Star Wars: Andor - Review zu Folge 1 von Star Wars: Andor - Episode 1

Star Wars: Andor - Review zu Folge 1 von Star Wars: Andor - Episode 1

Darum, wie aus einem schüchternen, seiner urwüchsigen Heimatwelt entrissenen Jungen jener Rebellenspion wurde, der schließlich die Pläne des gefürchteten ersten imperialen Todessterns erbeutete, geht es in der neuen Serie Andor, die heute bei Disney+ startet.

Star Wars: Andor
Star Wars: Andor
© Disney+

In den frühen Tagen des galaktischen Imperiums geht im Vergnügungsviertel des Industrieplaneten Morlana One der den neuen Machthabern nicht eben wohlgesonnene Cassian Andor (Diego Luna, Narcos) in einer Rotlichtbar auf die Suche nach seiner verschollenen Schwester, allerdings ohne Erfolg. Dabei zieht er die Aufmerksamkeit zweier korrupter Wachleute auf sich, die ihn anschließend verfolgen und ausplündern wollen. In dem anschließenden Handgemenge kommt einer der beiden zu Tode, Luna tötet den zweiten trotz dessen Betteln um Gnade.

Anschließend kehrt Andor auf den nahegelegenen Planeten Ferrix zurück, auf dem er das Leben eines Kleinganoven führt und in der Erinnerung an seine Kindheit auf dem Dschungelplaneten Kenari zurückdenkt: Hier stürzte einst ein imperiales Raumschiff ab und eine Gruppe von Jugendlichen, darunter der junge Andor, ging auf eine Erkundungstour. In der Gegenwart verschafft Cassian sich ein Alibi durch seinen Freund Brasso (Joplin Sibtain, Safe), da ihm klar ist, dass der Vorfall auf Morlana One nicht ohne Folgen für ihn bleiben wird. Während der dortige Chefinspektor Hyne (Rupert Vansittart, The Nevers) die Angelegenheit auf sich beruhen lassen will, klemmt sich der ehrgeizige junge Sicherheitsoffizier Syril Karn (Kyle Soller, Poldark) hinter den Fall und leitet Untersuchungen ein.

Andor, der sich der Gefahr bewusst ist, wendet sich an seine Exfreundin Bix Caleen (Adria Arjona, Good Omens), eine Hehlerin, um ein erbeutetes imperiales Erfassungsgerät zu verkaufen und mit dem Erlös unterzutauchen. Dabei jedoch wird er argwöhnisch von deren neuen Freund Timm Karlo (James McArdle, Mare of Easttown) beäugt.

Die neue Live-Action-Serie aus dem Star Wars-Universum

Lang erwartet ist es also nunmehr so weit und seit dem heutigen Tag ist die neueste, mittlerweile vierte Realserie aus den Welten der von George Lucas erdachten Saga von „Star Wars“ beim Streamingdienst Disney+ zu sehen. Ursprünglich hatte es bereits Ende August losgehen sollen, und quasi als Trostpflaster für die Verspätung werden die drei ersten Folgen auf einen Schlag veröffentlicht. Sie und auch die restliche, aus weiteren neun Folgen bestehende Serie (die im wöchentlichen Rhythmus nachfolgen werden) erzählen die Vorgeschichte des unter manchen Fans von „Star Wars“ eher zwiespältig betrachteten ersten Anthologie-Films „Rogue One: A Star Wars Story“ von 2016: Sozusagen ein Prequel des Prequels.

In Sachen Produktions-Aufwand sollte es die Serie (deren Dreharbeiten wie bei vielen anderen Produktionen der Fall infolge der Corona-Pandemie unterbrochen werden mussten, was den Start bereits im Vorfeld verzögert hatte) so wie die drei Vorgängerserien mühelos mit Kinoproduktionen aufnehmen können.

