Animal Practice 1x01

Dr. George Coleman (Justin Kirk, Weeds) ist der Arzt, dem die Tiere vertrauen. Mit Menschen kommt er dagegen schon wesentlich weniger gut aus. Sein Kollege Dr. Doug Jackson (Tyler Labine, Mad Love) ist zwar sein bester (menschlicher) Freund. Zugestehen würde George das allerdings nie im Leben. Sie beide arbeiten in einem Tier-Krankenhaus, in dem es bisweilen recht chaotisch zugeht. Und das nicht nur wegen der ungewöhnlichen Fälle, mit denen es die Ärzte hier zu tun bekommen (wie beispielsweise einer suizidalen Katze), sondern auch der sehr eigenwilligen Art und Weise, wie George das Krankenhaus führt.
Auf Widerstand stößt er erst, als sich Dorothy Rutledge (JoAnne Garcia, Better With You) als neue Eigentümerin des Krankenhauses vorstellt, welches sie von ihrer Oma geerbt hat. Sie hat zwar wenig Ahnung vom Betrieb einer Tier-Klinik, ist sich aber sicher, dass es sich auf jeden Fall besser führen lassen muss, als George es tut. Als würde das nicht schon genug Probleme zwischen den beiden produzieren, stellt sich auch noch heraus, dass sie bis vor zwei Jahren ein Paar gewesen sind...
NBC hat ein großes Problem: Der Sender hat eine ganze Reihe von Comedyserien im Programm, die von der Kritik gefeiert werden (zum Beispiel Community, 30 Rock und Parks and Recreation), die jedoch nur sehr, sehr wenige Zuschauer sehen wollen. Und als Network, welches gute Aussichten hat, ohne den Super-Bowl in der kommenden Season wieder auf den vierten Rang der Broadcast Networks zurückzufallen, ist es nicht ganz unverständlich, dass NBC nun etwas an seiner Programmpolitik zu ändern versucht.
Animal Practice ist eine Serie, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht von der Kritik gefeiert werden wird. Aber von der sich NBC eine etwas breitere Publikumsansprache erhofft. Und das sicher nicht zu Unrecht.
Die Pilotfolge lässt sich am besten wohl als köstlicher Unfug mit Herz beschreiben. Es ist keine hohe Kunst, die hier geboten wird, sondern solide Unterhaltung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Von der ersten Szene an - in der ein Kater sich durch einen Sprung in die Tiefe vor einem weiteren Fernsehabend mit seinem Frauchen zu entziehen versucht - zielt Animal Practice auf die Lachmuskeln des Zuschauers.
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Dr. Rizzo (Crystal the Monkey, „The Hangover II“), der überaus verständige Kapuzzineraffe, mit dem sich George das Büro teilt, tut dazu noch das Seinige. Auf der TCA Press Tour verrieten die NBC-Granden, dass Dr. Rizzo die Figur mit den höchsten Sympathiewerten bei den Zuschauertests unter allen neuen Serien des Senders gewesen sei. Das ist einerseits natürlich ein etwas deprimierendes Ergebnis für die menschlichen Figuren und Darsteller des Senders. Andererseits geht von einem winzigen Äffchen, das im Arztkittel mit einem eben so winzigen Krankenwagen „seine Runden dreht“, ein Niedlichkeits- und Ulkfaktor aus, gegen den einfach nichts und niemand anderes ankommt. Egal wie oft man Tiere, die sich scheinbar wie Menschen verhalten, auch schon in Film und Fernsehen gesehen hat.
Originalität ist die Sache von Animal Practice nicht. Die Figuren und Konstellationen (der beste Freund, der natürlich Probleme mit den Frauen hat; die Ex, die auf einmal zum Boss wird - und das auch noch durch eine Erbschaft. Das hätte auch in einem Lindström-Drehbuch stehen können...) kommen einem samt und sonders sehr bekannt vor. Dessen ungeachtet kommen die Charaktere aber sehr sympathisch herüber. Die Tierfall-der-Woche-Story (um einen kleinen Hund, für dessen OP der Vater der kleinen Besitzerin zunächst nicht zahlen will) gibt vor allem George und Dorothy reichlich Gelegenheit, Herz zu beweisen - und sich damit in das Herz der Zuschauer zu spielen.
Gemixt mit dem tierischen Blödsinn ergibt das eine unterhaltsame Mischung, von der man ruhig noch ein paar Folgen sehen kann.
NBC hat sich derweil natürlich wieder einmal große Mühe gegeben, die eigenen Anstrengungen um einen Neuanfang im Serienbereich zu sabotieren. Zum Ärger von Millionen von Zuschauern unterbrach (!) das Network die Ausstrahlung der Schlussfeier der Olympischen Spiele, um die Pilotfolge von Animal Practice zwischendurch zu zeigen. Schon vor Beginn der ersten Folge sei die Serie damit, so ein Kommentar auf Twitter, die meistgehasste Serie Amerikas.
Fazit
Animal Practice - leichte Unterhaltung für Zwischendurch auf einem Sender, der noch die beste Marketing-Plattform in ihr exaktes Gegenteil zu verkehren versteht.

Animal Practice 1x01 Trailer
(Animal Practice 1x01)
Schauspieler in der Episode Animal Practice 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?