Arrow 7x01

© zenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Inmate 4587“ (c) The CW
Mit der Folge Inmate 4587 kehrt Arrow aus der langen Pause und zur inzwischen siebten Staffel zurück. Seit fünf Monaten sitzt Oliver Queen (Stephen Amell) jetzt schon im Sladside-Gefängnis und verbüßt seine Haftstrafe, die dem Rest des Team Immunität gewährt, wenn sie denn ihre maskierten Tätigkeiten ruhenlassen.
Für Oliver ist die Haftstrafe vor allem eines: anstrengend. Denn er sitzt mit einigen alten Bekannten hinter schwedischen Gardinen. Es gibt also ein Wiedersehen mit Michael Jai White als Ben Turner/Bronze Tiger, Cody Runnels als Derek Sampson sowie Vinnie Jones als Danny „Brick" Brickwell, die ihn den Alltag zur Hölle machen und ihre Rache tagtäglich auskosten. Vor allem durch psychische, aber später auch durch körperliche Gewalt. Olivers Strategie ist zunächst passives Erdulden, doch das hat seine Grenzen. Außerdem wird er von Albträumen heimgesucht, in denen Diaz (Kirk Acevedo) seine Ehefrau Felicity (Emily Bett Rickards) und seinen Sohn William (Jack Moore) in die Finger kriegt und umbringt.

Olivers Ruf eilt ihm im Knast natürlich voraus und so sucht ein Insasse seine Freundschaft und seinen Schutz. Er wird zwar von Oliver immer wieder abgewiesen, bleibt jedoch hartnäckig, was er später bereut, weil er so zum Ziel von Olivers Gegnern wird.
Bei einer Attacke durch die Schurken kann Oliver zumindest Turner eine Waffe unterjubeln, so dass er ins Loch geworfen wird. Die übrigen versuchen dann, ihn auf ihre Seite zu ziehen, wogegen Oliver sich nach Kräften wehrt.
Wer steckt unter der Kapuze?
In Star City ist derweil ein neuer Green Arrow aktiv, der auch direkt jemanden namens Jason Stent bei der Polizei abliefert, der in illegale Waffengeschäfte verwickelt ist, wie Captain Dinah Drake (Juliana Harkavy) mithilfe Renes (Rick Gonzalez) und Curtis' (Echo Kellum), der nun bei Argus angestellt ist, herausfindet. District Attorney Laurel (Katie Cassidy) lässt öffentlich verlauten, dass es eine Null-Toleranz-Politik gegenüber maskierten Rächern gibt, was auch daran liegt, dass das FBI das Exteam weiterhin im Auge behält. Dass Laurel aka Black Siren jetzt einfach in diese Position gerutscht ist, ohne Ausbildung oder wirkliche Qualifikationen, ist natürlich ziemlich merkwürdig. Wird aber einfach mal so hingenommen.
Dinah, Diggle und Co bleibt aber vorerst ohnehin nichts anderes übrig, als die Füße stillzuhalten, wobei es besonders Rene aka Wild Dog wieder kräftig in den Fingern juckt. Er unterrichtet Jugendliche, darunter auch die eigene Tochter, im Boxen und der Selbstverteidigung, muss dabei aber auf alte Sportgeräte und Ausstattung zurückgreifen und sich unangenehmen Fragen stellen. Denn die „Vigilanten“ haben besonders in den ärmeren Bezirken für Gerechtigkeit gesorgt, was die Polizei aktuell wohl nicht kann, wie ihm ein Schüler erzählt, der deswegen des Gesetz in die eigene Hand nehmen und sich eine illegale Waffe besorgen will. Das unterbindet Rene und zieht deswegen den Zorn des Waffenhändlers und seiner Gang auf sich. Allerdings rettet ihm der neue Green Arrow die Haut. Später nutzt Rene Geld von einem Waffenhandel, fast wie Robin Hood, um einige Läden zu unterstützen und neues Equipment zu kaufen, was vor allem Dinah erbost. Er fängt sich eine Mahnung vom neuen Captain ein. Aber, ob das reicht, um Rene aufzuhalten?
Erin, der Barista und Inmate 4587

