Arrow 5x16

Arrow 5x16

In der Arrow-Folge Checkmate scheint Olivers Feind ihm immer zehn Schritte voraus, denn nun wird mit halbwegs offenen Karten gespielt. Wie wird das Team mit dem neuen Wissen umgehen?

Szenenbild aus der Arrow-Episode „Checkmate“ / (c) The CW
Szenenbild aus der Arrow-Episode „Checkmate“ / (c) The CW
© zenenbild aus der Arrow-Episode „Checkmate“ / (c) The CW

Die Prometheus-Katze ist seit kurzem fĂŒr die Zuschauer aus dem Sack und in der Arrow-Episode Checkmate verschwenden die Autoren keine Zeit, auch Oliver Queen (Stephen Amell) mit dem Wissen auszustatten. Der Mann, der sich Adrian Chase (Josh Segarra) nennt, ist in Wirklichkeit derjenige, der ihm das Leben zur Hölle macht. Oliver findet nĂ€mlich die geheime Basis von Talia (Lexa Doig) in den schneebedeckten Bergen und dort erfĂ€hrt er die IdentitĂ€t des Feindes und Talias Nachnamen.

Die Autoren glauben offenbar, dass niemand die kleine Filmreihe rund um einen gewissen „Dark Knight“ gesehen hat und somit nicht eins und eins zusammenzĂ€hlen kann, weswegen sie hier explizit einen Schock fĂŒr Oliver inszenieren. TatsĂ€chlich ist es logisch, dass die Figur ĂŒberrascht ist, wenn nie zur Sprache kam, dass sie die Tochter des DĂ€mons ist. Zumal Batman nicht exisiert, beziehungsweise viele Elemente von GA absorbiert werden. Doch ob irgendein Zuschauer deswegen mit offenem Mund vor dem Fernseher sitzt, mag bezweifelt werden.

Szenenbild aus der Arrow-Episode „Checkmate“
Szenenbild aus der Arrow-Episode „Checkmate“ - © The CW

Seine frĂŒhere Mentorin weigert sich also Oliver zu helfen, weil er vor einigen Jahren ihren Vater umgebracht hat und ist damit verglichen zu Nyssa (Katrina Law) wohl eher eine Hardlinerin. So soll Oliver nun also leiden und von Chase gequĂ€lt werden.

Helix und die BĂŒchse der digitalen Pandora

Szenenbild aus der Arrow-Episode „Checkmate“
Szenenbild aus der Arrow-Episode „Checkmate“ - © The CW

Felicity (Emily Bett Rickards) ist derweil in Hacktivisten-Kreisen unterwegs und kriegt eine FĂŒhrung von Alena (Kacey Rohl) durch die heiligen Helix-Headquarters, die wie die UN sind, nur dass sie Dinge erreichen, wie ihre Kontaktperson witzelt. Auf jeden mit gesunden Menschenverstand wirkt die PrĂ€sentation hier, wie ein digitaler Abhöralptraum, man ist froh, dass man sĂ€mtliche Daten der Welt auswerten kann, was selbst die Arbeit der NSA in den Schatten stellen soll.

Das Motto„ Power to the People“ soll hier offenbar gelten, aber so viel Daten und Macht in einer Hand, sollte niemand haben. Felicity lĂ€sst sich jedoch einfach von den Ressourcen blenden und hinterfragt, zum x-ten Mal in dieser Staffel nicht, dass sie zahlreiche Gesetze brechen muss, wenn sie die Quelle weiter anzapfen will. Denn hier gilt „Quid pro quo“ und je mehr sie fordert, desto mehr muss sie liefern, auch wenn zurecht schnell einige kritische Fragen vom Team kommen. Erst durch Oliver, spĂ€ter dann dann von Curtis (Echo Kellum).

Es wurde schon oft erwĂ€hnt, dass diese Storyline der Figur nicht gut tut, weil es wieder ein Fall davon ist, dass ein fĂ€higer und schlauer Charakter sich in ganz offensichtlich falsche und moralische verwerfliche Situationen bringt, fĂŒr das große Ganze und das Team. Das hat Thea schon aus dem Verkehr gezogen und Ă€hnliches könnte auch Felicity passieren.

Oliver lÀsst sich damit abspeisen, dass sie ihm vertrauen soll, weil sie aktuell noch keine weiteren Details abliefern kann. Curtis fragt anfangs gar nicht erst und muss dann nach vollendeten Tatsachen mit ihr schimpfen, nachdem er quasi Hochverrat begangen hat. Und wir als Zuschauer schlagen uns an den Kopf, weil die Charakterisierung nervt.

Nebenbei lĂ€sst die dafĂŒr auch noch das Team im Stich, wobei im Hintergrund ja immer die Legitimierung rumgeistert, dass die Infos auch helfen, so Diggle und so kam man auch an die Adresse der Mutter von Prometheus und diesmal gibt es Beweise zur echten IdentitĂ€t, Simon Morrison, die ihn entlarven und zu seiner Verhaftung fĂŒhren könnten, wenn er nicht vorher Captain Pike attackieren wĂŒrde, weil er zehn Schritte voraus ist.

