Arrow 4x23

Wenn man auf die vierte Staffel von Arrow hier bei SERIENJUNKIES.DE® zurückblicken wird, dann wird man sie als den Moment festhalten können, an dem die Stimmung und die Einstellung vieler Kommentatoren gegenüber der Serie gekippt ist. Gewisse Entwicklungen - allen voran Felicitys (Emily Bett Rickards) Lähmung und anschließende Heilung und Laurels (Katie Cassidy) Tod, bei dem extra viel Wert drauf gelegt wurde, ihn möglichst endgültig zu gestalten und nicht zuletzt die Flashbacks, die ein für alle Mal ihren Jump-The-Shark-Rubicon der Gleichgültigkeit überschritten haben - dürften viele verprellt und verärgert haben. Aber auch sonst fällt im vierten Jahr der Serie auf, dass man sich entweder im Autorenstab merklich weniger Mühe gibt oder Schwächen wegen des Qualitätsabfalls deutlicher zur Geltung kommen. Waren die Kampfszenen in den ersten Staffeln noch frisch und originell, sieht man inzwischen die Stuntpersonen bei fast jeder großen Actionszene. Neue Ideen wären notwendig oder große Status-Quo-Änderungen. Dass das auch in einer Superheldenserie möglich ist, hat Smallville mit immerhin 10 Staffeln bewiesen. Dort wurde die Serie von einer High-School-Serie mit Superhelden zu einer immer epischeren und erwachseneren Serie.
Aber genug des Vorgeplänkels: Was passiert in Schism, dem 4. Staffelfinale von Arrow?
Home Invasion
Damien Darhk (Neal McDonough) ist bei Felicity eingefallen und bedroht nun sie, Donna (Charlotte Ross) und Curtis (Echo Kellum). Er verlangt von der Hackerin, dass sie Rubicon wieder online bringt und droht damit andernfalls Mutti Smoak umzubringen. Zur Rettung eilen Green Arrow (Stephen Amell) und Spartan (David Ramsey) herbei. Doch Darhk kann zum xten Mal Ollies Pfeil in der Luft aufhalten und in diesem besonderen Fall den explosiven Pfeil zum Implodieren bringen. Nebenbei mähen die beiden Helden zahlreiche Hive-Drohnen um. Als er wieder mal die Aussaugetaktik anwenden will, rettet ihn Thea (Willa Holland), indem sie nun wiederum droht seine Tochter umzubringen. Man lernt halt vom Feind.
Bei der ganzen Action wird Curtis schwer verletzt und sofort nach Damiens Flucht behandelt. Felicity setzt sich direkt daran die drohenden Raketen aufzuhalten, hat jedoch nicht die zündende Idee. Oliver kann gegen den durch die tausenden Tode erstarkten DD wenig ausrichten, denn beim letzten Versuch war es Felicity, die ihm Hoffnung spendete. Wie dringlich die Lage ist, sieht man dann als Lyla (Audrey Marie Anderson), Chefin von Argus, nach dem Status von Rubicon fragt. Die gesamte Welt hat nur noch zwei Stunden, während Star City knapp 45 Minuten hat. Aufgrund der Gefahr bittet Felicity Quentin (Paul Blackthorne), ihre Mutter Donna in Sicherheit zu bringen. Auch Lyla und Diggle rufen vorsorglich Baby Sara an und verabschieden sich, wobei auch ein Chopper von Argus zur Verfügung stehen würde, falles es hart auf hart kommt.
Felicitys Ex Cooper Seldon ist ebenfalls wieder am Werk und wird von Darhk zur Kooperation gezwungen. Argus wagt mit einem Strike-Team den Angriff auf Darhks Tempel, wo dieser sich mit seiner Tochter verzogen hat. Diese vermisst ihre verstorbene Mutter, mit der sie, wenn Darhks Plan klappt, wiedervereint werden dürfte. Das Sledgehammer-Team überlegt den taktischen Vorstoß aber nicht und dürfte Darhk nur noch etwas mächtiger machen.
Die Zerstörung des Arrow-Bunkers
Im Gegenzug startet Hive die Invasion auf den Arrow-Bunker, der ordentlich in Mitleidenschaft gezogen wird - das schreit nach einer Renovierung für die fünfte Staffel. Nebenbei zögert Diggle kurz bei einem Angreifer, der ihn an Bruder Andy erinnert, was auch Lyla sieht und deswegen den Kill macht. Fürderhin lässt sich auch Malcolm Merlyn (John Barrowman) mal wieder blicken, der natürlich im dramatisch passendsten Moment Tochter Thea rettet und nun wieder klar gegen Darhk steht. Selbst Felicity darf ein paar Knüppelhiebe verteilen.
