Arrow 2x06

In der letzten Review hatte ich mir noch gewĂŒnscht, dass die Arrow-Autoren Diggle (David Ramsey) mal wieder etwas mehr in den Vordergrund rĂŒcken sollten und dass man auch Isabel Rochev (Summer Glau) etwas besser kennenlernen mĂŒsste. Und siehe da: genau das passiert nun in der Episode Keep Your Enemies Closer. Das Endresultat ist gleich auf mehreren Ebenen zufriedenstellend.
Keep Your Enemies Closer
Isabel Rochev hat Oliver Queens Faxen langsam satt: StĂ€ndig lĂ€sst er Meetings platzen oder kommt zu spĂ€t. Oft natĂŒrlich wegen seiner ZweitidentitĂ€t als Vigilant. Doch so einfach lĂ€sst sie sich nicht abschĂŒtteln.
Ăhnliches gilt fĂŒr Roy (Colton Haynes), der als Augen und Ohren in den Glades fungiert, aber es nicht unterlassen kann, manchmal auch selbst Hand anzulegen. Das fĂŒhrt allerdings diesmal dazu, dass er von der SCPD und Officer Lance (Paul Blackthorne) verhaftet wird. Denn Hilfe hat Oliver von Diggle, der ihm per Funk mitteilt, wo sich seine Gegner aufhalten. Doch als er einmal unachtsam ist, wird auch Diggle ausgeknockt. Wie sich herausstellt, steckt A.R.G.U.S. dahinter. Die Geheimdienstorganisation wird von Amanda Waller (Cynthia Addai-Robinson) vertreten, die Diggle darĂŒber einweiht, dass seine Informantin Lyla Michaels (Audrey Marie Anderson) bei einer Mission in Moskau verschwunden ist. Dort hat sie nach Deadshot gesucht, ist aber stattdessen in einem gefĂ€hrlichen russischen Gulag gelandet, aus dem das Entkommen unmöglich erscheint.
ZunĂ€chst möchte Diggle allein nach Russland reisen, doch das Arrow-Team, Oliver und Felicity (Emily Bett Rickards), sagt sofort Hilfe zu. Als Tarnung soll ein GeschĂ€ftsmeeting mit der Moskauer Filiale von Queens Consolidated herhalten. Doch dabei hat man die Rechnung ohne Frau Rochev gemacht, die sich kurzerhand auf den Trip einlĂ€dt. Nun muss sich Oliver also sowohl darum kĂŒmmern, Diggle den RĂŒcken freizuhalten, als auch Rochev vom eigentlichen Grund fĂŒr den Besuch abzulenken.
Olivers Helfer vor Ort ist Anatoli Knyazev (David Nykl), den er an Bord der Amazo kennengelernt hat, wo er ein MithĂ€ftling war. Knyazev scheint Oliver einiges zu verdanken, weswegen seine BegrĂŒĂung sehr herzlich ausfĂ€llt und er beim Plan so gut hilft, wie es geht.
Diggle soll beim Drogenschmuggeln erwischt werden und so ins Gulag mit dem Spitznamen âAlptraumâ gelangen. Nebenbei kommt heraus, dass Lyla nicht nur eine gute Freundin Diggles ist, sondern sogar seine Exfrau. Die MilitĂ€reinsĂ€tze der beiden haben aber zu einer Fernbeziehung gefĂŒhrt, die nicht lange gehalten hat.
Im GefĂ€ngnis angekommen, muss Diggle feststellen, dass es dort von Rassisten wimmelt, und so kommt es bald zu einem Kampf, der Diggle einen lĂ€ngeren Aufenthalt in KĂ€lteisolation einbrockt. Dort befindet sich - wie der Zufall so will - sein Erzfeind Deadshot (Michael Rowe). Nach kurzer Zeit wird Diggle von Knyazevs Kontakten befreit. Deadshot ist allerdings die einzige Person, die weiĂ, wo Lyla sich befindet. Diggle muss sich mit dem Mörder seines Bruders zusammenschlieĂen und ihm versprechen, ihn nicht zu töten, um zu seiner guten Freundin vorzustoĂen. Also kommt es zum Team-Up und beide halten ihr Wort.

Nun stellt sich nur die Frage, wie man aus dem GefĂ€ngnis herauskommen soll. Doch durch eine kleine Bombe an Diggles Jacke, die ihm am Anfang seines GefĂ€ngnisaufenthalts abgenommen wurde - und die zur richtigen Zeit explodiert -, kann die Flucht angetreten werden, bei der sie von Oliver und Knyazev unterstĂŒtzt werden.
Deadshot wird auf halber Strecke zum Aussteigen aufgefordert, offenbart Diggle aber noch ein Geheimnis. NĂ€mlich den Decknamen des Auftraggebers, der es auf seinen Bruder Andy abgesehen hat: H.I.V.E. (Comicfans, besonders solche der Teen Titans, rasten an dieser Stelle wieder vor Vorfreude aus).
