Arrow 2x09

Am Ende der vorherigen Episode sah es für Oliver Queen (Stephen Amell) nicht gerade rosig aus. Nach dem Kampf mit dem übermenschlich starken Cyrus Gold fanden Diggle (David Ramsey) und Felicity (Emily Bett Rickards) einen dem Tode nahen Oliver am Kampfort vor. Um seine Identität nicht der Öffentlichkeit preiszugeben, holte Felicity Barry Allen (Grant Gustin) zur Hilfe, der dem Mittel auf den Grund gehen sollte, das Ollie ausgeschaltet hat.
Das passiert in „Three Ghosts“
Nach einiger Panik findet Barry in Three Ghosts heraus, dass sich durch das Mittel Ollies Blut so sehr verdickt hat, dass es in etwa die Konsistenz von Ahornsirup hat. Um das Blut zu verdünnen, zieht er Rattengift heran, was auch tatsächlich Linderung bringt.
Als Oliver erwacht, ist dieser allerdings außer sich vor Wut. Denn nun weiß Barry um den Mann unter der Kapuze Bescheid. Ähnliche Situationen gab es allerdings bereits mit Felicity und Diggle, also versteht die blonde IT-Expertin die Aufregung nicht unbedingt. Statt Dankbarkeit zu zeigen, benimmt sich Oliver wie Scrooge aus „A Christmas Carol“ und erhält dafür die Quittung: den Besuch dreier Geister aus der Vergangenheit.
Insgesamt rückt das Weihnachtsfest in Starling City dieses Jahr wohl sehr in den Hintergrund. Mutter Moira (Susanna Thompson) möchte die Feier ausfallen lassen und Thea (Willa Holland) schließt sich im eigenen Zimmer ein. Doch nicht etwa, weil sie eingeschnappt ist, sondern, weil sie den durch Arrow verletzten Roy (Colton Haynes) dort versteckt. Da ein Pfeil in Starling mindestens genauso viele unangenehme Fragen nach sich zieht wie eine Pistolenkugel, hat man Roy inklusive Pfeil im Bein also in die Queen-Residenz geschafft (das muss doch wehtun!). Oliver wird von Thea ins Vertrauen gezogen und mimt nun den Unschuldsengel. Er entfernt den Pfeil und ruft den Hilfssanitäter Diggle, der sich der Verletzung annehmen soll. Diesmal ist es allerdings Thea, die die Sache nicht auf sich beruhen lassen will. Also schaltet sie Laurel (Katie Cassidy) ein, um im Mordsfall des Künstlers Max Ungereimheiten auf die Spur zu kommen. Sie recherchiert, ob mit dem Blutspendenaufruf alles rechtens war. Sebastian Blood (Kevin Alejandro) alias Brother Blood scheint derweil voll im Soll zu sein. In zwei Tagen wird es so weit sein und bis zu 100 weitere Jünger stehen an seiner Seite.
Da Oliver unter Halluzinationen leidet, dabei Shado (Celina Jade) sieht und glaubt, dass dies eine Nebenwirkung der Behandlung mit Rattengift ist, hält er sich zunächst zurück und lässt Diggle den Vortritt bei einer Ausspähaktion. Doch dabei wird er von Cyrus überrascht und verletzt. Nur mühevoll gelingt die Flucht. Cyrus ist mit den üblichen Mitteln nicht beizukommen. Darum wendet sich Ollie als Arrow an Officer Lance (Paul Blackthorne), der einige Kollegen überreden kann, zu ermitteln. Doch auch die Polizisten können gegen die übermenschliche Kraft wenig ausrichten und zu allem Überfluss hat der Spitzel im inneren des SCPD Blood bereits gewarnt. Lance wird krankenhausreif geschlagen und einige seiner Partner verlieren ihr Leben.
Laurel hat inzwischen herausgefunden, dass die Blutspender eine psychologische Befragung ausfüllen mussten, was sehr ungewöhnlich ist. Bevor sie Sebastian Blood danach befragen kann, wird sie allerdings darüber informiert, dass ihr Vater auf der Intensivstation liegt.
Als Arrow Quentin Lance besucht und sich die Schuld für den Vorfall gibt, kann der Polizist dem Vigilanten einen Schlüssel geben, der ihm weitere Hinweise geben sollte. Gleichzeitig versichert Lance ihm, dass nicht alle Toten in Starling City auf seine Kappe gehen. Er gibt ihm außerdem indirekt die Erlaubnis, Cyrus zu töten.
