Alphas 2x07

Was ist passiert?
Jason Miller (Connor Price), der für die Ereignisse in der Folge Gaslight verantwortlich war, kehrt in der aktuellen Episode Gods and Monsters ins Alphas-Universum zurück. In der Schule ist er ein Außenseiter und das Mädchen seines Herzens ist bereits vergeben. Also setzt er seine Fähigkeit (die durch das Stroboskop von Stanton Parish (John Pyper-Ferguson) verstärkt wurde) ein, um seine Umgebung ähnlich wie einen Bienenschwarm zu kontrollieren. Eine Berührung von Jason reicht aus und er hat komplette Kontrolle über die jeweilige Person, ohne dass der Effekt nachzulassen scheint. So hat er bereits eine große Gruppe Mitschüler unter seiner Kontrolle, als er dem Team um Dr. Rosen (David Strathairn) auffällt.
Versuche mit zwei seiner Drohnen (wenn wir mal beim Beispiel Bienenschwarm bleiben) blieben bisher erfolglos. Selbst Nina (Laura Mennell) kann mit ihrer Fähigkeit nicht zur wahren Persönlichkeit der jeweiligen Person durchdringen, denn der Schwarm handelt wie eine stets verbundene Gruppe ohne Individuen. Die Konsequenzen für die Drohnen erweisen sich dabei als schädlich bis lebensgefährlich. Es gilt, Jason zu überzeugen, seinen Schwarm aufzugeben.
Die erste Konfrontation von Jason mit Dr. Rosen verläuft sehr überraschend. Seine Position als „Bienenkönigin“ genießend bedroht er schließlich Rosens Leben. Als Retter in der Not taucht Stanton Parish plötzlich auf und bietet Rosen seine Hilfe an. Als dieser skeptisch ablehnt, reicht eine Drohung in Richtung Danielle (Kathleen Munroe), um Rosen umzustimmen.
Nachdem zunächst Rosen in den Händen von Parish ist, wendet sich das Blatt im Verlauf der Zusammenarbeit und Stanton willigt ein, sich seinerseits in die Höhle des Löwen zu begeben - auf Rosens Versprechen trauend, dass er am Ende einfach gehen darf. Rosens Team konnte derweil Jason ausfindig machen und einfangen, wobei sie nur knapp seinem Schwarm entkamen. Durch Stanton findet sich auch schnell eine Lösung, wie Nina Jason dazu bringen könnte, seinen neuen Freunden wieder ihren eigenen Willen zurückzugeben, und zur Belohnung wird er von Cameron (Warren Christie) und Bill (Malik Yoba) in eine Zelle gesperrt.
Ab hier überschlagen sich nun die Ereignisse: Stanton nutzt seine Unsterblichkeit, um aus der Zelle zu entkommen, während Jason seinen kompletten Schwarm zur Hilfe ruft, der auch kurze Zeit später versucht, das Gebäude zu stürmen. Es kommt - Achtung, jetzt wird's etwas wirr - zum Zusammentreffen von Rosen und Parish in Jasons Kopf, wo Rosen schließlich Jasons Vertrauen gewinnen kann und sowohl Stanton als auch Lee bei einer gegenseitigen Berührung (wir sind immer noch in Jasons Kopf) gegenseitig Eindrücke vom Leben des anderen bekommen. Jason lässt seinen Schwarm gehen, Parish entkommt und Rosen weiß nun dank eines Bildes in Camerons Büro, dass Danielle der Maulwurf ist.
Die Borg
Der Fall der Woche, der im Grunde genommen keiner ist, weil er den Rahmen für das Zusammentreffen von Rosen und Parish liefert, kann auf ganzer Linie beeindrucken. Was in Gaslight schon unheimlich daher kam, wo nur Jasons Unterbewusstsein Auslöser der Ereignisse war, wird hier auf die nächste Stufe gebracht: Komplette und permanente Kontrolle über jeden Menschen, der berührt wurde. Die Folgen davon wurden jedenfalls gut in Szene gesetzt, wobei vor allem die kleinen Dinge hervorstechen, wie das gemeinsame durchs Haar streichen oder die Blicke, die sich auf Rachel (Azita Ghanizada) richten als sie Jasons Namen bei der Party ausspricht.
Jasons Entwicklung weiß auch zu gefallen: Zunächst steht er im Mittelpunkt und genießt sein Dasein als „Bienenkönigin“. Auf der Party merkt er erstmals, dass er lediglich Marionetten kontrolliert, die ihm nicht aus freiem Willen folgen, und hat erste Zweifel an seinem Tun. Gegen Ende klammert er sich nur deshalb an seinen Schwarm, weil er Angst davor hat, wieder alleine zu sein. Und als Stanton ihm durch den eingebauten Failsafe wieder alle Drohnen zu nehmen droht, kann er überzeugt werden, loszulassen.
