Between 1x01

Wiley (Jennette McCurdy, iCarly) geht schwanger und sarkastisch durch die Highschool, Adam (Jesse Carere, Skins) versucht, sie aus der Reserve zu locken. Und schon in den ersten Minuten der Pilotepisode Between ist klar, dass hier nicht viel dem Zufall überlassen wird. Statt Charakterzeichungen dürfen die Figuren sich gegenseitig ausfragen, auch gut. Immerhin fokussiert die Story ja auch das große Mysterium um eine tödliche Seuche, die alle Bewohner über 21 der Kleinstadt Pretty Lake dahinrafft.
Worum es geht?
Das Leben in der Kleinstadt Pretty Lake plätschert ziemlich durchschnittlich vor sich hin. Die junge Generation bereitet sich auf den Wechsel zur Universität vor. Darunter Adam und Wiley. Letztere ist zu Beginn der Pilotepisode der Serie Between hochschwanger und sarkastisch. Adam mag sie offensichtlich, es scheint jedoch nicht der richtige Zeitpunkt für eine Annäherung zu sein.
Über die ersten Minuten lernen wir der Reihe nach verschiedene Jugendliche in der Stadt kennen und erfahren ganz nebenbei, dass auch die junge Aushilfslehrerin die 22 noch nicht erreicht hat. Einen besseren Blick dürfen wir zum Beispiel auf die jugendlichen Gefängnisinsassen Mark (Jack Murray) und Hector (Michael Reventar) werfen, die sich die Hörner aneinander abstoßen. Dazwischen steht die Polizistin Ellen (Sarah Podemski, „Cashing In“), die auf der Seite des Guten steht. Während ihre männlichen Kollegen die Gefangenen wie Abschaum behandeln, bleibt sie standhaft moralisch. Doch sie ist keine mit einem blutenden Herz. Sie will die Gefangenen nicht vor sich selbst retten, sie will die Menschlichkeit bewahren, aber pocht auch auf das Recht.
Gord (Ryan Allen, Copper) hat ebenfalls direkt in der ersten Szene mit einer Frau zu kämpfen: seiner kleinen Schwester Frances (Shailyn Pierre Dixon, The Book of Negroes), die ihn ziemlich langmacht, nachdem er sich freiwillig zum Militärdienst gemeldet hat.
Doch schnell kehrt die Aufmerksamkeit zurück zu Adam und Wiley, die in der Pilotepisode als Anker in der Story funktionieren. Adam stellt sich uns als talentierter Hacker vor, für den die Geheimdokumente der Regierung kein Hindernis sind. Wiley ist, wie wir erfahren, die Tochter des Pastors, die sich selbst als schwarzes Schaf der Familie bezeichnet und sich mit ihrer religiösen, braven Schwester Melissa (Brooke Palsson, Less Than Kind) überhaupt nicht einig ist.
Außerdem gibt es noch die beiden Brüder Ronnie (Kyle Mac, Hemlock Grove) und Pat (Jim Watson; The Strain, Copper) aus einer niedrigen sozialen Schicht, was den ersten zum Drogendealer, den letzteren zu einem bemühten, aber strauchelnden Klempner gemacht hat.
Sie kreuzen die Wege von Chuck (Justin Kelly, Degrassi), Sohn aus reichem Haus und auf den ersten Blick viel arroganter, als er es im kleinen Kreis dann wirklich ist.
Nach dem ersten Drittel der Between-Pilotepisode haben wir alle Beteiligten kurz in ihren normalen Lebensumständen begleitet und die Seuche setzt sein. Es sind die Eltern und Verwandten der Hauptprotagonisten, die wir dabei beobachten, wie sie aus dem Blauen heraus tot zusammenbrechen. Wileys Vater, den Pastor, erwischt es, noch bevor er einen Satz in die Kamera sagen kann. Adams Mutter ergeht es nicht viel besser und auch die anderen Jugendlichen werden innerhalb weniger Tage zu Waisen. Nur der reiche Vater hält die Pilotepisode durch, er hält die Rolle des Bösewichten hoch. Einen Tag, nachdem seine Frau umgekommen ist, hat er nichts Besseres zu tun, als Jugendliche zu jagen, die eines seiner Autos gestohlen haben.
Nach einer Viertelstunde sind knapp 500 Menschen tot und die Stadt wird unter Quarantäne gestellt - mit militärischer Überwachung und Stacheldrahtzaun. Die ersten Figuren merken, dass die Regierung die Stadt in der Stadt lässt und was das für die Bewohner bedeutet: ein totales Machtvakuum, das sich mit denen füllen muss, die zurückbleiben und überleben.
Die ersten, die auf dumme Ideen kommen, sind natürlich Ronnie und Pat, die ohne Polizeipräsenz keinen Grund sehen, wieso sie keine Geschäfte plündern sollten. Adam überlegt sich einen Fluchtplan, in den er Wiley einweiht, doch als sie zuhause ihre Sachen packt, platzt ihre Fruchtblase und sie lässt Adam alleine ziehen.
