Between 1x01

Between 1x01

In der idyllischen Kleinstadt Pretty Lake brechen die Menschen reihenweise tot zusammen. Die Regierung verhĂ€ngt QuarantĂ€ne und in der Pilotepisode der Serie Between kristallisiert sich heraus, dass nur diejenigen sterben, die ĂŒber 21 Jahre alt sind.

Cast der Serie „Between“ / (c) City/Netflix
Cast der Serie „Between“ / (c) City/Netflix
© ast der Serie „Between“ / (c) City/Netflix

Wiley (Jennette McCurdy, iCarly) geht schwanger und sarkastisch durch die Highschool, Adam (Jesse Carere, Skins) versucht, sie aus der Reserve zu locken. Und schon in den ersten Minuten der Pilotepisode Between ist klar, dass hier nicht viel dem Zufall ĂŒberlassen wird. Statt Charakterzeichungen dĂŒrfen die Figuren sich gegenseitig ausfragen, auch gut. Immerhin fokussiert die Story ja auch das große Mysterium um eine tödliche Seuche, die alle Bewohner ĂŒber 21 der Kleinstadt Pretty Lake dahinrafft.

Worum es geht?

Das Leben in der Kleinstadt Pretty Lake plĂ€tschert ziemlich durchschnittlich vor sich hin. Die junge Generation bereitet sich auf den Wechsel zur UniversitĂ€t vor. Darunter Adam und Wiley. Letztere ist zu Beginn der Pilotepisode der Serie Between hochschwanger und sarkastisch. Adam mag sie offensichtlich, es scheint jedoch nicht der richtige Zeitpunkt fĂŒr eine AnnĂ€herung zu sein.

Über die ersten Minuten lernen wir der Reihe nach verschiedene Jugendliche in der Stadt kennen und erfahren ganz nebenbei, dass auch die junge Aushilfslehrerin die 22 noch nicht erreicht hat. Einen besseren Blick dĂŒrfen wir zum Beispiel auf die jugendlichen GefĂ€ngnisinsassen Mark (Jack Murray) und Hector (Michael Reventar) werfen, die sich die Hörner aneinander abstoßen. Dazwischen steht die Polizistin Ellen (Sarah Podemski, „Cashing In“), die auf der Seite des Guten steht. WĂ€hrend ihre mĂ€nnlichen Kollegen die Gefangenen wie Abschaum behandeln, bleibt sie standhaft moralisch. Doch sie ist keine mit einem blutenden Herz. Sie will die Gefangenen nicht vor sich selbst retten, sie will die Menschlichkeit bewahren, aber pocht auch auf das Recht.

Gord (Ryan Allen, Copper) hat ebenfalls direkt in der ersten Szene mit einer Frau zu kÀmpfen: seiner kleinen Schwester Frances (Shailyn Pierre Dixon, The Book of Negroes), die ihn ziemlich langmacht, nachdem er sich freiwillig zum MilitÀrdienst gemeldet hat.

Doch schnell kehrt die Aufmerksamkeit zurĂŒck zu Adam und Wiley, die in der Pilotepisode als Anker in der Story funktionieren. Adam stellt sich uns als talentierter Hacker vor, fĂŒr den die Geheimdokumente der Regierung kein Hindernis sind. Wiley ist, wie wir erfahren, die Tochter des Pastors, die sich selbst als schwarzes Schaf der Familie bezeichnet und sich mit ihrer religiösen, braven Schwester Melissa (Brooke Palsson, Less Than Kind) ĂŒberhaupt nicht einig ist.

Außerdem gibt es noch die beiden BrĂŒder Ronnie (Kyle Mac, Hemlock Grove) und Pat (Jim Watson; The Strain, Copper) aus einer niedrigen sozialen Schicht, was den ersten zum Drogendealer, den letzteren zu einem bemĂŒhten, aber strauchelnden Klempner gemacht hat.

Sie kreuzen die Wege von Chuck (Justin Kelly, Degrassi), Sohn aus reichem Haus und auf den ersten Blick viel arroganter, als er es im kleinen Kreis dann wirklich ist.

