Arrow 5x20

© zenenbild aus der Arrow-Episode „Underneath“ / (c) The CW
Die Arrow-Episode Underneath nimmt sich viel Zeit für Olicity aka Oliver Queen (Stephen Amell) und Felicity (Emily Bett Rickards), die dank Prometheus und einem EMP im Arrow-Hauptquartier eingesperrt sind und keine Möglichkeit zur Kommunikation mit der Außenwelt haben.
Vom Übeltäter selbst fehlt jedoch jede Spur, wie sich Oliver beim Rundgang versichert. Da er seine lange Liste der Rache und Qual größtenteils schon abgearbeitet hat, schließt Oliver, dass sein Sohn William möglicherweise auf der Abschussliste steht - auch wenn er sich nicht sicher ist, ob der dessen Aufenthaltsort kennt. Zu allem Überfluss hat der Impuls, der alles durch Strom betriebene lahmlegt, auch zur Folge, dass Felicitys Implantat versagt und sie ihre Fähigkeit zum Laufen verliert. Nun gilt es entweder einen Weg nach draußen zu finden - was sehr schwierig ist - oder den Strom anzukurbeln.
Derweil fällt Olivers plötzliches Verschwinden auch im politischen Zirkel auf, wo Quentin (Paul Blackthorne) und Rene (Rick Gonzalez) um Schadensbegrenzung bemüht sind, aber nebenbei mit dem Fakt zu kämpfen haben, dass durch das Outing von Chase als Massenmörder nun auch dessen Verurteilungen auf dem Prüfstand stehen oder gar direkt für nichtig erklärt werden.
Curtis (Echo Kellum) ist jedenfalls beim HQ und bemerkt, dass der Strom ausgefallen ist und bekommt indirekt auch mit, dass Oliver Explosionspfeile bemüht, um die Tür eventuell aufzusprengen. Doch damit hat er keinen Erfolg.
Trust

Bei Diggle (David Ramsey) und Lyla (Audrey Marie Anderson) steht der Haussegen schief, weil Dig nicht damit klarzukommen scheint, dass sie in ihrer Position als Argus-Oberhaupt auch moralisch fragwürdige Entscheidungen treffen muss und begnügt sich mit der Couch. Rene, Dinah und Curtis können das nicht ahnen, als sie genau dann bei ihm vorbeischneien, um ihren Gefährten aus der Patsche zu helfen. Die Aufklärung des Ehestreits muss also erstmal aufgeschoben werden, auch wenn Dig seiner Frau wiederholt die kalte Schulter zeigt.
Dass Argus kein Wohltätigkeitsverein ist, sollte Diggle allerdings schon bewusst sein, wenn es darum geht die Weltsicherheit zu gewährleisten.
Im Laufe der Folge bietet Lyla die Argus-Ressourcen zur freien Verfügung an und überrascht zudem mit einigen geborgten und verbesserten Gadgets, wie Curtis T-Sphere, die beim Bergen von Olicity eine große Hilfe ist.
Zwischen Oliver und Felicity stehen geht es auch um fehlendes Vertrauen. Besonders von Olivers Seite. Das wird nicht nur in den Flashbacks verdeutlicht, die diesmal kurz nach dem Sieg über Damien Darkh angesiedelt sind, sondern auch durch die Gespräche, die Oliver und sie während ihres Eingesperrtseins führen.
In klassischer Arrow-Manier muss Oliver dabei erst seinen eigenen Kopf durchsetzen und einen Fehler begehen beim Hochklettern des Aufzugschachts begehen, damit Felicity ihm sagen kann: 'Ich hab's dir doch gesagt!' Außerdem kommen sich die beiden gezwungenermaßen ein bisschen näher, was in dieser Staffel bewusst vermieden wurde - vielleicht aus Respekt dem Ableben von Laurel gegenüber, vielleicht weil die Autoren Olicity doch als One True Pair der Serie sehen. Die Folge gibt der Beziehung der beiden jedenfalls wieder neues Feuer, auch weil in den Flashbacks eine Liebesszene eingebaut wurde, die jedoch auch unter dem Ballast des fehlenden Vertrauens zusammenbricht und dort aufhört, wo sie angefangen hat.
Immerhin geht dann auch Felicitys Plan rund um eine Zweckentfremdung eines Motorradmotors schief, damit die Autoren auf einen Kompromiss zusteuern können. Der Zeitdruck führt noch einmal zu einer größeren Dringlichkeit aus der Höhle zu kommen, denn die Luft reicht noch für fünf bis sechs Stunden.
Wie schon in anderen Episodenbesprechungen angemerkt, geht es bei diesen Vertrauenskonflikten auch um Grauzonen. Das ist beispielsweise der Kern des kurzen Dialogs rund um Cayden James, der Hacker der in der vorherigen Episode aus seiner Gefangenschaft befreit wurde und der Felicity mit dem Rest des Teams in Konflikt brachte. Für Felicity ist es weniger Schlimm den Whistleblower zu befreien, als sich auf Deals mit der Bratva einzulassen. Wahrscheinlich hat sie damit sogar recht, doch was ist die Konsequenz? Wird Oliver daraus lernen? Sollte sie ihm deswegen nacheifern und ebenfalls ihre dunkle Seite anzapfen?
Just in dem Moment kann das nicht abschließend geklärt werden, denn Felicitys Plan sorgt dafür das eine Leitung mit Methan platzt und die Gefahr sich noch weiter zuspitzt. Zusätzlich zum immer knapper werdenden Sauerstoff, wird zurückgekehrter Strom oder ein Funke zur weiteren Gefahr.
Plötzliche Verwundbarkeit
Aus irgendeinem unersichtlichen Grund ist der Techno-Babble-Quotient in dieser Episode besonders hoch. Curtis darf gefühlt minutenlang Gerätschaften oder technische Spezifikationen aufzählen, die für den 0815-Zuschauer null Mehrwert bieten, aber was soll es, immerhin ist er maßgeblich daran beteiligt die beiden im Endeffekt doch zu befreien.
Darüber hinaus verletzten sich sowohl Oliver, als auch Curtis in der Folge an ganz alltäglichen Dingen, während sie zuvor in der Serie etwa Stürze von Bergen oder Stichwunden mit Schwertern und Pfeilen nach kurzer Zeit weggesteckt haben, als wäre es nichts. Das kann man schon machen, aber die Autoren müssen sich in meinen Augen auch an die selbst festgelegten Regeln halten, wenn es darum geht, was die Figuren wegstecken können. Es lässt sich verzeihen, weil der Erzählrahmen der Folge so speziell ist und es auf gewisse Weise eher um Leben und Tod geht, als wenn man einem Superschurken oder der x-ten Verbrecherbande gegenübersteht.
Menschliche und moralische Makel
Besonders Oliver zeigt Schwäche, was ich applaudiere, weil er sonst viel zu oft der Superman ist, dem nichts etwas anhaben kann. Das nutzt man dann, um Felicity die Erklärung für sein fehlendes Vertrauen zu geben, was erst durch Prometheus Folterei ans Licht kam: Der Genuss des Mordens. Für beide Figuren, also Oliver und Felicity, ist es in der Folge Zeit sich ihrer dunklen Seite bewusst zu werden.
Felicity wirft Oliver immer wieder fehlendes Vertrauen vor, aber durch den Verlust ihres Freudes Billy gerät sie selbst in vielerlei Fallstricke, wie die Zusammenarbeit mit Helix (die wie die Bratva einige Graustufen hatte) oder diese erneute Grenzerfahrung, ihr vor Augen führen und klarmachen, was Oliver schon seit zehn Jahren durchlebt.

