Barry 1x01

© ill Hader in „Barry“ (c) HBO
In der Pilotepisode Chapter One: Make Your Mark der neuen HBO-Serie Barry (Bill Hader) lernen wir einen depressiven, antriebslosen Auftragskiller kennen, der nach einer neuen Perspektive und einem Ausweg aus seinem tristen Alltag sucht. Bei einem Auftrag in Los Angeles stolpert er in eine Übung einer Schauspielklasse hinein und entdeckt so eine neue Passion, die sein Leben wieder mit einem Zweck erfüllen könnte. Doch bekommt er sein neues Hobby mit seiner mörderischen Haupttätigkeit unter einen Hut?
Was passiert im Auftakt von Barry?
Nach seiner Rückkehr aus Afghanistan kehrt Barry dem Militärdienst den Rücken und fühlt sich leer und ausgebrannt. Sein Manager Fuchs (Stephen Root) kümmert sich dafür um ihn und verschafft ihm Aufträge, denn ein Mann mit seinen Fähigkeiten ist im Fachbereich der diskreten Personenbeseitigung mehr als gefragt. Doch auch das ist mittlerweile zum tristen Tagesgeschäft geworden, weswegen für ihn klar ist: Etwas Abwechslung muss her. Im sonnigen Los Angeles für die tschetschenische Mafia jemanden umzulegen soll ihm deswegen den nötigen Tapetenwechsel verpassen.
Bei der Beschattung seiner Zielperson geschieht jedoch etwas Unerwartetes: Barry platzt in dessen Schauspieltraining hinein und wird mit in die Übung hineingezogen. Zu seiner Überraschung verschafft ihm das unverhoffte Erlebnis ein erfüllendes Gefühl und er ist davon überzeugt, dass dies seine neue Leidenschaft werden könnte. Zusätzliche Motivation verleiht ihm die angehende Schauspielerin Sally (Sarah Goldberg), die ihn nicht nur mit ihren Ambitionen ansteckt, sondern ihm auch noch den Kopf verdreht.
Dennoch möchte er seine Aufgabe professionell und gewissenhaft zu Ende bringen, doch ein Missverständnis führt dazu, dass seine Auftraggeber die Sache selbst in die Hand nehmen und ihn danach gleich mit erledigen wollen. Das Ganze endet natürlich in einem mittelschweren Desaster und ein paar toten Tschetschenen, was Barry dazu veranlasst, ernsthaft über einen Berufswechsel nachzudenken...
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Barry zeichnet gleich in der ersten Episode eine spannende Mischung seiner Tonalität: Ein bisschen existentielle Melancholie, ein Hauch Zynismus, eine Dosis brutale Realität und ein nüchterner Blick auf die naiven Gehversuche hoffnungsvoller Neuankömmlinge im Schauspielbusiness. Gleichzeitig gibt es neben trockenem Humor auch brüllend komische Szenen wie etwa die Passagen, in denen die grandios gespielten tschetschenischen Mafiosi (Anthony Carrigan, Glenn Fleshler) auftauchen.
Während die saubere Inszenierung den grundsätzlich hohen HBO-Standard erfüllt, überzeugen vor allem auch die schauspielerischen Leistungen von Bill Hader und seinen Kollegen wie Stephen Root und Henry Winkler. Das Drehbuch sowie Haders Interpretation seines Charakters konfrontieren den Zuschauer bereits früh mit der moralischen Grauzone, in der sich Barry als Protagonist befindet und zumindest in der ersten Episode ist man sich nicht sicher, ob er eine Figur ist, zu der sich Empathie aufbauen lässt. Die jetzt bereits angedeuteten düsteren Seiten der Serie sorgen dafür, dass dies wohl auch über die weiteren Episoden erst einmal so bleiben wird. Dabei lässt seine Figur bereits früh eine gewisse Tiefe durchblicken, die auch den Zuschauer nachdenklich stimmen kann, denn einerseits steckt Barry in einer nachvollziehbaren Existenzkrise, träumt vom Glück und kämpft mit Problemen, mit denen sich viele Menschen identifizieren können, andererseits arbeitet er gleichzeitig sehr effizient in einer rauen Branche, was klare Rückschlüsse auf sein gefühlskaltes Innenleben zulässt.
Der Kontrast zu den vielen humorvollen Szenen macht dabei den besonderen Reiz der Serie aus, denn auch wenn die trostlose und düstere Stimmung von Barry, der abends im Dexter-Kostüm auf der Lauer liegt, sich durch den Serienstart zieht, wird diese immer wieder von sorgenfreiem schwarzen Humor begleitet und gelockert. Natürlich ist das eine sehr spezielle Art von Comedy beziehungsweise Dramedy und nicht jedem wird diese auch zusagen. Doch es lässt sich mit Sicherheit sagen, dass eine Menge guter Ideen und Kreativität in ein mit Liebe zum Detail verfasstes und sorgfältig durchdachtes Drehbuch mit gelungenen Dialogen geflossen sind, das absurd und dennoch gleichzeitig lebensnah wirkt.
Fazit
Wer mit gelassenem Tempo und trockenem schwarzen Humor etwas anfangen kann, der sollte nicht zögern und sich Barrys Berufswechsel aus nächster Nähe anschauen. Zum Brüllen komisch, aber auch düster und melancholisch: Chapter One: Make Your Mark ist ein starker Auftakt der neuen HBO-Serie, der sich jedwede Aufmerksamkeit verdient. Vor allem, wenn man diese Qualität über die Staffel durchhalten oder gar noch steigern kann.
Wo kann ich Barry schauen?
Zu sehen ist Barry in Deutschland bei Sky. Es ist in der Originalfassung parallel zur US-Ausstrahlung über Sky Ticket, Sky Go und Sky on Demand verfügbar.
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Barry 1x01 Trailer
(Barry 1x01)
Schauspieler in der Episode Barry 1x01
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