Castle 5x09

Das passiert in der Castle-Folge Secret Santa:
Es ist Vorweihnachtszeit in New York. Eine Familie macht einen abendlichen Spaziergang durch den Park, als plötzlich nicht nur Schneeflocken vom Himmel fallen, sondern auch ein ziemlich toter Weihnachtsmann. Castle (Nathan Fillion) stellt natürlich als erstes die Theorie auf, dass Santa möglicherweise vom Schlitten gefallen ist. Wie Lanie (Tamala Jones) jedoch sehr bald herausfindet, ist der Sturz gar nicht die Todesursache gewesen, sondern vielmehr die Kugel, die der Weihnachtsmann im Rücken stecken hatte. Castle und Beckett (Stana Katic) haben eine harte Nuss zu knacken: Wer war der Mann in Wirklichkeit? Und wieso kam er durch die Luft geflogen, obwohl zu dieser Zeit nach den Aufzeichnungen der Flugsicherheit überhaupt kein Flugzeug in der Gegend unterwegs gewesen ist?
Und als wäre das alles nicht schon schwierig genug, steht dann auch noch der Weihnachtsstress ins Haus: Richard kann es kaum fassen, dass Alexis (Molly C. Quinn) Heiligabend zum ersten Mal lieber mit einem Freund verbringen will. Kate sagt seine Weihnachtsfeier ab, weil sie - angeblich - arbeiten muss. Gates (Penny Johnson Jerald) wird von ihrer Schwiegermutter in den Wahnsinn getrieben. Esposito (Jon Huertas) hat niemanden, mit dem er feiern kann. Und auf Ryan (Seamus Dever) wartet ein Christkind-Stress der ganz eigenen Art...
Ho Ho Ho
In Secret Santa passt einfach alles: Der Fall ist wieder einmal herrlich skuril - und gibt Richard reichlich Gelegenheit, die wildesten Theorien aufzustellen. Kann ABC nicht bitte aus der geheimen Gesellschaft der Weihnachtsmänner, die in Wahrheit die Wächter der Zeit sind, ein Spin-Off machen? Der Fall ist wendungsreich erzählt - mit einer Auflösung, die sehr gut zur ursprünglichen Charakterisierung des Opfers und zum thematischen Aufbau der Folge passt und deshalb sehr stimmig wirkt. Auch wenn man vielleicht manche Aspekte des Falls, wie zum Beispiel den vermeintlich lautlosen Hubschrauber, sonst noch etwas kritischer hinterfragen würde.
Ein schlechtes Vorzeichen
Secret Santa zeichnet sich auch dadurch aus, dass der Fall und die privaten Geschichten sehr gut zusammengehen: Die Ermordung des Weihnachtsmanns unterstreicht vor allem für Richard das schlechte Omen, unter dem das Fest zu stehen scheint. Erst will Alexis nicht Heiligabend mit ihm verbringen, dann wird auch noch Santa getötet. Und er findet heraus, dass Kate ihn bezüglich der Schichtplanung angeschwindelt hat. Die Szene, in der Gates ihm sagt, dass Kate sie um die Einteilung für Weihnachten gebeten hat, weckt natürlich ungute Erinnerungen an die vierte Staffel. Da waren es genau solche Momente, nach denen die Figuren dann gegeneinander eingeschnappt waren.
Nicht so in Secret Santa, was auch sehr schön die Weiterentwicklung ihrer Beziehung vor Augen führt: Ja, Richard ist zu Beginn ein bisschen grummelig, aber schließlich sucht er mit Kate die offene Aussprache, was zu einer Bereinigung der Lage zwischen ihnen führt. Dass sie Weihnachten lieber auf dem Revier verbringt, hat nichts mit ihm zu tun, sondern geht auf eine Tradition zurück, die sie sich seit der Ermordung ihrer Mutter zueigen gemacht hat.
Coming Home for Christmas
Der Moment, als sie sich zum Abschied auf dem Revier noch nicht einmal unter dem Mistelzweig küssen, um ihre Beziehung auch weiterhin vor Gates geheim zu halten, hat etwas ungemein Trauriges. Es ist Weihnachten, die Zeit, in der man eigentlich die Nähe zu seinen Liebsten sucht. Doch hier werden die beiden durch ihre jeweilige Traditionen voneinander getrennt. Umso schöner ist dafür natürlich der Moment, in dem beide sich offen zeigen, eine neue gemeinsame Weihnachtstradition zu beginnen. Alexis ist zwar verständlicherweise etwas angesäuert, dass ihr Vater zu Beckett eilen will, nachdem sie ihr Date für die familiäre Weihnachtsfeier abgesagt hat. Den Zuschauer freut es aber natürlich trotzdem.
Und richtig warm ums Herz wird es, als wir sehen, dass Beckett schon den gleichen Gedanken hatte - und sie bei Castle vor der Tür steht. Um den Augenblick aber auch nicht all zu zuckersüß werden zu lassen, haben die Macher dankenswerteweise einen kleinen Widerhaken in Form eines schönen kleinen Gags eingebaut: nachdem Kate wieder und wieder betont hat, dass sie und Richard sich aber auf gar keinen Fall etwas schenken sollten, ist sie völlig von den Socken, dass er sich tatsächlich daran gehalten und kein Geschenk für sie besorgt hat. Tja, zu Weihnachten gehören, egal wie cool und abgeklärt wir uns gerne geben, eben doch Geschenke. So richtig schön unter'm Tannenbaum.
Weihnachtsmann Esposito
Sehr gelungen darüber hinaus der Nebenplot, den die Episode rund um Esposito erzählt: Es ist ja nicht so, dass er keine Freunde hätte. Ryan zieht ihn als erstes ins Vertrauen, als es um die Babypläne seiner Frau geht, und teilt mit ihm seine Ängste. Lanie wiederum stellt Esposito in Aussicht, dass sie vielleicht doch wieder zusammenkommen könnten. Nur eben nicht an Weihnachten. An Weihnachten hat er niemand, mit dem er zusammensein könnte. Man merkt ihm deutlich an, dass es ihm nahe geht - und ihn belastet. Zugleich veranlasst es ihn dazu, das Werk des getöteten Weihnachtsmanns fortzusetzen, was die Folge mit einer sehr berührenden Note zu Ende gehen lässt.
Fazit
Ein kniffliger Fall, emotional berührende Figuren-Storys, ein paar schöne Weihnachts-Zitate („Humbug!“) und der gewohnte Schuss Humor machen Secret Santa zu einer großartigen Weihnachtsfolge, in der alle Elemente - Fall und Figuren - perfekt ineinandergreifen. Ich glaube, kurz vor Heiligabend muss ich die Folge noch mal schauen!
Trailer zu Folge 5x10 „Significant Others“
[videosj=castle-5x10-trailer]
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 4. Dezember 2012(Castle 5x09)
Schauspieler in der Episode Castle 5x09
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?