Auch die Aussprache zwischen Lyla und Diggle läuft auf ähnliches hinaus, denn Diggle steht in guten wie in schlechten Zeiten nun schon fünf Jahre lang an Olivers Seite, echauffiert sich aber, wenn seine Frau, die an der Spitze einer Geheimdienstorganisation steht, schwierige Entscheidungen trifft. Das passt nicht ganz zusammen und ist ein weiterer Versuch die moralische Graustufe abzubilden. Ob gelungen oder nicht, ist wahrlich schwer zu beurteilen. Lyla kommt Diggle jedenfalls deutlich mehr entgegen als anders herum und zeigt ihm sogar ein Dossier mit allen von ihr abgenickten Einsätzen.
Die Befreiungsaktion über den Belüftungsschacht hat mir von der Inszenierung ebenfalls gut gefallen, denn die Folge hat sich insgesamt wie eine angefüllt, in der auch schlimmere Dinge hätten passieren können. Wenn es nach fünf Jahren gelingt auf diese Weise Spannung zu erzeugen, dann muss man das hervorheben und endlich zahlen sich die Übungen an der Salmon Ladder aus.
Argus scheint vorerst als neue Base of Operation genutzt zu werden, ehe Cisco oder sonst jemand das Hauptquartier wieder auf Vordermann bringt.
Die Befürchtung, dass Chase Olivers Sohn im Visier hat, bewahrheitet sich. Matthew/Willam hätte wohl jemand sagen müssen, dass man nicht mit jedem dahergelaufenen Fremden sprechen sollte. Wenn es jetzt allerdings darauf hinausläuft Oliver emotionalen Schmerz durch seinen Sohn zuzuführen, wäre das schon ein wenig abgedroschen. Zumal wir als Zuschauer eigentlich so gut wie keine Bindung zu seinem Nachwuchs haben.
Fazit

Ich mag das Konzept der ruhigen und fokussierten Folgen wie Underneath und sie bietet einige nette Ideen, Dialoge und Momente. Der große Funken, um sie zu einer herausragenden Arrow-Episode zu machen, fehlte in meinen Augen jedoch. Immerhin gehört sie zu den starken Folgen der Staffel und zeigt eine andere, verwundbare, aber auch experimentierfreudige Seite der Figuren.
Trailer zur Episode Honor Thy Fathers der Serie Arrow (5x21):
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 4. Mai 2017Arrow 5x20 Trailer
(Arrow 5x20)
Schauspieler in der Episode Arrow 5x20
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