Arrow 2x03

Arrow 2x03

Mit der Episode Broken Dolls präsentiert die US-Serie Arrow bereits früh ein Highlight. Nicht nur der Fall um den „Widersacher der Woche“ ist spannend inszeniert, sondern auch die staffelübergreifende Handlung kann überzeugen.

Szenenfoto aus der Episode „Broken Dolls“ der US-Serie „Arrow“ / (c) The CW
Szenenfoto aus der Episode „Broken Dolls“ der US-Serie „Arrow“ / (c) The CW

Wer hätte so früh in der Staffel schon mit so einem Highlight gerechnet? Doch die Episode Broken Dolls liefert eins der besten Arrow-Abenteuer bisher. Das liegt nicht zuletzt an einem wirklich guten Gegner, der es für die Figuren persönlich macht. Es liegt auch an sich abzeichnenden Entwicklungen in Bezug auf alte und neue Figuren.

Wie kommt Arrow aus der Schusslinie des SCPD?

Die vorherige Episode Identity ließ die Zuschauer mit einem netten Cliffhanger zurück, in dem der maskierte Vigilant von Laurel in einen Hinterhalt gelockt wurde und plötzlich von Starling Citys Finest umstellt war. Während Arrow betont, dass er nicht der Feind ist, zeigt sich Laurel wenig einsichtig. Also muss ein Deus ex Machina her. Wie fast schon zu erwarten, ist es hier Black Canary (Caity Lotz), die mit einem Schallgerät, das dem Sonarschrei aus den Comics zumindest etwas ähnelt, für die nötige Ablenkung zur Flucht sorgt. Warum die blonde Vigilantin im Lederdress aber auftaucht, bleibt ungeklärt. Geklärt ist allerdings für alle Zuschauer, die die Castingnews im Vorfeld nicht verfolgt haben, dass Canary und Laurel (Katie Cassidy) nicht ein und dieselbe Person sind.

Während Oliver Queen (Stephen Amell) über die Rettung dankbar ist, erfreut es ihn nicht, dass noch ein Vigilant in der Stadt verkehrt. Es handelt sich seiner Meinung nach allerdings nicht um ein untrainiertes copycat, sondern um eine Person, die eine Kampfausbildung genossen hat. Sowohl das Arrow-Team als auch Roy (Colton Haynes) werden damit beauftragt, mehr über die mysteriöse Blonde herauszufinden.

Die Vendetten der Familie Lance

Officer Quentin Lance (Paul Blackthorne) muss feststellen, dass ein Verbrecher aus seiner Vergangenheit nach dem Erdbeben in den Glades wieder auf freiem Fuß ist. Barton Mathis (Michael Eklund), auch bekannt als „Dollmaker“, hatte acht Frauen auf dem Gewissen, ehe Lance ihn dingfest machen konnte. Seine Vorgehensweise ist dabei beängstigend ekelhaft: Mithilfe einer speziellen flüssigen Substanz, einer Art Polymer, bringt er seine weiblichen Opfer um und lässt die Leichen wie erstarrte Puppen aussehen. Lance darf aber nicht an dem Fall arbeiten, sein Vorgesetzter zieht ihn davon ab, weil er ihn damals zu sehr mitgenommen hat.

Stattdessen wendet sich Officer Lance an Felicity, um sich Arrows Hilfe zu holen. Der Officer hat bereits mitbekommen, dass der Vigilant, anders als zuvor, nicht mehr zwingend über Leichen geht, sondern der Polizei die Verurteilung überlässt. Also ist er zu einer Zusammenarbeit bereit, die überraschenderweise länger und intensiver als sonst üblich ist. Man kann sogar von einem echten team up zwischen Arrow und Lance sprechen, wo man sich fast fragen muss, ob Lance nicht schon lange eins und eins zusammengezählt hat. Er weiß also, dass Felicity eine Kontaktperson ist und er sollte auch wissen, wer Felicity anstellt. Ob er also tatsächlich wegen der Episode aus der ersten Staffel, als Diggle in das Kostüm stieg, weiterhin glaubt, dass Oliver Queen nicht Arrow ist?

Jedenfalls macht es Spaß, beim team up der beiden zuzuschauen und Quentin Lance sollte so eine enge Begleitung sicherlich einige Aufschlüsse über Arrows Fähigkeiten und Methoden geben. Der Dynamiktausch zwischen den beiden Lances ist jedenfalls erfrischend. Während Quentin zuvor immer Zweifler und Gegner war, der ihn dingfest machen wollte, ist es nun Laurel, die ihn aufgrund Tommys Tod zur Rechenschaft ziehen will.

