
Bo (Johnny Sequoyah) ist ein junges Mädchen mit übernatürlichen Kräften und einer frechen Art. Tate (Jake McLaughlin, Crash) ist ein Mann, der - laut eigener Aussage - unschuldig im Todestrakt sitzt. Als der mysteriöse Winter (Delroy Lindo, The Chicago Code), hinter dem eine nicht weniger geheimnisvolle Organisation steht, die beiden zu einem Team formt, um gegen die Bedrohung durch den Millionär Skouras (Kyle MacLachlan, Twin Peaks, Desperate Housewives, How I Met Your Mother) zusammenzustehen, nimmt eine stellenweise altmodische, aber durchaus charmante Geschichte ihren Lauf.
Was passiert?
Die Serie Believe führt uns in eine Welt, in der es um alles oder nichts geht. Früh wird uns durch Winter deutlich gemacht, dass derjenige die Macht übernimmt, der das Mädchen Bo auf seiner Seite hat - oder in seiner Gewalt. Winter führt eine undurchsichtige Organisation, die Bo schützen will und sich selbst auf der Seite der Guten verortet. Auf der anderen Seite des Machtgleichgewichts steht Skouras, ein reicher Mann, der die Killerin Moore (Sienna Guillory, Luther) zu seinen Mitspielern zählt. Einst waren Skouras und Winter Partner, doch nun stehen sie einander im Kampf um Bo und die Macht gegenüber. Es geht halt um alles.
Der Start für uns in diese Welt ist wenig angenehm. Wir sitzen mit Bo im Auto ihrer neuen Pflegeeltern und müssen einen Unfall durchstehen, an dessen Ende beide Eltern von Moore umgebracht werden. Bo kann nur durch Zufall entkommen und wird ins Krankenhaus eingeliefert.
Unterdessen ist Winter nicht untätig und besucht als Priester verkleidet den Häftling Tate, der kurz vor seiner Hinrichtung steht. Er bietet ihm einen Ausweg aus dem Gefängnis an. Nach reichlicher Überlegung und auf dem Weg zur eigenen Hinrichtung entscheidet der unwillige Häftling sich dann, Winters Angebot anzunehmen. Er wird von Winters Team aus gleichsam undurchsichtigen Verbündeten aus dem Gefängnis befreit. Schnell eröffnet Winter ihm, was er plant: Tate soll Bo aus dem Krankenhaus retten, bevor Skouras und Moore sie entführen können.
Doch auch Bo ist nicht untätig und irritiert mit ihrer übernatürlichen Fähigkeit, die Zukunft anderer Menschen zu sehen, unter anderem den jungen Arzt Adam (Rami Malek, The Pacific, The War At Home). Der hadert mit seiner Profession, nachdem ihm zum ersten Mal überraschend ein Patient gestorben ist und er das Gefühl hat, sein kranker Vater sei ohnehin nicht stolz auf ihn.
Es gelingt Bo und Tate, ihrer mörderischen Verfolgerin zu entkommen und Winter zu treffen. Doch Moore ist ihnen auf de Fersen. Nach einer weiteren actionreichen Flucht eröffnet Winter dem ehemaligen Häftling seinen Plan: Tate soll mit Bo zusammen durch die Welt ziehen und sie vor Skouras schützen, während Winter, seine Mitstreiterin Channing (Jamie Chung, Once Upon a Time) und die anderen sich ihnen aus dem Hintergrund unterstützend zur Seite stehen. Ein großes Geheimnis hat diese Konstellation ebenfalls noch zu bieten.
Wie kommt es rüber?
In die Serie Believe haben die Autoren ein bisschen von allem reingeschmissen. Einiges erscheint auf altmodische Art unrealistisch. Wenn Winter als Priester ins Gefängnis geht, dann muss es natürlich die volle Montur sein. Weibliche Auftragskillerinnen wie Moore tragen nur schwarze, enge Kleidung (es sei denn, sie müssen sich als sexy Krankenschwester verkleiden) und verwischen nie ihren bezaubernden Lippenstift. Knarrende Schritte auf Holzboden können von anderen Personen im Raum erst gehört werden, wenn die Spannung es erfordert.
Und für einen dramatischen Moment oder ein starkes Bild übergehen die Macher jede Wahrscheinlichkeit, manchmal gar die Logik. Aber das ist okay in einer Serie, die nach allem greift. Wir bekommen Actionszenen zwischen Tate und Moore. Wir bekommen amüsante Szenen, die überraschenderweise sogar gut funktionieren und oft darauf beruhen, dass Tate mit der schnellen Zunge der kleinen Bo nicht mithalten kann oder Auftragskillerin Moore es nicht mehr zum Geburtstag ihrer Mutter schafft, weil Tate und Bo flüchten konnten.
Nach der Pilotepisode zu folgern, scheint es auch eine Art Fall-der-Woche-Handlung zu geben, in der Bo mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten den Menschen hilft, die das ungewöhnliche Paar unterwegs trifft. In der Pilotepisode handelt es sich dabei um den jungen Arzt Adam, der durch Bo erfährt, dass sein kranker Vater stolz auf ihn ist und ihm erzählt, dass er eine Frau retten muss, die krank ist. Das gibt dem Mediziner neuen Mut, seinen Beruf weiter zu verfolgen.
Fazit
Mit einer speziellen Mischung schafft die Serie Believe eine interessante Gratwanderung. Einerseits nimmt die Serie ihre Idee extrem ernst - es geht um alles, es geht um nichts geringeres als die Macht über die Welt. Die Idee liegt nicht fern, dass die ehemaligen Partner Winter und Skouras, die sich nun auf entgegengesetzten Seiten des Moral-Spektrums wähnen, ihre wenig versteckten Vorbilder in Gott und dem Teufel haben. Nicht wenige Klischees kreuzen unseren Weg durch die Pilotepisode, auch die Vorwegnahme des weiteren Vorgehens hätte kaum übertrieben deutlicher sein können. Doch all diese Klischees und Offensichtlichkeiten kann man akzeptieren, denn die Serienautoren geben den Figuren hinter aller Ernsthaftigkeit immer wieder ein charmantes Zwinkern. Der Humor der Serie fügt dieser Übertriebenheit eine amüsante Seite hinzu. Das Gesamtprodukt ist ein Kampf Gut gegen Böse, der mehr von der Komik und der Action lebt als von der Spannung. Zumindest die Pilotepisode hinterlässt auf diese Weise einen bezaubernden Charme, der zum Weitergucken animieren kann.
Trailer zur Serie „Believe“