Castle Rock: Review der Pilotepisode

Castle Rock: Review der Pilotepisode

Die neue Anthologieserie Castle Rock spielt in der gleichnamigen Kleinstadt in Maine und basiert auf einer Kurzgeschichte von Stephen King. Sie vereint Personen und Orte des King-Universums und erzählt von zahlreichen Bewohnern dieser mysteriösen Umgebung.

„Castle Rock“ (c) Hulu
„Castle Rock“ (c) Hulu
© ??Castle Rock“ (c) Hulu

Mit der aktuellen Hulu-Serie Castle Rock ist den Showrunnern Sam Shaw und Dustin Thomason mehr gelungen als nur aufgewärmter Brei der Spielstätten und Figuren aus dem Stephen-King-Universum. Und auch wenn sich King-Fans über zahlreiche mehr oder minder versteckte Bezüge zu ihrem Idol freuen können, bleibt für die Nichtkenner ein spannendes alleinstehendes Drama. Unter dem Dach von Bad Robot und Warner Bros. TV ist eine Anthologieserie entstanden, die Themen, Welten und Personen aus King-Romanen vereint und trotz allem noch viel Neues zu erzählen hat.

Castle Rock“ spielt in der gleichnamigen Kleinstadt in Maine, die bereits für „Cujo“, „Doctor Sleep“ und „Dead Zone“ als Hintergrund diente. Wie eh und je versprüht die Luft dort wenig Gutes. Neben dem Setting, in das die Serie gebettet ist, können King-Kenner noch eine Menge weiterer Anspielungen entdecken. Da wären die Auszüge aus bekannten King-Romanen, die gezeigt werden, als Lacey seine Geschichte der Stadt erzählt, nur um ein Beispiel von vielen zu nennen. Außerdem hat sich ein ganzer Pulk an Schauspielern schon das eine oder andere Mal in diversen Stephen-King-Verfilmungen wiedergefunden.

Darunter sind Sissy Spacek, die Henrys Mutter verkörpert und mit Carrie einen der wohl bekanntesten King-Charaktere spielte. Des Weiteren reiht sich Bill Skarsgard ein, der nicht nur einen Mörder-Clown („Es (2017)“), sondern auch den geheimnisvollen Mann, der hier nur wenige Worte murmelt und unheimlich dreinblickt, überzeugend darstellt. Melanie Lynskey lebte bereits im „Haus der Verdamnis“ und überzeugt nun als Molly Strand, drogenabhängige Maklerin, die behauptet, Stimmen zu hören und nicht nur früher ein Auge auf Henry Deaver geworfen hat(te). Sie ist witzig, charmant und bedrohlich zugleich und für „Castle Rock“ ein besonderer Gewinn. Weiterhin reihen sich Terry O'Quinn („Werwolf von Tarker Mills“), Ann Cusack (Mr. Mercedes) und die bezaubernde Frances Conroy (Der Nebel) in die Liste der King-Alumni ein.

Auch wenn die Serie gefüllt ist mit King-Referenzen, sollte die eigentliche Geschichte von „Castle Rock“ nicht in den Hintergrund rücken, denn sie ist das Bild, welches im vorgegebenen Rahmen den Auge des Betrachters fasziniert. Im Zentrum der ersten Staffel steht der Anwalt Henry Deaver, hervorragend gespielt von Andre Holland („Moonlight“). Er wurde als Kind vom örtlichen Pfarrer und dessen Frau adoptiert und wuchs so in Castle Rock auf. Sein Adoptivvater starb später auf mysteriöse Art und Weise und noch heute machen viele Bewohner Henry für seinen Tod verantwortlich. Denn am selben Tag verschwindet Henry im Wald und wird elf Tage später von Sheriff Alan Pangborn (Scott Glenn) auf dem zugefrorenen See gefunden, nicht wissend, was geschehen ist.

Heute arbeitet Deaver als Anwalt für Todestraktinsassen, besessen davon, so viele wie möglich vor der tödlichen Spritze zu bewahren. Nach einem geheimnisvollen Anruf aus dem Gefängnis Shawshank kehrt er zurück nach Castle Rock. Dort hat man vor kurzem einen jungen Mann in einem Käfig im verlassenen Teil des Gefängnisses gefunden. Nun versucht Deaver herauszufinden, wer dieser Mann ist und was es mit ihm auf sich hat.

Fazit

Castle Rock ist düster, fesselnd und voll mit interessanten Charakteren. Die bedrückende Atmosphäre der Kleinstadt ist förmlich zu spüren und wirkt, als brodele etwas im Inneren, was nur darauf wartet, an die Oberfläche zu gelangen. Es werden viele verborgene Geheimnisse angerissen, aber nur langsam wird Licht ins Dunkel gebracht, Häppchen für Häppchen.

Das hält zumindest mich gespannt am Bildschirm. Die vielen Geschichten rund um die Abgründe menschlichen Seins, Verlust, Erlösung und dem täglichen Kampf mit den eigenen Dämonen ist der Kitt, der die verschiedenen Elemente zusammenhält.

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