Dabei gibt es mindestens zwei sehr interessante Erkenntnisse in dieser Episode: Laurel verfolgt genau deswegen eine Art Vendetta gegen den Vigilanten, während ihr Vater Ähnliches in Bezug auf den „Dollmaker“ tut. Doch dieser hat eindeutig mehr auf dem Kerbholz, während Laurels Hass verblendet ist. Das sieht sie nämlich zum Ende der Episode ein, als Arrow sie und ihren Vater aus den Klauen des „Dollmaker“ befreit. Sie trägt zumindest eine Teilschuld an Tommys Tod. Bereits im Vorfeld sagt Quentin, dass es unrealistisch ist, anzunehmen, dass ein Mann mit Pfeil und Bogen jemanden retten kann, auf den ein Haus stürzt. Später sieht Laurel dann ein, dass sie die Chance hatte, vom Katastrophenort fliehen zu können, aber es nicht getan hat, so dass Tommy sich für sie geopfert hat. Ist damit ihre Hatz auf den Vigilanten beendet?

Ein paar Worte müssen noch über das Starling City Police Department verloren werden. Man kann vielleicht noch nachvollziehen, dass sich die Bemühungen auf die Ergreifung des Vigilanten fokussieren, dazu gibt es ja schließlich die „Anti Vigilante Task Force“, mit der Laurel eng zusammenarbeitet. Aber warum gibt es dann nicht noch ein paar zusätzliche Beamte, die sich auf weitere Gefahren konzentrieren? Dass man Officer Lance festnimmt, aber den „Dollmaker“, der evidenterweise schon wieder mehrere Frauen auf dem Gewissen hat, so leichtfertig laufen lässt, kann fast nur als Idiotie bezeichnet werden. Ähnliches spielte sich schon in der letzten Episode mit der Triade ab.

Dollmaker

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Broken Dolls%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
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Der „Dollmaker“ könnte der bisher vielleicht faszinierendste „Gegner der Woche“ sein. Alleine seine Mordmethode jagt einem einen Schauer über den Rücken. Die persönliche Verbindung zu Officer Lance verstärkt die Dramaturgie und die Dringlichkeit, ihn aufzuhalten, umso mehr. Hinzukommt, dass sowohl Felicity (Emily Bett Rickards) (als Lockvogel) als auch die beiden Lances in unmittelbare Gefahr geraten. Lebendige Puppen zu schaffen ist einfach wahnsinnig creepy und Gaststar Michael Eklund bringt die Rolle eiskalt herüber.

Die Psychospielchen, die er mit dem im Bisque Museum zurückgelassenen Hinweis einleitet, sind ziemlich spannend gestaltet und seine gesamte Mordsapparatur mit den Schläuchen ist einfach nur schrecklich. Selten hat man sich wahrscheinlich bei Arrow gewünscht, dass ein Schurke seine gerechte Strafe bekommt. Während der Bogenschütze selbst ihn dem Haftrichter vorführen will, ist es Black Canary, die ihm den Garaus macht und offenbar tödlich verletzt.

Black Canary

Wo wir auch schon beim Thema wären: Black Canary ist nicht nur unglaublich akrobatisch, sondern auch ansonsten sehr gut trainiert und weiß prima Bescheid, was in Starling City vor sich geht. Schaut man sich ihre bisherigen Auftritte an, erkennt man auch ein Muster: Vordergründig hilft sie Frauen in Not (nimmt man einmal Olivers Rettung vor der Polizei aus der Gleichung). Aber in der Begegnung mit Roy beispielsweise war das Opfer auch eine Frau, beim „Dollmaker“ verhält es sich nun ähnlich.

Roys Suche nach ihr gestaltet sich schwieriger als gedacht. Durch den Verkauf des aus dem Club entwendeten Alkohols an einen Hehler bekommt er den Hinweis auf eine Frau namens Sin (Bex Taylor-Klaus), die mit Canary verkehren soll. Als er sie findet, liefern sich die beiden ein kleines Parcourswettrennen, das damit endet, dass Roy ausgeknockt wird. Er erwacht schließlich in einem Glockenturm, wo sich auch Canary blicken lässt und paranoid fragt, ob Roy von „ihnen“ geschickt wird. Als Canary ein Blick auf sein Handy wirft und sieht, dass Laurel entführt wurde, eilt sie davon und lässt ihn laufen.

Wer diese „sie“ sind, wird später noch angedeutet. Canary wird im Glockenturm von einem vermummten Mann, der auf den ersten Blick aussieht wie der Dark Archer, besucht. Er kommt als Botschafter eines gewissen Ra's al Ghul! Alle Batman-Fans wissen natürlich mit dem Namen etwas anzufangen und auch in „Batman Begins“ spielte der Schurke die Hauptrolle. Bereits in der ersten Staffel machte Malcolm Merlyn (John Barrowman) außerdem schon Anmerkungen, die in diese Richtung deuteten. Nämlich, als es darum ging, wie er die Zeit nach dem Tod seiner Ehefrau verbracht hat.

