Law & Order: Special Victims Unit 13x16

Law & Order: Special Victims Unit 13x16

In der letzten Episode vor einer weiteren längeren Ausstrahlungspause erzählt Law & Order: Special Victims Unit eine Entführungsgeschichte, die gepaart wird mit einem weiteren Einblick in Det. Bensons Privatleben. Da die Serie mit guten Storys steht und fällt, stellt sich die Frage: Lohnen sich beide? Ein Review.

Süüüüüß: Det. Benson (Mariska Hargitay) mit dem Nachwuchs ihres Halbbruders / Szenenfoto aus der US-Serie „Law & Order: Special Victims Unit“ / (c) NBC
Süüüüüß: Det. Benson (Mariska Hargitay) mit dem Nachwuchs ihres Halbbruders / Szenenfoto aus der US-Serie „Law & Order: Special Victims Unit“ / (c) NBC

Child's Welfare wurde in den USA vor allem wegen zwei zurückkehrenden Figuren beworben. Zum einen ging es hierbei um Det. Bensons Halbbruder, Simon Marsden (Michael Weston), und zum anderen um den Verteidiger Bayard Ellis (André Braugher). Von daher waren zweierlei Sachen zu erwarten: 1.) Es wird sich wohl um eine Benson-zentrierte Episode handeln, da der Detective zu beiden Figuren eine besondere Beziehung hegt und 2.) wahrscheinlich wird Benson dabei in eine bestimmte Art Konflikt geraten, weil gerade Simon bisher nichts als Probleme machte.

Familiengeheimnisse

So wäre es zumindest bei dem Law & Order: Special Victims Unit der letzten Jahre gelaufen. Das „neue“ „SVU“ schafft es allerdings auch in dieser Episode, das ganze Team einzubauen. Wie das gelingt? Ganz einfach: Neben Bensons persönlichem Fall wird eine andere Geschichte erzählt, mit der der Rest des Teams zu tun hat. Wiederum neu ist jedoch, dass hier auch der andersseitig involvierte Detective nicht außen vor gelassen wird, sondern aktiv an den Ermittlungen beteiligt ist. „SVU“ ist in seinem dreizehnten Jahr eben doch wieder eine wirkliche Teamserie, an der wirklich jeder Schauspieler des tollen Casts beteiligt ist. Erfreulich.

Zu den beiden Fällen an sich: Die Vorahnung bezüglich Bensons persönlichem Fall bestätigt sich leider: Simon steckt erneut in Schwierigkeiten, mit denen er den sowieso gestressten Detective belästigen „muss“. Diesmal werden ihm und seiner baldigen Ehefrau (Nicole Beharie) die Kinder aufgrund einer angeblich bestehenden Kindesgefährdung abgenommen. Natürlich horcht Verteidiger Ellis auf, als es heißt, dass Simons Lebensgefährtin Afroamerikanerin ist, was den Starverteidiger wieder zum „psalmartigen“ Runterbeten von Statistiken anhält. Es ist trotzdem schön, Ellis wieder in einer Folge zu erleben. Denn Braugher füllt diese Rolle mit Leben aus und verleiht ihr dazu die nötige Autorität.

Für Simons Fall bringt es dennoch nicht allzu viel - das liegt allerdings weniger an dem Verteidiger als vielmehr an dem ungestümen Bruder selbst. Denn dass es eine schlechte Idee ist, die Kinder von der Übergangsregelung einer Pflegeunterbringung entführen zu wollen, während er bereits unter Beobachtung steht, hätte ihm von vorneherein klar sein können. Folgerichtig ist Benson (erneut) sauer auf ihren Bruder, der am Ende immerhin vor einer längeren Haftstrafe bewahrt werden kann. Wobei man hier fast versucht ist, ein „Schade...“ auszustoßen - sind die Fälle mit und über Simon doch immer recht vorhersehbar und weisen sie fast immer den gleichen Verlauf auf: Problem -> halbe Lösung -> Eskalation -> Lösung -> halbwegs versöhnliches Ende. Dennoch: Zwischendurch kann man Benson oft glücklich erleben - und das erfreut das „SVU-Fanherz“ dann doch des Öfteren.

Fehlgeleiteter Beschützerinstinkt

Der eigentliche Entführungsfall über junge, schwangere Mädchen, welchen die Kinder nach der Geburt weggenommen wird, verliert bei der im Zentrum stehenden Familiengeschichte natürlich etwas an Tiefe. Bei diesem Fall wird weniger auf das Schicksal der Babys - Mädchen werden von den Entführern behalten, Jungs ausgesetzt - und der Entführungsopfer eingegangen als das in Law & Order: Special Victims Unit gewöhnlich ist. Davon abgesehen sind die Ermittlungen wieder spannend in Szene gesetzt und die Schlussfolgerungen (fast immer) schlüssig. Einzig das Ende des mit angeblichem Beschützerinstinkt ausgestatteten Entführers erscheint auch hier etwas zu einfach.

Aber wer sagt auch, dass die Realität nicht durchaus mal einfach sein kann? Immerhin bekommt der Zuschauer in dieser Episode wieder einiges an guter Schauspielkunst geboten. Allein das Zusammenspiel der diesmal im Zentrum stehenden Schauspieler - Hargitay, Braugher und Weston - macht in der Tat wohl fast jeden Fall spannend. Sie könnten in ihren Rollen wohl auch über den Sinn oder Unsinn von Vliestapeten sprechen und es würde dennoch die nötige Portion Drama an den Zuschauer transportiert werden. Wobei das die Leistung der anderen im Cast enthaltenen Darsteller keineswegs schmälern soll. „SVU“ ist immer wieder wegen der Darsteller und Charaktere interessant - und lange wurden die Hintergrundinfos über die Charaktere nicht mehr so homogen und ungezwungen in die Fälle einfließen gelassen wie in diesem Jahr.

Fazit

In diesem Sinne ist es sehr schade, dass die Serie nun erneut eine längere Pause vor dem Endspurt der Staffel einlegen muss. Allerdings ist die Basis für ein spannendes Staffelende vorhanden: Ellis soll noch in einer Episode mitwirken und auch der hier abwesende EADA Haden (Harry Connick Jr.) ist noch einmal zu sehen. Dazu winken dramatische Charakterentwicklungen am Horizont. Alles in allem gute Aussichten für „SVU“-Fans, auch wenn die Quoten durch das miese Lead-in weiter im Keller sind.

Verfasser: Sebastian Detzler am Samstag, 3. März 2012
Episode
Staffel 13, Episode 16
(Law & Order: Special Victims Unit 13x16)
Deutscher Titel der Episode
indelkinder
Titel der Episode im Original
Child's Welfare
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 29. Februar 2012 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 29. Februar 2012
Regisseur
Holly Dale

Schauspieler in der Episode Law & Order: Special Victims Unit 13x16

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