Arrow 2x14

Arrow 2x14

Ding Dong! Der Clock King geht in der Episode Time of Death der US-Serie Arrow um. Der Schurke bringt dabei vor allem Felicity an ihre Grenzen. Auch für die Lances beginnt ein neuer Lebensabschnitt, da Sara dauerhaft zurück ist. Aber es läuft nicht alles nach Plan.

Szenenfoto aus der Episode „Time of Death“ der US-Serie „Arrow“ / (c) The CW
Szenenfoto aus der Episode „Time of Death“ der US-Serie „Arrow“ / (c) The CW

In der Episode Time of Death der US-Serie Arrow gibt der Schurke Clock King (Robert Knepper) sein Debüt. Sein Gimmick ist das sekundengenaue Abschätzen von Situationen, vor allem, wenn es um Raubüberfalle geht. Gerne vermeidet er dabei unnötigen Ärger wie den Mord an Wachmännern oder Polizisten. Aber wie die Eröffnung der Episode zeigt, kann das bei ungehorsamen Mitverbrechern furchtbar schiefgehen. Ungehorsam scheint er außerdem nicht zu tolerieren, was dazu führt, dass er seinen Mitarbeiter mit einem Minutenzeiger absticht und somit die Aufmerksamkeit des SCPD und des Arrow-Teams auf sich zieht.

Das Mordopfer des Clock Kings wird bald in den Glades gefunden, was nicht nur Quentin Lance (Paul Blackthorne), sondern auch Arrow (Stephen Amell) und Canary (Caity Lotz) auf den Plan ruft. Der Überfall auf seinen Exarbeitgeber Kord Industries (unsere Comicanspielung der Woche) hat den Skeleton Key zum Ziel. Durch eine Modifikation dieses besonderen Schlüssels kann man sämtliche Banktresore überhaupt öffnen, heißt es. Die Spurensuche danach sieht ganz nach einem Job für Felicity (Emily Bett Rickards) aus, doch ihr Widersacher scheint diesmal sehr versiert darin zu sein, seine Spuren zu verwischen, so dass es länger als üblich dauert, die Fährte aufzunehmen. Erst, als der Clock King den nächsten Überfall ausführen lässt, können Arrow und Canary sich ihm nähern. Doch dabei hackt er die Kommunikation des Teams und stellt sie vor eine nur schwer lösbare Aufgabe. Er plant, einen Linienbus und einen Zug miteinander kollidieren zu lassen. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass Arrow eine Partnerin an seiner Seite hat.

Canary versucht, ihn und seine Handlanger am Fliehen zu hindern, muss sich jedoch wegen ihrer Schusswaffen geschlagen geben und Deckung suchen. Immerhin erwischt sie den Clock King mit einem ihrer Wurfstäbe im Gesicht. Nur haarscharf gelingt es Arrow derweil, auf seinem Motorrad den Zusammenprall zu verhindern. Felicity zweifelt bei diesem Fall immer mehr an ihren Fähigkeiten. Selten hatte sie es nämlich mit so einem fähigen Gegner am Keyboard zu tun und auch die Anwesenheit von Sara macht ihr insgeheim zu schaffen. Sie fühlt sich körperlich minderwertig - siehe den Narbenvergleich zwischen Ollie, Diggle (David Ramsey) und Sara oder aber auch ihre zaghaften Versuche, sich körperlich zu betätigen.

Als Sara nach dem Kampfversuch mit dem Clock King aufgrund dessen Blutes an ihrer Waffe herausfinden kann, dass er unter der seltenen (und fiktiven) McGregors Krankheit leidet, kann das Team dadurch und durch den Fakt, dass der Gegner wohl einen Informatikabschluss hat, auf die wahre Identität des Clock Kings schließen. Dieser wird als William Tockman identifiziert, ein ehemaliger Mitarbeiter bei Kord Industries, der seine Verbrechen wohl für seine Schwester begeht. Auch sie leidet nämlich an einer schweren Krankheit, deren Behandlung sicherlich große Summen an Geld kostet. Die Adresse, die sie bei ihrer Recherche erhalten, stellt sich jedoch als Falle heraus, durch die Tockman das Equipment in der Arrow-Cave übernehmen und zum Überhitzen bringen kann. Das Team muss den Fall wohl ohne die Hardware zu Ende bringen.

