Smallville 10x21

Smallville 10x21

Ein Vogel? Ein Flugzeug? Nein, Superman! Nach zehn Jahren endet die Smallville-Saga in einem würdigen Serienfinale - mit einer epische Romanze, der Wiederkehr eines Schurken und der Geburt einer Superhelden-Ikone.

Apokolips kommt: Martha (Annette O’Toole), Clark (Tom Welling) und Lois (Erica Durance) in „Smallville“ / (c) 2011 Warner Bros. International Television
Apokolips kommt: Martha (Annette O’Toole), Clark (Tom Welling) und Lois (Erica Durance) in „Smallville“ / (c) 2011 Warner Bros. International Television

Zehn Jahre hat es gedauert, bis wir diesen Moment erleben durften: Der letzte Sohn Kryptons, Kal-El alias Clark Kent, erfüllte sein Schicksal und vollzog seine Verwandlung in die Superheldenlegende Superman. Zugegeben: Smallville war nie eine hochqualitative Serie mit komplexen Handlungsbögen wie Fringe oder Lost. Und ja, im Laufe der Jahre schlichen sich eine Reihe von Logikfehlern in „Smallville“ ein. Aber ihr Hauptziel verlor die Superhelden-Serie nie aus den Augen: zu unterhalten.

Manche von uns mögen eventuell auf Smallville aufmerksam geworden sein, weil es eben keine neue „Superman“-Serie war, sondern die Vorgeschichte eines verunsicherten Farmerjungen, der auf dem Weg war, der Held zu werden, den die Menschheit so dringend braucht - mit allen damit verbundenen Herausforderungen und Hürden.

Andere wiederum sind Smallville in dem Augenblick verfallen, in dem sie den Hauptplot der Serie erfahren haben: Eine Serie über die Anfänge der Superhelden-Ikone Superman. Dass die Verwandlung sich zehn Staffeln und 218 Episoden hinauszögern würde, hätten damals die wenigsten gedacht, aber auch für diese Fans war es das Warten allemal wert.

Darkseid und Apokolips

Als die Produzenten Darkseid als Big Bad der Abschiedsstaffel ankündigten, waren die Erwartungen der Fans immens groß. Diese wurden jedoch bitter enttäuscht: Die Haupthandlung um den außerirdischen Schurken kam einfach viel zu kurz im Verlauf der Staffel.

Im Serienfinale wollten die Produzenten diesen Umstand wieder gut machen, indem sie ihn als Abschlussprüfung für Clarks kryptonische Ausbildung auswählten und teure Special-Effects in die Geschichte einbauten. Der Teil mit den Special-Effects funktionierte einwandfrei, jedoch enttäuschten die Kampfszenen im Finale - sprich: Sie waren eigentlich überhaupt nicht existent.

Schade eigentlich, wenn man bedenkt, dass die düstere Grundstimmung, die zwar auch im Finale erzeugt, aber nicht mit einem spektakulären Abschlusskampf gewürdigt wurde, zu den großen Stärken von Smallville zählt. Wie es richtig gemacht wird, zeigte uns Zod-Handlungsbogen in Staffel neun.

Die Konfrontation von Clark (Tom Welling) und Darkseid - oder besser gesagt, Darkseid in Lionels Körper - dauerte viel zu kurz und enttäuschte auf ganzer Linie. Er entdeckte plötzlich seine Fähigkeit zu fliegen, flog durch ihn hindurch und puff war Darkseid auch schon eliminiert. Der einzige Pluspunkt dieser Szene: John Glovers schauspielerische Darbietung des unheimlichen Bösewichts und die nostalgischen Momente, als Clark durch sein geistiges Auge, seine Vergangenheit vor Augen geführt bekam.

Eine weitere Enttäuschung in der Geschichte um Darkseid und Apokolips: Mit jeweils einem Pfeil schaltete Oliver alias der Green Arrow (Justin Hartley) das Schurkentrio Granny Goodness (Christine Willes), Desaad (Steve Byers) und Gordon Godfrey (Michael Daingerfield) aus.

