Bangla: Kritik der Pilotepisode der Serie aus der ZDFmediathek

© ZDF und Christian N.
Ein junger Moslem bengalischer Herkunft, der in zweiter Generation in Rom lebt, verliebt sich in eine liberal erzogene Freigeistin mit geschiedenen Eltern. Die Geschichte dieser beiden erzählt die Serie Bangla, die es derzeit in der ZDFmediathek zu streamen gibt.
Wovon handelt die Serie „Bangla“?
Phaim (Phaim Bhuiyan) und Asia (Carlotta Antonelli) leben in zwei verschiedenen Welten - aber verliebt haben sie sich trotzdem ineinander. Wie das geschehen ist, das erzählt der gleichnamige Film, der der Serie vorausgegangen ist. Doch wir setzen in der Pilotepisode ein, als die beiden bereits zusammen sind und ihr erstes Mal planen. Zumindest Phaim plant, denn so ein Ereignis ist für ihn nicht ohne Folgen...
Zum Glück hat er sich was überlegt. Der Umzug seiner Familie nach London steht kurz bevor. Dort soll der Onkel ein Restaurant eröffnen und setzt auf die Hilfe der Verwandtschaft. Während die Kisten also gepackt sind, hat Phaim sich überlegt, dass er nun mit Asia schlafen könnte. Schließlich würde durch den Umzug in ein anderen Land diese Erinnerung direkt gelöscht - oder so irgendwie.
Denn Phaim lebt nach den Traditionen seiner Eltern, die er mehr oder weniger enthusiastisch vertritt. Sex vor der Ehe ist darin zwar ein absolutes No-Go, aber wenn man sich anschließend nie wieder sieht, ist es doch auch nur noch halb so schlimm, oder?
Doch so ganz geht der Plan nicht auf, denn die Umzugspläne scheitern im letzten Moment, die Familie muss bei einer anderen Tante in Rom unterkriechen und Phaim sieht sich um seine Sexfreikarte betrogen. Gut, dass er dann doch seiner Freundin seine komplizierten interkulturellen Gefühle gesteht und damit sehr verständnisvoll aufgenommen wird...
Wie kommt es rüber?
Die romantische Comedyserie „Bangla“ trifft einen Ton, den es nicht oft zu finden gibt. Sie erzählt von einer tiefgreifenden Sache wie dem Zwiespalt einer zweiten Einwanderergeneration. Dabei schlägt sie, darüber hinaus, einen lockeren Ton an, der viele Schichten unter sich zu begraben scheint. Doch, je länger man der Pilotepisode folgt, desto mehr wird klar, dass hier viel Autobiografie drinsteckt. Die Teile, in die Serienmacher und Hauptdarsteller Phaim Bhuiyan uns blicken lässt, haben Hand und Fuß.
Auf diese Weise wird aus der recht seichten Geschichte eine sehenswerte Unterhaltung, der man gerne folgt. Für unsere Hauptfigur Phaim ist vieles anders, als es von außen aussehen mag. Er lebt in Rom als junger Mann und sucht seinen Weg zum Glück, mit allem, was für jeden in dieser Konstellation dazugehört. Und extra obendrauf hat er einen kulturellen Rucksack als Kind bengalischer Einwanderer. Wie das in seinen Alltag spielt, ist oft anders als erwartet... Das zeigt die Serie lebhaft und vor allem lebensnah auf.
Wegen dem Seichten der Comedy vergeben wir zunächst: zweieinhalb von fünf Kulturschocks.