Oliver versucht, Gleiches mit Gleichem zu vergelten und Tockman eine Lockfalle zu stellen - mithilfe von 800000 Anteilen an Queen Consolidated, die einen Anreiz für einen weiteren Überfall darstellen sollen. Felicity verschwindet und bringt sich in Gefahr, indem sie Ollies Auftrag persönlich in der Starling National Bank ausführt und ihren Widersacher somit aus der Reserve locken will. Das klappt auch, allerdings versucht der Clock King erneut, das Team zu spalten und so vergreift er sich an der Gasleitung, um die Diggle sich kümmert. Arrow kümmert sich währenddessen um Tockmans Begleiter und Canary sucht die Konfrontation mit dem King selbst. Dabei rettet Felicity sie aus der Schussbahn und steckt dabei selbst eine Kugel ein - nun hat sie also ihre Narbe. Auch sonst kam Felicity vorbereitet. Das Virus, das der Clock King zuvor gegen sie einsetzte, hat sie nun modifiziert und gegen ihn verwendet, so dass er ausgeknockt wird. Felicity saves the day!

Felicity und die Selbstzweifel

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Time of Death%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
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Insgesamt steht Felicity in dieser Episode eindeutig im Mittelpunkt. Ihre Selbstzweifel wegen ihrer Nützlichkeit im Team, da Sara offenbar fester Bestandteil dessen wird, werden durch sie selbst aus dem Weg geräumt. Nebenbei darf sie sich eine Schussnarbe einfangen und den Tag retten, indem sie den Schurken überlistet. Besser geht es kaum. Etwas Eifersucht auf Sara lässt sich natürlich ebenfalls nicht abstreiten.

Sie wäre gerne das „Girl“ in Olivers Team, auch wenn das aus ihrem Mund etwas unglücklich klingt. Gemeint ist dabei nicht unbedingt Liebhaberin, sondern eher so etwas wie „Sidekick“ oder „Mädchen für alles“. Dass sie genau das ist, hat sie bereits in zahlreichen Einsätzen bewiesen. Hoffentlich bleibt es also bei diesem einzelnen, wenn auch recht unterhaltsamen Exkurs in diese Selbstzweifelphase. Ob die Attacke auf die Arrow-Cave für ein Hardwareupdate genutzt wird? Passen würde es ja.

Überhaupt haben die Autoren diese Episode genutzt, um Felicity von vielen Seiten zu zeigen: In ihrer üblichen Rolle als Hirn des Teams, als Schönheit (gleich zwei Mal in Unterwäsche!), als stolze Frau, die sich beweisen will, und als Heldin, die nicht aufgibt, auch wenn sie sich dafür in die Schusslinie begeben muss. Ebenso wurde sie aber auch als jemand, der eben nicht perfekt ist, präsentiert. Wie schon im Fall von Barry gezeigt, liegt ihre Expertise nun mal eher im Informatikbereich, da passt Sara als Ergänzung, die sich im biologischen Bereich auskennt, eigentlich ganz gut dazu. Was das Kampftraining angeht: Vielleicht wird sie darin ja nun auch etwas mehr involviert und wir sehen das komplette Quartett in Zukunft in knapper Trainingskleidung.