Cards On The Table

Chase scheint ĂŒber alles, was sich in der Stadt abspielt, im Bilde zu sein. So sieht es so aus, als wisse er, dass Oliver weiß, dass er weiß wer er ist. Damit spielt er dann vor den versammelten Councilmen auch und vertröstet Olivers Vier-Augen-GesprĂ€ch auf spĂ€ter.

Also wirft sich Oliver ins KostĂŒm und versucht es auf diese Weise mit ihm zu sprechen. Dabei erhĂ€lt er dann die Info zur entfĂŒhrten Susan (Carly Pope), die als Lebensversicherung fĂŒr Chase fungiert. So lange er lebt, lebt sie. Er hat so viele Schritte auf seinem Vorausseh-SchrittzĂ€hler, dass Oliver noch nicht einmal das Spiel begriffen hat. Er verliert dementsprechend keine Zeit das Team zu informieren, das sich beratschlagt, was man machen sollte. Die Polizei einweihen steht oben auf der Liste, wie aber schon angedeutet endet das fĂŒr den Captain nicht erfreulich, sondern im Koma.

Diggle (David Ramsey) kritisiert Oliver zurecht dafĂŒr, dass er seinen taktischen Vorteil gegenĂŒber Chase nicht bewahrt hat, denn so hĂ€tte man in Ruhe planen können, um den Meisterplaner vielleicht einmal kalt zu erwischen.

Szenenbild aus der Arrow-Episode „Checkmate“
Szenenbild aus der Arrow-Episode „Checkmate“ - © The CW

Also verfolgt man die Spur, die man kennt: Das Haus der Mutter und schickt Dinah (Juliana Harkavy) und Curtis dorthin, wo die T-Spheres dann helfen sollen. Allerdings findet man in dem Haus der Mutter des unheimlichen Serienkillers nur eine Videobotschaft, in der er Prometheus fröhlich vor sich hin quÀlt.

Chase trifft derweil auf Rene (Rick Gonzalez) und Quentin (Paul Blackthorne) in zivil und freut sich daran, dass alle nun mit offenen Karten spielen, weil er sich immer noch maximal ĂŒberlegen fĂŒhlt. Spartan und GA besuchen derweil Mrs. Chase, die nicht glauben will, dass ihr Ehemann der Throwing Star Killer sein soll, denn die Medien und der BĂŒrgermeister sagen, dass Green Arrow der Verbrecher ist. Schönes Eigentor, dass Oliver sich damit also durch den DA-Ratschlag geschossen hat. So taucht auch die Anti-Crime-Unit auf und will ihn verhaften, doch mit Diggles Hilfe gelingt die Flucht.

Bei einer Pressekonferenz bleibt Oliver auf seiner harten Linie und fordert, dass Green Arrow sich innerhalb von 24 Stunden stellen soll oder er zum Abschuss freigegeben wird. Chase erdreistet sich, nach seinem feigen Anschlag auf Captain Pike (Adrian Holmes) ihn im Krankenhaus zu besuchen, um Oliver zu verhöhnen. Ihm sind sĂ€mtliche Verluste bekannt, die Oliver schon durchmachen musste und er glaubt, dass er kurz vor dem endgĂŒltigen Zusammenbruch steht. Einer fehlt noch, könnte man sagen. WĂŒrde er ihn töten, dann wĂŒrde er sich selbst töten, heißt es. Ein Satz, der zwei Mal fĂ€llt, auch einmal auf dem Mund von Bratva-Paten Gregor.

Bei der Susan-Situation frage ich mich immer wieder, ob der gemeine Zuschauer genug Bindung zur Figur aufgebaut hat, damit einem ihr Schicksal irgendwie nahe geht. Wenig glaubhaft ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Oliver so mitnimmt, aber wenn man nicht dauernd Felicity in Gefahr bringen will, hat man wohl keine bessere Wahl, außer die Figur besser aufzubauen. Problematisch daran ist, dass ihre LoyalitĂ€t fĂŒr die lĂ€ngste Zeit in Frage gestellt wurde und man so kein richtiges Vertrauen aufbauen konnte.

Not targets, but your strength

Oliver veranlasst das GesprĂ€ch dazu, ein paar GegenstĂ€nde in der Arrow-Hölle kurz und klein zu schlagen. Bis Diggle ihn tröstet, denn anders als sein WeggefĂ€hrte glaubt Diggle, dass die TeamgefĂ€hrten keine weiteren Ziele fĂŒr die Feinde darstellen, sondern starke VerbĂŒndete. Oliver möchte ihn dann in seinem eigenem Spiel schlagen, was das bedeutet, wird spĂ€ter deutlich, denn Diggle und er haben eine Idee, die aber nach hinten losgehen muss...