What's up, Stan?
Stanton Parish wird nach kurzer Zeit zum Mittelpunkt dieser Folge. Seine Dialoge mit Rosen lassen ihn nicht nur als ebenbürtig zum Doktor erscheinen, sondern zeigen auch, dass er einen durchaus moralisch vertretbaren Standpunkt in Bezug auf die Alphas hat. Schließlich ist er einen Großteil der Folge über sehr bemüht, Jason zu helfen. Die verbalen Angriffe von Rosen auf seine Experimente an Jason kann er jedenfalls gut kontern. Vielleicht war das alles aber auch nur Taktik, um Rosen für sich zu gewinnen. Danielle setzt ihn dahingehend schließlich langsam aber sicher unter Druck. Seine Methoden, wie die Drohung gegen Rosens Tochter und die Ermordung der Wachen, machen hingegen deutlich, dass er der böse Gegenspieler bleibt.
Und dann war da noch der Plan B am Ende: So ein Failsafe ist natürlich sinnvoll, damit er die Kontrolle behalten kann, und wird erst eingesetzt, als Rosen seinen Rekrutierungsversuch durchschaut hat. Da ist unser Alpha-Team noch mal knapp dem Teufel von der Schippe gesprungen, während Stanton gleich zweimal stirbt. Das wirft die Frage auf, wie er wohl besiegt werden kann. Schuss in den Kopf - Fehlanzeige. Ausbluten lassen - klappt nicht. Sprung aus dem Hochaus - überlebt. Mal schauen, auf welche Weisen er noch abtreten wird, bis seine „Miracle Days“ vorbei sind.
Die kleine Szene, die er mit Gary (Ryan Cartwright) hatte, könnte auch noch wichtig werden. Es deutet sich jedenfalls an, dass Gary nun ins Grübeln kommen könnte und eventuell die Seiten wechselt. Die wenigen Worte von Stanton rücken diese Möglichkeit jedenfalls ins Rampenlicht.
Dr. Rosen a.k.a. Lee
Der Doktor hat sich gut geschlagen in den Gesprächen mit Parish, auf jeden Fall erstmal die richtige Entscheidung getroffen und sich nicht rekrutieren lassen. Die Entscheidung, erstmal alleine zur Schule zu gehen, um die Lehrer zu befragen, darf allerdings in Frage gestellt werden. Ironischerweise hängt er auch etwas später in der Schule am Telefon und erklärt, dass er wahrscheinlich Jason antreffen wird. Gut, irgendwie musste man Rosen vom Rest des Teams trennen, damit er alleine auf Stanton trifft, und die Überraschung ist auch gelungen.
An dieser Stelle sei auch das wirre Ende noch mal erwähnt. Stanton kann dank des Failsafe offensichtlich die Kontrolle über Jasons Drohnen übernehmen, obwohl er auch eine sein sollte. Warum nicht auch über Rosen? Was genau unterscheidet den von Jasons Mitschülern?
Und dann kommt es noch zur Vision in der Vision, bei der Rosen und Parish sich gegenseitig in die Karten schauen können. Sicherlich ein netter Einfall, aber zu sehr drüber nachdenken sollte man besser nicht, sonst gibt es Kopfschmerzen.
Der Rest vom Schützenfest
Das Verhältnis zwischen Nina und Rachel hat sich anscheinend wieder normalisiert. Eine Andeutung dazu gab es schon in Alphaville, allerdings bleibt offen, weshalb die beiden nun schon wieder soweit sind, Frauengespräche miteinander zu führen.
Cameron und Bill bekommen zwar ein wenig zu tun, bleiben in Sachen Dialogen aber ähnlich wie Kat (Erin Way) eher im Hintergrund. Erwähnenswert wäre, dass Rosen mittlerweile auch dabei ist, Bills Hobby mit dem Fight Club auf die Schliche zu kommen, und Kat sich langsam aber sicher ins Team integriert.
Fazit: Spannend, unheimlich, überraschend und das gegenseitige Ausloten von Stanton und Lee konnte auch überzeugen. Wenige Abstriche gibt es von meiner Seite nur für das etwas zu abgespacete Ende: 4,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian Schäfer am Mittwoch, 12. September 2012(Alphas 2x07)
Schauspieler in der Episode Alphas 2x07
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