Arrow 3x16

© zenenfoto aus der Episode âThe Offerâ der US-Serie âArrowâ / (c) The CW
Ra's al Ghul (Matt Nable) ist auf der Suche nach dem next demon's head und hat sich dafĂŒr Oliver Queen (Stephen Amell) statt der eigenen Tochter Nyssa (Katrina Law) ausgesucht. Das Angebot steht in der Episode The Offer im Raum. Wie wird Oliver darauf reagieren?
Lust auf ein Killer-Imperium?
Al Ghul will Oliver tatsĂ€chlich als seinen Nachfolger anwerben, denn der Titel ist gröĂer als ein Mann selbst und er wurde in der Vergangenheit bereits von einigen groĂen MĂ€nnern getragen. Auch wenn der aktuelle Chef der League of Assassins ihn nun schon relativ lange sein Eigen nennt... Wie er so vital bleibt, erfahren die Zuschauer ebenfalls mit etwas mehr Klarheit. Die Comicleser kennen die Quelle der ewigen Jugend bereits als Lazarus Grube. In der Serie fĂ€llt der Name so allerdings nicht. Sie vermag denjenigen, der Zugriff zu ihr hat, jung und vital zu halten und kann auch - wie wir spĂ€ter sehen - Wunden in Sekundenschnelle heilen.
Da Oliver den Schwertangriff ĂŒberstanden hat, gilt er als idealer Nachfolger. Obzwar die ihm prĂ€sentierten Methoden nicht nach Olivers Geschmack sind, hört er dennoch respektvoll und geduldig zu, was Ra's ihm unterbreitet. Nun soll er sich entscheiden oder die Konsequenzen spĂŒren. Denn eine Prophezeiung (Stichwort Polizei), die Ra's ihm macht, könnte schneller wahr werden, als Ollie lieb ist. Oliver erbittet sich Bedenkzeit und Diggle (David Ramsey) und Malcolm (John Barrowman) dĂŒrfen tatsĂ€chlich unbeschadet aus Nanda Parbat abreisen.
In meinen Reviews habe ich schon öfter angemerkt, dass eine Ungereimtheit der Serie ist, wie weit die SchlĂŒsselorte voneinander entfernt sind. Ob das nun die Insel oder die Heimat der Assassinen ist, manchmal wirkt es so, als lĂ€gen die Orte nur eine Kurzstrecke voneinander entfernt, so flink, wie mancher von A nach B kommt. Ob es nun eleganter wĂ€re, das mit textlichen Hinweise zu lösen, sei mal dahingestellt, aber es wĂŒrde vielleicht bei der Orientierung etwas helfen.
Theas (Willa Holland) GestĂ€ndnis gegenĂŒber Nyssa stöĂt derweil auf taube Ohren, denn die Killerin glaubt ihr einfach nicht. Obwohl sie ihr die UmstĂ€nde der Tat erklĂ€rt, hat das fĂŒr sie keine Konsequenzen - auĂer, dass sie sich schuldig fĂŒhlt. Laurel (Katie Cassidy) und Roy (Colton Haynes) jedenfalls versetzt es in Alarmbereitschaft, sie auĂerhalb ihrer Zelle zu sehen. Gemeinsam und mit der Hilfe eines BetĂ€ubungsschusses, wandert sie vorerst wieder hinter Schloss und Riegel. Thea muss auĂerdem mit der Tatsache klarkommen, dass Oliver Malcolm lebend aus der Höhle des Löwen gebracht hat und ihn nun wieder bei sich aufnehmen, weil das der einzige Ort ist, wo der verletzte Dark Archer bleiben kann.
Noch immer stellt sich die Frage, ob irgendwann Malcolms Versteckspiel auffliegt und er sich fĂŒr seinen hundertfachen Mord verantworten muss. Bisher konnte er seinen Kopf immer aus der Schlinge ziehen. In dieser Episode zeigt sich allerdings, dass Quentin Lance (Paul Blackthorne) Ă€uĂerst schlecht auf Arrow zu sprechen ist. Der Grund dafĂŒr ist, dass er Saras Tod vor ihm verborgen hielt, was aber daran lag, dass er es Laurel selbst ĂŒberlassen wollte, es ihm mitzuteilen. So entsteht also eine Kluft, wie sie schon in der ersten Staffel existierte. Doch nicht nur von Team Arrow distanziert sich Quentin, auch seiner Tochter hat er den Vertrauensbruch noch lange nicht verziehen.