Saras Party

Die zweite Frau im Mittelpunkt ist Sara. Passend zu ihrer Rückkehr schmeißt Ollie im Anwesen der Queens eine kleine Party. Ob er das bewusst macht, um seine Mutter zu ärgern? Eigentlich hätte er das auch im Verdant machen können. Aber so können die Autoren den Zwist der beiden weiterspinnen und auch Thea involvieren. Ollies (Halb-)Schwester merkt auch sehr schnell, dass irgendetwas zwischen den beiden vorgefallen ist und fragt aktiv nach. Es wird sicherlich nicht mehr lange dauern, bis auch sie die Wahrheit erfährt, denn das Erzähltempo der zweiten Staffel lässt nichts anderes zu.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das „Kennenlernen“ von Sin (Bex Taylor-Klaus) und Sara. Bisher wusste Oliver nämlich nicht, dass es zwischen den beiden eine Vorgeschichte gibt. Im weiteren Verlauf der Episode erfährt dann auch der Zuschauer mehr zu den wahren Zusammenhängen in dieser Angelegenheit. Ebenfalls etwas merkwürdig: Das Gespräch auf der Party zwischen Oliver und Quentin, das man durch den englischen Begriff awkward wohl treffend charakterisieren könnte. Soll man eigentlich weiterhin annehmen, dass Detektiv Lance so tut, als wüsste er nicht, dass Oliver Arrow sei? Gerade auch, weil Canary und Arrow im Doppelpack auftauchen. Haben wir es hier mit einer Situation ähnlich der von Bruce Wayne und James Gordon zu tun, wo es lange Zeit sehr offen gelassen wurde, während die Leser/Zuschauer mehr vermutet haben? Die Comiclogik funktioniert in einer solchen Serie eben nur bedingt.

Laurel (Katie Cassidy) jedenfalls bleibt der Party zunächst fern und trinkt lieber allein.

Familienessen

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Time of Death%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
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Einen späteren Hausbesuch lässt sich Quentin jedoch nicht nehmen und weiht seine Tochter in seinen Plan ein: Er will es mit seiner Exfrau Dinah noch einmal versuchen, denn er glaubt, die Chancen stehen gut, da die Familie nun wieder vereint ist. Nach kurzem Bedenken bietet Laurel sogar ihre Wohnung für ein gemeinsames Familienessen an.

Statt der Hühnchenspezialität des Papas gibt es dann allerdings doch nur Pizza und eine kleine Überraschung. Sara kommt gemeinsam mit dem ungeplanten Gast Oliver. Damit nicht genug: Dinah plant, nicht von Central City zurück nach Starling zu ziehen, da sie dort bereits ein neues Leben inklusive eines guten Jobs und eines neuen Partners an ihrer Seite hat. Ein Schock für Quentin und Laurel. Sara hingegen freut sich für das Glück ihrer Mutter und gibt Laurel so den unmissverständlichen Hinweis darauf, dass sie und Oliver ein Pärchen sind. Das treibt Laurel zur Weißglut und außerdem wieder einmal dazu, dass sie ihren Gefühlen freien Lauf lässt und glaubt, dass sich die Welt gegen sie verschworen hat.

Olivers unverblümte Ansage an Laurel gehört zu den stärksten Momenten der Episode. Er ist es Leid, wie sehr sie sich selbst aufgibt und immer den anderen die Schuld zuweist. Wenn sie nicht dazu bereit ist, es selbst zu tun, dann ist Oliver auch nicht mehr bereit, sie im Auge zu behalten und sich um ihr Wohlbefinden zu sorgen. Er provoziert sie, sie solle sich nun betrinken und wieder aufgeben. Er beabsichtigt aber, dass sie endlich einsichtig wird und sich aus ihrem (teilweise) selbst verschuldeten Loch herauszieht.

Sara übernimmt den vakanten Job als Barkeeper im Verdant, was wegen ihrer Vergangenheit auch zunächst der einzige Job ist, dem sie nachgehen kann. Außerdem hatte sie ihn bereits zu Collegezeiten ausgeübt. Laurel kommt hinzu, jedoch nicht, um sich zu betrinken, sondern um sich für ihr Verhalten zu rechtfertigen und zu entschuldigen. Alles wieder gut zwischen den Lance-Schwestern? Vorerst wohl ja.

Bin ich eigentlich der einzige, der ob des englischen Episodennamens vermutet hat, dass jemand vom Cast das Zeitliche segnet? Ständig habe ich mit dem Ableben von Quentin Lance gerechnet. Gerade, weil er sein Leben in den Griff zu bekommen scheint und seinem Ableben etwas Tragisches innegewohnt hätte und weil vorher erst ein Polizist erschossen worden war. So kann man also auch auf die falsche Spur gelockt werden.

Flugzeugabsturz auf der Insel

Wie schon in den letzten Reviews angemerkt, verliert die Inselhandlung aktuell viel an Spannung, Relevanz und Tempo. So auch in dieser Episode, auch wenn es zumindest eine interessante Offenbarung gibt.

