Arrow 2x16

Arrow 2x16

Die Suicide Squad feiert in der gleichnamigen Arrow-Episode ihr Debüt und Diggle verschlägt es zu einem geheimen Auslandseinsatz, wo er einen alten Bekannten wieder trifft. Oliver versucht derweil, ebenfalls mit der Rückkehr eines alten Bekannten klarzukommen.

Szenenfoto aus der Episode „Suicide Squad“ der US-Serie „Arrow“ / (c) The CW
Szenenfoto aus der Episode „Suicide Squad“ der US-Serie „Arrow“ / (c) The CW

Bei der Serie Arrow, in der das Ensemble inzwischen so groß ist, müssen einige Figuren manchmal etwas mehr in den Hintergrund treten. In der zweiten Staffel war das beispielsweise bei John Diggle (David Ramsey) der Fall. Dessen Fans werden nun dadurch entschädigt, dass er eine ganze Episode erhält, in der er im Scheinwerferlicht steht - was auch eigene Flashbacks auf seine Zeit in Afghanistan beinhaltet. Nebenbei erlebt die Suicide Squad auch noch ihren ersten gemeinsamen Einsatz.

Diggle und das Selbstmordkommando

Nach dem Auftauchen von Slade Wilson im Queen-Anwesen ist das ganze Arrow-Team in Alarmbereitschaft. Da Oliver (Stephen Amell) Sara (Caity Lotz) im Auge behält und Roy seine Freundin Thea beschützt, bleibt für Diggle eigentlich nur Felicity (Emily Bett Rickards) übrig. Diese bemerkt seine Beschattung und bedankt sich im Pyjama mit einem Kakao. Sie findet seine Geste zwar nett, aber ob Diggle einen Slade, der ernst machen würde, wirklich aufhalten könnte, steht in den Sternen. Da passt es ganz gut, dass ihn seine Exfrau Lyla Michaels (Audrey Marie Anderson) auf ihr Hotelzimmer bestellt. Anders als zunächst angenommen, ist sie nach ihrem Außeneinsatz lediglich an einem Schäferstündchen interessiert.

Bald werden die beiden jedoch von der A.R.G.U.S.-Leiterin Amanda Waller (Cynthia Addai Robinson) überrascht, weil sie sie für einen Auftrag verpflichten möchte. Die Zielperson ist Gholem Qadir (Lee Majdoub), den Diggle und Lyla beim Afghanistan-Einsatz kennengelernt haben. Bei ihm handelt es sich um einen Terroristen, der zu einem Verbündeten geworden ist und der nun in Verdacht steht, wieder die Seiten gewechselt zu haben. Er ist auch die Person, die in der Episode Tremors die Erdbebenmaschine von Malcolm Merlyn stehlen beziehungsweise kaufen wollte. Nun hat er laut Waller ein gefährliches Nervengas in seinem Besitz, was schon einige Opfer gefordert hat.

Gemeinsam sollen Lyla und Diggle nun mit den Verbrechern Bronze Tiger (Michael Jai White), Shrapnel (Sean Maher) und Deadshot (Michael Rowe) in Markovia Qadirs Vertrauen gewinnen und die chemische Waffe ausfindig machen. Das Besondere an der Gruppe, die aus Verbrechern besteht, ist, dass sie mit einem Sender und einer Bombe im Kopf ausgestattet sind, die sich auslösen lässt, wenn sie gegen die Anweisungen verstoßen. Außerdem lässt sich so alles einfach verleugnen, wenn die Mission auffliegt - und es gibt mildernde Strafumstände und eine Bezahlung, wenn sie kooperieren. Methoden, mit denen Diggle natürlich nicht einverstanden ist und das auch deutlich sagt.