In der Arrow-Cave stellt sich heraus, dass Olivers Blut sauber ist und die Halluzinationen somit nichts mit seiner Lebensrettung zu tun haben. Vielmehr bringt das Gespräch mit Diggle wohl die Aufklärung. Die Visionen von Shado und Slade, die Oliver beide hat sterben sehen, und die plötzliche Erinnerung sind Symptome vom Überlebenden-Syndrom (Survivor's Guilt). Etwas, das der Exsoldat Diggle ebenfalls durchmachen musste, als er aus Afghanistan zurückkehrte und gefallene Kameraden sah. Erst, wenn man herausfindet, was diese wollen, könne man die Gedanken freimachen, so Diggle.
Der dritte Geist
Der Schlüssel kann von Felicity in die Glades verfolgt werden. Doch Roy kommt Brother Blood zuerst auf die Spur und bricht in eines seiner Verstecke ein, wo er Max' Akte findet. Ein Helfer ist bereits dabei, die Beweise zu vernichten und Roy versucht, zu fliehen, doch wieder ist Cyrus zur Stelle. Nun gerät er in die Fänge von Blood selbst, dessen experimentelle Injektion sich als „Mirakuru“ herausstellt. Mithilfe dieser wurden bereits in einigen vergangenen Episoden nach würdigen „Brüdern“ gesucht. Roy ist das nächste Versuchskaninchen und es sieht zunächst so aus, als sei er auch das nächste Opfer.
Zwar kann Arrow Bloods Versteck ebenfalls ausfindig machen, aber statt Blood einen Pfeil zu verpassen, fragt er nach der Herkunft des Serums und wird dann von Cyrus angegriffen und wieder einmal aufgehalten. Erst der dritte Geist, der sich überraschenderweise als Tommy (Colin Donnell) herausstellt, schafft es, den Vigilanten zu motivieren, nicht aufzugeben und Roy zu retten. Anders als zunächst vermutet, überlebt Roy nämlich die Injektion.

Tommy, der Geist, verzeiht Oliver, macht ihm Mut und fordert ihn auf, weiterzumachen und zu kämpfen. Man kann natürlich darüber diskutieren, ob sich Oliver bei seinen Geisterbegegnungen seine eigenen Wünsche zurechtlegt. Dagegen spricht aber die Natur des Gesagten und des Gesehenen. Shado möchte Oliver bei sich haben, Slade konfrontiert Oliver mit seinem Versagen und seinem angeblichen Verrat (was zu einer „Fight Club“-Erinnerungsprügelei mit sich selbst in seinem Hauptquartier führt) und Tommy erteilt ihm Absolution. Tommy ist gegenwärtig aber wohl der frischeste Geist in Ollies Kopf. Er ist der Grund für seine Neuausrichtung als Verbrechensbekämpfer und derjenige, für den Oliver beschlossen hat, das Töten weitestgehend zu vermeiden. Also verwundert es nicht, dass er der letzte und vielleicht wichtigste Geisterbesuch ist, der Oliver motiviert, das nahezu Unmögliche zu wagen: Roy zu retten.
Dabei stellt sich allerdings auch die Frage: Hat Roy dadurch seine Geheimidentität erfahren? Oliver schreit ihn sehr laut an, dass er kämpfen solle und trägt keine Maske. Roy hat jedoch die Augen geschlossen und seine Flashbacks, die man beim Erwachen sieht, zeigen auch nichts Derartiges. Roy könnte nun der Schlüssel sein, um Brother Bloods Supersoldaten aufzuhalten. Oder stellt er sich nach der letzten Begegnung mit dem Vigilanten vielleicht gegen ihn?
Oder doch nur zwei Geister?
Die letzten knapp zehn Minuten gehören womöglich zu den besten der bisherigen Serie. Ich gestehe: Ich hatte hier mehrfach Gänsehaut. Nicht nur, als man die bekannte Stimme hört, die als geheimer Drahtzieher hinter Brother Blood steht. Nein, auch als man die Rachepläne Slade Wilsons (Manu Bennett), inzwischen leicht ergraut und einäugig, in einer Art Montage sieht, habe ich mich ungemein auf die kommenden Episoden gefreut.
Teaser dafür, dass es zum Zerwürfnis zwischen Oliver und Slade kommt, gab es ja bereits mehrere. Beispielsweise im Staffelauftakt, in dem auf der Insel zum wiederholten Male die Deathstroke-Maske mit dem Pfeil durch das Auge gezeigt wurde. Nun steht endgültig fest, dass Slade noch lange nicht Geschichte ist, auch wenn Oliver meint, er habe seinen Tod gesehen.
Sebastian Blood bleibt der Serie ebenfalls noch erhalten und bewirbt sich nun um das Amt des Bürgermeisters. Verantworten muss er sich wohl allerdings Slade Wilson gegenüber, der von ihm Gehorsam fordert und ihn daran erinnert, dass er ersetzbar ist.
