The Big Bang Theory 10x11

© ie Clique begutachtet ihr jüngstes Mitglied. / (c) CBS
In der Episode The Birthday Synchronicity präsentiert die CBS-Sitcom The Big Bang Theory nicht nur einen, sondern gleich zwei Geburtstage ihrer Figuren. Einer davon ist Amys (Mayim Bialik), die sich als besonderes Geschenk wie schon im Vorjahr über Sheldons (Jim Parsons) Genitalien freuen kann. Der zweite Geburtstag gehört indes dem Kind von Bernadette (Melissa Rauch) und Howard (Simon Helberg), das in diesem Halbstaffelfinale endlich zur Welt kommt. Sehen dürfen wir den Wolowitzschen Sprössling aber nicht - und das aus gutem Grund...
Someday she's gonna see it
Die Episode beginnt, wo die letzte endete: Bernadette und Howard lassen sich von ihren übereifrigen Freunden Stuart (Kevin Sussman) und Raj (Kunal Nayyar) ins Krankenhaus kutschieren, da die Wehen eingesetzt haben. Dort angekommen werden sie von der zuständigen Krankenschwester aber sofort wieder nach Hause geschickt, um später zurückzukommen, wenn die Wehen in geringeren Abständen auftreten.
Da es für jeden in der Clique die erste Geburt ist, sind sie alle etwas angespannt. Und so passiert es, dass Raj zurück im Hause Wolowitz ausplaudert, was eigentlich bis zum Schluss geheim bleiben sollte: das Geschlecht des Kindes. Wochenlang konnte er das Geheimnis für sich behalten und nun ist es raus: Bernadette und Howard bekommen ein Mädchen. Und anstatt sich darüber zu freuen, überwiegt bei ihnen der Zorn auf Raj, weil er die Überraschung vermasselt hat. Also schicken sie ihn fort.
Das stellt sich wenig später, als Bernadettes Fruchtblase platzt, als großer Fehler heraus. Denn nun sind sie auf Stuart angewiesen, der sie mit seiner Nachtblindheit nur mit Müh und Not ins Krankenhaus zurückbringen kann. Während sich der Rest ihrer Freunde, also Leonard (Johnny Galecki), Penny (Kaley Cuoco), Sheldon und Amy, ebenfalls auf den Weg macht, diskutieren die werdenden Eltern im Kreißsaal über den Namen ihres Babys - nun, da sie eh schon das Geschlecht kennen.

Bernadette schlägt schließlich vor, die Kleine nach Howards verstorbener Mutter (gespielt von der ebenfalls verstorbenen Carol Ann Susi) zu benennen. Doch da sich beide nicht wirklich mit dem Namen Debbie anfreunden können, landen sie letztendlich bei Halley - wie der Halleysche Komet. Eine Hommage an Mrs. Wolowitz kommt dann aber doch noch zustande: Die Serienmacher haben nämlich beschlossen, dass die kleine Halley, genau wie ihre Großmutter, mit einer grässlichen Stimme und der ungewöhnlichen Fähigkeit, niemals im Bild aufzutauchen, gesegnet sein soll. Und so bekommen wir sie nicht zu sehen und werden sie auch nie zu sehen bekommen.
Eine durchaus interessante Idee der Produzenten, die sie langfristig jedoch ein paar schöne Momente kosten dürfte. So wird es zum Beispiel nie zu einer Interaktion zwischen der kleinen Halley und dem erwachsenen Baby Sheldon kommen, die ich persönlich gern gesehen hätte. Und auch in dieser Episode vermisse ich hinsichtlich der Geburt die großen Emotionen. Bernadette mit Baby im Arm wäre man uns mindestens schuldig gewesen, nachdem sie so lange mit dem Muttersein gehadert hatte. So muss am Ende Howards Versöhnung mit Raj als Höhepunkt herhalten, wobei letztgenannter gleich zum Patenonkel ernannt wird, was er Stuart natürlich schelmisch unter die Nase reiben muss.
The Annual Birthday Booty Spectacular
Es liegt damit an Sheldon, den Mangel an Emotionen in dieser im Vorhinein vielversprechenden Episode mit einer Sonderportion Humor auszugleichen. Das gelingt ihm wie üblich problemlos, wobei auch hierbei eine tendenziell bewegende Thematik im Zentrum steht. Denn Amys Geburtstag steht mal wieder vor der Tür und damit auch der im Vorjahr vereinbarte und erstmals ausgeführte jährliche Koitus. Die plötzliche Geburt der kleinen Halley sorgt aber dafür, dass die beiden trotz großer Vorfreude - sogar auf Sheldons Seite - zunächst einfach nicht zusammen beziehungsweise in Stimmung kommen. Da hilft nicht mal Amys „Harry Potter“-Rollenspiel.
In gewisser Weise holen die Autoren hier einige der Dinge nach, die sie beim ersten Beischlaf der beiden vor genau einem Jahr versäumt hatten. Diesmal hadern Sheldon und Amy mit sich und fühlen sich auch ein wenig unwohl - eine absolut normale Reaktion, vor allem von den beiden. Zumal ihre Vereinbarung, nur einmal im Jahr miteinander zu schlafen, noch immer sehr ungesund erscheint. Zumindest am Ende der Episode, als sie endlich Zeit und Lust haben, können sie die Finger nicht mehr voneinander lassen. Oder hat Sheldon hier etwa einen Hintergedanken? Wir erinnern uns: Vor kurzem wollte er nichts sehnlicher als ein Baby. Und dieser Wunsch dürfte beim Anblick des Kindes seiner Freunde noch gewachsen sein.
Sonstige Gedanken:
- Die Tatsache, dass Bernadette streng genommen nicht nur neun, sondern fast elf Monate lang schwanger war (vom Valentinstag bis Mitte Dezember), hätte meiner Meinung nach in irgendeiner Form Erwähnung finden müssen - wenn auch nur als kleine Anspielung.
- Uns den Moment der Geburt vorzuenthalten, war eine bewusste Entscheidung von Showrunner Steven Molaro, wie er selbst im Interview mit der Begründung verriet, dass es schon genügend Serien gäbe, die so etwas gezeigt haben. Da sich The Big Bang Theory sonst auch nicht darum zu sorgen scheint, nicht das zu tun, was hunderte Sitcoms zuvor bereits getan haben, kann ich diese Argumentation nicht nachvollziehen. Geburten und Hochzeiten zählen in meinen Augen immer zu den denkwürdigsten Momenten einer langlebigen Serie (siehe Friends) und hier wurde das einfach so verschenkt...
The Big Bang Theory 10x11 Trailer
(The Big Bang Theory 10x11)
Schauspieler in der Episode The Big Bang Theory 10x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?