Interessant ist hier, wie öffentlich Waller über die Geheimidentität Oliver Queens und Diggles Rolle dabei spricht. Allerdings hält auch Lyla Diggle den Spiegel vor, als sie erwähnt, wie viele Leichen die Karriere von Sara und Oliver bereits begleitet haben und Diggle das dort wenig auszumachen scheint. Das Comiccameo der Woche ist der kurze und leider nur verbale Auftritt von Dr. Harleen Quinzel aka Harley Quinn in einer der A.R.G.U.S.-Zellen.

Diggles moralische Bedenken sind ein Kernthema der Episode, nicht nur wegen der Behandlung der Verbrecher, sondern auch wegen seiner eigenen Erlebnisse in Afghanistan. Dort musste er einen Jugendlichen erschießen, der ihn angegriffen hatte. Aber auch Lylas fast blinder Gehorsam Amanda Waller gegenüber sorgen hier ständig für Diskussionen zwischen ihr und ihrem Exmann. Spätestens, als Waller ohne mit der Wimper zu zucken Shrapnel in die Luft jagt, merkt Diggle, dass Waller es ernst meint.

Terrorist oder Verbündeter?

Qadir selbst wurde durch Lyla und Diggle damals das Leben gerettet. In seiner aktuellen Heimat Markovia, die von der Skyline ein wenig an den Potsdamer Platz in Berlin erinnert und auch ansonsten mit einigen deutschen Schildern ausgestattet ist, präsentiert Quadir sich als geläuterter Mann mit noblen Absichten, während Diggle so tut, als hätte er nun eine eigene Sicherheitsfirma. Deadshot inszeniert einen Attentatsversuch, um die damalige Lebensrettung ins Gedächtnis zu rufen und sein Vertrauen zu gewinnen, damit Diggle später zu einer Veranstaltung auf sein Anwesen eingeladen wird.

Dort angekommen verschafft sich Deadshot mit Diggles Fingerabdruck Zugang zur Veranstaltung und findet das Nervengas, das aber in sehr viel größeren Mengen hergestellt wird als angenommen. Da ein Extrahieren unmöglich erscheint, verschafft sich Waller über Deadshots eingebauter Visorkamera einen Blick auf das Mittel und ordert daraufhin einen Drohnenbeschuss des Anwesens. Das würde allerdings auch alle Besucher in Lebensgefahr bringen... Also widersetzen sich Lyla und Diggle ihrer Auftraggeberin. Diggle lockt die Besucher raus, indem er ihnen die Wahrheit über Qadirs Machenschaften mitteilt. Deadshot will zunächst zurückbleiben, um zu verhindern, dass Waller auch sein Gehirn grillt und weil seine Tochter so das Geld für diesen Auftrag auf ihren Trust überwiesen bekommt. Diggle appelliert jedoch an den Vater in ihm, dass er nicht so leichtfertig sein Leben wegschmeißen soll. Also flieht die Suicide Squad ebenfalls. Allerdings ist die Drohne nicht auf das Haus ausgerichtet, sondern auf Deadshots Implantat, was bedeutet, dass die Drohne nun dem Fluchtfahrzeug folgt. Lyla sieht nur den Ausweg, den Sender mit Gewalt zu entfernen und rettet so das Leben der Gruppe, worüber Waller natürlich nicht glücklich ist. Der Sinn der Squad war es nämlich, eine Geheimoperation auszuführen, die vertuscht werden kann. Nun muss sich Waller darum bemühen, das Ganze diplomatisch zu vertuschen.

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Suicide Squad%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
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Feinde werden zu Freunden?

Die Deadshot-Diggle-Dynamik wird also weiter verkompliziert und Deadshot weiter vermenschlicht. Dass er seine Aufträge für seine kleine von ihm vernachlässigte Tochter annimmt und für sie Geld anlegt, scheint Diggle zu imponieren. Dementsprechend scheint das Ansehen des Scharfschützen bei ihm so weit zu steigen, dass er ihn zumindest nicht sterben lassen würde. Sicherlich aber auch, weil das der einfache Ausweg wäre. Interessant ist hier Diggles Kommentar, dass ein Söldner, der seinen Bruder umgebracht hat, mehr Charakter gezeigt hat, als die Frau, deren Job es ist, die Welt zu beschützen. Wird hier etwa der Grundstein für eine Art Freundschaft zwischen den beiden Männern gelegt? Und hat Diggle seinen Groll überwunden? Warum fragt er Waller nicht nach den Drahtziehern hinter dem Mord an seinem Bruder? Wenn eine Person darüber etwas wissen könnte, dann doch sie.