Warum machen wir das hier alles?
Bei Olivers RĂŒckkehr zeigt er sich wenig gesprĂ€chig und erklĂ€rungsbereit und stellt seine VerbĂŒndeten vor vollendete Tatsachen. Neben der RĂŒckkehr Malcolms schweigt er sich zu den UmstĂ€nden seiner eigenen RĂŒckkehr zunĂ€chst aus und stĂŒrzt sich in einen Einsatz. Dabei fĂŒhren die Autoren den Schurken Murmur aka Michael Amar (Adrian McMorran) ein, der mit seiner Crew Diamanten klaut, die man dazu benutzt, um kugelsichere Polizeiwesten zu durchlöchern und auf diese Art Rache an den Cops zu nehmen. Der Schurke der Woche gerĂ€t dabei in den Hintergrund, da Oliver ĂŒber das Angebot nachdenkt, das ihm unterbreitet wurde. Denn gleichzeitig fragt er sich, warum er seinen Kampf fĂŒhrt. Sein Team konnte sich wĂ€hrend seiner Abwesenheit, als man ihn fĂŒr Tod hielt, schon seine Gedanken machen, doch Oliver selbst ist momentan ratlos.
Erst spricht er mit Diggle darĂŒber und redet zumindest mit ihm Klartext ĂŒber die Offerte, die er in einem schönen Moment tatsĂ€chlich in Betracht zieht. FĂŒr Diggle steht die Sache allerdings fest: Oliver sollte sich nicht entmutigen lassen, nur weil es einen RĂŒckschlag mit Quentin gab oder weil Felicity gerade eher mit Ray (Brandon Routh) beschĂ€ftigt ist. Ollie scheint der Ernst der Lage nicht bewusst zu sein, also muss Malcolm ihn erneut aufklĂ€ren. Das, was Oliver als Möglichkeit sieht, ist fĂŒr ihn ein Entweder-oder, was bedeutet: Kooperation oder Zerstörung all dessen, was er sich aufgebaut hat.
Das ZĂŒnglein an der Waage stellt die Unterhaltung mit Felicity dar. Auch sie fragt Oliver, was sein bisheriger Feldzug eigentlich verĂ€ndert hat. Die Verluste von Moira, Tommy und Sara wiegen schwer und auch die Verbrechensrate ist unverĂ€ndert hoch, was sich fĂŒr Oliver wie ein Kampf gegen WindmĂŒhlen anzufĂŒhlen scheint.
Als das Team herausfindet, dass die Verbrecher es auf die Polizei abgesehen haben, ist Laurel zufĂ€llig gerade bei ihrem Vater, der ihr zwar weiterhin nicht verzeiht, sie aber natĂŒrlich dennoch in der gefĂ€hrlichen Situation beschĂŒtzt. Rettung kommt in Form von Nyssa (die per Teleportation zu reisen scheint) und bald sind auch Arrow und Arsenal zur Stelle, die gemeinsam mit Laurel die Feinde in Schach halten. Ăberraschend ist, dass Murmur im direkten Kampf gegen Arrow tatsĂ€chlich flink reagiert und dem BogenschĂŒtzen mehrere gute SchlĂ€ge verpassen kann. Er wirkt krĂ€ftig, zieht aber doch den KĂŒrzeren. Grumpy Captain Lance erinnert Oliver dann an den Grund, warum er sich in die Kapuzenkluft wirft und erwartet fĂŒr seinen Einsatz kein Dankeschön.

Oliver startete seine Mission zu Ehren seines Vaters, um dessen Verfehlungen wiedergutzumachen, doch dann kam Felicity, die seine Motive hinterfragt hat und ihm eine neue moralische Richtung gab. Inzwischen sieht er sich als Helfer der MĂ€nner und Frauen, die ihr Leben riskieren und hoffen, spĂ€ter auch wieder zu ihren Familien zurĂŒckkehren zu können. Es ist das Robin-Hood-Prinzip: ohne Gegenleistung.