Auf dieser Ebene ähnelten die sogenannten Kämpfe des Serienfinales von Smallville dem enttäuschenden Abschlusskampf zwischen Clark und Doomsday im achten Staffelfinale - Failsday, pardon Doomsday. Zur Verteidigung von Doomsday: Dieser Kampf dauerte länger.

Die (Nicht-)Hochzeit von Clois

Clark (Tom Welling) und Lois (Erica Durance) vor dem Traualtar © 2011 Warner Bros. International Television
Clark (Tom Welling) und Lois (Erica Durance) vor dem Traualtar © 2011 Warner Bros. International Television

Mit zu den größten Stärken des Serienfinales zählte die romantische Geschichte um Lois (Erica Durance) und Clark. Die Treueschwüre der beiden Charaktere zeigten einmal mehr, dass sie ein perfektes Paar ergeben.

Übrigens: Die Hintergrundmusik, die wunderbar den Treueschwur von Clark und den Gang von Lois und Clark zum Traualtar untermalte, stammt von Singer- und Songwriterin Sara Bareilles. Der Song heißt „Breathe Again“ und wurde auch schon für das Ende der vierten Episode der zweiten Staffel von The Vampire Diaries verwendet.

Zurück zum Thema: Auch wenn wir Lois und Clark nicht den Bund fürs Leben schließen gesehen haben, tat das der epischen Romanze der beiden keinen Abbruch. Ein Großteil der Zeremonie hat schließlich stattgefunden, und Lois war auch die erste, die Clark als Superman sehen durfte.

Ein wichtiger Grund, der gegen eine Hochzeit im Serienfinale sprach: In Smallville geschlossene Ehen enden niemals im Happy End. Das beste Beispiel hierfür dürfte die Eheschließung von Chloe (Allison Mack) und Henry James Olsen (Aaron Ashmore) in Staffel acht sein.

Jonathan und Marthas großer Abgang

Jonathan (John Schneider) und Martha (Annette O%26#039;Toole) auf der Hochzeit ihres Adoptivsohnes © 2011 Warner Bros. International Television
Jonathan (John Schneider) und Martha (Annette O%26#039;Toole) auf der Hochzeit ihres Adoptivsohnes © 2011 Warner Bros. International Television

Über die Frage, welche Rolle Jonathan (John Schneider) im Serienfinale eigentlich spiele, hüllte sich das Showrunner-Duo Kelly Souders und Brian Peterson bis wenige Tage vor der Ausstrahlung der Episoden in Schweigen. Umso schöner war es zu erfahren, ihn wieder als Geist zur Serie zurückkehren zu sehen und nicht in einer anderen Form.

Bereits in der Staffelpremiere (Lazarus) war er in dieser Funktion zu sehen und machte seinen Job ganz gut. Warum dann nicht wieder und zum allerletzten Mal im Serienfinale? Die Rechnung der Produzenten ging jedenfalls auf: Seine Szenen verliehen der ganzen Geschichte ein gewisses Maß an Sentimentalität und was mit am Wichtigsten war: Schneiders Charakter des Jonathan Kent erhielt ein wunderschönes Ende.

Genau wie Martha (Annette O'Toole): Wie Clark bereits in den frühen Jahren der Serie erwähnte, ist sie sein Herz und somit sein Antrieb. Daher fand auch sie die richtigen Worte, um ihrem Sohn die letzten Zweifel zu nehmen, Darkseid und die Dunkelheit zu bekämpfen - und, nicht zu vergessen, seine Bestimmung zu erfüllen.

