Allegiance 1x01

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Familie O'Connor ist keine normale amerikanische Familie. Während seine Eltern und seine ältere Schwester ehemalige russische Agenten sind, schlug Sohn Alex (Gavin Stenhouse) den Karriereweg als Analytiker beim der CIA ein, ohne dabei in Bezug auf die Vergangenheit seiner Familie im Bilde zu sein.
They think we have too much to lose to fight back.
Der russische Geheimdienst SVR sieht seine Operationen und die Identität seiner Agenten auf amerikanischem Boden bedroht und beauftragt die O'Connors damit, ihren Sohn, welcher an der Aufklärung seitens der Amerikaner beteiligt ist, für die Gegenseite zu rekrutieren. Doch diese wollen nicht, dass ihr Familienmitglied in die Fänge beziehungsweise in die Dienste der Russen gerät.
Das daraus resultierende Dilemma wird durch den Druck seitens ihres Mittelsmanns Victor (Morgan Spector) verstärkt, der ihr zögern und ihre Versuche, sich gegen den Auftrag zu wehren, argwöhnisch überwacht. Schließlich können Katya (Hope Davis) und Mark (Scott Cohen) ihn von einer Alternative überzeugen.
Die Eheleute versuchen, ihren Sohn auszuspionieren, um ihn so an die Informationen für den SVR zu kommen, ohne dass dieser dabei im direkten Visier des Geheimdienstes landet. Doch Alex macht währenddessen bei den Ermittlungen große Fortschritte und entdeckt schon bald die erste Verbindung zwischen den Geschehnissen und einer möglichen Involvierung seiner Eltern.
Anschließend stellt er seine Eltern zur Rede und es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis die Wahrheit über Familie O'Connor ans Tageslicht kommt. Selbst Natalie, die ältere Schwester von Mark, enthält der Familie Geheimnisse vor, die den weiteren Handlungsverlauf mit Sicherheit beeinflussen werden.
Ein buntes Thriller-Potpourri
Ein Ehepaar spioniert auf amerikanischem Boden für den russischen Geheimdienst. Schon einmal gehört? Tatsächlich bedient sich Allegiance bei einer Vielzahl an Inspirationen. Zwar basiert es auf dem israelischen Format The Gordin Cell, allerdings sind deutliche Spuren von Serien wie The Americans, Homeland und 24 im neuen Spionagethriller zu finden.
Letztere weist interessanterweise gerade was das Tempo angeht Ähnlichkeiten zur neuen NBC-Serie auf, denn strukturell wird die Handlung von Allegiance vorwiegend durch den Plot und weniger durch die Charaktere bestimmt. Dabei wird der Zuschauer durchgehend unterhalten, denn die besagte Schnelligkeit der Story sorgt dafür, dass es kaum Verschnaufpausen gibt. Dabei wirkt sich das allerdings auch negativ bestimmte Aspekte aus, so erzwingt man den starken Verdacht seitens des Sohnes zu früh, indem er seinen Eltern bereits direkt in der ersten Folge auf die Schliche kommt. Damit verschießt man bereits sehr früh Pulver, was zu einem späteren Zeitpunkt potentiell einen wesentlich größeren Knalleffekt hätte haben können. Es ist zu hoffen, dass Mark an dieser Stelle noch nicht vollkommen über die Tätigkeiten seiner Familie aufgeklärt wird.
Gerade für einen Piloten wurde sehr viel in die knapp 45 Minuten hineingezwängt. Neben den nötigen Elementen, wie der Einführung in die Geschichte und die Vorstellung Charaktere, gibt es mit der Verbindung von Natalie und Viktor auch bereits die erste Wendung, was mit Sicherheit ein Vorgeschmack auf weitere und häufige Implementierung von Plot-Twists sein dürfte.

Auffällig ist hinsichtlich der Figuren die bisherige Verteilung der Zentrierung zwischen den beiden Eltern Katya (Hope Davis) und Mark sowie dem Fokus auf Alex (Gavin Stenhouse). Dabei ist die Idee eines hochintelligenten Analysten mit Problemen bei der sozialen Interaktion sicherlich nicht sonderlich innovativ und mit seinen genialen Deduktions-und Analysefähigkeiten lassen sich Längen in der Handlung auf simple Weise umschiffen. Das lässt sich in Bezug auf die Autoren sicherlich als faul anprangern, dient aber dem schnellen Vorankommen der Geschichte, ein Merkmal, auf dem Allegiance bereits jetzt fußt. Gleichzeitig ist er so aber auch eine Figur, zu welcher der Zuschauer nicht so schnell eine direkte Verbindung aufbauen kann, sodass die Empathie mit Familie Connor zumindest momentan eher von den Eltern ausgeht.
Auf der schauspielerischen Seite lassen sich beim Hauptcast bisher keine Schwächen feststellen, vielmehr sticht Hope Davis durch eine gute Leistung hervor. Auch Morgan Spector vermag es, durch seine Ausstrahlung ein bedrohliches Versprechen von unterdrückter Gewalt zu vermitteln.
Fazit
Vor einigen Jahren hätte Allegiance sicher noch bessere Karten gehabt, sich gegen seine Genrekonkurrenten zu beweisen. Es wird sich zeigen, ob der Zuschauer es ergänzend oder als Alternative zu ähnlichen Programmen sehen wird, oder ob der Bedarf an Spionagethrillern im relativ gesättigten US-Markt gedeckt ist. Die Pilotepisode unterhält durch ihr schnelles Tempo und setzt dementsprechend weniger auf Charaktertiefe und ist dadurch leichter zu verdauen als andere vergleichbare Spionagethriller. Dadurch wirkt die Folge allerdings stellenweise überfüllt und man vergibt bereits durch frühe Auflösung Chancen auf Storyelemente, die auch langfristig hätten unterhalten können. Alles in allem schafft es die Pilotepisode durch geschickt inszenierte Spannungsmomente und Wendungen, Interesse an der Serie zu erwecken und über die gesamte Folge auch zu erhalten.
Trailer zur nächsten Episode von „Allegiance“:
Verfasser: Tim Krüger am Freitag, 6. Februar 2015Allegiance 1x01 Trailer
(Allegiance 1x01)
Schauspieler in der Episode Allegiance 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?