Stattdessen versucht sie gemeinsam mit ihrer Schwester, das Baby auf sich alleine gestellt auf die Welt zu bringen. Melissa ruft den Neusoldaten Gorg zu Hilfe als es zu Komplikationen kommt und zu dritt wohnen sie der ersten Geburt in einer postapokalyptischen Welt bei. Während das für Gord und Melissa ein hoffnungsvolles Erlebnis ist, mutmaßt die junge Mutter, dass das Leben der Kleinen ohnehin nicht besonders lange währen würde.
Die Anarchie greift auch auf dem Polizeirevier um. Die Cops fallen ebenfalls wie die Fliegen um und einer der letzten Überlebenden wirft dem Insassen Hector den Schlüsselbund zu und verschwindet. Der nutzt die Gelegenheit, um Rache an seinem Gegenspieler zu nehmen, doch als er ihm die Waffe an den Kopf hält, greift Ellen ein und erschießt ohne mit der Wimper zu zucken den Angreifer Hector. Dann zwingt sie Mark zurück in die Zelle und lässt uns mit den Fragen zurück, wie es weitergeht mit dieser undurchsichtigen Polizistin, die als letzte Amtsinhaberin die Stellung in Pretty Lake hält.
Zwischendurch rettet Gord noch die beiden leichtsinnigen Brüder vor der Rache von Chucks Vater. Wir erfahren, dass Chuck zwei Schwestern hat und eine davon, Amanda (Krystal Hope Nausbaum), an dem Down Syndrom leidet und er im kleineren Kreis durchaus ein ziemlich lieber sein kann.
Wie kommt es rüber?
Die Prämisse der Serie Between erinnert an eine Mischung aus zwei anderen aktuellen Serien, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Teenager einer Gesellschaft werden durch eine Katastrophe auf sich selbst gestellt und müssen die Regeln des Zusammenlebens neu definieren - aha, The CWs The 100 kommt in den Sinn und diese Serie hatte in der Pilotepisode alles andere als überzeugt. Die erste Staffel war schon vielversprechend, aber noch holprig, spätestens mit der zweiten hatte die Serie alle Erwartungen übertroffen und selbst Fans in den Bann gezogen, die sich in der Regel weder für Sci-Fi noch für Teenagerstorys interessieren.
Between gibt sich mit der Serie insofern bereits die Hand, dass die Pilotepisode vor allem aus Vorstellungen der Figuren und der Etablierung der Situation besteht. Es ist ja auch einiges zu erklären, wenn man eine Stadt unter Quarantäne stellen will und erwartet, dass wir emotional daran teilhaben. Die einzelnen Figuren bekommen nicht besonders viel Zeit, aber immerhin die eine oder andere hat genügend zu bieten, so dass man sie noch ein Stück begleiten will.
Mit der The CW-Serie hat die kanadische Produktion, die international von Netflix ausgestrahlt wird, auch gemeinsam, dass es sich auf den ersten Blick um eine Story handelt, die es ermöglicht, ausschließlich junge, attraktive Darsteller auf die Mattscheibe zu bringen.
Die Qualität, die The 100 besonders in der zweiten Staffel entwickelt, ist überraschend, aber es spricht nichts dagegen, dass Between dieses Kunststück zumindest ein Stück weit nachmachen kann.
Doch die Prämisse erinnert auch an eine andere Serie. Eine Stadt, abgeschlossen von der Außenwelt, durch massive Militärbarrikaden kontrolliert, eine durchmischte Bewohnerschaft, die auf sich alleine gestellt zurückbleibt: Under the Dome. Und hier ist die Überraschung mit Blick auf die Qualität vor allem als Enttäuschung zu werten. Trotz Buchvorlage von Stephen King fühlt sich die CBS-Serie wie eine einzige Reihe von Logiklöchern und unmotivierten Plots an. Statt die psychischen und physischen Auswirkungen zu zeigen, die die Quarantäne auf die einzelnen Bewohner hat, werfen die „Under the Dome“-Macher unkontrolliert mit Rätseln ohne Lösung um sich und glauben sich mit unglaubwürdigen Romanzen auf der sicheren Seite in Bezug auf Emotionen zu sehen.
Wenig aussagekräftig für Under the Dome-geschädigte Zuschauer sind die seltsamen Parallelen in der Story. Der reiche, mächtige Bürger, der sich über dem Gesetz wähnt, ist in beiden Serien wie selbstverständlicherweise der Besitzer der örtlichen Autohandlung. Der Sheriff wird direkt zu Beginn der Serie außer Gefecht gesetzt und von einer jungen Nachwuchspolizistin beerbt, die von allen unterschätzt wird und ihre echten Intentionen erst noch zeigen muss. Doch das eher am Rande.
Fazit
Die Pilotepisode der Serie Between lässt nämlich noch nicht erahnen, in welche Richtung sich die Serie einpendeln wird, aber kleine Hinweise lassen hoffen, dass die Schwächen der ersten Episode eher der typischen Pilotkrankheit zuzuschreiben sind und die Qualität sich später noch erhöht. Die Darsteller sind gut ausgewählt, die Klischees halten sich in Grenzen und die Voraussetzungen mit einem Baby und unterschiedlichen Charakteren sind vielversprechend.
Promo zur Serie „Between“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 22. Mai 2015Between 1x01 Trailer
(Between 1x01)
Schauspieler in der Episode Between 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?