The Big Bang Theory 12x05

© zenenbild von „The Big Bang Theory“: Howard (Simon Helberg) dringt in Rajs (Kunal Nayyar) Welt ein. (c) CBS
Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. So scheint seit einigen Jahren das Mantra bei The Big Bang Theory zu lauten. Entweder wimmelt es im Writers' Room der Serie nur so von egozentrischen Narzissten, für die eben genau das tatsächlich Freundschaft ist oder wir übersehen hier einfach den doppelten Boden und die unterschwellige Kritik. Besonders letzte Woche war die CBS-Sitcom mal wieder eine echte Geduldsprobe, denn gleich zwei Pärchen präsentierten sich in der Episode The Planetarium Collision (11x05) von ihrer schlimmsten Seite. In der Finalstaffel könnte es langsam gerne etwas sentimentaler werden...
Astronauten gegen Astronomen
Für Raj (Kunal Nayyar) ist der neue Rednerjob im Planetarium eine echte Erfüllung. Denkt man an das von selektivem Mutismus geplagte Mauerblümchen der Anfangszeit zurück, muss man wirklich den Hut vor ihm ziehen, denn man kann es gar nicht anders sagen: Der Astronom ist eine Rampensau! Doch wie immer bei The Big Bang Theory hat das Glück bald einen Haken: Rajs bester Kumpel Howard (Simon Helberg) kann einfach nicht die Füße still halten, sondern muss ihm auch diese Domäne streitig machen. Klar: Als ehemaliger Astronaut hätte auch er viel Interessantes zum Thema Universum zu erzählen, doch er übersieht dabei, dass Raj insgeheim einen Konkurrenten in ihm sieht.
Howards Angebot, als Gaststar bei seinem nächsten Auftritt vorbeizuschauen, lehnt Raj ohne nachzudenken ab. Er will die Bühne nicht mit ihm teilen, was auch seinen Egoismus untermauert. Hier wird sich wirklich gar nichts gegönnt, obwohl gewisse Synergien vermutlich beiden weiterhelfen würden. Gleiches gilt aber auch für den Nebenhandlungsstrang rund um Sheldon (Jim Parsons) und Amy (Mayim Bialik): Erstgenannter ist so begeistert von der Kooperation mit seiner frisch getrauten Ehefrau, dass er kurzerhand ihr eigenes Forschungsprojekt canceln lässt, damit sie ihre Zeit nur mit ihm verbringen kann.

Zugegeben: Bei Sheldon erwartet man nichts anderes, denn soziale Interaktionen und die Gefühle anderer Menschen bleiben für ihn auch nach zwölf Staffeln und unzähligen gelernten Lektionen und vermeintlichen Durchbrüchen noch ein Mysterium. Trotzdem ist es jedes Mal aufs Neue belastend, mit anzusehen, wie sehr er Amy unterbuttert. Fast schon grotesk ist sein jüngster Tick, bei dem er Amy, wenn sie wütend wird, auf die Nase stupst - die ultimative Demütigung. Eindeutiger könnten die Autoren nicht zeigen, wer hier die Hosen anhat. The Big Bang Theory war und bleibt eben die große Sheldon-Show.
Wir haben es zwar ohnehin nur mit einer harmlosen kleinen Sitcom zu tun, aber immer mal wieder kommt das Toxische in den Beziehungen so sehr zum Vorschein, dass es förmlich wehtut. Natürlich wird sich am Ende wieder versöhnt, sowohl bei Raj und Howard als auch bei Sheldon und Amy, aber echte Wiedergutmachung oder gar eine Aufarbeitung der grundlegenden Dysfunktionen sehen anders aus. Die einzige, die perfekt in diese Gehässigkeit reinpasst, ist Bernadette (Melissa Rauch), die mit ihren sarkastischen Kommentaren die meisten Lacher dieser Episode bewirkt. Spaß macht die Serie so aber nicht.
Für die Verspätung des Reviews bitten wir um Verständnis. In Zukunft bleiben wir wieder im Zeitplan.
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Verfasser: Bjarne Bock am Samstag, 27. Oktober 2018(The Big Bang Theory 12x05)
Schauspieler in der Episode The Big Bang Theory 12x05
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