Der Moment, in dem er Felicity dies erzĂ€hlt, ist ein schöner, der jedoch von einem Anruf Rays unterbrochen wird und verdeutlicht, dass da durchaus noch so etwas wie Ăberreste von mehr als freundschaftlichen GefĂŒhlen vorhanden sind. Denn im Endeffekt war es Ollies Entscheidung, keine Beziehung zu ihr einzugehen und sie klammert sich verstĂ€ndlicherweise nicht an etwas, das vielleicht nie wahr wird, sondern an etwas Reales, was Ray ihr bietet, wie die gemeinsamen Szenen in dieser Folge wunderbar zeigen. Hier haben sich zwei gefunden und die Chemie stimmt. Da muss Oliver wohl zurĂŒckstecken oder sich seiner GefĂŒhle endlich bewusst werden. Allerdings muss sich auch zeigen, ob Felicity auf zwei Heldenhochzeiten tanzen kann oder ob eine darunter leiden wird.
FĂŒr das Arrow-Team ist sie, wie oft bewiesen wurde, der schnellste Weg, um Hinweise oder VerdĂ€chtige zu finden. Wenn Oliver sich jedoch fĂŒr al Ghul entscheiden sollte, was hier jedoch nicht so aussieht, kann es natĂŒrlich auch sein, dass Felicity Ray bei seinen EinsĂ€tzen als ATOM hilft.
Probleme mit den VĂ€tern

Gleich drei Frauen haben in dieser Episode Probleme mit ihren VĂ€tern: Thea, die ihren am liebsten umbringen will, es aber doch nicht schafft und nicht weiĂ, was sie mit sich anfangen soll. Ebenso Laurel, die ihren distanzierten Vater gerne wieder fĂŒr sich gewinnen wĂŒrde und auĂerdem Nyssa, deren Vater sie wegen ihrer Liebe zu Sara, die seiner Meinung nach ihr Urteil trĂŒbt, als Erbin ĂŒbergeht und deswegen den auĂenstehenden Oliver auswĂ€hlt. Die Wahl sagt natĂŒrlich auch etwas ĂŒber Ollies verkĂŒmmertes emotionales Innenleben aus und sollte ihm zu denken geben. Gleichzeitig entspricht das einem veralteten Rollenbild. Zwar wissen wir nicht, dass es nie eine Frau an der Spitze der Organisation gab, doch Ra's Ablehnung seiner Tochter gegenĂŒber sagt wohl bereits alles Wichtige.
WĂ€hrend Thea in die vertrauten Arme Roys flĂŒchtet, finden Laurel und Nyssa ebenfalls zusammen, denn sie verbindet neben den Vaterproblemen auch die Erinnerung an Sara. Laurels Ausbildung bei Ted Grant ist in einer Sackgasse verlaufen und, obwohl Oliver ihr sagt, dass sie Training dringend nötig hat, unterlĂ€sst er es, ihr dabei zu helfen. Darum kommt es nun sehr gelegen, dass Nyssa im Moment nichts Besseres vorhat und ihr ihre Dienste anbietet. Das BĂŒndnis der beiden birgt viel Potential und gefĂ€llt mir persönlich sehr gut. Die stets etwas zu ernste Nyssa könnte vielleicht etwas Auflockerung gut vertragen und ihre Erfahrung als KĂ€mpferin dĂŒrfte Laurels ZweitidentitĂ€t Canary voranbringen, was ebenfalls positiv ist. Den Mut zum Kampf hat sie, wie man sieht, als sie Nyssa in dieser Folge als Erste angreift - nun muss sie noch die taktischen Elemente lernen und verinnerlichen.
Nyssa selbst macht in dieser Episode einen starken Wandel durch. So aufmĂŒpfig wie hier haben wir sie bislang nicht gesehen. Sie hebt sogar das Schwert gegen den eigenen Vater, der sich zwar leicht heilen kann, sie aber trotzdem quasi verstöĂt.
