Arrow 5x01

Arrow kehrt mit der Episode Legacy mit der fünften Staffel auf die Bildschirme zurück. Dabei hat sich einiges verändert und anderes ist gleich geblieben. Oliver Queen (Stephen Amell) ist Bürgermeister von Star City, sagt den Verbrechern der Stadt aber auch weiterhin den Kampf an - nur eben ziemlich allein.
Felicity (Emily Bett Rickards) steht ihm als Techsupport zur Seite, aber Diggle (David Ramsey) ist wieder in Diensten der US-Armee, während Thea (Willa Holland) sich auf die Karriere als Politberaterin konzentriert und Quentin (Paul Blackthorne) - schwer vom Verlust seiner Tochter getroffen -, erst kürzlich wieder in die Stadt zurückgekehrt ist. Die Beziehung mit Donna ist (vorerst?) vorbei und so auch seine trockene Phase, denn der Alkoholismus hat ihn wieder eingeholt.
Anti-Crime-Initiative
Als Bürgermeister sagt Oliver dem Verbrechen und der Polizeikorruption den Kampf an, hat aber wegen seiner Zweitidentität Probleme mit der Pünktlichkeit und auch mit dem politischen Taktgefühl. Anarky aka Lonnie Machin (Alexander Calvert) trägt für seine Verspätung aber auch Schuld. (Dachte noch jemand, dass er eigentlich aus der Welt sei?)
Was an der Eingangsszene positiv auffällt, ist, dass Green Arrow sich wieder auf seine Waffen, Trickpfeile und Skills verlässt, was auch im weiteren Episodenverlauf wiederholt wird. Zudem kann man Bemühungen feststellen, die Action wieder etwas hochwertiger und abwechslungsreicher zu inszenieren - hoffentlich kann das auch längerfristig gelingen.
Laurels Tod verändert viel, nicht nur bei Oliver, der deswegen wieder deutlich aggressiver als zuletzt wird und tatsächlich auch wieder zu tödlichen Mitteln greift, während Thea sich so gut wie lange nicht mehr fühlt und deswegen nicht das Speedy-Kostüm überstreifen möchte, da sie eine schöne friedliche Zeit ohne Gedanken an Mord und Blutlust hatte.
Dass Oliver die Stadt nicht alleine sauber halten kann, ist ein weiteres zentrales Thema des Auftakts, doch gleichzeitig will er die von Felicity vorgeschlagenen Kandidaten für ein neues Team die längste Zeit über nicht in Erwägung ziehen. Wild Dog (Rick Gonzales) muss gar einen Pfeil ins Bein dafür kassieren, dass er ihm beim Entschärfen einer Bombe helfen will. Das ist eine ziemlich fiese und übermäßig harte Reaktion, ein klassischer dick move quasi.
Ein Neuanfang

Thea mausert sich immer mehr zur schlauen politischen Kennerin, die in die Fußstapfen von Mutter Moira zu treten scheint und - ich mutmaße - sicherlich irgendwann das politische Amt von Oliver, der den Spitznamen „Mayor Handsome“ trägt, übernehmen wird.
Einen Neustart machen auch die Kriminellen der Stadt, denn Tobias Church (Chad Coleman) hat Ambitionen und auch ein klares Ziel: den Top Dog Green Arrow, den er instinktiv mit Oliver Queen verbindet und deswegen bei der Zeremonie zu Ehren von Black Canary angreift und entführt.
Church ist eine Mischung aus Stratege und Muskelberg, der mit einem Plan in die Stadt kommt, für den man eigentlich einen langen Atem braucht. Und er ist natürlich bereit, über Leichen zu gehen. Oliver muss bei dem Überfall logischerweise mitspielen, wenn er nicht verraten will, dass der Bürgermeister gleichzeitig auch ein maskierter Selbstjustizler ist. Immerhin entzündet er bei der Enthüllung der Statue von Black Canary erneut das Feuer in Quentin, der genug hat von seinem Baden in Selbstmitleid und wieder tätig werden will. Dabei ist es auch er, der Thea dazu bringt, doch noch einmal das Speedy-Kostüm anzuziehen und Oliver die Flucht zu ermöglichen, während einige weitere Geiseln durch Bewegungsmelder an Bomben gebunden sind.
Es ist fast ein wenig schade, dass Thea wegen ihres Bruders so schnell wieder ins Dress steigt, weil ihr außer dem seelischen Schaden oft auch körperlich etwas zugestoßen ist. Aber sie dürfte in Diggles Abwesenheit die fähigste Person sein, um einzuschreiten.
Einen moralischen Rückschritt macht Oliver in ihren Augen dadurch, dass er bei der Befreiungsaktion durch das Töten sein Geheimnis verbirgt und so doch wieder in gewisser Weise seinen Status aus Staffel eins erreicht. Allerdings sind es vordergründig Schuldgefühle bezüglich Laurel (Katie Cassidy), die Oliver so handeln lassen. Hätte er seinen Feind schon vorher ausgeschaltet, dann wäre seine Freundin nicht gestorben - ausgelassen werden hier natürlich noch die tausenden Opfer durch den Raketensprengkopf, was Felicity zumindest im Auftakt wenig belastet, aber sicherlich noch aufgegriffen wird.
Das Dilemma rund um die Methoden passt dabei relativ gut zum Russland-Kapitel in den Flashbacks, dennoch hoffe ich, dass es nicht ausartet und Oliver bald wieder auf ein gesundes Maß runterkommt. Besonders, wenn er ein neues Team anführt, das zu ihm aufschaut - und das tut es bestimmt nicht, weil er andere Leute knallhart umbringt.
Das Versprechen
Der Auftakt offenbart außerdem, welches Versprechen Laurel ihm abgerungen hat. Dabei geht es, wie der Episodentitel schon nahelegt, um ein Vermächtnis. Ein erster Schritt ist die Erinnerung an ihren Einsatz als Black Canary durch die Statue, aber gleichzeitig soll der Mantel der Heldin weitergereicht werden und sie somit nicht in Vergessenheit geraten. Ein potentieller Name für die Position wurde von Felicity schon genannt. Evelyn Sharp (Madison McLaughlin), die in Staffel vier als Nachahmerin in Erscheinung trat. Mal abwarten, es scheint eher, dass sie einen eigenen Codenamen erhält.
Die Zusammenarbeit zwischen Oliver und Quentin ist ebenfalls Teil des Vermächtnisses von Laurel, denn die wollte, dass sich die beiden Männer gut verstehen. Sie haben immerhin das gleiche Ziel und wollen Star City zu einem besseren Ort machen. Das geht nicht, indem man sich der Sucht hingibt oder stur einen Alleingang durchzieht. Darum müssen neue Leute her. Sowohl bei der SCPD, die nicht ganz sauber ist, als auch in Team Arrow. Also teilt man sich das Arrow Lair als Basis und testet das Ganze bei der Befreiungsaktion der Geiseln.
Duck, Duck, Goose