Dazu kommt die Rückkehr Barry Allens nach Central City, wo ein Experiment mit einem Partikelbeschleuniger trotz eines Unwetters ausgeführt wird und schrecklich schiefläuft. In den wenigen Minuten, die wir mit Barry Allen in seiner Heimat verbringen, wird deutlich, dass er die Suche nach dem wahren Mörder seiner Mutter nicht aufgeben wird und wir erhalten einen Blick auf seine Verwandlung in den schnellsten Mann der Welt, die sehr ansprechend gestaltet ist.
Da das noch nicht genug ist in diesem nahezu perfekten Mid-Seasonfinale, hinterlässt Barry Oliver in Starling City noch ein kleines Geschenk. Eine grüne Maske, die endlich die Gesichtsbemalung ersetzt, die man viel zu leicht durchschauen könnte und die ich schon sehr früh in diesen Reviews als unglaubwürdig bemängelt hatte. Danke, Autorenteam! Der Comicteaser der Woche jedoch ist eine Anspielung auf Solomon Grundy aka Cyrus Gold. Und auch die S.T.A.R.-Labs werden von Barry erwähnt.
Großer Verlust auf der Insel
Nachdem Shado, Oliver und Sara (Caity Lotz) das Mirakuru entdecken und - wie es scheint - vergeblich an Slade probiert haben, nimmt Ivo (Dylan Neal) das restliche Serum an sich und die drei als Geiseln. Er stellt Oliver vor die unmögliche Wahl: Entweder erschießt er Sara oder Shado. Da sich Oliver schützend vor Sara stellt, zählt Ivo dies als Wahl gegen Shado und erschießt sie. Oliver ist hier nicht der einzige, der laut „NOOOOOOOOOOOO!“ geschrien hat. Warum nur musste Shado sterben? Wirklich sehr schade um sie. Aber man kann den Autoren nicht vorwerfen, dass sie sich nichts trauen. Fragte man sich am Anfang noch, warum Oliver Shado als Geist sieht, kriegt man hier die Antwort darauf.
So traurig Shados Tod ist, so glücklich konnte Slade-Fans dessen Wiederauferstehung und seine Berserker-Rache im Anschluss wohl machen. Das ist für mich ein Moment, der nichts anderes als die Bezeichnung bad ass verdient. Seine anschließende Trauer um Shado kommt ebenfalls glaubhaft rüber, genauso wie seine Rachegelüste Ivo gegenüber.
Aber: Wie geht es nun ohne Shado weiter? Wird Sara bei den beiden Männern bleiben? Wird die Kluft zwischen Ollie und Slade bald schon deutlich spürbar sein? Und welche Nebenwirkungen hat Mirakuru?
Fazit

Der Barry-Allen-Zweiteiler kann als voller Erfolg verbucht werden. Trotz anfänglicher Zweifel an dem Flash-Darsteller gelingt es den Autoren vorzüglich, Sympathie für die Figur zu schaffen, so dass man sich auf das mögliche Spin-off oder seine vorherige Rückkehr zur Serie freuen kann.
Wie bereits mehrfach durchgeklungen ist, haben es die Autoren in der zweiten Staffel von Arrow geschafft, einen großen Sprung in der Qualität der Erzählung hinzulegen. Man konzentriert sich dabei auf die interessantesten Figuren und lässt die weniger interessanten zur Not außen vor. Viele der Neuverpflichtungen der zweiten Staffel passen sich ebenfalls sehr gut ins Gesamtgefüge ein, so dass es meistens spannend ist, die Abenteuer Oliver Queens zu verfolgen. Ohne das Fundament, dass in der vorherigen Staffel aufgebaut wurde, also etwa die Inselhandlung oder das Undertaking, wäre das allerdings nicht oder nur schwer möglich gewesen.
Das Mid-Seasonfinale Three Ghosts ist nun die Kulmination der guten Arbeit und hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Den Autoren gelingt es, die Bedrohung durch Arrows Feinde ständig unterschwellig köcheln zu lassen. Die Guten verbuchen zwar Teilerfolge, aber sie stellen sie nie unbesiegbar dar. Vor allem auf emotionaler Ebene gelingt es inzwischen sehr gut, dass bestimmte innere Konflikte für den Zuschauer glaubhaft gemacht werden, so dass man mit den Figuren mitfiebert.
Wie sich die Serie durch die Einführung echter Superkräfte verändern wird, muss sich dennoch zeigen. Inzwischen kriegen die Autoren allerdings einen Vertrauensvorschuss, so dass es wohl einfach heißt: abwarten, was die Zukunft bringt.
Videovorschau auf die Episode Blast Radius (2x10) der US-Serie „Arrow“: Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 12. Dezember 2013Arrow 2x09 Trailer
(Arrow 2x09)
Schauspieler in der Episode Arrow 2x09
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