Arrow 4x02

Arrow 4x02

Die Arrow-Episode The Candidate stellt die Figuren vor ein Problem. Wie können positive Veränderungen für die Heimatstadt oder den eigenen Verantwortungsbereich erwirkt werden? Dazu braucht es nur eine kleine Prise Anarky als Katalysator.

Szenenfoto aus der Episode „The Candidate“ der US-Serie „Arrow“ / (c) The CW
Szenenfoto aus der Episode „The Candidate“ der US-Serie „Arrow“ / (c) The CW

Mit der zweiten Episode der vierten Staffel von Arrow zeigen die Macher noch deutlicher, wohin die Reise für viele der Figuren diesmal hingehen soll. Besonders Oliver (Stephen Amell) und Felicity (Emily Bett Rickards) erhalten von Außenstehenden eine Inspiration für ihren weiteren Weg, der ihre Rückkehr nach Star City rechtfertigt.

Während für Felicity der erste Tag als Besitzerin von Palmer Tech ansteht, treffen sich Oliver und Thea (Willa Holland) mit ihrer Bekannten Jessica Danforth (Jeri Ryan) und ihrer Tochter zum Essen. Dabei bekundet Jessica ihre Absichten, sich als Bürgermeisterkandidatin aufstellen zu lassen. Aufgrund der Tatsache, dass mehrere Kandidaten und Amtsinhaber zu Tode gekommen sind, finden die beiden Queen-Geschwister sowie ihre eigene Tochter diese Idee natürlich nicht sonderlich gut. Jessica möchte der Stadt jedoch helfen und dem Vorbild ihrer Freundin Moira folgen.

Bei der Veranstaltung, auf der Jessica ihre Absichten bekanntmachen will, kommt es auch rasch zur Störung durch Lonnie Machin (Alexander Calvert) aka Anarky, der ihre politische Karriere beendet will, bevor sie so richtig anfängt. Thea und Ollie verhindern jedoch das Schlimmste. Bald kommt heraus, dass Machin von Damien Darhk (Neal McDonough) angeheuert wurde, seinen Auftrag jedoch nicht zufriedenstellend erledigt hat und nun nur die Hälfte seines Verdienstes erhält. Der Ordnungsfanatiker Darhk geht nach bestimmten Regeln vor, wobei ihm das Vorgehen dieses Handlangers nicht gefällt, doch der lässt sich nicht beirren und macht weiter, indem er Danforths Tochter entführt.

Das Arrow-Team kommt ihm derweil über die Spuren, die er auf einer Windschutzscheibe hinterlassen hat, langsam, aber sicher auf die Schliche. Wie Oliver an das zugehörige Auto kommt, erklärt gleichzeitig in einem Nebensatz, dass Felicity als Firmenboss nun ein Vermögen hat, auf das das Team zugreifen kann.

Die knallharter Speedy

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;The Candidate%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;The Candidate%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW

Das Verhalten von Thea aka Speedy steht in dieser Episode nach ihrem beinharten Einsatz gegen einen Verbrecher wieder ganz oben auf Olivers Prioritätenliste. Eigentlich denkt er, dass es mit einer Ermahnung getan ist, doch später beim Suchen nach Hinweisen auf unser Entführungsopfer schlägt die junge Queen-Dame wieder über die Stränge und bricht einem Obdachlosen den Arm.

Das geht Oliver endgültig zu weit und zurück im Hauptquartier konfrontiert er sie vor versammelter Mannschaft damit. Er will ihr beibringen, wie man den Hinweisgebenden auch ohne Armbruch hätte befragen können, doch er provoziert damit nur einen erneuten Ausraster. Dabei kommt er zum Schluss, dass das die Nachwirkungen durch ihr Bad in der Lazarus Grube sein müssen, das sie vor dem Tod bewahrt hat. Allerdings stellt sich die Frage, warum die Nebenwirkungen erst sechs Monate danach hervorkommen. Oliver vermutet, dass sie sich aufgestaut haben, doch ob das wirklich so ist, muss sich noch zeigen. Es könnte natürlich auch an der Konditionierung und dem Kampftraining durch Malcolm (John Barrowman) liegen.

Geheimnisse, die ans Licht kommen

Vor Laurel (Katie Cassidy) wurde diese Tatsache bisher verborgen gehalten, womöglich, damit sie nicht auf die Idee kommt, die sie später deswegen entwickelt.

Apropos Geheimnis: Diggle (David Ramsey) traut seines aus der letzten Episode Laurel an. Er hat nämlich verschwiegen, dass HIVE, die Organisation mit der Damien Darhk verkehrt, den Tod seines Bruders Andy beauftragt hat. Für ihn ist das Ganze eine Familienangelegenheit und deswegen nichts, was Oliver etwas angeht. Allerdings hat er schon zwei Jahre mit der Recherche verbracht und war bisher wenig erfolgreich, was konkrete Hinweise angeht. Sind wir mal ehrlich: Würde er Felicity fragen, würde sie bestimmt nur Sekunden oder Minuten brauchen. Nett ist dabei, dass sie die passende Person für das Gespräch ist, weil sie am besten weiß, wie es ist, ein Geschwisterkind zu verlieren.