In dieser Episode sehen wir nĂ€mlich erneut seine Frau, die Diggle und Oliver einsetzen möchten, um ihn von seiner Mission abzubringen, doch jeder der den Anfang der Serie sieht und schon einmal andere Serien gesehen hat, wird ahnen können, dass das das Todesurteil fĂŒr Mrs. Chase bedeutet. Der psychopathische Killer, der mehrere Jahre seines Lebens fĂŒr die Rache geopfert hat, kommt nicht zur Besinnung, weil seine Frau ihn kurz einmal darum bittet und so haben Spartan und Green Arrow die Frau indirekt auf dem Gewissen. Good job, ihr Helden...

Prometheus hat zur Ablenkung derweil Bomben mit Countdown angebracht, um die sich die anderen Teammitglieder kĂŒmmern sollen. Dinah ist etwas mit Wild Dog aka Lassie unterwegs und Mr. Terrific unterstĂŒtzt Oliver bei der Suche nach Susan. Das Finden dauert verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kurz und Susan kommt mit einem Schreck aus der Sache davon, wobei sie endgĂŒltig um die DoppelidentitĂ€t von Ollie weiß.

Der Kampf zwischen Green Arrow und Prometheus kommt natĂŒrlich nicht ohne die Bud-Spencer-mĂ€ĂŸigen Soundeffekte aus, die mir diesmal besonders aufgefallen sind und Prometheus ist ĂŒberzeugt, dass Oliver ihn nicht töten kann. Denn anders als bei Oliver ist Talia bereit Chase bzw. Morrison zu helfen und schießt Oliver von hinten ins Bein. Die beiden verschleppen ihn, wĂ€hrend Chase in der Öffentlichkeit den Mord an seiner Frau so inszenieren kann wie er möchte und seine Rache weiterauskosten. Denn umbringen will er Oliver nicht. Die Ähnlichkeiten zu Slade sind auf manchen Ebenen frappierend, nur ist Prometheus bislang relativ normal. Er kommt ohne Mirakuru, dafĂŒr mit Al-Ghul-Ausbildung daher. Bis zum Finale bleibt ihm noch sehr viel Zeit Oliver zum Schwitzen zu bringen und sicherlich wird es noch opfer geben (Thea?)

Dass Oliver entfĂŒhrt wird, ist eine interessante Variante, gerade jetzt wo er viel politischen Einfluss hat und man Green Arrow zum Buhmann gemacht hat. Man muss sehen, was Chase noch so alles plant. Womöglich gibt es nach fĂŒnf Staffeln doch das endgĂŒltige Outing, um der Serie neuen Drive zu geben. Oliver vertraut in sein Team und hofft auf deren Hilfe und ich auf mehr zur Motivation des Gegners.

Flashback in Flash

Schießerei, Anatoly, Oliver und Victor gegen Gregor. EisflĂ€che. Oliver verkleidet sich als „The Hood“. Gregor wird getötet. Anatoly warnt Oliver vor Talia, die fĂŒr seinen grĂ¶ĂŸten Schmerz verantwortlich sein könnte. Leider wieder grĂ¶ĂŸtenteils ĂŒberflĂŒssig und langweilig.

Fazit

Auch nach fĂŒnf respektive rund zehn Jahren im RĂ€cherbusiness macht Oliver Queen ĂŒberstĂŒrzte Fehler und lĂ€sst sich einen taktischen Vorteil entgehen, wĂ€hrend Felicity sich blauĂ€ugig in eine Organisation saugen lĂ€sst, die sie korrumpieren wird. DafĂŒr darf Adrian Chase als hochnĂ€siger Schurke glĂ€nze und den arroganten Planer raushĂ€ngen lassen.

Immerhin ist die Episode dadurch, dass nun alle wissen, woran sie sind, auf gewisse Weise spannend und kurzweilig, wĂ€hrend die ZufĂŒgung von Talia ein bisschen Spritzigkeit und den VermĂ€chtnisaspekt ergĂ€nzt. Das Duo, sofern es denn eines bleibt, hat etwas von Deathstroke und Ravager in Staffel zwei und Olivers EntfĂŒhrung kann, wenn sie richtig ausgespielt wird, auch noch spannend werden.

Ob das Team wirklich so gut ist, wie Diggle es aufbaut, muss sich nun zeigen. Besonders, da manche Zuschauer mit einigen Teammitgliedern wohl immer noch nicht so recht warm geworden sind, woran die Autoren aber Mitschuld tragen.

Trailer zur Episode Kapiushon der Serie Arrow (5x17):

Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 16. MĂ€rz 2017

Arrow 5x16 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 16
(Arrow 5x16)
Deutscher Titel der Episode
Schachmatt
Titel der Episode im Original
Checkmate
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 15. MĂ€rz 2017 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 1. August 2017
Regisseur
Ken Shane

Schauspieler in der Episode Arrow 5x16

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