BoJack Horseman Staffel 6
BoJack Horseman Staffel 6 Episodenguide
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BoJack Horseman ist Geschichte, zumindest für diejenigen, die die am Freitag, den 31. Januar erschienene zweite Hälfte der sechsten und letzten Staffel der anthropomorphen Animationsserie von Netflix schon ganz gesehen haben. Acht schwermütige Abschiedsepisoden hatten Raphael Bob-Waksberg und Konsorten noch einmal vorbereitet, bis Nice While It Lasted (6x16) den legendären Lauf des depressiven Filmstarpferdes schließlich über die Ziellinie brachte. Groß waren die Erwartungen an das Finale, doch eher klein fiel es dafür aus. Und genau das macht das Ganze einfach so perfekt!
Life is a bitch, and then you die...
Mit einem echten Happy End haben wohl nur die wenigsten Fans der Serie gerechnet. Deutlich realistischer schien da schon die Aussicht auf einen letzten schmerzhaften Schlag in die Magengrube, beispielsweise durch den Tod des leidgeplagten Protagonisten BoJack (Will Arnett). Tatsächlich spielen die Serienmacher kurz mit diesem Szenario, entscheiden sich am Ende allerdings für den einzig wahren Weg: den Mittelweg. So abgedreht das animierte Meisterwerk auf den ersten Blick auch stets gewirkt haben mag, so bodenständig war es tief im Inneren eigentlich. Kein Wunder, dass BoJack Horseman so viel mehr Ähnlichkeiten mit den eingangs erwähnten Prestigedramen The Sopranos, Breaking Bad und Mad Men vorweisen kann als etwa mit Genregeschwistern wie The Simpsons, Rick and Morty oder Family Guy.
Gleichzeitig muss aber auch betont werden, dass BoJack Horseman nicht nur für Animationsverhältnisse tiefsinnig war, sondern auch ohne diese Einschränkung. Die Serie war immer zuerst Charakterdrama und fast nur beiläufig alberne Showbusinesssatire. Und selbst übertriebene comic relief-Figuren wie Todd (Aaron Paul) konnten das Publikum oft mit Leichtigkeit zum Weinen bringen. Für den blauhaarigen Slacker geht es im Finale darum, sich mit seiner Mutter zu versöhnen. Für BoJack ist das nicht mehr möglich, weshalb er versuchen muss, wenigstens mit sich selbst seinen Frieden zu machen.
Doch, wie gesagt: Die Serie ist schlau und ehrlich genug, um zuzugeben, dass endgültige Katharsis im echten Leben niemals möglich ist. So war auch schon bei Mad Men die Devise fürs Finale: Hauptsache, den Figuren geht es ganz am Ende ein klein wenig besser als am Anfang. Breaking Bad wählte derweil die leichteste Lösung, das Leid der Hauptfigur zu lösen, den Tod. Wobei der Fortsetzungsfilm „El Camino“ letztes Jahr bewies, dass das Leid dann eigentlich nur an andere vererbt wird. The Sopranos scheute sich gänzlich vor einem Abschluss und ließ das Schicksal des zentralen Antihelden schlichtweg offen. Ein fröhliches Finale schien also auch für keine dieser ach so ernsten Serien eine sinnvolle Option zu sein...

Am ehesten kann man im Fall von Mr. Peanutbutter (Paul F. Tompkins) von einem Bilderbuchfinale sprechen, was aber auf seine naturgegebene Superkraft zurückzuführen ist, alles immer positiv zu sehen. Im Gegensatz zu BoJack ist er außerdem wirklich bereit, Verantwortung für seine Fehler zu übernehmen und seinen Stolz herunterzuschlucken - falls er überhaupt welchen besitzt. Sein großes Abschiedsgeschenk: Er vervollständigt das berühmte Hollywoo-Schild, jedoch versehentlich durch ein B. Und auch Princess Carolyn (Amy Sedaris) kann sich kaum beklagen, immerhin hat sie ein gesundes Kind, ein erfolgreiches Geschäft und einen liebevollen Ehemann, nämlich ihr langjähriger Assistent Judah (Diedrich Bader).
Life is a bitch, and then you keep living...
Bleiben BoJack und Diane (Alison Brie), die schon immer das zentrale Gespann dieser Serie bildeten und einander besser verstanden als alle anderen. Die selbstkritische Schriftstellerin lernt in der Highlightepisode Good Damage (6x10), dass sie nur glücklich werden kann, wenn sie ihre schwierige Vergangenheit endlich loslässt, statt zu versuchen, irgendeinen Profit aus all ihren Schicksalsprüfungen zu schlagen. Versunkene Kosten können nicht gerettet werden, sonst ertrinkt man selbst. Gemeinsam mit Guy (Lakeith Stanfield) und dessen Sohn beginnt Diane daher ein neues Leben in Houston, Texas.
Auch BoJack gehört zum emotionalen Ballast, den Diane lange Zeit mit sich geschleppt hat. BoJack selbst trägt so viel Ballast auf seinen Schultern - hauptsächlich geerbt von seinen missbräuchlichen Eltern -, dass er längst nicht mehr am Leben wäre, wenn er seine Sorgen nicht ab und zu bei anderen abladen würde. Im Vorfinale The View from Halfway Down (6x15) scheint er mit Blick auf die Geister seiner Vergangenheit aber tatsächlich ein paar Fortschritte zu machen. Ironischerweise befindet er sich außerhalb seines Traumes gleichzeitig auf dem absoluten Tiefpunkt: zugedröhnt und halbtot im Swimmingpool seiner zwangsverkauften Villa, in die er im Vollrausch eingebrochen ist. Statt des Jenseits erwartet ihn nun das Gefängnis.
Und dann endet die letzte Staffel von BoJack Horseman plötzlich wie die Auftaktstaffel damals endete, sprich mit BoJack und Diane auf einem Hausdach. Ein kurzes Gespräch wird all dem Schmerz, den die beiden gemeinsam durchgemacht haben, kaum gerecht werden. Stattdessen plaudern sie also lieber über Belangloses. Zumal beide spüren, dass dies die letzte Begegnung ihres Lebens sein könnte. Es ist die Tragödie des Lebens: Wir lernen Menschen kennen, verlieben uns und am Ende wartet immer der Verlust. Freunde verlieren sich aus den Augen und aus Liebe wird Hass oder Gleichgültigkeit...
Doch soll man an der Endlichkeit aller Dinge verzweifeln? Nein, man genießt das Leben und alle einzelnen Phasen so gut es gut. Und man ist dankbar für jeden Menschen, der einem irgendwann mal wichtig war und erinnert sich zurück in Momenten, in denen man es am wenigsten erwartet und lächelt dann mit feuchtem Blick. Wir werden von so vielen Menschen geformt, dass es gar nicht möglich wäre, sie alle bei uns zu behalten. Das Leben geht immer weiter, bis es schließlich vorbei ist.
Hier abschließend der Trailer zum Finale von BoJack Horseman:
BoJack Horseman Staffel 6 Episodenguide
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