Unerwartete Unterstützung

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;The Candidate%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;The Candidate%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW

Die Unterstützung zum Fall der entführten Tochter kommt ausgerechnet von Darhk, der diese Information Quentin (Paul Blackthorne) zuspielt, weil er mit Anarkys Arbeit unzufrieden ist. Der hat allerdings bereits jetzt genug von seinem Übereinkommen mit dem „Big Bad“ der Staffel und schlägt frechere Töne an. Darhk ist jemand, der einmaliges Versagen oder Verstoßen gegen Regeln toleriert, deswegen kommt der Cop mit einer Warnung davon, er macht aber deutlich, dass diese Respektlosigkeit nicht noch einmal geduldet wird und droht, dass seiner Tochter Laurel etwas zustoßen könnte. Ist das alles, was Darhk gegen ihn in der Hand hat? Laurel dürfte doch auf sich allein aufpassen können - oder hat Quentin andere Leichen im Keller?

Wie der Captain bei seinem Treffen mit Oliver ihn auf seine Green-Arrow-Botschaft anspricht, ist schon sehr offensiv und geradeheraus. Auch Oliver tut kaum noch so, als wüssten beide nicht Bescheid. Dieses Wissen könnte also noch zur Belastung werden, denn bisher vermutet Doppel D ja nicht die gleiche Person wie Arrow hinter der Maske von „Green Arrow“.

Quentin ruft das Team zur Hilfe, um sich Anarky entgegenzustellen. Der scheint ein lupenreiner Sadist mit einem großen Folterarsenal zu sein und führt sein Opfer vor, indem er ihr Hoffnungen auf die Freiheit macht. Bis das Arrow-Team durch die Oberlichter bricht und mit ihm kämpft. Überraschend ist, dass Anarky dabei durchaus mit Oliver mithalten kann, der sich aber eventuell auch zurückhält und einen Taser abbekommt, während Speedys aggressiver Stil mehr Erfolg zeigt. Allerdings geht sie auch bei ihm zu weit und setzt ihn durch seinen Elektroschocker in Flammen.

Dennoch ist das im Endeffekt das, was das Wiedersehen von Mutter und Tochter ermöglicht. Wegen dieses traumatischen Vorfalls zieht sie allerdings ihre Kandidatur zurück. Darhk kriegt also doch über Umwege, was er wollte.

Später gelingt Anarky durch den brutalen Mord an seinen Bewachern die Flucht aus dem Polizeigewahrsam. Wir haben es also mit zwei gefährlichen Widersachern für Oliver und Co zu tun. Es wäre auch schade gewesen, wenn Anarky nach nur einem Auftritt wieder verschwindet. Sein Auftritt gibt nämlich auch Damien etwas mehr Profil und definiert, dass er nach gewissen Regeln handelt, die Anarky bereit ist, mit Füßen zu treten.

Vote for Oliver Queen

Die interessanteste Entwicklung und eine, die es auch in einem Handlungsbogen der Comicvorlage gibt, ist die Tatsache, dass Oliver durch den Rücktritt der Kandidatin nun selbst den Entschluss fasst, für das Amt des Bürgermeisters von Star City zu kandidieren. Somit kann er nun mit beiden Alter Egos Einfluss auf die Stadt und ihre Bewohner ausüben und Positives bewirken. Gleichzeitig bringt er sich und sein Team und natürlich auch die Geliebten und seine Schwester in Gefahr. Der Kreis der Todeskandidaten wird also um Thea erweitert, wenngleich das nicht unbedingt Barrys Anwesenheit erklärt.

Felicity in der Zwickmühle

Bei Palmer Tech sieht sich Felicity mit anderen Herausforderungen konfrontiert. Beim Shareholdermeeting wird von ihr gefordert, dass sie die Firma wieder auf Vordermann bringt. Ihre Idee ist, dass die Bonuszahlungen reduziert werden und somit bereits Geld gespart wird. Doch der Vorstand findet diese Idee nicht gut und verlangt harte Einschnitte, was bedeutet, dass Leute gehen müssen. Da kommt Curtis Holt (Echo Kellum) ins Spiel, der einen Algorithmus zum effektiven Sparen entwickelt hat, nach welchem nun die Leute ausgesucht werden, die die Firma verlassen. Felicity bringt es verständlicherweise kaum übers Herz, jemanden zu entlassen, hat aber eine lange Liste von Menschen, die sie abarbeiten muss. Darunter ist übrigens auch der Erfinder der Liste selbst.

Später kommt ans Licht, dass die Liste eigentlich den umgekehrten Zweck hatte, denn damit sollten Mitarbeiter gefunden werden, die eine Gehaltserhöhung verdienen. Angespornt von einem Appell einer Mitarbeiterin, die wie einige Kollegen die Hoffnung auf kreative Lösungen durch Felicity gesetzt haben, sperrt sich die Firmenleiterin, weitere Entlassungen zu tätigen. Stattdessen verspricht, dass in sechs Monaten (da ist wieder dieser Zeitraum) ein wahnsinnig tolles Produkt präsentiert wird, das alle Firmensorgen wettmacht. Dieses hat sie aber noch nicht und hofft, dass sie es gemeinsam mit Holt bis zur nächsten Aktionärsversammlung fertig hat.

