Castle 6x14

„Murder is the New Black...“
Das passiert in der Castle-Folge Dressed to Kill:
Die Assistentin der berühmten Modezeitschrift-Herausgeberin Matilda King (Frances Fisher, „Titanic“) wird ermordet aufgefunden. Beckett (Stana Katic) und Castle (Nathan Fillion) ermitteln in dem Fall. Dabei finden sie heraus, dass die Ermordete kurz vor ihrem Tod gefeuert worden ist. Angeblich, weil sie schlampig gearbeitet und mehrere Termine von King durcheinander gebracht hat. Zugleich entdecken Ryan (Seamus Dever) und Espositio (Jon Huertas) in der Wohnung der Toten ein Abhörgerät. Wer kann es auf die junge Frau bloß abgesehen haben?
Parallel zu den Ermittlungen sind natürlich auch Becketts und Castles Hochzeitsvorbereitungen in vollem Gange. Räumlichkeiten müssen gefunden, ein Hochzeitskleid ausgesucht werden. Und mittendrin sieht es fast so aus, als würde Kate auf einmal kalte Füße bekommen...
Die Frances-Fisher-Show
Castle hat ja häufig gute Gastdarsteller. Aber selten hat einer von ihnen mal Gelegenheit, so zu brillieren, wie das bei Frances Fisher der Fall ist. Die aufgeblasene, von sich selbst ganz und gar eingenommene Herrin über die Modewelt, welche trotzdem nicht unsympathisch herüberkommt und gegenüber Beckett geradezu in die Rolle einer Ersatzmutter schlüpft, ist natürlich auch eine ungemein dankbare Rolle. Sie steht so sehr im Vordergrund, dass ihr sogar am Ende die finale Konfrontation mit dem wahren Täter zufällt - und Beckett eigentlich nur noch zum Verhaften dazukommt.
Fisher hat ersichtlich Spaß mit dem Part - und trägt ganz erheblich zum Unterhaltungswert der Folge bei.
Das Beinahe-Model
Ich weiß nicht, es unbedingt notwendig gewesen ist, Beckett zu einem ehemaligen Beinahe-Model zu machen. Ja, Espos verduzter Gesichtsausdruck, als Beckett wie aus der Pistole geschossen beantworten kann, wer Matilda King ist (während er als „richtiger Mann“ von so etwas natürlich keine Ahnung hat), ist schon sehr köstlich. Und es hilft natürlich auch dabei, eine engere Beziehung zwischen King und Beckett herzustellen, indem man einfach eine vorherige Begegnung der beiden behauptet. Trotzdem stört es doch ein bisschen, wie krampfhaft die Autoren manchmal bemüht scheinen, zwischen dem Milieu, in dem gerade ermittelt wird, und der Vergangenheit unserer Hauptfiguren eine Verbindung herzustellen.
Spielt die Folge auf einer SciFi-Convention (The Final Frontier), macht man Beckett kurzerhand zu einem (de facto) Trekkie. Sind wir bei einem Modemagazin, stellt sich heraus, dass sie fast ein Model geworden wäre. Klar, ist persönliches Involvement der Hauptfiguren in einem Fall richtig und wichtig. Bei Castle wird dabei aber manchmal etwas übertrieben.
Blick in den Spiegel
Ein Schockmoment für alle Caskett-Fans ist natürlich die Szene vor dem Spiegel, als sich Becketts anfängliche Begeisterung über das Hochzeitskleid in eine zunächst unerklärliche Betrübnis und Skepsis wandelt. Als sie dann noch die Vorverlegung der Hochzeit auf einen Frühlingstermin ablehnt, da fürchtet wohl nicht nur Richard, dass seine Liebste kalte Füße bekommen hat. Die Erklärung, welche Kate dafür am Ende anbietet (dass sie sich immer vorgestellt hat, dass ihre Mutter ihr bei den Hochzeitsvorbereitungen helfen würde), kommt etwas unerwartet, ergibt aber durchaus Sinn.
Vor allem, wenn man noch mal zur besagten Spiegelszene zurückgeht. Ein kurzes Stück davor sagt Matilda ja noch zu ihr: „In fact, if I had a daughter this would be exactly the dress I would want for her.“ Sie ist absolut reizend zu Kate, genau so wie man sich das von einer Mutter in dieser Situation wünschen würde. Und dann sagt sie auch noch so etwas. Kein Wunder, dass Kate in dem Augenblick, als sie dann allein vor dem Spiegel steht, ihre wirkliche Mutter vermisst. Beim ersten Anschauen der Szene stellt man da möglicherweise noch keine Verbindung her. Schaut man sich die Szene mit Kates Erklärung im Hinterkopf noch ein zweites Mal an, dann ist die Reaktion emotional absolut verständlich.
Und die gute Nachricht für alle Caskett-Fans ist natürlich: die Hochzeit wird also wohl doch schon im Staffelfinale kommen!
Wanzen
Der Fall als solcher war ganz okay, auch wenn es natürlich ein paar Ungereimtheiten gab. Was sollte zum Beispiel die Sache mit der Wanze? Eine falsche Fährte, okay. Aber eine, die für sich selbst genommen überhaupt keinen Sinn ergibt. Matilda hat also aus ihrem unendlichen Misstrauen heraus in die Arbeitsverträge ihrer Mitarbeiter hineinschreiben lassen, dass sie sie zu Hause abhören darf. Weil Mitarbeiter, die wissen, dass sie daheim abgehört werden, auch ganz ungezwungen plaudern werden? Sehr seltsam.
Fazit
Dessen ungeachtet ist Dressed to Kill eine sehr amüsante Folge, welche neben einigen sehr schönen Charaktermomenten vor allem von den egomanischen Gestalten der Modewelt lebt (neben Frances Fisher ist vor allem Suburgatorys Rex Lee als Designer Yumi zu erwähnen).
Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 5. Februar 2014Castle 6x14 Trailer
(Castle 6x14)
Schauspieler in der Episode Castle 6x14
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?