B Positive: Review der Pilotepisode

B Positive: Review der Pilotepisode

Mit der Sitcom B Positive verschiebt Produzent Chuck Lorre mal wieder die Grenzen dessen, was in Hollywood als Aufhänger für eine Sitcom salonfähig ist. Dieses Mal wagt er sich an das Thema Organspende. Ein Mann, der eine neue Niere braucht, findet eine potentielle Spenderin in einer Frau aus seiner Vergangenheit.

B Positive (c) CBS
B Positive (c) CBS
© Positive (c) CBS

Mitten in der Corona-Krise bringt CBS eine Sitcom an den Start, die ebenfalls schwere Geschütze auffährt. In B Positive geht es um einen Mann, der gerade die Diagnose Nierenversagen erhalten hat. Er muss sich auf die Suche nach einem Organspender machen. Ja, es ist wirklich eine Sitcom...

Wovon handelt es?

Drew (Thomas Middleditch, Silicon Valley) bekommt eine schockierende Diagnose. Seine Nieren verweigern langsam ihren Dienst. Sein Arzt beschönigt nichts, er muss sich einen Spender suchen. „Am besten fangen Sie in der Familie an“, ist in den USA offenbar medizinischer Rat. „Haben Sie Freunde?

Doch Drew ist in keiner guten Lage, er ist frisch von seiner Frau Julia (Sara Rue) geschieden, die ihm die Schuld an der Trennung gibt. Ebenfalls auf wenig Begeisterung trifft er bei seiner Teenagertochter Maddie (Izzy G.), selbst als er angesichts seiner fatalen Diagnose ungewohnt emotionale Töne anstößt.

Wr begleiten Drew auf eine Hochzeit, die keine besondere Rolle spielt, außer als Treffpunkt für Drew und seine alte Highschoolmitschülerin Gina (Annaleigh Ashford, Masters of Sex) zu dienen. Die ist als Trauzeugin nicht die nüchternste und scheint auch darüber hinaus ihr Leben nicht total im Griff zu haben. Mit einem Glas Wein in der Hand und einem Joint im Aschenbecher verspricht sie ihm, ihre Niere zu spenden. Drew lehnt dankend ab. Doch schnell erkennt er, dass er keine andere Wahl hat und sucht Gina auf ihrer Arbeit auf.

Sie fährt einen Bus für ein Seniorenheim, in dem sie Herzlichkeit und Fröhlichkeit versprüht und den Menschen auf ihrem Weg zur Chemobehandlung einen Applaus verschafft.

Als Drew sie anspricht, kann sie sich an die Unterhaltung auf der Hochzeit nicht erinnern und erklärt dem verdutzten Mann, dass er vermutlich mit Becca gesprochen hat, eine Persona, die sie annimmt, wenn sie zu viel gefeiert hat.

Doch auch die nüchterne Gina bietet ihm ihre Niere an. Mit ihrer Freundin Gabby (Kether Donohue) geht sie in die Klinik, um sich testen zu lassen und verkündet Drew anschließend, dass sie zusammenpassen. Der einzige Haken an der Sache ist, dass Gina für die Organspende drei Monate alkohol- und drogenfrei sein muss...

Obwohl sie Drew genau das verspricht, findet er sie kurz darauf total verkatert in ihrer Wohnung und hält ihr eine Standpauke. Doch, als er herausfindet, dass die Wartezeit für eine Spenderniere zehn Jahre beträgt, sucht er Gina wieder im Bus auf, um sich zu entschuldigen und sie doch noch um ihre Niere zu bitten.

Wie kommt es rüber?

Mit B Positive knüpft der Produzent Chuck Lorre an Vorgänger wie Mom an. Er verpasst der durchschnittlichen US-Sitcom einen düstere Note, im Fall von Mom war es die dysfunktionale Familie mit Suchtvergangenheit, dieses Mal geht es um die Organspende zwischen Freunden - und auch um ein Gesundheitssystem, das nicht alle auffängt.

Das ist einerseits verstörend, aber auch erfrischend. Denn bei dieser Art von Serie darf man nicht zu viel Wert auf die Pilotepisode legen. Der einzige Zweck, den sie erfüllt, ist eine mehr oder weniger absurde Prämisse in zwanzig Minuten zu pressen und uns die Charaktere ans Herz zu legen. Und trotz des ernsten und ungewohnten Themas für eine Sitcom kann man schnell sehen, dass die beiden Hauptdarsteller eine großartige Chemie haben. Ähnlich wie Mutter und Tochter in Mom könnten die beiden ein düster-urkomisches Duo werden, das eine Serie mit interessanten Themen und jeder Menge Herz tragen könnte. Wie die Lorre-Produktion „Mom“ müsste die neue Serie dafür zwischen Komik, Klamauk und ernsten Tönen hin- und herschalten lernen. Die Pilotepisode bietet in dieser Hinsicht zumindest eine gute Grundlage.

Fazit

Die Geschichte der Pilotepisode ist lächerlich, zu gehetzt, zu zusammengestückelt, zu sorglos mit einem überaus ernsten und traurigen Thema. Doch durch die Misere kann man die Chemie der beiden Hauptfiguren fühlen und wenn man aus der Erfahrung schöpft, die wir mit der Serie Mom gemacht haben, dann könnte B Positive sich durchaus zu einer charmanten Sitcom entwickeln.

Hier abschließend noch der Trailer:

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