Slade (Manu Bennett), Sara und Oliver verfolgen den Plan, weiter die Ivo anzupeilen und einzunehmen. Doch das „Wie?“ ist hierbei die große Frage. Ihr Plan wird vorerst unterbrochen durch die Hoffnung, von einem Flugzeug gerettet zu werden. Doch dieses wird abgeschossen. Also macht sich das Trio auf zum Wrack, das stark beschädigt und dessen Pilot schwer verletzt ist. Der sterbende Pilot erzählt Sara dabei seine Geschichte: Seine Frau ist tot und seine Tochter erst zwölf Jahre alt. Ohne ihn hätte sie niemanden. Er bittet Sara also, wenn es ihr irgendwie möglich ist, dass sie sich um seine Tochter kümmern soll. Erst zum Schluss der Episode wird klar, dass das Waisenkind niemand Geringeres als Sin ist, die für Sara so etwas wie eine kleine Schwester darstellt. Dass es einen solchen Zusammenhang gibt, hatte ich persönlich gar nicht erwartet, aber es ist eine schöne kleine Überraschung, die die Autoren da aus dem Hut zaubern.

Wenn Händedrücke töten könnten...

Das Gleiche gilt für den echten Cliffhanger der Episode. Der angebliche Notruf von Thea stellt sich nämlich als Trick heraus, um Moira und Oliver zum Miteinander-Reden zu bewegen. Moira befindet sich allerdings gerade in einem Meeting mit einem besonderen Gast: Slade Wilson gibt sich zu erkennen und möchte wohl Geschäfte mit Moira machen. Die Zuschauer wissen natürlich, dass da mehr dahintersteckt. Aber was? Wie wird Oliver reagieren, außer mit einem wütenden Händeschütteln? Ein Drittel der Staffel steht noch aus und schon kommt es zum Treffen der beiden ehemaligen besten Freunde. Spannung ist also demnächst garantiert.

Fazit

Time of Death mag vielleicht nicht die actionreichste Episode gewesen sein - obwohl es durchaus wieder einige ansehnliche Actionszenen gab - und auch der staffelübergreifende Handlungsbogen wurde nur schrittweise vorangetrieben. Dennoch haben die Arrow-Autoren wieder einmal eine gute Episode abgeliefert, die durch einige starke Einzelleistungen und Szenen hervorsticht.

Robert Kneppers Darbietung als Clock King ist vielleicht eine der besten, die ein Schurke der Woche bislang abgeliefert hat. Die Vorgehensweise seiner Figur erinnert an den bereits recht starken Dollmaker vom Anfang der Staffel. Schön ist dabei, dass der Schurke den Helden eine ordentliche Herausforderung bietet, aber seine Motive auch nachvollziehbar sind (die Schwester als Motivation).

Als Fan der Figur tut es natürlich ebenfalls gut, wenn Felicity etwas mehr im Vordergrund steht. Die Balance, ihr immer mal wieder, aber nicht ständig eine Fokusepisode zu geben, haben die Autoren gut heraus. Stephen Amell und Katie Cassidy müssen ebenfalls einmal gelobt werden, was ihre heftige Aussprache angeht. Diese Szene mit ihrer ungeschönten Ehrlichkeit hat mir ausgesprochen gut gefallen, so dass ich sie mir gleich mehrfach angesehen habe.

Last, but not least verstehen die Autoren es sehr gut, eine Folge mit einem Kracher enden zu lassen. Schlauerweise passiert das nicht in jeder Episode, aber wenn es passiert - so wie hier - sehnt man sich regelrecht dem nächsten Kapitel der Arrow-Saga entgegen.

Videovorschau auf die Episode The Promise (2x15) der US-Serie Arrow:

Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 27. Februar 2014

Arrow 2x14 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 14
(Arrow 2x14)
Deutscher Titel der Episode
Gegen die Zeit
Titel der Episode im Original
Time of Death
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 26. Februar 2014 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 17. Juli 2014
Regisseur
Nick Copus

Schauspieler in der Episode Arrow 2x14

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