Auch die Besetzung der Nebenrollen (bestehend aus durchaus Leinwand-bekannten Gesichtern wie Fiona Shaw, zu sehen als Tante Petunia in der Filmreihe um „Harry Potter“ oder der Schwede Stellan Skarsgard, zuletzt mit dabei in Denis Villeneuves „Dune“) sprach für sich während der Realisierung unter Showrunner Tony Gilroy, der seinerzeit bei den Nachdrehs für den bereits erwähnten Kinofilm „Rogue One“ Regie geführt hatte. Doch reicht ein hoher Produktionsaufwand und eine prominente Besetzung dazu aus, eine wirklich gute Serie und, für viele Fans noch wichtiger, gutes „Star Wars“ zu schaffen? Die Antwort kennen wir seit heute.

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Zäher Start

Schon seit The Book of Boba Fett scheint man es sich seitens der Macher von Serien aus der Welt von „Star Wars“ zur Angewohnheit gemacht zu haben, die ersten Folgen auf die Einführung der nunmehr agierenden Charaktere sowie der neuen Facetten der summa summarum bestens bekannten Franchisewelt zu verwenden: Auch Andor bildet hier keine Ausnahme. Nach dem Einstieg in die Folge, die uns die düstere und schmuddelige Seite des ohnehin in weiten Teilen gebraucht und abgenutzt aussehenden Universums präsentiert hat, konzentriert sich der Rest der mit knapp über vierzig Minuten Laufzeit erneut eher kurzen Einstiegsepisode hauptsächlich auf das Zeigen der Lebensumstände unseres Helden, wobei wir sowohl seine an einen eifersüchtigen Neuen vergebene Ex als auch seinen fanatischen Gegner kennenlernen.

Grundsätzlich ist insbesondere das Design der neuen Serie, von dem wir in der Pilotfolge einiges zu sehen bekommen, über jeden Zweifel erhaben und es muss sicherlich auch nicht immer ein Action-Dauerfeuer sein, auch wenn „Star Wars“ draufsteht, doch wäre ein klein wenig mehr Handlung als die detaillierte Verdeutlichung, dass Andor bei allem und jedem in der verranzten Siedlung auf dem Planeten Ferrix in der Kreide steht, schon wünschenswert gewesen. Und dass Cassian Andor alles andere als ein strahlender Held a'la Luke Skywalker ist, konnten wir bereits unschwer bei seinem ersten Auftritt in „Rogue One“ miterleben. Manches kann man schlicht und ergreifend als gegeben voraussetzen.

Sprachprobleme

Ebenfalls recht bekannt kommt es dem Fan und Zuschauer vor, dass man sich die Untertitelung fremdsprachiger Sequenzen erneut geschenkt hat: Waren es im Fall von The Book of Boba Fett die Grunzlaute der Sandleute von Tatooine, auf die wir uns einen eigenen Reim machen mussten, bekommen wir diesmal Szenen auf der Dschungelwelt Kenari zu sehen, die im Idiom des Planeten belassen worden sind. Immerhin lässt sich zumindest zeitweilig anhand der Gesten der Agierenden ablesen, worum es in ihren kehligen Gesprächen geht.

Ein neuer, ganz anderer Krieg der Sterne

Die Atmosphäre indes ist unbestritten stimmig: Wer bei Andor Hochglanzkino-Feeling wie einstmals in den 70er- und 80er-Jahren erwartet hat, der war bereits im Vorfeld hinreichend vorgewarnt, dass es hier ganz anders zugehen würde. Dennoch hätte ein klein wenig mehr Schwung nach dem eigentlich recht bezeichnenden und vielversprechenden Anfang der Pilotepisode dem Start in die Serie sicherlich nicht geschadet. Doch was nicht ist, das kann bekanntlich ja noch werden, daher drei von fünf imperialen Detektorboxen für den Anfang. Die anderen beiden Kritiken folgen ebenfalls gleich bei SERIENJUNKIES.DE®.

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Serie „Andor“ - diese ist ab heute beim Streamingdienst Disney+ zu finden:

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