Quentin hat zwar einige Namen von Polizisten, für die er bürgt, aber ein neues Team muss sich erst eingrooven, denn, wenn alles direkt wie am Schnürchen läuft, wäre das ja auch langweilig. Und so entkommt Church natürlich, während die Geiseln immerhin befreit werden.
Doch was die Guten können, das kann auch der Schurke und so plant er, alle Verbrecherbanden unter einem Dach und seiner Anführerschaft zu vereinen und hat die Machtstrukturen bereits von innen angegriffen.
Ein nettes Gimmick in der Actionsequenz ist der Fallschirmpfeil, wohingegen der Kampf im Helikopter etwas merkwürdig wirkt, denn beim wilden Gekloppe fehlt die Übersicht.
Den Kampf geben die Helden aber noch lange nicht auf und Oliver gründet tatsächlich die neue Anti-Verbrechen-Abteilung, die durch den mysteriösen Bogenschützen, der im Vorfeld als Prometheus offenbart wurde, allerdings schon bald ihr erstes Mitglied verliert.
Curtis (Echo Kellum) plädiert auch dafür, dass man sich Wild Dog als neues Arrow-Team-Mitglied ansehen sollte, schlägt sich, nachdem er sich bei der Recherche aber eine Verletzung zugezogen hat, aber auch noch selbst als Rekruten vor. Den Segen für neue Teammitglieder gibt es per Videotelefon auch von Diggle, der Oliver ebenfalls noch einmal mitteilt, dass sich Dinge eben manchmal ändern müssen und nichts von Dauer ist.
Felicity hat derweil mit etwas anderem abgeschlossen: der Liebschaft mit Oliver nämlich, denn zu Hause wartet ein neuer Freund, Detective Malone (Tyler Ritter), auf sie. Vielleicht bedeutet das, dass wir für eine Weile mit dem Soapdrama um „Olicity“ verschont werden. Wäre nicht das Schlechteste, was passieren könnte. Ist er vielleicht jetzt schon ein Kandidat für die Rolle des Prometheus? Oder sind die Spekulationen an dieser Stelle viel zu früh?
Bratva

Noch zu dem Teil, der in Staffel vier am überflüssigsten war: die Flashbacks. Olivers Abstecher nach Russland beginnt zumindest spaßig mit ihm als Fight-Club-Mitglied, das sich so etwas Geld dazu verdient, dabei aber auch um Leben und Tod kämpft und den Falschen erwischt.
Sein wahres Ziel ist ein gewisser Kovar, denn er hatte Taiana (Elysia Rotaru) versprochen, dass er sich um ihn kümmern würde. Vielleicht hätte Oliver im Fight Club nicht den besten Kämpfer besiegen sollen, denn das bringt ihm nun nur Ärger ein.
Die Zuschauer werden auch noch einmal an die ominöse Liste erinnert, die seine erste Zeit als Arrow bestimmte, sich aber irgendwann als hinfällig erwiesen hatte. Rettung in letzter Sekunde kommt durch Anatoly (David Nykl), der sich schnell wieder einen Platz im Herzen dieses Zuschauers sichert, als er Olivers Daumen spontan ausrenkt und ihm das als Fähigkeit für solche Situationen beibringt.
Er soll ihm helfen, zu Kovar zu kommen, dafür muss er aber erst einmal durch die Prüfung zur Initialisierung kommen. Und er warnt ihn, dass sein Unterfangen sehr schwer werden könnte.
Fazit

Legacy führt die Serie Arrow tatsächlich wieder in eine bodenständigere Richtung zurück, spricht einige nervige Eigenschaften der vierten Staffel an und versucht, sie auszubessern. Selbst die zuletzt nervigen Flashbacks machen wieder einigermaßen Spaß. Man muss sehen, wie lange das durchgehalten werden kann.
Die Besinnung auf alte Stärken auch in der Action stimmt vorsichtig optimistisch auf den weiteren Staffelverlauf, wobei der Konflikt rund um das Töten sicherlich die Gemüter spalten wird. In meinen Augen ist Mord im Waffenarsenal eines kostümierten Helden der einfachste und nicht gerade der beste Weg und sägt klar an der Vorbildfunktion, die dieser haben sollte.
Trailer zur nächsten Episode, The Recruits (5x02), der US-Serie Arrow:
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 6. Oktober 2016Arrow 5x01 Trailer
(Arrow 5x01)
Schauspieler in der Episode Arrow 5x01
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