Das Bild, das von Qadir gezeichnet wird, ist im Ansatz zumindest etwas komplexer. Manche Menschen ändern sich und manche eben nicht. Gerade ein Qadir, dem Diggle quasi mehrfach das Leben gerettet hat und öffentlich so tut, als hätte er nur das Wohl der Menschen im Sinn, kann nicht davon ablassen, Terror und Tod zu verbreiten. Obwohl das Feindbild etwas klischeehaft daherkommt, ist es ja bei Arrow nicht unbedingt so, dass die Bösewichte bisher oft aus orientalischen Regionen stammen.

Wenn die Folge eines vollbracht hat, dann ist das aufzeigen, dass auch bei einer Superheldenserie wie Arrow die Taten der einzelnen nicht immer schwarz oder weiß sind, sondern, dass sie sehr viele Grautöne enthalten können, was auch ihn selbst einschließt. Schnell kommt man dazu, die Methoden von A.R.G.U.S. zu hinterfragen. Das Motto scheint nämlich zu sein, dass das Wohl der Mehrheit den Verlust von so manchem (unbeteiligten) Menschenleben rechtfertigen würde.

Bei der Suicide Squad ist es durchaus schade, dass Shrapnel und Bronze Tiger nur sehr wenig zu tun bekommen. Der Fokus liegt einfach zu sehr auf Waller, Diggle, Lyla und Deadshot. So machen die Autoren wohl das Beste aus den vielen Figuren, die sie jonglieren müssen, indem sie Shrapnel schnell ins Aus befördern und Bronze Tiger zumindest Qadir ausschalten lassen.

Oliver auf Solopfaden

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Suicide Squad%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
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Oliver wiederholt einen Fehler, den er schon in ähnlicher Form begangen hatte, als Malcolm Merlyn (John Barrowman) sich in der ersten Staffel als Bösewicht zu erkennen gab: Er versucht es auf eigene Faust und stößt so seine Freunde und Unterstützer von sich.

Zunächst versucht er, die Russen zu mobilisieren, die ihm in der Vergangenheit zwar schon geholfen haben, aber dafür immer eine Gegenleistung wollen. Diesmal hat Oliver allerdings keine Zeit oder Lust dazu und will mit Gewalt Informationen zu Slade Wilson herausfinden. Bei der zweiten Begegnung mit seinem russischen Bekannten liefert dieser einerseits tatsächlich eine Bankkonteninformation, bricht aber gleichzeitig mit Oliver.

Mit Felicitys Hilfe geht er nebenbei einigen Spuren nach: Ein vereitelter Bankraub lässt ihn eine Grußbotschaft von Slade finden, nämlich eine mit einem Pfeil durchbohrte Deathstroke-Maske auf einem Dach. Als er der Bankspur nachgeht, findet er den ermordeten Russen - ebenfalls mit einem Pfeil zwischen den Augen. Dazu läuft eine Filmaufnahme von Shado, um Oliver an sein Versagen zu erinnern. Das tun allerdings auch die Albträume, die ihn seit dem Wiederauftauchen Slades wachhalten.

