Almost Human 1x08

Almost Human 1x08

Waffenhändler, die die Technologie für eine zielsuchende „Magic Bullet“ in die Finger bekommen haben, sind die Schurken in dieser Episode von Almost Human. Diese versucht gleichzeitig, mit Babyschritten die Rahmenhandlung voranzubringen.

Dorian (Michael Ealy) lässt sich nach einer Schussverletzung scannen. / (c) FOX
Dorian (Michael Ealy) lässt sich nach einer Schussverletzung scannen. / (c) FOX

Nachdem die letzte Folge von Almost Human relativ spannend und im Vergleich zum bisherigen Rest der Serie einigermaßen zum Nachdenken anregend daherkam, geht es diese Woche in You Are Here wieder zurück zu alten Mustern. Der Fall ist abermals eher dröge und dreht sich um Waffenhändler und aufrechte Bürger, die vor diesen beschützt werden müssen. Das Bemerkenswerte an dieser Folge ist jedoch, dass sie endlich etwas aus einer vorigen Episode (genauer gesagt der Pilotfolge) aufgreift und die übergreifende Handlung voranbringt, die wohl doch zu existieren scheint. Freut Euch nur bitte nicht zu früh...

Handlung

Ein Mann läuft vor jemandem oder etwas davon und erreicht schließlich einen Bahnhof, wo ihm der Zug vor der Nase wegfährt. Die Security nähert sich ihm, doch er schwört, jemand wolle ihn umbringen. Kurz darauf wird er von einer Kugel getroffen und stirbt.

John Kennex (Karl Urban) sitzt derweil in der ihm auferlegten Therapiegruppe, was natürlich als absolut lächerliches Unterfangen dargestellt wird. Therapie ist schließlich für Pussys und echte Männer wie John brauchen sowieso keine emotionale Hilfe. Nach diesem charmanten Einstieg in die Episode schafft John es tatsächlich, sich noch unsympathischer zu machen, indem er, beim Tatort angekommen, mit einem MX-Modell, der an den Fähigkeiten von Dorian (Michael Ealy) zweifelt, in Streit gerät und ihm prompt den Kopf wegballert. Detective Paul (Michael Irby) ist darüber wenig amüsiert und so gibt es wieder Zoff mit Captain Maldonado (Lili Taylor).

Magic Bullet

Aber zurück zum Fall der Woche: Die Freundin des Toten, dessen Name Anton war, wird ausfindig gemacht. Sie haben beide für dieselbe Softwarefirma gearbeitet. Rudy findet derweil heraus, dass die Kugel mit Technologie versehen war, die aus ihr ein zielsuchendes Geschoss macht, welches sogar um Ecken fliegen könnte. Etwas, das auf dem Schwarzmarkt sehr begehrt sein könnte. Dorian und John statten der Softwarefirma einen Besuch ab und überbringen Kira (Annie Monroe) die traurige Nachricht, was sie sichtlich mitnimmt. Dorian wird kurz darauf mit auf ihn zugeschnittener Holo-Werbung zugespamt, denn die Softwarefirma arbeitet an individualisierter Tracking-Software. Kira glaubt jedoch nicht, dass ihr Freund Anton etwas mit Waffenhändlern zu tun gehabt haben könnte.

Als Nächstes folgt eine Szene, die gleich zwei von Almost Human etablierte Muster wiederholt: Die Verantwortlichen für Antons Tod versuchen, die „Magic Bullet“-Technologie zu verkaufen. Zum einen handelt es sich bei den beiden Schurken einmal mehr um kriminelle Ausländer und zum anderen wird erneut die Frau (diesmal Kira) als zweites Ziel auserkoren. Im Gegensatz zum männlichen Gegenstück vom Anfang der Episode darf beziehungsweise muss diese natürlich als damsel in distress von John und Dorian gerettet werden.

Geduld ist die Pforte der Freude

Unglaublicherweise nimmt die Serie als Nächstes tatsächlich einen Handlungsbogen auf, der in der Pilotfolge begonnen hat. Acht Folgen lang haben wir darauf gewartet, dass sich ein roter Faden blicken lässt und hier ist er nun: John bekommt mit, wie Captain Maldonado den zum kriminellen Syndikat gehörenden Rinehart verhört. Sie ist bereit, ihm einen Deal anzubieten, wenn er er verrät, warum sie damals das Polizeipräsidium gestürmt hatten und wohinter sie her waren. Er ist bereit, darauf einzugehen, aber nur gegen eine komplette Begnadigung, worauf Maldonado sich nicht einlassen will. John ist schockiert, dass sie überhaupt einen Deal in Betracht zieht, doch der Captain vermutet, dass noch Schlimmeres Folgen könnte.

John und Dorian machen darauf Kira ausfindig und teilen ihr ihre Theorie mit, dass Anton die Software an Waffenhändler verkauft hat und hinterher getötet wurde, um sie nicht identifizieren zu können. Zur gleichen Zeit schicken die besagten Kriminellen eine weitere Kugel los, diesmal mit Kiras Namen drauf. Dorian bemerkt jedoch, dass die Geräte um sie herum nach der Person vor ihm scannen und fängt die Kugel im letzten Moment ab. Dies beschädigt ihn jedoch und er kann fortan - für die Portion Lacher dieser Episode - nur noch Koreanisch sprechen (denn die koreanische Sprache ist an sich scheinbar zum Brüllen komisch).

