The Big Bang Theory 11x16

© ernadette (Melissa Rauch) und Howard (Simon Helberg) erwarten ihr zweites Kind. (c) CBS
The Big Bang Theory macht selbst den größten Serienjunkie zum Zyniker. Doch warum sollten sich Steve Holland und Co überhaupt Mühe geben, wenn das, was sie da Woche für Woche auf die Fernsehbildschirme bringen, trotzdem noch so überwältigende Quoten bringt? So lieblos, wie die jüngste Episode The Neonatal Nomenclature (11x16) ihre Geschichte erzählt, ist es schwer vorstellbar, dass die Autoren für das Drehbuch länger als 30 Minuten gebraucht haben. Die CBS-Sitcom kehrt gerade erst aus ihrer vierwöchigen Olympia-Pause zurück - und schon verliert man jede Lust zum Weiterschauen.
Have you always been a lunatic?
Besagtes großes Ereignis ist die Geburt des zweiten Kindes von Bernadette (Melissa Rauch) und Howard (Simon Helberg). Doch betrachtet man die Inszenierung des Ganzen, könnte man glatt meinen, dass der Nachwuchs bei zwei der wichtigsten Hauptfiguren eigentlich nichts Besonderes ist. Irgendwie ist es den Machern der Serie gelungen, selbst die enttäuschende Geburt von Halley noch zu unterbieten. Zwar sagten Holland und Konsorten, dass sie kein großes Interesse an Kindern hegten, da The Big Bang Theory nicht von Familien und Beziehungen, sondern von Wissenschaft und Popkultur handele, doch jeder Fan weiß, dass diese Grundformel sowieso spätestens in Staffel fünf über Bord geworfen worden war.
Wenn es also eh schon nur noch um Beziehungskisten geht, warum dann nicht wenigstens die großen Ereignisse voll auskosten und vielleicht sogar mal echte Emotionen daherzaubern? Gut, höchstwahrscheinlich sind die Autoren der Serie zu so etwas gar nicht fähig oder lieben ihre eigenen Figuren nicht genug, um ihnen solche Momente herzuschreiben. Schade ist das Ganze trotzdem. Zumal sich so auch die Chance geboten hätte, die Unsympathin Bernadette als junge Mutter endlich mal wieder menschlich darzustellen.
Stattdessen kommt es wieder nur zu Zankereien zwischen ihr und Howard, nämlich darüber, wie der Sohnemann heißen soll. Bernadette will ihn nach ihrem Vater Michael „Mike“ Rostenkowski (Casey Sander) benennen, womit Howard allerdings nicht einverstanden ist. Und wie wir sie kennen, setzt sie natürlich trotzdem ihren Willen durch. Erst, als das Kind dann wirklich da ist - was wir Zuschauer selbstverständlich wieder nicht zu sehen kriegen - zeigt sie sich leicht kompromissbereit und erlaubt auch Howard, mitzureden.

Neil Michael Wolowitz - so soll das Kind nun heißen. Den Namen Neil lieh sich der ehemalige Astronaut Howard dabei von Neil Armstrong, dem ersten Mann auf dem Mond, sowie von Neil Diamond, seinem Lieblingsmusiker. Vermutlich wird aber jeder das Kind bei seinem eigenen ausgesuchten Namen nennen: Howard nennt es Neil und Bernadette nennt es Michael. Wirklich einig scheinen sich die beiden zumindest noch nicht zu sein, doch Hauptsache, der kleine Wonneproppen ist gesund.
You and I will have exceptional kids
Durch Bernadettes und Howards feurige Namensdiskussion inspiriert, denken derweil auch Leonard (Johnny Galecki) und Penny (Kaley Cuoco) genauso wie Amy (Mayim Bialik) und Sheldon (Jim Parsons) über Babynamen nach. Und auch sie kriegen sich rasch in die Haare, da sowohl Leonard als auch Amy ihren ersten Sohn gern Elliott nennen würden. Leonard weist jedoch darauf hin, dass seine Chancen, Vater zu werden, deutlich höher seien als ihre, Mutter zu werden - immerhin hätten er und Penny nicht nur einmal pro Jahr Sex.
Nicht besonders nett, Amy so etwas an den Kopf zu knallen, zumal Leonard in der Clique sonst noch einer der netteren war. Doch auch sonst kann die Episode mal wieder mindestens mit einem frechen kleinen Chauviwitz aufwarten, nämlich Howards Behauptung, dass Frauen bei allem viel länger bräuchten als Männer - und natürlich mit zwei expliziten Hinweisen darauf, dass Raj (Kunal Nayyar) eine andere Hautfarbe hat. Die Autoren von The Big Bang Theory haben ihr Kunstwerk eben nicht verlernt.
Vor einigen Staffeln hätte man vermutlich noch voller Hoffnung darüber spekuliert, ob vielleicht bald auch die übrigen Paare der Serie Kinder kriegen könnten - Sheldon spricht ja gar von 15 Kindern, die er sich wünsche. Doch inzwischen weiß man, dass sowieso nichts Großes mehr passiert. Und wenn doch, dann schaffen es die Macher der Serie ohnehin, dem Ganzen die Spannung zu nehmen. Selten hat The Big Bang Theory weniger Spaß gemacht als Mitte dieser elften Staffel - und man darf nicht vergessen, dass auch die zwölfte bereits bestellt ist...
Trailer zur „The Big Bang Theory“-Episode „The Athenaeum Allocation“ (11x17):Hier kannst Du „Big Bang Theory: Staffel 11 Stream (OV)“ bei Amazon.de kaufen
Verfasser: Bjarne Bock am Freitag, 2. März 2018The Big Bang Theory 11x16 Trailer
(The Big Bang Theory 11x16)
Schauspieler in der Episode The Big Bang Theory 11x16
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?