Felicity ist derweil als Barista beschäftigt, hilft aber ab und an Kunden in Windeseile bei Computerproblemen aus, muss aber sonst im Zeugenschutzprogramm unter dem Radar von Diaz bleiben. Ein Kunde bittet sie sogar um ein Date, aber das schlägt sie aus, als sie im Fernsehen von der Rückkehr von Green Arrow hört. Außerdem kümmert sie sich um William, der an eine neue Schule geht und fragt, wie lange dieses Schauspiel noch nötig ist. Allerdings hat sie darauf keine konkrete Antwort. Es heißt: durchhalten...
Der für viele Monate untergetauchte Diaz schafft es, Felicity aufzuspüren und will es ihr heimzahlen, doch Felicity kann sich so lange verteidigen, bis Argus eingreift. Allerdings hat sie genug vom Verstecken, bringt William in einer Privatschule in Cambridge unter und teilt Oliver im Gefängnis mit, dass sie keine Lust hat, das Opfer zu sein. Er bittet sie jedoch, weiterhin durchzuhalten, wurde aber selbst in einer von Diaz geplanten Aktion unter der Dusche attackiert, was etwas vom Film „Tödliches Versprechen“ im Network-TV hat. Oliver hat genug und legt, inspiriert durch den Anschlag auf seine Familie, seine Passivität ab und zeigt seinen Peinigern, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Dafür ist er auch bereit, einen Abstecher ins Loch zu machen. Allerdings hat er nun klargestellt, dass nicht er mit ihnen gefangen ist, sondern anders herum, fast so wie Rorschach in „Watchmen“.
Flashback oder doch Flashforward?
Dinah macht sich derweil bereit, den Waffendeal zu stürmen und den neuen Green Arrow festzunehmen. Doch der ist vorbereitet - womöglich auch durch etwas Hilfe von Rene - und kann entkommen. Die Luftrolle, die er beim Abgang macht, sieht etwas aus wie die von Roy Harper...
Im Verlauf der Episode nutzen die Macher rund um Neu-Showrunner Beth Schwarz derweil ein Stilmittel, das zunächst wie ein Flashback auf Lian Yu aussieht, aber am Ende doch als Flashforward aufgelöst wird. Denn ein junger Mann, der sich als erwachsener William herausstellt, will auf die Insel und trifft sich dort mit einem deutlich älteren Roy Harper (Colton Haynes), um sich mit ihm über seinen Vater zu unterhalten. Wir sollen wohl annehmen, dass der neue Green Arrow in Star City, der seine eigene Liste hat, jemand anderes als Roy Harper ist. Also, so habe ich das zumindest gelesen, denn sonst hätte man ja kurz vor Schluss schon sein Gesicht zeigen können...
Stattdessen springt man offenbar für diese Szenen rund 20 Jahre in die Zukunft, was durchaus gewagt ist, in einem Arrowverse, wo Zeitreisen durch Legends of Tomorrow im Bereich des Möglichen sind. Was hat Roy also auf die Insel getrieben? Ist etwas mit Thea passiert? Und will William in die Fußstapfen seines Vaters treten? Werden die beiden zum neuen Yao Fei und Oliver? Mit der Pfeilspitze, die er von Felicity erhalten hat, gibt er sich ihm jedenfalls zu erkennen. Waren die Flashbacks zuvor ein überholtes Stilmittel, hat man mit dem Blick in die Zukunft, ähnlich wie bei Lost nun zumindest für den Anfang ein spannendes neues Element zur Formel hinzugefügt. Allerdings kann sich in den kommenden 22 Episoden bekanntlich viel Leerlauf verstecken. Man muss also abwarten, wie gut Schwarz und Co das nutzen können und ob man hier vielleicht sogar schon einen Abschied von Amell andeuten könnte, wobei 20 Jahre natürlich ein großes Zeitpolster sind... Und was ist eigentlich mit der Zeitlinie, in der Diggles Sohn zu Green Arrow wird?
Fazit

Neue Staffel, neuer Showrunner, neue Impulse. Arrow ist zurück und liefert eine solide siebte Staffelpremiere ab. Man kann gespannt sein, wie die Vorlage aus dieser Folge im weiteren Verlauf der Staffel umgesetzt wird. Dass mit Diaz ausgerechnet einer der schwächeren Schurken aus dem „Arrow“-Fundus mitgeschleift wird, weckt nicht unbedingt Vertrauen. Dafür könnten die Longbow Hunter und das Flashforward-Konstrukt sowie die Frage nach der Identität des neuen Bogenschützen Potential haben. Wie so oft bei der Serie gilt: abwarten.
Der Trailer zur Episode The Longbow Hunters (7x02) der US-Serie Arrow:
Verfasser: Adam Arndt am Dienstag, 16. Oktober 2018Arrow 7x01 Trailer
(Arrow 7x01)
Schauspieler in der Episode Arrow 7x01
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