrible
Dieses oben genannte Zitat könnte möglicherweise auch aus den Köpfen der Autoren stammen, denn es kommentiert ihre Auflösung des Cliffhangers aus dem letzten Staffelfinale recht treffend. ZunÀchst lÀsst sich sagen, dass sich Castles Jagd nach Antworten recht spannend gestaltet. Das reicht jedoch nicht, um von der enttÀuschenden Auflösung abzulenken, welche fantasielos und uninspiriert wirkt.
Vielleicht trifft es fantasielos aber auch nicht ganz, denn man braucht schon eine Menge Vorstellungskraft, um die spĂ€rliche ErklĂ€rung zu verdauen beziehungsweise als sinnvoll zu erachten. Castle (Nathan Fillion) musste also die Welt vor Terroristen retten, da Jack Bauer wahrscheinlich gerade Urlaub hatte. Das wĂ€re zumindest eine Ă€hnlich plausible BegrĂŒndung gewesen, denn wie Castles Prominentenstatus ihn vor einem Maulwurf oder anderen Gefahren schĂŒtzen soll, wenn es um so viel geht, will sich mir nicht erschlieĂen.

Die ganze Geschichte um Castles alten Bekannten und dessen Verbindungen zu Al-Qaida fĂŒhlt sich zudem einfach unglaublich weit hergeholt an und wirft sehr viele zusĂ€tzliche Fragen auf. Es bleiben dementsprechend genug LĂŒcken unbeantwortet, um beim Zuschauer das GefĂŒhl zu hinterlassen, dass es das noch nicht gewesen sein kann. Wieso war Castles Boot von Kugeln durchsiebt? Was hatte es mit seinem Campingtrip auf sich? Die Verschrottung des Mercedes konnte gerade bei Zeitdruck kein anderer Mitarbeiter der CIA ĂŒbernehmen? Wieso fing der russische Killer gerade jetzt an, Personen, mit denen Castle wĂ€hrend seiner Mission Kontakt hatte, zu eliminieren?
Amnesie gehörte zudem noch nie zu den kreativsten Lösungen, um Unebenheiten im Plot auszubĂŒgeln beziehungsweise generell HandlungsstrĂ€nge auf solch einer PrĂ€misse basieren zu lassen. Wenn Castle tatsĂ€chlich seinen heroischen Beitrag zur Bewahrung unbescholtener BĂŒrger geleistet hat, ist zusĂ€tzlich kein Grund ersichtlich, sich die Erinnerungen löschen zu lassen.
Die Episoden Driven und Montreal waren - einzeln betrachtet - qualitativ in Ordnung, doch im Gesamtbild mit Sleeper ist die Auflösung einfach auĂerordentlich schwach. Es musste anscheinend unbedingt ein Cliffhanger fĂŒr das letzte Staffelfinale her, doch der gesamte Handlungsstrang wirkt in Retrospektive mit den BegrĂŒndungen, welche diese Folge liefert, lediglich zweckdienlich und wenig durchdacht.
Dass die Autoren auch bessere folgenĂŒbergreifende Geschichten verfassen können, zeigten sie diese Staffel bereits durch das gekonnt inszenierte Ende der 3XK-Storyline. Da helfen auch die gelungenen Szenen zusammen mit Kate (Stana Katic), Martha (Susan Sullivan) und Alexis (Molly C. Quinn) nicht, um die Balance wiederherzustellen. Abgesehen davon werden Espositos (Jon Huertas) kĂŒrzlich festgestellte Fortschritte wieder ĂŒber Bord geworfen, indem er erneut seine eigentlich abgelegte Anti-Castle-AttitĂŒde aus der Versenkung holt.
Fazit
Ich schaue Castle wirklich sehr gerne, doch Sleeper hinterlĂ€sst einfach einen unbefriedigenden, bitteren Nachgeschmack. In Anbetracht der grundsĂ€tzlich hohen sonstigen QualitĂ€t der Serie ist die Auflösung, welche die Autoren uns hier liefern, gerade fĂŒr die treuen Fans der Serie bestenfalls als lieblos zu bezeichnen.
Der Trailer zur nĂ€chsten Episode, âIn Plane Sightâ (7x21), der US-Serie âCastleâ:
Verfasser: Tim KrĂŒger am Mittwoch, 22. April 2015Castle 7x20 Trailer
(Castle 7x20)
Schauspieler in der Episode Castle 7x20
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?