Castle 6x12

Castle 6x12

Castle und Beckett haben immer noch Schwierigkeiten, einen Hochzeitstermin zu finden. Und dann bekommen sie es auch noch mit einem Mord zu tun, der Castle in eine höchst unangenehme Lage versetzt. Denn der Hauptverdächtige ist jemand, der ihm sehr nahe steht.

Für Castle (Nathan Fillion, m.) hält der Fall eine überraschende Begegnung bereit... / (c) ABC
Für Castle (Nathan Fillion, m.) hält der Fall eine überraschende Begegnung bereit... / (c) ABC

Seine Struktur deutet auf zweidimensionales Denken hin.“ („Star Trek II: Der Zorn des Khan“)

Das passiert in der Castle-Folge Deep Cover:

Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) sind eifrig dabei, einen Termin für ihre Hochzeit zu finden. Da verlangt auf einmal ein Mord ihre Aufmerksamkeit. Ein junger Mann ist ermordet worden. Schnell stellt sich heraus, dass er eine kriminelle Vergangenheit als Hacker hatte. Liegt dort das Motiv für den Mord? Castle und Beckett folgen einer digitalen Spur zu einem Finanzdienstleister, der scheinbar das jüngste Ziel für einen Angriff es Hackers gewesen ist.

Dort angekommen kommt Castle aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn der vermeintliche Chef des betroffenen Unternehmens ist in Wahrheit niemand anders als sein Vater Jackson Hunt (James Brolin), der Geheimagent. Jackson drängt darauf, dass Castle Beckett nichts von ihm erzählt, weil dies sonst tödliche Konsequenzen haben könnte. Tatsächlich verschweigt Castle seiner Partnerin, dass er den Mann, den sie inzwischen auf Grund eines Überwachungsvideos für den möglichen Täter hält, kennt. Da stößt Beckett auf Informationen über Jackson, die Castle erst recht in die Zwickmühle bringen...

Realitätssinn

Ein Kritikpunkt, der in den Kommentaren zur vorangegangenen Episode, Under Fire, geäußert worden ist, war der mangelnde Realismus in den Szenen, in denen Ryan (Seamus Dever) und Esposito (Jon Huertas) im flammenden Inferno feststecken. Für jemanden, der selbst - Gott sei Dank! - noch nie in einer entsprechenden Situation gewesen ist und auch nur über ein rudimentäres theoretisches Wissen zu dem Thema verfügt, war dies etwas, das beim Zuschauen nicht sonderlich gestört hat.

Anders steht es mit Deep Cover: Ich bin zwar auch noch nie angeschossen worden. Aber ich habe doch - wie vermutlich die meisten Zuschauer - einen gewissen Erfahrungsschatz, was eigene wie fremde Verwundungen und Schmerzen angeht. Auf diesem Hintergrund löst die Art und Weise, wie James Brolin seine Schusswunde wegsteckt, als ob es kaum mehr als ein Kratzer wäre, doch akutes Befremden aus. Ja, okay, er soll ein ganz taffer Geheimagent sein. Aber so cool und gelassen und dann auch noch mit einem Lächeln bei der eigenen daheim improvisierten OP wäre wohl nicht einmal Jack Bauer (Kiefer Sutherland) aus 24 gewesen.

Zweidimensionales Denken

Spock's Brain gilt gemeinhin als die schlechteste Episode des originalen Star Trek, nicht zuletzt wegen der Szene, in der Spock (Leonard Nimoy) bei seiner eigenen Hirn-OP assistiert. Die Heim-OP im Hause Castle hatte eine ähnliche Qualität - an der Grenze zur unfreiwilligen Komik. Damit hätten wir den größten Kritikpunkt an Deep Cover schon benannt.