Das bekommt auch Sara zu spüren, von der Ollie sich distanziert. Eigentlich macht er dies zu ihrem Schutz, doch für Slade wird es keine Rolle spielen, ob die beiden ein Paar sind oder nicht, wenn es sein Plan vorsieht, ihn mit der Qual seiner Liebsten zu verletzen. Dann wird er dies nämlich so oder so durchziehen. Allerdings ist Sara, wie sie es selbst sagt, auch nicht mehr die schutzlose junge Frau von der Insel. Es ist ein Gespräch mit Laurel, das Oliver zur Einsicht bewegt. Er muss Hilfe einfordern, seine Liebsten ins Vertrauen nehmen und sich nicht alles selbst aufbürden.

Da Slade seine Rache nun schon jahrelang plant, ist er ihm natürlich immer mehrere Schritte voraus. Alleine wird er ihn aber sicherlich nicht besiegen. So viel sollte er von seiner Konfrontation mit dem Dark Archer eigentlich gelernt haben. Statt jedoch einen Plan mit dem Arrow-Team auszuklügeln, besucht Oliver zunächst noch jemand anderes.

Was weiß Amanda Waller nicht?

Amanda Waller und Oliver Queen scheinen sich tatsächlich besser zu kennen - und nicht nur das, Waller weiß auch, dass Slade Wilson eigentlich tot sein sollte. Sie ist daher auch überrascht, dass Oliver ihr mitteilt, dass er noch lebt. Sie hatte angenommen, dass er ihn auf der Insel umgebracht hat. Besteht nun noch irgendein Zweifel, dass Waller diejenige ist, die bereits in der Vergangenheit im Schatten gezeigt wurde und beispielsweise Fyers seine Aufträge gegeben hat? Jedenfalls bittet Oliver nun auch sie um ihre Ressourcen und hat Glück. A.R.G.U.S. ist nämlich jemandem auf den Fersen, der in Starling City einen Leichenberg hinterlässt und den sie „Deathstroke“ getauft haben...

Fazit

Nach der atemberaubenden Vorgängerepisode schaltet Suicide Squad ein paar Gänge zurück. Der Fokus auf Diggle tat mal wieder gut und kommt auch an einer gut platzierten Stelle, um die Dramatik etwas zu strecken. Man wird den Eindruck aber nicht los, dass noch etwas mehr aus der Prämisse hätte gemacht werden können, da mindestens zwei Mitglieder der Squad nicht richtig zur Geltung kamen. Gleichzeitig wird aber verdeutlicht, dass Amanda Waller eine Spielerin ist, die man wohl nicht unterschätzen sollte.

Oliver muss erst einmal einige deutliche Warnungen sehen, ehe er sich darauf besinnt, Hilfe von anderen einzufordern. Ob Wallers Informationen Oliver einen taktischen Vorteil verschaffen, muss sich zeigen. Bisher fehlt Ollie nämlich jegliche Spur zu seinem ehemaligem Inselkumpel. Statt weiterer Alleingänge sollte er mit seinem Team lieber einen Plan ausklügeln, der es mit dem Racheplan von Slade aufnehmen kann. Ansonsten könnte es bald düster aussehen für das Arrow-Team.

P.S.: Dass nicht immer alle Figuren des großen Casts vorkommen können, sollte jedem klar sein. Dennoch fragt man sich, ob eine Isabel Rochev (Summer Glau) und die gesamte Handlung um Queen Consolidated oder ein Malcolm Merlyn überhaupt noch einmal in den verbleibenden Episoden auftauchen und ihre Storylines aufgegriffen werden. Oder ob sie nun stillschweigend fallen gelassen wurden. Ähnlich, aber noch nicht ganz so schlimm, steht es um Sebastian Blood. Hier merkt man immerhin durch Moira, dass das Rennen um den Posten des Bürgermeisters weiterhin läuft.

Videovorschau zur Arrow-Episode Birds of Prey (2x17):

Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 20. März 2014

Arrow 2x16 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 16
(Arrow 2x16)
Deutscher Titel der Episode
Selbstmordkommando
Titel der Episode im Original
Suicide Squad
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 19. März 2014 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 31. Juli 2014
Regisseur
Larry Teng

Schauspieler in der Episode Arrow 2x16

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