The Big Bang Theory 11x24

© nter den Augen von Mark Hamill geben sich Sheldon (Jim Parsons) und Amy (Mayim Bialik) in „The Big Bang Theory“ das Jawort. (c) CBS
Wochenlang hatte CBS die Zuschauer darauf hinfiebern lassen und nun ist der große Tag endlich gekommen: Sheldon (Jim Parsons) und Amy (Mayim Bialik) geben sich im Finale der elften Staffel von The Big Bang Theory das Jawort. Als Highlight-Episode hatte The Bow Tie Asymmetry (11x24) natürlich viele Gaststars zu bieten. Vor allem einer stiehlt am Ende jedoch allen die Show: der „Star Wars“-Star Mark Hamill. Obwohl sich natürlich trotzdem alles um das schöne Brautpaar dreht.
The Demon of Shadow and Blame
Bevor aber auch nur ein Ring auf einen Finger gehen kann, müssen zunächst noch Freunde und Verwandte eingeflogen werden. Raj (Kunal Nayyar) hat das Vergnügen, Sheldons Sippe, das heißt, seine hochschwangere und frisch getrennte Zwillingsschwester Missy (Courtney Henggeler) und die strenggläubige Mrs. Cooper (Laurie Metcalf), einzusammeln. Der gute Georgie (Jerry O'Connell) ist derweil schon da, immerhin schlossen Sheldon und er letzte Woche ja noch ihren Frieden und reisten anschließend gemeinsam von Texas nach Kalifornien.
Dass Sheldons Mutter dabei sein kann, ist eine große Freude oder eigentlich schon fast eine Grundbedingung für die Hochzeit. Sie wird im späteren Verlauf der Episode auch für einen ersten emotionalen Höhepunkt sorgen. Ermöglicht wird dieser natürlich erst durch die grandiose Darstellerin Laurie Metcalf, die The Big Bang Theory mal wieder eine Darbietung schenkt, die die Sitcom eigentlich gar nicht verdient hat.
Zwangsläufig blass erscheinen dagegen Kathy Bates als Amys neu gecastete Mutter sowie ihr wortkarger Gatte Larry, gespielt vom Magier Teller, der aus unerfindlichen Gründen nicht mal zaubern darf. Sie wurden Penny (Kaley Cuoco) aufgedrückt - und die ist wohl auch die einzige, abgesehen von Bernadette (Melissa Rauch) vielleicht, die dieser Aufgabe gewachsen wäre. Denn mit den Fowlers ist wirklich nicht gut Kirschen essen, soll heißen, mit Larry wahrscheinlich schon, doch eben nicht, solange Mrs. Fowler in der Nähe ist...

Amys Mutter ist ein echter Drache, der allen Menschen, die ein bisschen Freude verbreiten wollen, das Leben aussaugt. Anfangs ist das noch ein netter Gag, aber, als sich abzeichnet, dass die Laufzeit der Episode nicht ausreicht, um der Figur einen redemption arc zukommen zu lassen oder wenigstens einen herzerweichenden Moment mit Amy, setzt dann doch Enttäuschung ein. Zeit ist insgesamt das Problem bei dieser Episode, denn bei so vielen Gaststars, Ideen und großen Reden reicht die nun mal kaum aus.
Trotzdem muss man dem Showrunner Steve Holland ein Kompliment dafür machen, wie viel Zeit er sich für das Cameo von Hamill nimmt. Früher verliefen Gastauftritte in der Serie oft im Sande, doch aus Luke Skywalker haben die Autoren wirklich das Maximum herausgeholt. Dass die Einführung des Ganzen ein wenig holprig ist, lässt sich da leicht verzeihen. Howard (Simon Helberg) läuft nämlich ein Hund zu, der sich kurze Zeit später als der beste Freund des Filmstars herausstellt. Der Name des Kleffers lautet Bark Hamill - und wer ab dieser Szene nicht voll und ganz an Bord ist, dem ist ganz einfach nicht zu helfen. Wie dem auch so, am Ende schuldet Hamill Howard einen Gefallen und den löst der Pilzkopf dafür ein, dass der Schauspieler die Hochzeitszeremonie durchführt.
Super Asymmetry
Und damit wären wir beim großen Tag, dem Tag der Trauung. Nach seinem berührenden Mutter-Sohn-Gespräch will Sheldon seine Braut sehen. Als er sie sieht, ist er völlig überwältigt, doch ihm bleibt nicht viel Zeit, da ein dringlicheres Problem in seinem Hirn herumschwirrt. Etwas, das seine Mutter gesagt hat, lässt ihm keine Ruhe mehr. „Manchmal liegt die Perfektion im Unperfekten“, so Mrs. Cooper wortgemäß. Und in Verbindung mit seiner schiefen Anzugfliege kommt Sheldon dadurch der Geistesblitz: Das Universum ist nicht supersymmetrisch, sondern superasymmetrisch!
Ganz genau, auch am Tag seiner Hochzeit gibt es für Sheldon nichts Wichtigeres als die Physik. Doch das Schöne an seiner Beziehung zu Amy ist, dass auch für sie die Wissenschaft ganz oben steht. Kurzerhand wird ihr Spiegel in eine Tafel verwandelt und ihr Lippenstift in ein Stück Kreide. Das Paar legt los und entwickelt in absoluter Symbiose eine neue Theorie über das Universum. Was sollten sie auch sonst so tun am Tag ihrer Eheschließung? Als Leonard (Johnny Galecki) schließlich nach dem Rechten sieht, erkennt auch er die Genialität dieser Entdeckung. Erst Penny gelingt es, den Fokus aller wieder auf das „Wesentliche“ zu richten.

