Law & Order: Special Victims Unit 13x14

Law & Order: Special Victims Unit 13x14

Law & Order: Special Victims Unit überrascht weiterhin jede Woche. Und selbst wenn man sich daran mittlerweile schon gewöhnt hat, ist es weiterhin erstaunlich, auf welche Art und Weise die US-Serie das schafft - so auch bei Home Invasions. Ein Review.

Wahrscheinlich nicht das hübscheste, aber für den Charakter bisher bedeutendste Foto von Det. Rollins (Kelli Giddish) / Szenenfoto aus der US-Serie „Law & Order: Special Victims Unit“ / (c) 2012 NBC
Wahrscheinlich nicht das hübscheste, aber für den Charakter bisher bedeutendste Foto von Det. Rollins (Kelli Giddish) / Szenenfoto aus der US-Serie „Law & Order: Special Victims Unit“ / (c) 2012 NBC

Bewährtes neu in „besser“ verpackt

Auffallend an der 13. Staffel von Law & Order: Special Victims Unit sind nicht nur die besseren Geschichten, sondern auch der Weg zu dieser neuen Qualität. Denn eigentlich erzählt die Serie nicht großartig Anderes als die Jahre zuvor - sie erzählt es schlichtweg interessanter. Konnte man vor allem in den letzten Jahren gleich nach zehn Minuten wissen, welches gesellschaftliche Problem wie angesprochen werden soll, geht das mittlerweile nicht mehr. So gehen die Episoden nun oft trotz typischem „SVU“-Setting am Anfang (siehe letzte Woche) einen unerwarteten Weg und schaffen es dennoch, gesellschaftlich relevante Probleme in unaufdringlicher Art und Weise anzusprechen.

Home Invasions ist dabei fast schon progressiv. Denn einen Beginn in „SVU“, bei dem es nicht beispielsweise um eine Vergewaltigung, sondern um einen versuchten Mord an einer kompletten Familie geht, gab es bisher nicht. Da passt Det. Bensons (Mariska Hargitay) Kommentar in der Tat. „Versucht“ bleibt der Mord deswegen, weil die Tochter Emmy Eckhouse (Lauren Kelly) überlebt hat. Jetzt folgt also der Part, an dem der geschulte „SVU“-Zuschauer überlegt: Welches Geheimnis verbirgt die Familie?

Typisches Spielproblem?

Ein erster Hinweis deutet in die Richtung des Vaters, der neben einem Alkohol- auch an einem Spielproblem litt und damit nicht gerade die milde Seite seiner Buchmacher hervorrufen konnte. Die Mutter hingegen scheint als einzige rechtschaffene Person der Familie außen vor zu bleiben. Und auch der Freund von Emmy, Rob Fisher (Jake T. Austin), scheint nichts damit zu tun zu haben. Doch plötzlich steht nicht unbedingt der Fall im Mittelpunkt, sondern ein Problem von Det. Rollins (Kelli Giddish)...

Denn sie ist diejenige, die in der Tat bei den gleichen illegalen Buchmachern in der Kreide steht und dafür nun die Quittung erhält: Sie wird von zwei Verdächtigen heimgesucht - mit der klaren Ansage, sich aus dem Fall herauszuhalten. Doch „SVU“ wäre nicht SVU, wenn Det. Rollins als rechtschaffener Cop nicht mittlerweile selbst gemerkt hätte, dass ihr Spielproblem seit ihrer Versetzung nach New York außer Kontrolle geraten ist. So sucht sie sich Hilfe bei ihrem Partner Det. Tutuola (Ice-T) und bei Capt. Cragen (Dann Florek).

Das alte „SVU“-Gefühl

Diese Szenen sind wichtig für Giddishs Charakter, da Rollins damit einiges mehr an Tiefe erhält als bisher dargeboten wurde. Und auch Floreks Cragen kann hier einmal mehr als Vaterfigur dienen. Diese Rolle nahm er bereits bei mehreren Detectives der Serie ein, indem er von seinem (trockenen) Alkoholismus erzählte. Auch bei Rollins kann er mit einer ehrlichen und nicht übertrieben pathetischen Ansprache punkten und ihr im Endeffekt klarmachen, sich noch mehr ihren Problemen zu stellen. Für Rollins endet die Episode in einer Selbsthilfegruppe. Diese Wärme auf dem Revier ist übrigens wiederum ein Punkt, der an frühere Zeiten der Serie erinnert. Es war darüber hinaus auch immmer ein Grund, warum die Serie gegenüber ähnlich angelegten Genrekollegen einfach menschlicher und sympathischer wirkte, ohne dabei zu viel an Realismus einzubüßen.

Was die Geschichte angeht, ist auch diese etwas an die alten Zeiten angelehnt. Denn dadurch, dass Emmy nicht ebenfalls getötet wird, hat man bereits von Beginn an das Gefühl, dass mehr hinter dem Charakter stecken muss. Und auch hier trügt das Gefühl nicht, da Emmy - neben den Schmierereien am Tatort - nochmal klarmacht, warum dies ein SVU-Fall ist: Sie wurde jahrelang von ihrem Vater sexuell missbraucht, während ihre Mutter wegsah. Natürlich drängt sich hier geradezu ein Motiv auf - und auch in diesem Fall wird man nicht ent- bzw. getäuscht. Doch dass tatsächlich alle Emmy gut gesonnenen Personen (bis auf ihren Freund Rob) an der Ermordung der Eltern beteiligt waren, überrascht dann doch wieder. So stecken die ehemalige für die Familie als Haushälterin arbeitende Carmen Vasquez (Elizabeth Rodriguez) und ihr Bruder Jimmy (Esai Morales) zusammen mit Emmy hinter dem Verbrechen.

Fazit

Ein durchdachter Fall und einige Charakterentwicklungen - tatsächlich ist das bei House Invasions schon alles, was für eine sehr gute Episode benötigt wird. Weiterhin werden alle Castmitglieder (diesmal wieder bis auf den fehlenden Richard Belzer) gut einbezogen und auch Det. Amaro (Danny Pino) und Det. Rollins dürfen vermehrt zusammenarbeiten. Die Grundlagen für Veränderungen bei „SVU“ sind weiterhin gelegt. Verwunderlich ist höchstens, dass diese nicht wirklich weitergeführt werden, wenn man bedenkt, dass Bensons love interest EADA Haden (Harry Connick Jr.) dieses Mal komplett fehlte...

Verfasser: Sebastian Detzler am Samstag, 18. Februar 2012
Episode
Staffel 13, Episode 14
(Law & Order: Special Victims Unit 13x14)
Deutscher Titel der Episode
Doppelmord
Titel der Episode im Original
Home Invasions
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 15. Februar 2012 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 26. April 2013
Regisseur
Jim McKay

Schauspieler in der Episode Law & Order: Special Victims Unit 13x14

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?