Ra's erbittet die Rückkehr von Canary, doch sie lehnt ab und lässt ihm ausrichten, dass sie weggelaufen ist. Doch der Botschafter hebt sein Messer und will das nicht gelten lassen, also ersticht sie kurzerhand den Botschafter. Was allein schon dieses Namedropping von Ghul bei einem Comicfan ausrichtet, ist kaum in Worte zu fassen. Die Möglichkeit, dass „Der Kopf des Dämons“, wie der Name übersetzt lautet, auftauchen könnte, regt zu spontanen Jubelschreien an. Da auch die „League of Assassins“ damit in greifbare Nähe rückt und Black Canary, ihrer Mordlust nach zu urteilen, im Arrow-Universum ein Mitglied derselbigen sein könnte, bleibt diese Figur und ihre weiteren Hintergründe sehr, sehr spannend. Recht passend ist übrigens, dass sie ohne richtige Superkraft auskommt. Im Comic kommt der Schrei aus ihrem Körper, während hier eine technische Lösung genutzt wurde. Spätestens, wenn ein gewisser roter Flitzer nach Starling City kommt, gibt es aber wohl echte Superkräfte.

Todesstrafe für Moira?

Durch das Erdbeben in den Glades sind im ersten Staffelfinale 503 Menschen gestorben. Zwar steckt Malcolm Merlyn hinter diesem Anschlag, aber das Gerät selbst wurde in Moira Queens Firma hergestellt und Moira (Susanna Thompson) gilt als Mitwisserin. Bereits seit fünf Monaten büßt sie nun eine Haftstrafe ab, ohne dass sie auf Kaution freikommen darf, ehe die Verhandlung ins Rollen kommt. Die Anklage fordert aber nun die Todesstrafe für Mama Queen. Ihre Kinder Thea (Willa Holland) und Oliver sind natürlich schockiert darüber und wollen alles in ihrer Macht Stehende tun, um das zu verhindern.

Allerdings sieht es in einem Gespräch mit ihrer Anwältin und Freundin so aus, als habe sie sich mit diesem Schicksal schon abgefunden und dass sie eher bereit wäre, einige Geheimnisse mit ins Grab zu nehmen, als ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Denkbar ist etwa, dass herauskommen könnte, dass sie die Queen's Gambit sabotiert hat und somit für den Tod sämtlicher Passagiere abseits von Oliver verantwortlich ist. Oder versteckt sie etwa noch mehr? Die Autoren hätten diesen Austausch sicherlich nicht in die Episode eingebaut, wenn das nicht der Beginn einer Storyline für Moira wäre.

Explosive Inselhandlung

Auf der Insel rätselt das Trio Oliver, Slade (Manu Bennett) und Shado (Celina Jade) weiterhin über den Fund in der Höhle. Eines der Skelette der japanischen Soldaten haben die drei mitgenommen, das nun von Shado, immerhin früher mal kurzzeitig Medizinstudentin, genauer unter die Luppe genommen wird. Oliver und Slade machen sich derweil auf eine Expedition in höhere Gefilde auf, um die Insel etwas besser überblicken zu können. Slade betont dabei erneut, dass Oliver sich nicht so an Shado klammern sollte, weil das für die Gruppe und ihn selbst zur Gefahr werden könnte. Bald entdecken die beiden ein Kriegsschiff, das laut Slade auf eine bestimmte Position schießt: den Standort des Flugzeugs und damit ihr Ticket von der Insel.

Das heißt allerdings auch, dass Shado in Gefahr ist. Beim Rückweg zum Lager geraten sie auch massiv unter Beschuss. Beim Versuch, Oliver zu warnen, wird Slade von den Flammen verletzt und Oliver verliert das Bewusstsein. Als er wieder aufwacht, befindet er sich in Gefangenschaft an Bord eines schwer bewachten Schiffes mit der Aufschrift „Amazo“ - und schon klingeln die Alarmglocken der Comicfans... Wer zeichnet in den Comics für die Erschaffung des Androiden verantwortlich? Die Antwort wird es bald bei Arrow zu sehen geben. Den Androiden selbst wahrscheinlich nicht.

Fazit

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Broken Dolls%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
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Es ist viel passiert in der Episode Broken Dolls. Dabei wird man aber auch ziemlich gut unterhalten, denn es passt fast alles. Der „Fall der Woche“ ist äußerst spannend inszeniert und die Famile Lance wird durch die Ereignisse sichtlich verändert. Außerdem verspricht die neue Figur Black Canary aufregende Entwicklungen, es kommt Bewegung in Moiras Schicksal und auch die Inselhandlung nimmt eine unerwartete neue Richtung. Es bleibt wenig Zeit zum Luftschnappen und das zahlt sich aus. Schon jetzt eine Highlightepisode der Geschichte von Arrow.

Videovorschau auf die Episode Crucible (2x04) der US-Serie Arrow:
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 24. Oktober 2013
Episode
Staffel 2, Episode 3
(Arrow 2x03)
Deutscher Titel der Episode
Der Puppenmacher
Titel der Episode im Original
Broken Dolls
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 23. Oktober 2013 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 1. Mai 2014
Regisseur
Glen Winter

Schauspieler in der Episode Arrow 2x03

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