VerÀrgere nicht den DÀmonen
Obwohl Maseo Oliver ebenfalls warnt, dass das Ablehnen des Angebots Konsequenzen nach sich ziehen wird, bleibt der BogenschĂŒtze bei seinem Standpunkt und lehnt ab. Unvermittelt bringt al Ghul den Stein ins Rollen und beginnt Arrow in Verruf zu bringen. Die ĂŒbrig gebliebenen Diamantendiebe werden von al Ghul im Arrow-Dress heimgesucht. Dabei durchbohrt er den neuen AnfĂŒhrer mit einem Pfeil und sagt dem Rest, dass sie verbreiten sollen, was hier geschehen ist. SpĂ€testens, wenn Lance davon erfĂ€hrt, dĂŒrfte das noch fĂŒr reichlich ZĂŒndstoff sorgen.
Ăber die Darstellung Al Ghuls habe ich zuvor öfter gemeckert. Wie sie nun hier zum Einsatz kommt, gefĂ€llt mir dagegen ausgesprochen gut. Die Wendung rund um die Nachfolgersuche hat mich zunĂ€chst skeptisch gemacht, doch inzwischen sehe ich das Potential, das dabei entsteht, wenn man sich seinen Missmut sichert. Man kann davon ausgehen, dass er, Ă€hnlich wie ein Slade Wilson, einige Schwachstellen Olivers angreifen oder fĂŒr sich und seine Agenda ausnutzen wird. Dabei ist es ein geschickter Schachzug, damit zu spielen, dass Arrow eigentlich nicht mehr mordet. FĂŒr das geplante Spin-off aus Arrow und The Flash bringt diese Episode nun auĂerdem eine ErklĂ€rung dafĂŒr mit, wie man ein bestimmtes Detail umsetzen könnte. Wir werden sehen...
WTF?
Die Flashbacks sind kurz und unspektakulĂ€r - bis zum groĂen Moment. Oliver ist mit Akio (Brandon Nomura) unterwegs, der ihm eine Schrecksekunde bereitet, als er plötzlich aus den Augen verschwindet, weil er glaubt, seinen Vater zu sehen. Gemeinsam wollen sie sich im botanischen Garten verstecken, wo sie allerdings bald von nebulösen Gestalten umstellt werden. Also heiĂt es wieder: Flucht durch die anonyme Menschenmenge. Doch dabei begegnet Oliver einer Person, mit der man nicht gerechnet hĂ€tte: Shado (Celina Jade). Hier hört der RĂŒckblick dann auf und zum ersten Mal seit langer Zeit finde ich das sehr schade - es macht mich aber natĂŒrlich auch sehr neugierig auf die Offenbarung dazu. Ob es die echte Shado ist oder eine Verwandte, muss sich noch zeigen. Es wĂ€re aber schon eine kleine Sensation, wenn sie irgendwie ĂŒberlebt hĂ€tte. Denn das wĂŒrde Slades Rachefeldzug noch einmal einen neuen Kontext geben.
Fazit

The Offer legt ein paar interessante Grundsteine, die mich neugierig machen. Allen voran ist natĂŒrlich das unerwartete Wiedersehen gemeint. Aber auch die neuen (Laurel und Nyssa) und die vertrauten (Thea und Roy) Paarungen haben Potential. Ein bisschen schade ist es fast, dass Quentin Lance wieder gegen die kostĂŒmierten Vigilanten wettert, doch es bringt vielversprechendes Konfliktpotential mit sich, ebenso wie die gezielten Rufmordattacken von Ra's al Ghul.
ErzĂ€hlerisch gibt es ein paar Redundanzen in dieser Episode (im Bezug auf Nyssa und ihren Vater, Olivers Frage nach seiner Daseinsberechtigung) und Theas Konflikt, der bis auf das Ende etwas auf der Stelle tritt. Etwas verschenkt ist die EinfĂŒhrung des Schurken Murmur, den wir hoffentlich noch da sehen, wo er hingehört, nĂ€mlich in Central City und dann bitte noch etwas unheimlicher, denn die Vorlage lĂ€sst einen bisweilen das Blut in den Adern gefrieren. AuĂerdem wird Ra's Al Ghul besser eingesetzt, was mir ebenfalls gut gefĂ€llt. Nun muss es eine Mischung aus der Darstellung in dieser Episode und The Climb geben und der Widersacher wĂŒrde mir noch mehr zusagen.
Trailer zur Episode Suicidal Tendencies (3x17):
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 19. MĂ€rz 2015Arrow 3x16 Trailer
(Arrow 3x16)
Schauspieler in der Episode Arrow 3x16
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