Was wäre, wenn...

Oliver denkt darüber nach, ob Laurel ohne seine Neuerfindung als Green Arrow am Anfang dieser Staffel gestorben wäre, wird jedoch von Felicity aufgemuntert. Auch Curtis rappelt sich trotz Verletzung auf, um Oliver zu inspirieren. Er und sein Mann Paul haben nach - rein zufällig - drei großen Attacken (Undertaking/Siege/Outbreak) auf die Stadt mit dem Gedanken gespielt fortzuziehen, sich dann aber wegen der Green-Arrow-Ansprache im Fernsehen wieder umentschieden.
A New Hope

Das weckt den Politiker in Ollie, der aufs Dach eines Autos steigt und die ängstlichen und randalierenden Bewohner Star Citys zur Gegenwehr motiviert. Man habe schon Schlimmeres durchgestanden und wird dies auch wieder tun. Natürlich dreht Quentin ebenfalls um und kehrt in seine Heimat zurück. Curtis ist auch in einer weiteren Hinsicht das Zünglein an der Waage, denn er gibt Felicity das Stichwort für eine Raketenabwehr und gemeinsam gelingt es, den anbahnenden Flugkörper fortzulenken. Bleiben noch 15.000 andere, die man aber mit der selben Methode behandeln könnte.
Oliver will sich derweil DD in der City Hall vorknüpfen und Diggle besteht darauf ihm zu helfen. Vorher klärt er noch Lyla über den Mord an seinem Bruder auf (der nicht Notwehr war, sondern bei klarem Verstand begangen wurde, um ihn ein für alle Mal aufzuhalten). Doch die unterstützt ihn damit, dass im Krieg eben Opfer zu beklagen sind.
Darhk fühlt sich sicher, dass er die Oberhand gegen Green Arrow haben wird und zieht ihn auf, doch die Unterstützung Star Citys liegt bei Oliver und gibt ihm bald neue leuchtend gelbe Kraft, als die Herrschaften das Lebenskraftsaugen unterbinden. Die Unterstützung der Stadt erinnert an diverse „Spider-Man“-Filme, ist aber bei Arrow tatsächlich mal ein neues Motiv und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit verletzt ein Pfeil Darhk. Viele haben in den Kommentaren bemängelt, dass der Held der Serie kaum noch Pfeile verschießen darf. Das trifft auch zu und sollte ein Punkt sein, an dem man in der fünften Staffel arbeitet. Genauso wie die bereits kurz angesprochene Tatsache, dass man die Stuntmen zu oft klar erkennt, wie bei dem Kampf Arrow/Darhk - das hat nämlich bisweilen schon „Spaceball“-Parodiequalität. Fraglich ist auch, wie viele Leute sich noch daran erinnern, dass DD früher einmal Mitglied von Ra's Al Ghuls League of Assassins war, denn bevor er ins Gefängnis kam und seine Magie gestohlen wurde, haben das die Autoren schön unter den Tisch fallen lassen. Der Kampf ist ohnehin nicht lang und wird kurz durch die moralische Unterstützung Diggles und Quentins unterbrochen.
Malcolm, Thea, Curtis und Felicity kümmern sich derweil um den Konkurrenzhacker, der per magischer Fernsteuerung trotz Höllenqualen weiter arbeiten soll, bis Felicity mit der Zauberzunge ihn zur Vernunft bekehrt und an den inneren Idealisten und Weltretter in ihm appelliert. Mission erfolgreich. Ex tot.
Ding-dong the Wizard is...
Als Oliver seinen Gegner soweit hat, stellt sich eine der spannenderen Fragen dieser Staffel: Wird er ihn tatsächlich umbringen oder gibt es eine Alternative? Verhöhnend sagt Darhk selbst, dass er nicht mal den Muttermörder Slade Wilson (Manu Bennett) hat umbringen können, doch da er keine magischen Kräfte hat, konnte er ihn durch das Gefängnis auf Lian Yu aus dem Verkehr ziehen. Darhk erfährt nach Monaten der Qual, zehntausend Toten und dem Mord an Laurel keine Gnade und stirbt tatsächlich.
Getrennte Weg
Ohne Damien eröffnen sich für die einzelnen Unterstützer des Teams neue Möglichkeiten. Diesmal verlässt nicht Oliver die Stadt mit Felicity, sondern alle andere gehen und die beiden bleiben.