Nach dem ersten Drittel der Between-Pilotepisode haben wir alle Beteiligten kurz in ihren normalen LebensumstÀnden begleitet und die Seuche setzt sein. Es sind die Eltern und Verwandten der Hauptprotagonisten, die wir dabei beobachten, wie sie aus dem Blauen heraus tot zusammenbrechen. Wileys Vater, den Pastor, erwischt es, noch bevor er einen Satz in die Kamera sagen kann. Adams Mutter ergeht es nicht viel besser und auch die anderen Jugendlichen werden innerhalb weniger Tage zu Waisen. Nur der reiche Vater hÀlt die Pilotepisode durch, er hÀlt die Rolle des Bösewichten hoch. Einen Tag, nachdem seine Frau umgekommen ist, hat er nichts Besseres zu tun, als Jugendliche zu jagen, die eines seiner Autos gestohlen haben.

Nach einer Viertelstunde sind knapp 500 Menschen tot und die Stadt wird unter QuarantĂ€ne gestellt - mit militĂ€rischer Überwachung und Stacheldrahtzaun. Die ersten Figuren merken, dass die Regierung die Stadt in der Stadt lĂ€sst und was das fĂŒr die Bewohner bedeutet: ein totales Machtvakuum, das sich mit denen fĂŒllen muss, die zurĂŒckbleiben und ĂŒberleben.

Die ersten, die auf dumme Ideen kommen, sind natĂŒrlich Ronnie und Pat, die ohne PolizeiprĂ€senz keinen Grund sehen, wieso sie keine GeschĂ€fte plĂŒndern sollten. Adam ĂŒberlegt sich einen Fluchtplan, in den er Wiley einweiht, doch als sie zuhause ihre Sachen packt, platzt ihre Fruchtblase und sie lĂ€sst Adam alleine ziehen.

Stattdessen versucht sie gemeinsam mit ihrer Schwester, das Baby auf sich alleine gestellt auf die Welt zu bringen. Melissa ruft den Neusoldaten Gorg zu Hilfe als es zu Komplikationen kommt und zu dritt wohnen sie der ersten Geburt in einer postapokalyptischen Welt bei. WĂ€hrend das fĂŒr Gord und Melissa ein hoffnungsvolles Erlebnis ist, mutmaßt die junge Mutter, dass das Leben der Kleinen ohnehin nicht besonders lange wĂ€hren wĂŒrde.

Die Anarchie greift auch auf dem Polizeirevier um. Die Cops fallen ebenfalls wie die Fliegen um und einer der letzten Überlebenden wirft dem Insassen Hector den SchlĂŒsselbund zu und verschwindet. Der nutzt die Gelegenheit, um Rache an seinem Gegenspieler zu nehmen, doch als er ihm die Waffe an den Kopf hĂ€lt, greift Ellen ein und erschießt ohne mit der Wimper zu zucken den Angreifer Hector. Dann zwingt sie Mark zurĂŒck in die Zelle und lĂ€sst uns mit den Fragen zurĂŒck, wie es weitergeht mit dieser undurchsichtigen Polizistin, die als letzte Amtsinhaberin die Stellung in Pretty Lake hĂ€lt.

Zwischendurch rettet Gord noch die beiden leichtsinnigen BrĂŒder vor der Rache von Chucks Vater. Wir erfahren, dass Chuck zwei Schwestern hat und eine davon, Amanda (Krystal Hope Nausbaum), an dem Down Syndrom leidet und er im kleineren Kreis durchaus ein ziemlich lieber sein kann.

Wie kommt es rĂŒber?

Die PrĂ€misse der Serie Between erinnert an eine Mischung aus zwei anderen aktuellen Serien, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Teenager einer Gesellschaft werden durch eine Katastrophe auf sich selbst gestellt und mĂŒssen die Regeln des Zusammenlebens neu definieren - aha, The CWs The 100 kommt in den Sinn und diese Serie hatte in der Pilotepisode alles andere als ĂŒberzeugt. Die erste Staffel war schon vielversprechend, aber noch holprig, spĂ€testens mit der zweiten hatte die Serie alle Erwartungen ĂŒbertroffen und selbst Fans in den Bann gezogen, die sich in der Regel weder fĂŒr Sci-Fi noch fĂŒr Teenagerstorys interessieren.

