Castle 7x02

Während Beckett (Stana Katic) und Castle (Nathan Fillion) sich mit dem Fall eines ermordeten Spielzeugherstellers befassen, versuchen sie parallel, dem Geheimnis von Castles Verschwindens weiter auf den Grund zu gehen.
I want it to be us again
Nachdem der CEO eines Spielzeugherstellers tot aus dem Wasser gefischt wird, geht das Ermittlerteam um Castle dem Ganzen auf den Grund. Dabei erfahren sie, dass der Verstorbene anscheinend Undercover in seiner eigenen Firma unterwegs war, um einem versteckten Drogenschmugglerring innerhalb seiner Organisation zu enttarnen - bevor das Bekanntwerden den Ruf seiner Firma zunichtemachen konnte.
Gleichzeitig geht Castle nach einem Fernsehinterview weiteren Hinweisen nach, die sein zweimonatiges Verschwinden erklären könnten. Im Zuge dessen stößt er auf eine Reihe von Spuren, die ihn schließlich nach Montreal führen. Dort erfährt er, dass seine Gedächtnislücke von ihm selbst beabsichtigt gewesen ist, um die Ereignisse aus der Vergangenheit aus seiner Erinnerung zu streichen.
Every answer just leads to more questions
Im Vergleich zu letzter Woche, in der lediglich die folgenübergreifende Hauptstory im Fokus stand, servieren uns die Autoren dieses Mal eine Mischung aus dem „Fall der Woche“ und der Geschichte um Castles Verschwinden. Der Mordfall ist relativ durchschnittlich. Er beinhaltet eine gute Grundidee, ist aber ein wenig vorhersagbarer als gewohnt. Hinzu kommt aber die eine oder andere Ungereimtheit. Ein Drogenhund reagiert beispielsweise auf die Befehle seines Hundeführers hin und jagt nicht zähneflechtschend verdächtigen Gerüchen nach. Auch die Erschreckszene im Apartment der Make-Up Künstlerin wirkt ein wenig konstruiert, um den Zuschauer auf einfache Art Emotionen zu entlocken. Sicherlich kann das so passieren, aber es wirkt hier schon arg zweckdienlich. Hinzu kommt ein Ärgernis, das seit geraumer Zeit immer wieder benutzt wird: Handlungsstränge werden mittels Computermagie verknüpft, was ein sehr einfaches, oft benutztes und wenig einfallsreiches Erzählmittel ist.

Auf der positiven Seite gibt es allerdings auch einige Elemente. Das kurze Gespräch zwischen Kate und Lanie (Tamala Jones), in dem sie über Kates Beziehung reden, wirkt im Kontext ihrer aktuellen Situation lebensnah und spiegelt die Stimmung der Folge (und auch des Zuschauers) wider. Man wünscht sich das alte, ungezwungene und komische Castle wieder, anstatt der zweckmäßig gestreckten Plots. Diese Unbekümmertheit kommt sehr schön in Castles Unterhaltung mit dem „Alien-Entführungsopfer“ herüber. Auch Alexis (Molly C. Quinn) und Castle harmonieren bei ihrer Suche gut miteinander.
Der Vorübergehende Abschluss der folgenübergreifenden Storyline ist zwiespältig: Einerseits wirft er ein etwas plausibleres Licht auf Castles Amnesie und die Erwähnung des wahren Grundes für seine Faszination mit Mord, deren Wurzeln wohl möglich in seiner Kindheit liegen, macht Lust auf mehr. Andererseits werden somit typisch für Castle die wichtigen Handlungsstränge zunächst einmal offen liegengelassen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzugreifen. Das dürfe sicherlich nicht jedem gefallen.
Fazit
Eine passable Folge, die größtenteils unter den Nachwehen des Auflösezwangs der letzten Episode leidet. Die Autoren haben zwar einen vorübergehenden Ausweg aus ihrem ambitioniert verstricktem Storykonstrukt des Cliffhangers und der Staffelpremiere gefunden. Allerdings ist die Lösung nur teilweise zufriedenstellend. Der positive Aspekt daraus ist, dass ab der nächsten Episode wieder Raum ist, sich auf die eigentlichen Stärken der Serie zu besinnen, nämlich gut durchdachte Procedural-Episoden mit abgeschlossenem Handlungsbogen und der gewohnt gut platzierten Prise Humor.
Verfasser: Tim Krüger am Dienstag, 14. Oktober 2014Castle 7x02 Trailer
(Castle 7x02)
Schauspieler in der Episode Castle 7x02
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?