Law & Order: Special Victims Unit 13x01

Im Vorfeld war bereits viel über die erste Law & Order: Special Victims Unit spekuliert worden - der weiterhin Wellen schlagende Strauss-Kahn-Fall sollte verwurstelt werden. Und leider - für den Rezensenten, der die „Ripped from the Headlines“-Episoden der Law & Order-Serien immer am wenigsten mochte - ist die Storyline ungefähr so geworden wie erwartet. Sie erscheint meinungsvorbelastet, voller diverser meist unrealistischer Twists und überzogen markiger Sprüche. Zum Glück können die Schauspieler weiterhin auch eher schwache Geschichten gut überspielen.
Wichtiger waren deswegen also generell eher die Veränderungen des Casts.
Es war von vorneherein klar, dass Law & Order: Special Victims Unit dieses Jahr anders sein wird als zuvor. Denn, egal ob man ihn mochte oder nicht, Christopher Melonis Elliot Stabler war einfach von Beginn an mit DER prägende Charakter für die Serie. Und ein Vermissen irgendeiner Art würde sich früher oder später einstellen.
Natürlich ist auch die Erklärung für sein Verschwinden nicht allzu befriedigend. Weder für die Zuschauer noch für die Charaktere. Und das wiederum ist durchaus mehr als man hätte erwarten können. Denn Olivia Benson (Mariska Hargitay) bringt diesen plötzlichen Verlust ihres Partners prima auf den Punkt.
Die ganze Episode über verhält sie sich, wie man es von ihr erwarten würde: kalt bis gleichgültig (sie weiß ja noch nicht genau, was mit Elliot passiert ist). Hier kann sich der geschulte „SVU“-Fan denken, dass das Verhalten dennoch glatter Selbstbetrug ist. Logischerweise rächt sich das für Det. Benson am Ende - allerdings ist es erneut großartig von Hargitay gespielt. Nicht, dass man das nicht sowieso erwarten würde - aber es erfreut einen immer wieder. Schön, dass wenigstens sie der Serie - wenn auch in reduzierter Form - erhalten bleiben wird.
Ansonsten lassen natürlich auch andere Cast-Veränderungen bzw. -Neuzugänge aufhorchen. Linus Roache ist als Michael „Mike” Cutter zurück! Und auch wenn hier die Rolle als Bureau Chief der SVU anders erscheint (erscheinen muss!) als die eines Staatsanwaltes im Original-Law & Order, ist es gut, diesen Charakter wieder öfter sehen zu können. Toll auch die Szenen mit der anderen Rückkehrerin, Stephanie March. Denn ihre Alexandra Cabot bringt es auf den Punkt, als sie offen ausspricht, was sowieso schon jeder denkt: Was ist mit dem Mike Cutter passiert, denn man vorher glaubte, gekannt zu haben? Unschön, da nur als Randnotiz zu vernehmen, ist jedoch, dass Jack McCoy anscheinend kein Bezirksstaatsanwalt mehr ist. Zumindest der Grund dafür hätte ruhig ausgeführt werden können...
Auch die Neueinführung der künftigen Hauptfigur Det. Amanda Rollins (Kelli Giddish) ist nur zum Teil geglückt. Die Szenen, in denen sie versucht, ein Geständnis aus dem Hauptverdächtigen zu locken, erinnern zwar an alte Zeiten der Serie. Dennoch sind sie aber insgesamt einfach unglücklich sexistisch angehaucht - und damit unpassend inszeniert. Ihr Zusammenspiel mit den restlichen Hauptcharakteren hingegen kam vielversprechend, da serientypisch, daher (zudem fehlt Daniel Pino noch). Natürlich kann es allerdings erst nach einigen Episoden besser bewertet werden.
Fazit
Scorched Earth ist ein trotz der schwachbrüstigen Geschichte unterhaltsamer Staffelauftakt geworden. Die nächsten Episoden werden zeigen, ob die begonnenen Charakterentwicklungen tatsächlich Gestalt annehmen oder nur zum Spannungsaufbau dieser Episode beitragen sollten. Zu wünschen wäre es der Serie - nicht nur, weil sie nicht gerade die besten Startquoten aufweisen kann, sondern auch, weil sie sicher noch bessere Geschichten auf Lager hat als hier angedeutet wurde.
Verfasser: Sebastian Detzler am Samstag, 24. September 2011(Law & Order: Special Victims Unit 13x01)
Schauspieler in der Episode Law & Order: Special Victims Unit 13x01
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