ZurĂŒck in Starling City gedenken Lyla und Diggle der alten Zeiten mit einem SchĂ€ferstĂŒndchen und Diggle stellt eine Bing-Suche (haha!) zu H.I.V.E. an. Ăbrigens gab es nicht nur ein SchĂ€ferstĂŒndchen in der Episode...
Isabel Rochev kann ja doch lachen
Neben Diggle ist es vor allem Isabel Rochev, die wir hier endlich mal etwas lĂ€nger kennenlernen. In Moskau erleben wir die bisher recht zugeknĂŒpfte und streng wirkende Businessdame endlich mal etwas lockerer und mit einem LĂ€cheln im Gesicht - auch wenn der Wodka etwas nachgeholfen hat.
Dabei erfahren wir, dass sie sich als Frau im vom MĂ€nner dominierten Business beweisen möchte, dass sie adoptierte wurde, in Russland lebte bis sie neun Jahre alt war und dass sie Oliver sehr gut lesen kann. Sie stellt fest, dass die beiden durchaus einige Gemeinsamkeiten haben. Sie blickt auch hinter die Fassade, die Oliver ihr gegenĂŒber aufgebaut hat und weiĂ, dass er nicht so dumm oder tollpatschig ist, wie er immer tut. Und sie weiĂ, wie einsam er sich sich fĂŒhlt - was die beiden fĂŒr Spontansex nutzen.
Als Felicity dies entdeckt, reagiert sie enttĂ€uscht, versucht es aber mit dem Satz „What happens in Russia, stays in Russia“ zu ĂŒberspielen. Nur um spĂ€ter ihrer EnttĂ€uschung (und ihrer Eifersucht?) Luft zu machen. Er verdiene eine Bessere, meint die nette Felicity. Doch Oliver glaubt, dass er in seiner aktuellen Lebensphase mit niemandem etwas eingehen kann, fĂŒr den er tatsĂ€chliche GefĂŒhle haben könnte. Wird hier ein neues Liebesdreieck zwischen Ollie, Felicity und Isabel in Stellung gebracht? Laurel ist interessanterweise (und dankenswerterweise) in dieser Episode keine Sekunde lang zu sehen.
Isabel und Oliver wirken tatsÀchlich wie eine interessante Paarung, die man eher nur mit einem halben Auge auf dem Radar hatte. Oder denkt Rochev sich auch, was in Russland unter Wodkaeinfluss passiert ist, wird auch dort bleiben? Jedenfalls schaffen es die Autoren innerhalb einer Episode, die Figur deutlich interessanter, facettenreicher und sympathischer zu machen.
Schon wieder Ărger zwischen Roy und Thea

Die Nebenhandlung um Roy und Thea (Willa Holland) wirkte hingegen aufgesetzt und unnötig. Auf Anraten von Moiras AnwÀltin Jean Loring (Teryl Rothery) soll Thea die Beziehung mit Roy beenden. Zwar wurde er ohne Anzeige von Office Lance gehen gelassen, aber die Presse und die Anklage scheint die beiden im Auge zu haben, was sich negativ auf Moiras Prozess auswirken könnte.
Thea versucht tatsĂ€chlich mit Roy Schluss zu machen, weil sie denkt, das wĂŒrde ihrer Mutter helfen. Doch dann greift Moira (Susanna Thompson) selbst ein und bestellt Roy und Thea zu sich ins GefĂ€ngnis. FĂŒr Mutter Queen hat die Beziehung zu Roy, den sie bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal kennenlernt, bisher nur positive Auswirkungen auf ihre Tochter gehabt und sie besteht darauf, dass die beiden sich nicht ihretwegen trennen.
Ein wenig mĂŒĂig ist die Storyline schon, weil es wie die x-te Wiederholung des gleichen Konflikts wirkt und wieder mal darin endet, dass die beiden sich versöhnen. Nun gibt also auch noch die Mutter ihren Segen.
Comicanspielungen Galore
Nebenbei haben die Arrow-Autoren mit Jean Loring mal eben so die Frau des Superhelden Atom als Moiras AnwĂ€ltin offenbart. Ob der kleine Superheld wohl auch bald in seiner ZivilidentitĂ€t auftauchen wird? Doch damit noch lange nicht genug. A.R.G.U.S und Amanda Waller, die auch schon groĂe Rollen in „Justice League Unlimited“, „Green Lantern“ oder Smallville hatte und so etwas wie der Nick Fury von DC ist, hat auch ihren groĂen Auftritt. Dazu kommt oben bereits erwĂ€hntes H.I.V.E. (dazu soll an dieser Stelle noch nicht weiter eingegangen werden), und wir haben eine Episode mit rekordverdĂ€chtig vielen DC-Comics-Anspielungen.
