Becoming Elizabeth: Keep Your Knife Bright - Review der Pilotepisode

Becoming Elizabeth: Keep Your Knife Bright - Review der Pilotepisode

Im England der Renaissancezeit wird nach dem Tode Heinrichs des Achten aus dessen Tochter Prinzessin Elizabeth die legendäre spätere Monarchin. Doch der Weg dahin für die junge Frau durch ganze Sümpfe von Intrigen ist alles andere als ein leichter...

Szenenfoto aus Becoming Elizabeth (c) Starz/Starzplay
Szenenfoto aus Becoming Elizabeth (c) Starz/Starzplay
© zenenfoto aus Becoming Elizabeth (c) Starz/Starzplay

Nach dem Tod Heinrichs des VIII. bleibt England als Land im Aufruhr zurück. Der König hinterlässt drei Kinder von verschiedenen Müttern, von denen zunächst sein junger Sohn als Edward VI. (Oliver Zetterström, „The Little Stranger“) die Thronfolge antritt, während seine Töchter Elizabeth (Alicia von Rittberg, Charite) und Mary (Romola Garai, The Hour) unter die Obhut der verschlagenen Lady Catherine Parr (Jessica Raine, Call the Midwife) gestellt werden, die ein Verhältnis mit dem Adligen Sir Thomas Seymour (Tom Cullen, Knightfall) hat, zu dem sich auch die junge Elizabeth hingezogen fühlt.

Während der junge Edward sich immer mehr in seine Rolle als neuer König hineinfindet, insbesondere nach dem Sieg in der blutigen Schlacht bei Pinkie Cleugh, tut sich die junge Elizabeth schwer damit, ihren Platz in den komplizierten Verhältnissen der höfischen Gesellschaft zu finden. Obwohl Sir Thomas Seymour ihre Gefühle zu erwidern scheint, heiratet er zunächst ohne die Einwilligung des Königs Lady Catherine, wofür er erst im Nachhinein den entsprechenden Segen erhält. Dennoch scheint es, als sei Sir Thomas der jungen Frau nach wie vor gewogen, während eine Reihe von schicksalhaften Ereignissen die Zukunft aller Beteiligten anbahnen.

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Queen Elizabeth I.

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Schon mehrmals war das Leben der legendären englischen Königin (1533 bis 1603, seit 1558 bis zu ihrem Lebensende auf dem Thron) das Thema von entsprechenden Verfilmungen, beispielsweise die beiden Bio-Pics aus den Jahren 1998 und 2007, in denen Cate Blanchett („Der Herr der Ringe“) ihre Rolle verkörperte. Auch das Fernsehen adaptierte die wendungs- und schicksalsreiche Geschichte ihrer Familie in der vier Staffeln umfassenden Serie The Tudors, in der Jonathan Rhys-Meyers (Vikings) ihren Vater Heinrich der VIII. darstellte. Die neue Serie bei Starzplay widmet sich nunmehr dem Werdegang von Elizabeth I., die als die jungfräuliche Königin in die Geschichte einging und niemals heiratete (und entsprechend auch keine Nachkommenschaft hervorbrachte). Sehr wahrscheinlich dürften die Umstände, die hierzu führten, ebenfalls Thema in der neuen Serie sein.

Hinter den Kulissen

Showrunnerin der Serie ist die Theaterschaffende und Drehbuch-Autorin Anya Reiss, die auch gemeinsam mit Suhayla El Bushra, Anna Jordan und Emily Ballou die Drehbücher zu den bisher acht Folgen (eine zweite Staffel dürfte im Erfolgsfall sehr wahrscheinlich sein) schrieb. Realisiert wurde Becoming Elizabeth von der britischen Produktions-Gesellschaft The Forge („Roadkill,“, „Dark Money“) sowie Produzentin Lisa Osborne („Klein Dorrit“) und George Ormond („Ende einer Legende“), George Faber („Mansfield Park“) und Anya Reiss selbst als ausführende Produzentin.

Für die Besetzung castete man die (auch im wirklichen Leben adlige) deutsche Schauspielerin Alicia von Rittberg als junge Elizabeth, neben ihrer Rolle als Ida Lenze in der Serie „Charite“ auch in einer kleinen Rolle neben Hollywood-Star Brad Pitt in „Herz aus Stahl“ zu sehen, während der aus der Ritterserie „Knightfall“ als Landry de Lauzon bereits Historienserien-erfahrene Tom Cullen als Sir Thomas Seymour in der männlichen Hauptrolle zu sehen ist. Die zuletzt neben Benedict Cumberbatch in Patrick Melrose, eine gleichfalls biografische Serie, als Julia zu sehende Jessica Rayne spielt Lady Catherine Parr. Gedreht wurde unter anderem im altehrwürdigen Cardiff Castle in Wales, in dem die Innenaufnahmen entstanden.

Geschichtlich akkurat?

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Mit der geschichtlichen Genauigkeit nimmt man es, wie schon bei anderen Historienserien der letzten Jahre, auch bei Becoming Elizabeth nicht hundertprozentig genau, wie man bereits im Pilotfilm sehen kann. Doch darf dies getrost übersehen werden, da bei einer Serie im Streaming-Fernsehen erwartungsgemäß der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund steht und es für den Geschichtsunterricht schließlich entsprechende Literatur sonder Zahl gibt.

Historiendrama

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Und so versteht sich Becoming Elizabeth eben vor allem als Historiendrama im Stil derzeit noch immer beliebter anderer Formate. Die Einführung in die Geschichte der nachfolgenden sieben Episoden gestaltet sich ein wenig schwerfällig, da die agierenden Charaktere natürlich erst einmal vorgestellt und charakterisiert werden müssen, was nur wenig Raum für anderes lässt. Dennoch gibt es selbstverständlich auch die unvermeidliche Schlachtszene, und ansonsten verraten die Charakterisierungen zumindest im Pilotfilm noch nicht wirklich, was von der und dem einzelnen Agierenden letztendlich zu halten ist; doch da dergleichen grundsätzlicher Bestandteil von Serien und auch Filmen ist, die in Kreisen höfischen Adels spielen, ist es somit keine sonderliche Überraschung.

Darstellerisch machen alle Schauspieler ihre Sache gut, aber man muss auf dergleichen Art von Unterhaltung schon stehen, wenn man von Becoming Elizabeth ab der allerersten Folge fasziniert sein will und abgeholt werden möchte. Für einen ersten Einblick in den (wie bereits erwähnt erwartungsgemäß hohen) Produktionsaufwand ist das Ganze allemal gut. Und dass die Lebensgeschichte der (wirklich?) jungfräulichen Königin nichts für Fans mittelalterlicher Action a'la „Vikings“ sein dürfte, sollte sich jede und jeder denken können. Fazit: Wer „Die Tudors“ und Co mochte, wird sicherlich auch mit Becoming Elizabeth gut bedient werden. Drei von fünf Kronen für den Anfang!

Becoming Elizabeth: Serientrailer

Hier abschließend noch der Trailer zur Serie „Becoming Elizabeth“, die über Amazon Prime Video gestreamt werden kann:

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