Bad Teacher 1x01

Bad Teacher 1x01

Beim amerikanischen Networksender CBS ist die neue Comedyserie Bad Teacher gestartet. Wie sich Hauptdarstellerin Ari Graynor als Nachfolgerin von Cameron Diaz schlägt, erfahrt Ihr in unserem Pilotreview.

Poster zur neuen CBS-Comedy „Bad Teacher“ / (c) CBS
Poster zur neuen CBS-Comedy „Bad Teacher“ / (c) CBS

Serienadaptionen (mehr oder weniger) bekannter Filmvorlagen liegen aktuell bekanntlich im Trend. Erst kürzlich feierten Sendungen wie From Dusk Till Dawn, Fargo oder auch About a Boy ihre Premieren im abgewandelten Langzeitformat und kämpfen nun wöchentlich um die Gunst der Zuschauer. Andere Neuauflagen wie Hannibal oder Bates Motel haben sich dabei bereits als feste TV-Größen etabliert. Mit Bad Teacher greift CBS ebenjenen Trend als reinrassiges Comedyformat im Single-Kamera-Stil auf.

Powerblondine auf Männerjagd

Die Idee von Bad Teacher basiert dabei auf dem gleichnamigen Film von Jake Kasdan aus dem Jahr 2011. Statt Cameron Diaz ist es nun allerdings Ari Graynor (Fringe), die in die Hauptrolle einer scheinbar für den Job völlig ungeeigneten Pädagogin schlüpft. Wie in der Vorlage startet die Geschichte mit einer Scheidung, wodurch sich in diesem Fall die verwöhnte, egozentrische und geldgierige Meredith Davis gezwungen sieht, tatsächlich einen Job antreten zu müssen. Eine Ausbildung zur Lehrerin hat die Powerblondine zwar nicht, was sie allerdings nicht davon abhält, sich eine Stelle an einer nahegelegenen Highschool zu besorgen. Der Plan: einen der reichen, geschiedenen Väter abschleppen, um die Tage möglichst schnell wieder mit dem Lesen von Modemagazinen zu verbringen.

Die Ausgangslage der Serie, welche von Schöpferin Hilary Winston (Community, Happy Endings) ins Leben gerufen wurde, ähnelt der Vorlage damit zwar noch recht stark. Im Ton beschreitet die Networkserie allerdings (wenig überraschend) deutlich harmlosere Wege als die doch recht derbe Komödie von 2011. Graynor spielt die Blondine Davis nicht als abgewrackte Zicke mit einer Vorliebe für Alkohol und diverse andere Substanzen, sondern vielmehr als die einstige Highschoolkönigin, die sich in jeder Sekunde als Sexbombe inszeniert, um schon bald den nächsten Millionär an der Angel zu haben. Diese Richtungsänderung ist dabei natürlich nachzuvollziehen. Sie führt aber zumindest im Piloten mit dem Titel Divorced Dudes dazu, dass die Witze sich doch sehr einseitig um allerlei sexuelle, aber doch recht harmlose Anspielungen drehen.

Cast hui, Gags pfui

Ari Graynor selbst kann man an dieser Stelle dabei gar keinen großen Vorwurf machen. Sie füllt die Rolle der kindischen Opportunistin mit dem tiefen Ausschnitt definitiv mit Leben. Und an einigen wenigen Stellen ist es dabei durchaus amüsant, der energetischen Figur zuzuschauen, wie sie das Leben an der Richard M. Nixon Highschool sowohl für ihre Kollegen als auch für ihre Schüler durcheinanderwirbelt. Viel mehr als typische Klischees wie „Nerds vs. die Coolen“ oder den gutaussehenden Sportlehrer haben die Autoren der Serie in dieser Pilotepisode von Bad Teacher allerdings kaum zu bieten.

Dass hier oft das Timing ebenso fehlt wie ein tatsächlich zündender Wortwitz („Someone needs a chillaxitive!“ fällt ganz sicher nicht in diese Kategorie) ist deshalb besonders schade, da die Macher von Bad Teacher auf einen durchgehend talentierten Cast zurückgreifen können. Am positivsten bleibt dabei David Alan Grier als weinerlicher Schulleiter Carl im Gedächtnis, während Sex and the Citys Kristin Davis als strebsame Gegenspielerin bisher kaum etwas zu tun bekommt. Sara Gilbert (The Big Bang Theory, Roseanne) und Ryan Hansen (Veronica Mars, 2 Broke Girls) passen zwar ebenfalls optisch in ihre jeweilige Rolle als seltsame beste Freunde beziehungsweise männliches love interest. Sie leiden jedoch genauso unter dem schwachen Script. Gerade Hansen dient im Piloten lediglich als goldblonde Staffage mit Shorts.

Wie zu Beginn erwähnt, handelt es sich bei Bad Teacher um eine Single-Kamera-Comedy, was der Show erst einmal visuell deutlich mehr Spielraum gibt als einer klassischen Sitcom. Der Zuschauer wird außerdem von einer nervigen Lachspur verschont. Leider übernimmt der doch sehr „dudelige“ Soundtrack letztere Aufgabe, kann allerdings trotz penetranten Einsatzes nicht über die zahlreichen fehlgeschlagenen Pointen hinwegtäuschen. Nicht selten wirkt der Pilot wie eine Art Trailershow von nur lose verbundenen Sequenzen. Auch inszenatorisch haben die Macher von „Bad Teacher“ also längst nicht ihren Rhythmus gefunden.

Fazit

Viel Schatten, aber auch ein wenig Licht hat die Pilotepisode der CBS-Comedy Bad Teacher zu bieten. Gerade im Zusammenspiel des sympathischen Casts rund um Hauptdarstellerin Ari Graynor schlummert einiges an Potential. Thematisch müssen sich die Autoren allerdings noch deutlich breiter aufstellen, um in Zukunft nicht jeder Folge den gleichen, klischeebehafteten Handlungsbogen zu verpassen, der bereits in der aktuellen Episode relativ uninspiriert durchexerziert wird. Und, auch wenn das Networkumfeld die Grenzen für derbe Witze reichlich eng hält, dürften die Macher gut beraten sein, ihre Möglichkeiten im Laufe der Staffel noch stärker auszureizen.

Verfasser: Thomas Zimmer am Freitag, 25. April 2014

Bad Teacher 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Bad Teacher 1x01)
Titel der Episode im Original
Divorced Dudes
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 24. April 2014 (CBS)
Regisseur
Don Scardino

Schauspieler in der Episode Bad Teacher 1x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?