Die Wiederkehr eines Bösewichts

Lex (Michael Rosenbaum) und Clark (Tom Welling) in den Ruinen des Luthor-Anwesens © 2011 Warner Bros. International Television
Lex (Michael Rosenbaum) und Clark (Tom Welling) in den Ruinen des Luthor-Anwesens © 2011 Warner Bros. International Television

Zu den besonderen Highlights des Finales zählt der rundumerneuerte Lex Luthor. Es ist unglaublich, welche tollen Szenen entstanden sind, in Anbetracht, dass Michael Rosenbaum nur für wenige Stunden am Set in Vancouver war. Der Dialog zwischen Lex und Clark ließ uns in alten Erinnerungen schwelgen, und Clarks Entschuldigung an Lex zeugte von Ehrlich- und Glaubwürdigkeit, auch wenn sie an Lex regelrecht abprallte - denn: „... jeder Bösewicht ist nur so groß wie sein Held.

Etwas vorhersehbar war der Tod von Tess (Cassidy Freeman) durch die Hände ihres eigenen Halbbruders. Diese Idee kursierte bereits in vielen Fanköpfen - frühestens als sie fester Bestandteil der Serie wurde, aber spätestens als sich herausstellte, dass sie die Halbschwester von Lex ist.

Weniger berechenbar hingegen war die Auslöschung von Lex' Erinnerungen an sein ganzes Leben. Hätte man doch im Vorfeld eher damit gerechnet, Lois würde ihre Erinnerungen verlieren. Wie Lex seine verlor? Kurz vor ihrem Tod strich Tess ihm ein Nervengift, das Lex einst von Sommerhalt entwickeln ließ, auf seine Wange. Somit hat Tess - oder besser gesagt: haben Tess und Clark - Lex mit seinen eigenen Waffen geschlagen und seiner Erinnerungen beraubt, die dem Zuschauer visuell dargestellt wurden.

Insofern haben wir unsere Erklärung dafür, warum sich Lex in den „Superman“-Filmen nicht mehr an Clark zurückerinnern konnte. Tess' Loyalität gegenüber Clark wiederum ist einfach lobenswert und zeigt, obwohl ein Mensch nicht die idealen Voraussetzungen hat, ein guter Mensch zu werden, dass er sein Schicksal letztendlich selbst bestimmen kann.

Das Jahr 2018

Clark (Tom Welling) setzt zur Verwandlung in Superman an © 2011 The CW
Clark (Tom Welling) setzt zur Verwandlung in Superman an © 2011 The CW

Das Serienfinale begann im Jahr 2018, als Chloe ihrem Sohn das Comic-Heft Smallville vorlas und endete mit dem Ende der Gute-Nacht-Geschichte für ihren Sohn. So bekam jeder Charakter sein vorgeschriebenes Ende: Chloe hat einen gemeinsamen Sohn mit Oliver, Lois und Clark gehen nach sieben Jahren von Neuem ihre Hochzeit an, Lex wird zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, und Clark setzt zur Verwandlung in Superman auf dem Dach des Daily Planet an, um eine Bombe in der Nordstadt zu beseitigen.

Zudem bekommen wir den wahren Jimmy Olsen zu sehen, der von niemand geringerem als Aaron Ashmore gespielt wurde. Ohnehin war Ashmore von Anfang an die perfekte Wahl für diese Rolle, und so ist es auch schön zu sehen, dass er im Serienfinale mit der Rolle des richtigen Jimmy Olsen bedacht wurde.

Das war's dann mit „Smallville“. Was haltet Ihr vom Ende? Wünscht Ihr Euch auch so sehr eine „Superman“-Serie in naher Zukunft mit den Darstellern aus „Smallville“ oder wäre es jetzt an der Zeit, sich intensiver mit dem „Green Arrow“ in einem „Smallville“-Spin-off zu beschäftigen? Die Kommentarleiste steht zum Beschuss frei...

Verfasser: Rainer Idesheim am Donnerstag, 19. Mai 2011
Episode
Staffel 10, Episode 21
(Smallville 10x21)
Deutscher Titel der Episode
Der Retter der Welt (1)
Titel der Episode im Original
Finale (1)
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 13. Mai 2011 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 20. Juli 2015
Autoren
Alfredo Septién, Turi Meyer, Brian Peterson, Kelly Souders
Regisseure
Greg Beeman, Kevin Fair

Schauspieler in der Episode Smallville 10x21

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