The Big Bang Theory 12x19

© ährend Sheldon (Jim Parsons) auf Wolke sieben schwebt... (c) CBS
In knapp vier Wochen kann sich The Big Bang Theory endlich zur Ruhe setzen. Die jüngste Episode mit dem gewohnt sperrigen Titel The Inspiration Deprivation (12x19) bereitet nun eine finale Wendung vor, die viele überraschen dürfte -, falls sie denn eintreten wird. Im Zentrum steht natürlich wieder der Nobelpreis, der für Sheldon (Jim Parsons) und Amy (Mayim Bialik) nach dem Fauxpas in der letzten Folge eigentlich schon verloren scheint. Bislang wurde vor allem Sheldons Geltungsdrang beleuchtet, doch nun liefern die Autoren auch gute Argumente für eine Auszeichnung für Amy.
Feministischer Leistungsdruck
Nur drei weibliche Physikerinnen wurden bislang mit dem höchsten Preis der Wissenschaften gewürdigt: Marie Curie für ihre Strahlenforschung, Maria Goeppert-Mayer für ihre Entdeckungen in der nuklearen Schalenstruktur und (erst im vergangenen Jahr) Donna Strickland für ihre Methode zur Verstärkung „gechirpter“ Pulse. Amy Farrah Fowler wäre im Serienuniversum von The Big Bang Theory also erst die vierte Physiknobelpreisträgerin, was - wie die Personalchefin Janine Davis (Regina King) korrekt anmerkt - für viele junge Mädchen eine große Signalwirkung haben könnte.
Amy ist natürlich eine überzeugte Feministin - genauso übrigens wie ihre Darstellerin Bialik, die im wahren Leben bekanntlich selbst Wissenschaftlerin ist und sogar einen Doktortitel trägt. Man merkt also, dass das Thema viel persönlicher erscheint, als man es von der Sitcom normalerweise gewöhnt ist, obwohl der Writers' Room natürlich trotzdem sehr männlich geprägt ist. Dennoch wird eindrucksvoll zur Schau gestellt, wie viel mehr für Amy vom Gewinn des Preises abhängt als für Sheldon: Wenn er gewinnt, erfüllt sich nur der Lebenstraum eines Einzelnen, doch, wenn sie gewinnt, könnte eine ganze Generationen junger Wissenschaftlerinnen nachfolgen, die die Welt verbessern.
Kein Wunder also, dass Amy in Anbetracht solch hoher Einsätze allmählich unter dem Druck einzubrechen droht, während Sheldon erstaunlich unbekümmert wirkt. Um sich abzulenken, legen sich beide in einen sensorischen Deprivator, der sämtliche Sinnesreize herausfiltern soll, so dass man das Gefühl für Raum und Zeit verliert. Und, während Sheldon einen fröhlichen Flug durchs Universum halluziniert (der an Monty Pythons „Galaxy Song" erinnert), wird Amy von feministischen Geistern heimgesucht, die ihr die Schuld dafür geben, dass sie die sprichwörtliche Glasdecke nie durchbrechen konnten.
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Wenig später wird dem Moment leider doch wieder die Kraft genommen, indem Sheldon auf die abwegige Idee kommt, dass er einfach wieder selbst besorgter wirken müsse, damit Amy sich um ihn kümmert und folglich nicht mehr um sich selbst. Ganz zum Schluss werden ihre durchaus nachvollziehbaren Sorgen sogar als eine Art Krankheit abgetan (Stichwort Hysterie), denn die Lösung scheint zu sein, dass Sheldon sie einfach mal wieder in den Arm nimmt und ihr das bewährte Katzentanzlied vorsingt. Es wäre wirklich schade, wenn es die Serienmacher dabei belassen würden...
Meine hypothetische Hoffnung lautet allerdings wie folgt: Genau wie das Finale von Game of Thrones wird auch das Finale von The Big Bang Theory - das ja nur drei Tage vorher ausgestrahlt wird - auf einer bittersüßen Note enden. Sheldon verzichtet auf den Nobelpreis, damit Amy ihn gewinnen kann, gemeinsam mit den beiden Hochstaplern Pemberton (Sean Astin) und Campbell (Kal Penn). Das ultimative Opfer für den Charakter, der damit seine Entwicklung vom sozial inkompetenten Egoisten hin zum rücksichts- und liebevollen Freund und Ehemann abgeschlossen hätte.
Um einen solchen Twist glaubwürdig zu verkaufen, bedarf es aber noch einiger Vorbereitungen. Gerne darf Sheldon nach seinem selbstlosen Verzicht auch arrogant herausposaunen, dass ihm ohnehin noch mindestens zwei weitere Nobelpreisideen im Laufe seiner Karriere einfallen würden. Dennoch ist mir bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit für dieses Abschlussszenario außerordentlich gering ist. Oder was meint Ihr dazu?
Born to be wild
Die B-Story dieser Episode rund um Howard (Simon Hellberg) und seinen Motorroller ist derweil wieder äußerst überflüssig und bietet obendrein keine echten Lacher. Die ach so fiese Bernadette (Melissa Rauch) verbietet ihrem Gatten, auf zwei Rädern durch Los Angeles zu düsen, da sie neben zwei kleinen Kindern nicht auch noch ein „großes Gemüse“ versorgen wolle. Auch, wenn sie sich sehr unschön ausdrückt, hat sie selbstverständlich recht und er sollte sich einfach mal zusammenreißen. Besser wäre es aber, wenn die Autoren überhaupt keine Zeit mehr mit solchen Nichtigkeiten verschwenden würden und sich stattdessen mehr auf Raj (Kunal Nayyar) konzentrieren, der wohl wenigstens im Rahmen dieser Odyssee eine neue Frau kennengelernt hat...
Der offizielle Trailer zur „The Big Bang Theory"-Episode „The Decision Reverberation" (12x20):
Verfasser: Bjarne Bock am Freitag, 19. April 2019The Big Bang Theory 12x19 Trailer
(The Big Bang Theory 12x19)
Schauspieler in der Episode The Big Bang Theory 12x19
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?