Und sind mit einem Apropos Star Trek auch schon bei einem der schönsten Momente der Folge. Castle hat - nicht zuletzt wegen der SciFi-Vergangenheit von Nathan Fillion (Firefly) - immer ein großes Herz für Fans dieses Genres bewiesen. In der vergangenen Staffel etwa mit The Final Frontier. In Deep Cover kommt die Star Trek-Referenz aus heiterem Himmel - und das an einer Stelle, wo man sie nun wirklich überhaupt nicht erwarten würde, nämlich bei der Jagd auf den CIA-Verräter.

Der Gelegenheitszuschauer mag sich vielleicht wundern, warum Castle ausgerechnet diesen Moment wählt, sich mit einer Star Trek-Anspielung verklausuliert auszudrücken (statt einfach „Er muss eine Etage über uns sein“ zu sagen). Die Castle-Fans wissen aber natürlich (seit The Final Frontier), dass in Beckett ein SciFi-Geek steckt - und dass es deshalb kein Wunder ist, dass sie die Anspielung sofort versteht. In gewisser Weise steckt sogar ein Caskett-Moment in dieser Szene, weil sie ein weiterer Beweis - neben dem von Lanie (Tamala Jones) als unheimlich bestaunten gegenseitigen Satz-Vollenden - dafür ist, wie gut Castle und Beckett aufeinander eingespielt sind.

Gestörte Dynamik

Dabei ist die Dynamik des Ermittler-Duos in dieser Folge natürlich dadurch gestört, dass Castle sich in der höchst unangenehmen Situation wiederfindet, zwischen Beckett und seinem Vater zu stehen. Man merkt ihm deutlich an, wie sehr es an seinen Nerven zerrt, Beckett nicht die Wahrheit sagen zu dürfen. Für den Zuschauer sind das umgekehrt bisweilen sehr unterhaltsame Augenblicke, etwa als Beckett sich wundert, dass Castle partout nicht mit einer verrückten Theorie ankommen will.

Natürlich ließe sich kritisieren, dass Castle nicht eher mit der Wahrheit herausrückt - bevor sein Vater bei ihm angeschossen in der Wohnung liegt und Beckett vor der Tür steht. Letztlich muss man sich jedoch klar machen, dass es wirklich eine - auch und gerade emotional - sehr prekäre Situation ist, in der Castle steckt: Es geht um seinen Vater, zu dem er sich Zeit seines Lebens eine Beziehung gewünscht hat. Und natürlich haben wir auch noch die Ereignisse aus Hunt (2) im Hinterkopf, als es sein Vater war, mit dessen Hilfe er Alexis befreit hat. Er weiß, dass sein Vater ein CIA-Agent ist. Von daher nimmt er dessen Warnung natürlich ernst.

Familie

Ein Wendepunkt in der Beziehung zu seinem Vater ist der Moment, als dieser den Verräter vor Richards Augen hinrichtet. Hier wird Castle erst einmal richtig klar, wie groß die Distanz zwischen ihm und Jackson wirklich ist.

Umso ergreifender ist danach natürlich die „große“ Caskett-Szene, als Castle gegenüber Beckett erklärt, dass sie und nicht sein Vater für ihn Familie ist - und er sich im Zuge dessen auch noch auf einen Hochzeitstermin festlegt. Sch... auf seine Buchtour, im September will er mit Kate vor den Altar treten. Ob das nun bedeutet, dass es die Hochzeit erst zum Auftakt der siebten Staffel zu sehen gibt?

Fazit

Eine schöne Folge mit einem Castle, der zwischen den Stühlen sitzt. Einzig James Brolin als scheinbar übermenschlicher Geheimagent gibt Anlass zu Kritik.

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 14. Januar 2014
Episode
Staffel 6, Episode 12
(Castle 6x12)
Deutscher Titel der Episode
In geheimer Mission
Titel der Episode im Original
Deep Cover
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 13. Januar 2014 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 21. März 2014
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Donnerstag, 1. September 2016
Autor
Terence Paul Winter
Regisseur
Thomas J. Wright

Schauspieler in der Episode Castle 6x12

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