Quentin und Donna wollen mal ein wenig ausspannen, denn Quentin hat den Job verloren und muss schauen, was die Zukunft bringt. Thea kam direkt aus der Lazarus-Grube ins Team und verlor immer mehr ihre Menschlichkeit, bis zu dem Punkt, wo sie ein unschuldiges kleines Mädchen umbringen wollte. Außerdem denkt sie darüber nach, was Laurel getan hätte. Ihr Vermächtnis schwebt natürlich auch über Oliver, der ihr Grab besucht, und Quentin.
Es sieht kurzzeitig so aus, als würde das Team nun aus dem Originaltrio bestehen, doch auch Diggle will herausfinden, wo er vom rechten Pfad abgekommen ist. Allerdings tut er das nicht im Kreis seiner kleinen Familie, sondern offenbar indem er sich wieder für den Militärdienst verpflichten lässt. Wäre er Pilot, könnte man hier eine nette kleine Hal-Jordan-Variante probieren und ihn zu Green Lantern machen. Mal sehen, was sich die Autoren im Bezug auf Diggle ausdenken.
Mayor Queen

Oliver will den Mix aus hell und dunkel in seinem Inneren ausnutzen und nimmt die Chance wahr, die ihm ein Mitglied des Stadtradts bietet: Ohnehin hatten ihn bei der Wahl 48 Prozent der Wähler als Einschreibkandidaten vorgeschlagen. Nun wird Oliver also doch noch über Umwegen zum Bürgermeister und Felicity wird anders als der Rest nicht von seiner Seite weichen. Das riecht wie ein teils verdienter Seitenhieb an alle, die inzwischen nur noch auf der Figur und ihrer großen Rolle in der Serie rumhacken.
The Promise
Die Flashbacks präsentieren sich wieder arm an Höhepunkten, was besonders auf die Konfrontation zwischen Reiter (Jimmy Akingbola) und Taiana (Elysia Rotaru) zutrifft, die nach dem langweiligen Aufbau zu einem unspannenden Ende gebracht wird. Zugegeben: Seine Aktion gegen die fliehenden Sklaven in Flugzeug demonstriert gut das Ausmaß seiner Macht. Mit ein wenig Hilfe von Olivers Wurfmessern kann sie ihn dann aus dem Verkehr ziehen, wird aber von der Macht übermannt und fleht Oliver an, sie umzubringen, bevor sie zum Monster wird. Vorher muss er ihr aber noch etwas versprechen. So gewährleisten die Autoren, dass die Flashbacks auch in der fünften Staffel noch eine Rolle spielen, obwohl sie sicherlich kaum jemand noch spannend findet. Narrativ haben sie ihre Daseinsberechtigung schon seit Staffel drei verspielt und sind inzwischen nur noch Ballast, den man wegen des fünfjährigen Exils mitschleppen muss. Persönlich bin ich auch gespannt, wie Oliver zum langhaarigen, bärtigen Wildling wird.
Amanda Waller darf noch einen Kurzauftritt abliefern und bringt Oliver und den Rest der Gefangenen von der Insel. Zudem liefert sie ihm seine Proto-Arrow-Rüstung und seine wenigen Habseligkeiten. Außerdem ist sie diejenige, die Oliver mit auf den Weg gibt, dass Mord manchmal der einzige Ausweg ist.
Fazit
Arrow zeigt im vierten Staffelfinale und in der gesamten Staffel Ermüdungserscheinungen. Der Lack ist ab und es müssten große Veränderungen her, um der Serie wieder mehr Frische zu verleihen. Dazu müsste aber auch an der Erzählstruktur der Serie gerüttelt werden, die immer wieder nach ähnlichen Mustern verläuft und auf eine große Katastrophe in und um Star City hinausläuft.
Auch wenn ich nicht der Reviewer von The Flash bin, finde ich, dass das Finale dort auf einer emotionalen Ebene zumindest besser funktioniert hat als hier. Im Endeffekt war Damien Darhk am Ende vieles egal. Er wollte die Welt reinigen und sie brennen sehen. Eine kreative Motivation ist anders und die Umsetzung passiert auch ohne große Überraschungen oder Wendungen. Vieles ist nur noch austauschbar und die Versatzstücke werden dann nach Belieben zusammengefügt. Prinzipiell hätte man die Serie hier auch beenden können und das hatte ich auch schon bei Staffel drei gesagt, während bei The Flash durch das Ende von The Race of his Life für Comickenner mannigfaltige Türen für die Spekulation geöffnet werden. Oliver Queen als Bürgermeister und ein Back-to-the-Roots stinkt hingegen im Vergleich ab. Mal schauen, wie viele Zuschauer ihre Drohung wahr machen und der Serie den Rücken kehren werden.
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 26. Mai 2016Arrow 4x23 Trailer
(Arrow 4x23)
Schauspieler in der Episode Arrow 4x23
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