Die neue kanadische Politsatire The Best Laid Plans zeigt uns einen idealistischen Redenschreiber, der feststellen muss, wie schwer es sein kann, dem zynischem Politikzirkus zu entkommen.

Daniel Addison (Jonas Chernick) startet - vielleicht - neu durch in der Serie „The Best Laid Plans“ / (c) CBC
Daniel Addison (Jonas Chernick) startet - vielleicht - neu durch in der Serie „The Best Laid Plans“ / (c) CBC

Mit jeder Menge trockenem Humor wirft die Serie The Best Laid Plans einen Blick auf die kanadische Politik. Neben zynischen Amtsträgern begegnen wir einigen liebenswürdigen Figuren als sich die Szenerie in einen kleinen Ort verschiebt, in dem eine Wahl ansteht.

Worum es geht

Daniel Addison (Jonas Chernick The Border, Degrassi), Doktor der kanadischen Literatur, ist nach Ottawa gekommen, um flammende Reden für den Oppositionsführer George Quimby (Mark McKinney, Kids in the Hall: Death Comes to Town) zu schreiben. Wir begegnen Daniel in der Pilotepisode Here's the Deal fünf Jahre nachdem er den Job angenommen hat und in erster Linie versucht, dem Zynismus des Politikzirkus zu entgehen. Doch einfach wird ihm das nicht gemacht. Besonders der Chief of Staff des Oppositionsführers, Bradely Stanton (Raoul Bhaneja, The Dresden Files) zeigt sich schnell als Gegenspieler des sympathischen, hin und wieder tolpatschigen Redenschreibers.

Doch das Fass zum Überlaufen bringt eine Beobachtung privater Natur: Als Daniel seine Freundin Rachel (Sarah Allen, Being Human) in flagranti mit Quimby erwischt, fasst er einen Entschluss: Statt sich weiterhin von den Mühlen der Politik zerreiben zu lassen, will er einen Job an der Universität von Ottawa annehmen. Doch so leicht lässt Stanton ihn nicht entkommen. Daniels neues Domizil liegt in einem Bezirk, in dem eine Wahl ansteht, für die Quimbys Party noch keinen Kandidaten aufgestellt hat. Unterzuhilfenahme absurder Drohungen erpressen Stanton und Quimby den ehemaligen Redenschreiber darin, diese Kampagne zu leiten.

Nachdem wir eine Viertelstunde mit Daniel in Ottawa verbracht haben und einen guten und überaus amüsanten Einblick in sein Leben dort bekommen haben, machen wir uns also auf den Weg ins beschauliche Cumberland, wo Daniel sich auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten machen muss.

Zwischen exzentrischen Kleinstadtoriginalen und altgedienten Parteimitgliedern macht Daniel die Erfahrung, dass einen Gegenkandidaten in einer aussichtslosen Wahl aufzustellen, gar nicht so einfach werden wird. Immerhin findet er ein schönes Apartment als Untermieter des sympathischen Angus McLintock (Kenneth Welsh, Tilt, „Das Geheimnis von Twin Peaks“) und der kann ihm eventuell vielleicht noch zu mehr verhelfen.

Die Stärken der Serie

Die kanadische Serie The Best Laid Plans hat einiges zu bieten, darunter trockenen Humor, eine interessante Geschichte und gute Darsteller. Doch die größte Stärke, zumindest der Pilotepisode Here's the Deal sind die Charakterköpfe unter den Figuren - und das wären so gut wie alle Figuren. In der ersten Viertelstunde lernen wir Daniel und sein Umfeld in Ottawa kennen, seine eiskalte Freundin, den Oppositionsführer und dessen rechte Hand. Diese kurze Zeit nutzen die Serienautoren gut aus, denn wenn der Umzug nach Cumberland ansteht, hat man das Gefühl ein bereits vertrautes Terrain zu verlassen.

In der Idylle der Kleinstadt nimmt die Dichte an erinnerungswürdigen Charakteren noch weiter zu. An erster Stelle ist

Daniels Vermieter Angus zu nennen, mit dem Daniel schon nach der Episode Here's the Deal weit mehr verbindet als ein Mietvertrag, soviel sei verraten. An Daniels Seite lernen wir auf der Suche nach einem gewillten Kandidaten jede Menge interessanter Figuren kennen, von denen man am liebsten jede wiedersehen würde.

Die Verbindung von hauptstädtischem Politikzynismus und kleinstädtischen Charakterköpfen entpuppt sich als amüsante und vielversprechende Konstellation für die Serie The Best Laid Plans. Während Daniel versucht, an der Universität neu durchzustarten und nebenbei eine aussichtslose Kampagne in der Kleinstadt zu leiten, funken ihm die Zyniker aus Ottawa immer wieder amüsant dazwischen.

Fazit

Die kanadische Politsatire The Best Laid Plans entführt den Zuschauer in die Welt eines idealistischen, aber hart in der politischen Realität aufgeschlagenen Redenschreibers, der in einer kleinen Stadt neuanfangen will, doch als letzten Dienst an der Partei eine aussichtslose Kampagne führen muss. Dank des treffenden Humors und den starken Darstellern zeigt sich die Pilotepisode Here's the Deal als vielversprechender Startpunkt für eine interessante Zeit an der Seite von Daniel Addison.

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