Sowohl Felicity als auch Oliver wählen also den Weg, der positive Veränderungen inspiriert, was natürlich einige Sabotagen durch die Widersacher nach sich ziehen kann. Echo Kellum als neue Stimme in der Serie gefällt beim ersten Eindruck schon einmal gut, in gewisser Weise ist er die neue Felicity. Denn er kommt auf Lösungen, an die andere nicht denken. Ich bin gespannt, ob und wann wir sein Alter Ego aus den Comics sehen werden.

Oliver als Söldner

In den Flashbacks muss sich Oliver auf der Insel Lian Yu durchschlagen und hat den Auftrag, das, was er dort vorfindet, zu infiltrieren. Es scheint, dass dort Drogenanbau betrieben wird. Oliver wird alsbald Baron Reiter (Jimmy Akingbola) vorgeführt, der ihn wiedererkennt und weiß, dass er drei Jahre auf der Insel überlebt hat. Da er ihn nicht so ohne Weiteres zurückschicken kann und ihn aber auch nicht töten will, bietet Reiter ihm einen Job an, da einer seiner Mitarbeiter zuletzt durch eine Landmine getötet worden ist. Oliver jedenfalls ist schnell in seiner Rolle und mault eine Zwangsarbeiterin an, deren Bekannter vor Erschöpfung zusammenbricht.

Woher weiß Reiter von Olivers Vergangenheit? Die Flashbacks machen neugierig und fallen deswegen kaum negativ auf. Mehr habe ich dazu allerdings auch nicht zu sagen.

Auf nach Nanda Parbat!

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;The Candidate%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;The Candidate%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW

Laurel möchte Thea nach der ganzen Aufregung ein wenig mit einem Spawochenende ablenken oder behauptet das zumindest vor Oliver. Eigentlich plant sie einen Trip nach Nanda Parbat, wo sie den Rat der League of Assassins zu Theas merkwürdigem Verhalten einholen möchte (der Expressbus, der diese Distanz scheinbar binnen Sekunden überbrücken kann, wird die beiden schon mitnehmen).

Oliver erzählen sie deswegen nichts, weil Laurel noch etwas anderes plant. Bisher schien Laurel nämlich noch nichts von der wiederbelebenden Wirkung der Lazarus Pit zu wissen. Also graben die beiden kurzerhand Laurels Schwester Sara (Caity Lotz) aus, die für die Zeit, in der sie schon unter der Erde lag (immerhin mindestens sechs Monate bis ein Jahr), ziemlich gut aussieht.

Wir müssen an dieser Stelle einfach akzeptieren, dass diese Comicadaption solche Vorgänge nicht ganz so streng nimmt. Allerdings hätte man dann vielleicht auf das Zeigen der Leiche verzichten sollen. Dass Sara wiederkommt, weiß jeder, der bereits von der Serie Legends of Tomorrow gehört hat, wobei nun auch für alle Zuschauer klar sein sollte, wie ihre Wiedergeburt vonstattengeht. Vielleicht ist noch etwas mehr Magie und übernatürlicher Kräfteeinsatz nötig - wir werden sehen.

Fazit

Nach dem guten Auftakt ist die Folge The Candidate in meinen Augen minimal schwächer. Die neuen Motivationen der Figuren werden allerdings gut vorangebracht, so dass wir nun wissen, wohin die Reise in etwa geht. Bürgermeisterkandidatur, revolutionäre Erfindung und Wiederbelebung sind natürlich große Vorhaben, die erst einmal bewerkstelligt werden müssen. Oliver, Laurel und Felicity haben allesamt ein klares Ziel, das für spannende kommende Episoden sorgt - und das ist bereits die halbe Miete für eine ansprechende vierte Staffel.

Die Dynamik zwischen Oliver und Felicity bleibt auch in der zweiten Episode harmonisch und beschert ein paar herrliche Momente. Felicitys berechtigte Frage nach einem Codenamen für sie und Diggle etwa oder die Tatsache, dass er ihr eine Topfpflanze schenkt und ihr ein Lunchpaket packt. Es wäre von den Autoren tatsächlich ein ordentlicher Tritt in die Magengrube, wenn die Beziehung der beiden passend dargestellt wird, nur, um durch das Ableben der Figur diese Entwicklung zum Halt zu bringen...

Der Serientrailer zur Episode Restoration der US-Serie Arrow (4x03):

Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 15. Oktober 2015

Arrow 4x02 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 2
(Arrow 4x02)
Deutscher Titel der Episode
Kandidaten
Titel der Episode im Original
The Candidate
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 14. Oktober 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 10. März 2016
Regisseur
John Behring

Schauspieler in der Episode Arrow 4x02

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?