Kira wird nach diesem Vorfall in ein safe house gebracht, besteht jedoch darauf, ihre Tochter mitzubringen. Ihr Vorschlag zum Lösen der Situation lautet scrubbing, womit das selektive Löschen von Erinnerungen gemeint ist, was auch illegal in Hinterhöfen vonstattengeht. Die Waffenhändler hätten somit keinen Grund mehr, auch sie zu eliminieren, so glaubt sie. John hält jedoch nichts von dieser Methode. Während Rudy (Mackenzie Crook) an dem beschädigten Dorian arbeitet, erhält John einen Anruf von Detective Stahl (Minka Kelly), die ein geheimes Bankkonto des ermordeten Antons ausfindiggemacht hat. Im Schließfach finden die Detectives ein paar Papierfetzen mit Nummern darauf und einen Videochip. Dieser verrät, dass Anton erpresst wurde und nicht freiwillig mit den Waffenhändlern kooperiert hatte. Im Netz taucht derweil ein tschetschenisches Werbevideo für die „Magic Bullet“-Waffentechnologie auf, welches die Ermordung des Softwareentwicklers zeigt.

Unterdessen entschließt Kira jedoch, ihren Plan durchzusetzen und setzt sich ab, um einen scrubber aufzusuchen. John und Dorian können sie jedoch vorher ausfindigmachen, noch ehe sie ihre Erinnerungen löschen konnte. In der Zwischenzeit wird sie jedoch auch von den Gangstern entdeckt, die daraufhin bewaffnet die Hinterhofklinik stürmen. Im folgenden Schusswaffengefecht kommt der Waffenhändler um, während seine Partnerin angeschossen überlebt. Auch was die baddies angeht, bleibt Almost Human also bei seinen Mustern.

John berichtet Kira davon, dass Anton doch ein guter Kerl war und die Papierfetzen entpuppen sich als Erinnerungsstück, welches er aufbewahrt hatte. Die Nummern sind seine Telefonnummer, die er ihr geben wollte, als er sie das erste Mal fragte, ob sie mit ihm ausgehen würde. Als Dankeschön schenkt sie John ihren Stift (ein Artefakt aus alter Zeit), den er dann benutzt, um Detective Stahl eine Flirtnotiz zu schreiben.

Fazit

You Are Here ist eine typische Folge von Almost Human, die zum Teil erfolgreich veranschaulicht, was die Serie zu einer ärgerlichen Angelegenheit macht. Der Fall ist mal wieder absolut banal, die Hauptfigur John ist nicht nur wegen seiner Cowboymentalität im Einsatz ein absoluter Unsympath (und das nicht auf eine unterhaltsame Art wie Sherlock oder House), die Dialoge sind eine Farce, das Erzeugen von Emotionen wird auf durchsichtige Weise versucht (sehr subtil, wie plötzlich das Kind eingebaut wurde, welches ein paar Mal süß in die Kamera lachen durfte, ohne sonst etwas mit der Geschichte zu tun zu haben), die latente Xenophobie, welche die Serie regelmäßig an den Tag legt kommt erneut zum Vorschein und auch sonst fällt sie in altbekannte Muster, was ihre Struktur angeht.

Der Fakt, dass es endlich mit der übergeordneten Handlung weitergeht, hilft dieser Folge kaum. Wir verbringen kaum fünf Minuten mit der Szene, die zu nichts führt, außer zu verheißen, dass noch etwas auf uns zukommt. Ehrlich gesagt hatte ich den Syndikatgauner schon wieder vollkommen vergessen. „Too little, too late“, wie man sagt. Dies wird wohl an der Sendepolitik von FOX liegen, wo man die Folgen bisher in verkehrter Reihenfolge zeigte - aber besonders spannend wäre dies auch nicht in der zweiten oder dritten Episode dahergekommen.

Erschwerend kommt diese Woche hinzu, dass sämtliche Nebendarsteller absolut furchtbar sind. Letzte Woche beschränkte sich dies auf den Bösewicht, doch diese Woche macht wirklich jede Nebenfigur die Szenen ungenießbar. Besonders Kira (Monroe) ist wenig überzeugend, wenn sie um ihren verstorbenen Freund trauern soll.

Insgesamt erschleicht mich nach dieser Folge die Erkenntnis, dass jegliches Interesse mittlerweile aufgebraucht ist und auch durch einen übergreifenden Plot nicht mehr reanimiert werden kann. Vielleicht sollte man den beiden Hauptdarstellern, die für viele wohl noch jede Woche einen Grund zum Einschalten darstellen, wünschen, dass die Serie nach 13 Episoden doch gnädigerweise abgesetzt wird, damit die beiden zu anderen und besseren Projekten schreiten können.

Verfasser: Mario Giglio am Dienstag, 14. Januar 2014

Almost Human 1x08 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 8
(Almost Human 1x08)
Deutscher Titel der Episode
Die Spur des Geldes
Titel der Episode im Original
You Are Here
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 13. Januar 2014 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 6. Oktober 2014
Autoren
J.H. Wyman, Naren Shankar
Regisseur
Sam Hill

Schauspieler in der Episode Almost Human 1x08

Darsteller
Rolle
Karl Urban
Mackenzie Crook
Michael Irby

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