The Big Bang Theory 10x23

© heldon (Jim Parsons, r.) teilt mit Leonard (Johnny Galecki, l.) seinen Kummer. / (c) CBS
Anders als andere Kritiker war ich stets ein bisschen nachsichtiger mit The Big Bang Theory. Trotz zahlreicher Veränderungen - meist zum Negativen - konnte ich immer noch ein wenig Freude aus der Sitcom ziehen. Doch auch mein guter Wille kennt Grenzen. Aufgezeigt wurden sie zum einen durch die Verlängerung um zwei (!!) weitere Staffeln und im Speziellen durch diese neue Episode, die passenderweise den Titel The Gyroscopic Collapse trägt.
Completely Dependent On You
Hey, erinnert Ihr Euch noch an das streng geheime Air-Force-Projekt von Howard (Simon Helberg), Leonard (Johnny Galecki) und Sheldon (Jim Parsons)? Nein? Ich auch nicht. Doch, wie uns diese Episode weismachen will, gab es für die drei anscheinend nichts Wichtigeres - Howard stellt es indirekt sogar über die Geburt seines Kindes. Wochenlang haben wir nichts von dem Projekt gesehen und wirklich erklärt wurde es uns ohnehin nie und nun plötzlich soll die erste Phase abgeschlossen sein.
Für die Jungs bedeutet das vorerst Endstation - den Rest übernimmt die Air Force lieber selbst. In einer Nacht-Und-Nebel-Aktion räumt Colonel Williams (Dean Norris) das Labor leer und lässt Howard, Leonard und Sheldon frustriert zurück. Wenn es das für diese Storyline tatsächlich gewesen sein sollte und es nicht noch irgendeine Form von Nachspiel gibt, könnte dies ein würdiger Kandidat im Rennen der dümmsten und sinnlosesten Storylines aller Zeiten werden.
Im Laufe der Episode versucht Howard, uns das Ganze immer wieder als Stoff für Hollywood zu verkaufen. Doch warum sollte die Geschichte interessant genug für eine Verfilmung sein, wenn sie nicht mal für die Serie interessant genug war? Das Schlimmste an allem ist jedoch, dass die Autoren, obwohl dies eindeutig Howards Projekt ist, alles am Ende wieder auf Sheldon beziehen. Es ist sein Verlust und seine Story. Seht Ihr das Bild oben, auf dem Sheldon scheinbar in den Überresten seines früheren Apartments sitzt? Wie sich herausstellt, war dies nur eine Finte, um uns vorab glauben zu lassen, dass tatsächlich einmal etwas Großes in der Serie passieren könnte.

Das Größte, was passiert, hat jedenfalls nichts mit dem Air-Force-Projekt zu tun, sondern mit Amy (Mayim Bialik). Ihr wird nämlich ein Sommerstipendium an der Eliteuni Princeton angeboten. Und so spannend dies für sie auch werden könnte, passiert ihr dasselbe wie Howard: Sheldon läuft ihr bei ihrem eigenen Handlungsstrang den Rang ab. Natürlich geht es nicht um ihre Chancen, sondern darum, wie er ohne sie klarkommen wird. Am Ende ist er es, der ihr großherzig gestattet, ihren Träumen zu folgen - was für ein toller Mann!
A Low Place In My Life
So schlecht dieser erste Teil der Episode schon war, versprochen, der zweite wird noch schlechter. Natürlich geht es dabei um Raj (Kunal Nayyar) und natürlich ist Raj wieder einmal erbärmlich und nervig zugleich - eine merkwürdige Kombination an Eigenschaften, die einem als Zuschauer kein schönes Gefühl gibt. Im Prinzip tut Raj etwas, das seiner Würde zuträglich sein sollte, denn er zieht bei Leonard und Penny (Kaley Cuoco), die ihn aus Mitleid aufgenommen hatten, aus. Nur leider sucht er sich keine eigene Wohnung, sondern begibt sich in die Abhängigkeit seines nächsten Freundes - in diesem Fall Bert (Brian Posehn).
Was bitte sollte uns Vergnügen daran bereiten, mitanzusehen, wie Raj in Berts Garage lebt? Nichts davon ist irgendwie neu oder interessant. Wir kennen das bereits von Stuart (Kevin Sussman), der dadurch zum unsäglichen Charakter wurde. Wieso also probiert man mit Raj nicht mal etwas Neues? Wie wäre es zum Beispiel, wenn man ihm etwas Würde zurück verleihen würde? Aber das wäre wohl zu viel verlangt. Und solange Penny in der Nähe ist, ist Würde ohnehin keine Option - für niemanden.
Penny zeigt sich diesmal wirklich von ihrer allerschlimmsten Seite und stellt damit schlussendlich den absoluten Tiefpunkt dieser Kollapsepisode dar. Unerträglich, wie sie mit ihren Freunden umgeht. Wie sie Raj das Gefühl vermittelt, ein Parasit oder ähnliches zu sein. Wie sie sich für nichts außer sich selbst interessiert. Und wie sie sogar Amys großartigen Verdienst zu mindern versucht. Unerträglich - wie eigentlich alles an The Big Bang Theory...
Sonstige Gedanken:
- Einen halben Stern gibt es zumindest für die neue Location. Bei jeder anderen Serien wäre dies nicht der Rede wert, doch für The Big Bang Theory ist es ganz klar ein Highlight.
- Mal sehen, wie das Staffelfinale nächste Woche wird. Ich bin auf das Schlimmste vorbereitet und notfalls auch bereit, für mich persönlich endlich die Rettungsleine zu ziehen und die Serie abzuhaken. Zwei weitere Staffeln davon? Nein, danke.
The Big Bang Theory 10x23 Trailer
(The Big Bang Theory 10x23)
Schauspieler in der Episode The Big Bang Theory 10x23
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?