Vertraue niemals einer schönen Blonden

An Bord der Amazo freundet sich Oliver nicht nur mit dem MithĂ€ftling Knyazev an, sondern trifft auch auf Sara Lance (Caity Lotz), die allerdings unter dem Einfluss oder der Knute von Dr. Ivo (Dylan Neal) steht. Sara weiht ihn darĂŒber ein, wie sie ĂŒberleben konnte. Oliver nennt Ivo einen falschen Namen, als dieser ihn verhört, und verschweigt ihm einige wichtige Details. Ivo dagegen weiht Oliver darĂŒber ein, was sie suchen. Eine japanische Wunderwaffe, die ĂŒbersetzt âMiracleâ heiĂt und eine Art Supersoldatenserum aus dem Zweiten Weltkrieg ist (Comicfans können sich bereits jetzt denken, wer eventuell bald damit in BerĂŒhrung kommt.)
Slade (Manu Bennett) ist noch sehr vom Luftangriff mitgenommen, die HĂ€lfte seines Gesichts ist stark verbrannt. AuĂerdem sorgen die Brandwunden dafĂŒr, dass seine Körpertemperatur fĂ€llt, was Shado (Celina Jade) dazu verleitet, ihm etwas ihrer KörperwĂ€rme zu spenden. WĂ€hrend Slade ihr nahelegt, sich von dem Versteck zu entfernen, wo sie sicherer wĂ€re, bleibt Shado fĂŒr ihren Freund allerdings da, um ihn zu versorgen.
SpĂ€ter holt Sara aus Oliver seiner Zelle heraus, dabei verspricht er Knyazev, wiederzukommen. Wie wir inzwischen wissen, war er dabei wohl erfolgreich. Sara lĂ€sst Oliver mit dem FunkgerĂ€t Kontakt zu Shado und Slade herstellen. Doch es ist eine Falle, um herauszufinden, ob Olivers Freunde noch leben und wo sie sich aufhalten. Ivo und Co. wollen sie beseitigen. Auch Oliver soll vom Captain (Jimmy Jean-Louis) erschossen werden, doch Sara verhindert das noch einmal in letzter Sekunde. Ivo will Oliver behalten, um mit ihm auf die Suche nach dem âMiracleâ zu gehen.
Werden wir noch erfahren, wie Dr. Ivo Sara zu seiner Marionette machen konnte? Oder verfolgt Sara einen geheimen Plan? DafĂŒr ist ihr Verhalten aber zu inkonsequent. DarĂŒber hinaus wissen wir ja bereits aus der Gegenwartshandlung, dass Sara irgendwann einmal Shado kennengelernt haben muss. Nun geht es also fĂŒr alle bald wieder auf die Insel, wo es wohl zu diesem Treffen kommen wird.
Fazit
Keep Your Enemies Closer kommt ohne die ĂŒbliche Vigilanten-Dosis aus, dafĂŒr erhalten Diggle und Isabel etwas mehr Aufmerksamkeit, was zu neuen Informationen ĂŒber die Figuren fĂŒhrt, die dringend notwendig waren. Es ist etwas schade, dass Diggle bisher oft nur, wenn es um Deadshot ging, mehr Spielraum erhalten hat. Aber nun kommt auch noch H.I.V.E. dazu und vielleicht eine vorlĂ€ufige Verabschiedung von Deadshot, der erneut glimpflich davon gekommen ist. Das Team-Up zwischen den eigentlichen Feinden hat SpaĂ gemacht, ebenso wie das âTeam-Upâ zwischen Oliver und Rochev. Dass Summer Glau Talent hat, wissen wahrscheinlich viele Serienjunkies aus Firefly oder Terminator: The Sarah Connor Chronicles. Schön also, dass sie sich hier mehr öffnen kann und fĂŒr einige unterhaltsame Elemente sorgt. Mal sehen, wie sich diese Entwicklung auf die GeschĂ€ftsbeziehung der beiden auswirkt und wie eifersĂŒchtig Felicity wirklich ist.
Die Inselhandlung bleibt ebenfalls interessant. Besonders gespannt kann man darauf sein, wie es mit Slade weitergehen wird, nun wo durch Ivo eine neue Bedrohungskomponente eingefĂŒhrt wurde. Einzig die Nebenhandlung um Thea und Roy hĂ€tte man sich fast sparen können. Das Spannendste hierbei war noch die Interaktion von Roy und Quentin, die beide zumindest inoffiziell zu Team-Arrow gehören und das auch voneinander wissen.
Insgesamt ist die Episode gute Unterhaltung - kurzweilig, actionreich und charakterzentrisch zugleich. Eine gute Mischung also und ein weiterer Beweis dafĂŒr, dass die zweite Staffel von Arrow bisher ziemlich gut gelungen ist.
Videopromo zur Episode State v. Queen(2x07) der US-Serie Arrow:
) Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 14. November 2013Arrow 2x06 Trailer
(Arrow 2x06)
Schauspieler in der Episode Arrow 2x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?