Will & Grace 9x01

© ast der Comedy „Will & Grace“ / (c) NBC
2006 haben sie sich mit einem Happy End von uns verabschiedet, nun sind Will & Grace - und natürlich auch auch Karen (Megan Mullally, You, Me and the Apocalypse) und Jack (Sean Hayes, Sean Saves the World) - wieder zurück und sie haben sich kaum verändert, aber ihre politische Seite entdeckt. Wir steigen mit einer Episode ins Revival ein, die teilweise sogar im Oval Office des Weißen Hauses spielt.
Der Anschluss
Das Original kennen wohl viele der Zuschauer, die ins Revival eingeschaltet haben, aus dem Fernsehen, denn auch in Deutschland lief die Serie lange über die Mattscheibe. Der geneigte Gelegenheitszuschauer dürfte sich wundern, wie wenig sich verändert hat, in den Gesichtern der Darsteller, aber auch in der Story. Denn das große Happy End, in dem die beiden Titelfiguren ihre Liebe finden und Familien gründen, wird vom Revival einfach mal schlichtweg ignoriert. Oder besser gesagt: in einer Unterhaltung von zehn Sekunden vom Tisch geputzt als teils veraltet und teils Trauminhalt.
Wenn wir sie wiedersehen, ist Grace (Debra Messing, The Mysteries of Laura) gerade wieder bei Will (Eric McCormack, Perception) untergekrochen, nachdem ihre Scheidung durch ist. Wir steigen direkt in einen Spieleabend ein, bei dem die Drehbuchautoren schon in den ersten Minuten zeigen dürfen, dass sie ihre spitze Zunge nicht verloren haben. Und dass sie sich einer ganz bestimmten Mission verschrieben haben.
„Ich denke, das ist der Anreiz der Serie im Moment, sagen zu können: Ich will zurück in einen gemütlichen Platz mit Charakteren, die ich kenne, mit denen ich lachen will“, ließ Serienschöpfer David Kohan Variety wissen. „Denn ich bin gerade besorgt. Es ist eine Zeit voller Sorgen. Und das hier ist das Gegenmittel dazu.“
Wenn man die Pilotepisode bewertet, dann wird es einfacher, wenn man diesen Anspruch berücksichtigt. Denn um die Politik machen die Serienautoren keinen Bogen, ganz im Gegenteil, sie stürzen sich mit Freude mitten rein. Schon in den ersten 20 Minuten ergattert Grace über die Freundschaft ihrer Assistentin Karen mit Melania Trump den Auftrag, das Oval Office neu zu gestalten.
Auch die beiden Männer landen im Weißen Haus, aber aus einem anderen Grund. Doch nicht für lange, das Ende spielt sich wie üblich in der heimeligen WG ab, wo Will Grace dazu auffordert, dauerhaft wieder einzuziehen. „Und dieses Mal ist nur anders, dass wir direkt wissen, dass es wie immer sein wird.“
Fazit: Make America Gay Again
Wenig hat sich verändert an der Serie, wobei die offenkundige Weigerung der vier Darsteller, zu altern, der erste Hinweis ist. Doch auch auf der Drehbuch-Ebene hat sich nicht viel getan. Auf den ersten Blick ist das ein Vorteil. Sie liefern uns das, was wir ohnehin kennen und erwartet haben. Doch sie klopfen sich auch ein bisschen zu sehr auf die Schulter dafür. Und für die Entscheidung, die große Politik in die Wohngemeinschaft zu holen und einen eindeutigen Stand zu beziehen.
Das kann manch einem schon auf den Zeiger gehen, kaum eine Szene ohne Witz in Richtung des US-Präsidenten. Für manch anderen könnte genau das die Insel des glückseligen Widerstandes sein, die die Macher erschaffen wollen. In jedem Fall teilt die Serie Will & Grace ihre potentiellen Zuschauer nach politischen Lagern auf.
Verfasser: am Freitag, 29. September 2017Will & Grace 9x01 Trailer
(Will & Grace 9x01)
Schauspieler in der Episode Will & Grace 9x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?