Between gibt sich mit der Serie insofern bereits die Hand, dass die Pilotepisode vor allem aus Vorstellungen der Figuren und der Etablierung der Situation besteht. Es ist ja auch einiges zu erklĂ€ren, wenn man eine Stadt unter QuarantĂ€ne stellen will und erwartet, dass wir emotional daran teilhaben. Die einzelnen Figuren bekommen nicht besonders viel Zeit, aber immerhin die eine oder andere hat genĂŒgend zu bieten, so dass man sie noch ein StĂŒck begleiten will.

Mit der The CW-Serie hat die kanadische Produktion, die international von Netflix ausgestrahlt wird, auch gemeinsam, dass es sich auf den ersten Blick um eine Story handelt, die es ermöglicht, ausschließlich junge, attraktive Darsteller auf die Mattscheibe zu bringen.

Die QualitĂ€t, die The 100 besonders in der zweiten Staffel entwickelt, ist ĂŒberraschend, aber es spricht nichts dagegen, dass Between dieses KunststĂŒck zumindest ein StĂŒck weit nachmachen kann.

Doch die PrĂ€misse erinnert auch an eine andere Serie. Eine Stadt, abgeschlossen von der Außenwelt, durch massive MilitĂ€rbarrikaden kontrolliert, eine durchmischte Bewohnerschaft, die auf sich alleine gestellt zurĂŒckbleibt: Under the Dome. Und hier ist die Überraschung mit Blick auf die QualitĂ€t vor allem als EnttĂ€uschung zu werten. Trotz Buchvorlage von Stephen King fĂŒhlt sich die CBS-Serie wie eine einzige Reihe von Logiklöchern und unmotivierten Plots an. Statt die psychischen und physischen Auswirkungen zu zeigen, die die QuarantĂ€ne auf die einzelnen Bewohner hat, werfen die „Under the Dome“-Macher unkontrolliert mit RĂ€tseln ohne Lösung um sich und glauben sich mit unglaubwĂŒrdigen Romanzen auf der sicheren Seite in Bezug auf Emotionen zu sehen.

Wenig aussagekrĂ€ftig fĂŒr Under the Dome-geschĂ€digte Zuschauer sind die seltsamen Parallelen in der Story. Der reiche, mĂ€chtige BĂŒrger, der sich ĂŒber dem Gesetz wĂ€hnt, ist in beiden Serien wie selbstverstĂ€ndlicherweise der Besitzer der örtlichen Autohandlung. Der Sheriff wird direkt zu Beginn der Serie außer Gefecht gesetzt und von einer jungen Nachwuchspolizistin beerbt, die von allen unterschĂ€tzt wird und ihre echten Intentionen erst noch zeigen muss. Doch das eher am Rande.

Fazit

Die Pilotepisode der Serie Between lÀsst nÀmlich noch nicht erahnen, in welche Richtung sich die Serie einpendeln wird, aber kleine Hinweise lassen hoffen, dass die SchwÀchen der ersten Episode eher der typischen Pilotkrankheit zuzuschreiben sind und die QualitÀt sich spÀter noch erhöht. Die Darsteller sind gut ausgewÀhlt, die Klischees halten sich in Grenzen und die Voraussetzungen mit einem Baby und unterschiedlichen Charakteren sind vielversprechend.

Promo zur Serie „Between“:

Verfasser: am Freitag, 22. Mai 2015

Between 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Between 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Schulschluss
Titel der Episode im Original
School's Out
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Donnerstag, 21. Mai 2015
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 22. Mai 2015
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 22. Mai 2015
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 22. Mai 2015
Regisseur
Jon Cassar

Schauspieler in der Episode Between 1x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?