Bevor Sheldon und Amy die Welt aus ihren Angeln hebeln, wollen sie ihre Liebe verewigen. Sie haben noch den Rest ihres Lebens Zeit für die Forschung - und wenn ihre Entdeckung tatsächlich so groß sein sollte, wie es scheint, dürfte das nächste Ziel wohl eher Nobelpreis statt Nachwuchs heißen. Ein netter Wink an all diejenigen, die bemängeln, dass sich The Big Bang Theory von einer Wissenschaftssitcom in eine stinknormale Beziehungsserie entwickelt hat.
It's Go Time
Nun aber wirklich ans Eingemachte, an die Hochzeit, die aufgrund des Argwohns der fiesen Mrs. Fowler übrigens fast noch gescheitert wäre, hätte Penny, die wahre Heldin des Tages, nicht eine ihrer berühmten Ansagen gemacht. Nun kann Mr. Fowler seine schöne Tochter an den Altar führen und sie ihrem künftigen Gatten übergeben. Dieser befindet sich noch immer in Schockstarre, da er nicht fassen kann, dass statt Wil Wheaton, einem zweitrangigen „Star Trek“-Star, nun Mark Hamill, ein erstklassiger „Star Wars“-Star, die Trauung leiten wird.
Und dieser macht seinen Job ganz hervorragend - unfassbar, wie viel Witz und Charme dieser Mann ausstrahlt! Dennoch lenkt das nicht davon ab, welch wunderbare Reden Sheldon und Amy vorbereitet haben. Wer bis hierhin nicht das Gefühl hatte, dass diese beiden Figuren perfekt zueinander passen und vermutlich mit keinem anderen so glücklich werden würden, der dürfte spätestens jetzt überzeugt sind. Auffällig auch, wie emotional Parsons und Bialik diese Szene spielen. Der Moment scheint also auch die Schauspieler zu berühren, was The Big Bang Theory nach all den Jahren der Mittelmäßigkeit endlich wieder einen kleinen Hauch von Schönheit verleiht.
Als Barry Kripke (John Ross Bowie) dann auch noch seine Version des Etta-James-Klassikers „At Last“ zum Besten gibt, dürfen alle Dämme brechen. Für mich persönlich ganz ohne Frage die schönste Hochzeit bislang in der Serie, was in erster Linie an den beherzten Liebesschwüren und am fantastischen Hamill liegt. Selbst für den sonst so oft geschundenen Charakter Stuart (Kevin Sussman) ist es ausnahmsweise ein Freudentag, kommt er doch seiner Seelenverwandten Denise (Lauren Lapkus) ein wenig näher. Alles in allem ein quasi rundum perfektes Finale, das gefühlsmäßig sehr zur DNA von The Big Bang Theory passt, aber gern ein wenig länger hätte sein können.
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Verfasser: Bjarne Bock am Freitag, 11. Mai 2018The Big Bang Theory 11x24 Trailer
(The Big Bang Theory 11x24)
Schauspieler in der Episode The Big Bang Theory 11x24
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