House 7x16

Alles auf Anfang - muss das nicht zwangsläufig in Langeweile resultieren? Kann eine Serie in der siebten Staffel die Ausgangssituation wieder herstellen, ohne die Zuschauer zu vergraulen? Das wird sich zeigen, die Folge Out of the Chute ist jedenfalls nicht zum Abschalten und es ist ja auch nicht alles gänzlich wie zu Beginn.
Wenn die Handlung nicht mehr taufrisch ist, dann muss wenigstens ein neues Setting her. Und so erleben wir House (Hugh Laurie) bei der Liebeskummerbewältigung in einem Luxushotel. Der frischgebackene Single frönt ganz offen seiner Tablettensucht und bestellt sich eine Prostituierte nach der nächsten. Klar, dass da nicht wirklich Zeit für die Arbeit bleibt, weshalb der drogensüchtige Doktor seinem Team im Princeton Plainboro lediglich via Telefon zur Verfügung steht.
Dort muss erst einmal Masters (Amber Tamblyn) eingeweiht werden, schließlich kennt sie die Vorgeschichte ihres Chefs nicht. Wenig überraschend: Sie ist entsetzt. Sie fragt sich in wie weit dem Urteilsvermögen von House unter den gegeben Umständen zu trauen ist. Noch weniger überraschend ist das Verhalten von Wilson (Robert Sean Leonard): Er wird es nicht Leid, seinem schwierigen Freund ins Gewissen zu reden.
Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt
Wieso tut Wilson sich das immer wieder an? Hat House je auf ihn gehört? Aber allem Anschein nach weiß der Diagnostiker die Bemühungen seines Freundes zu schätzen, denn er spendiert ihm eine Massage. Oder will er ihn damit nur zum Schweigen bringen? So oder so - Wilson nimmt an. Willkommen auf der dunklen Seite...
House schwänzt seinen Dienst, lässt sich von Call Girls unterhalten und erlaubt sich einen bitterbösen Scherze mit seinem persönlichen Concierge - es ist zwar alles andere als originell, den berühmt berüchtigten Lasterhaften so zu zeigen, aber trotzdem einigermaßen unterhaltsam. Das liegt wahrscheinlich daran, dass seine Ausschweifungen nach und nach maßloser werden, immerhin verschleißt er innerhalb weniger Tagen sieben Prostituierte - und das in seinem Alter...
Herz gegen Verstand
Cuddy (Lisa Edelstein) spricht endlich das aus, was wohl viele Zuschauer längst denken: „It's not his fault. It's who he is. I should have known it. This is my fault.“ Das sind die Worte einer Frau, der zu spät klar wird: Sie hat sich von ihren Gefühle verleiten lassen!
Masters - die junge Medizinerin ist in den „Fall der Woche“ verknallt und macht keinen Hehl daraus. Glücklicherweise ist sie sich ihrer unangemessenen Gefühle bewusst. Hinzu kommt: Bei dem Patienten handelt es sich um einen großspurigen Rodeoreiter und Taub (Peter Jacobson) wundert sich: „What do you seen in this guy?“ Masters analytische Antwort: „From an evolutionary point of view, he produces healthy offspring“. Und: „My rational brain knows he is a hillbilly and an idiot“. Selbstreflektion kann weh tun.
Der Befreiungssprung
Nun kommt das sehr gelungene Ende: Die beiläufige Bemerkung eines Bartenders trägt dieses Mal zur Heilung von House bei. Die entscheidenden Worte: „Let loose“. Und so geht der Geplagte zu dem perfekt passenden Song „My Body Is a Cage“ von Peter Gabriel seine Befreiung an (überaus effektiv in Zeitlupe dargestellt). Er springt - zum Entsetzen aller Anwesenden, inklusive Wilson - vom mehrere Stockwerke hohen Balkon des Hotels in den Pool. Was für den einen oder anderen wie ein Selbstmordversuch anmutete, endet in einer schillernden Poolparty - die allerdings ohne Wilson.
Verfasser: Isabel Galindez am Montag, 21. März 2011(House 7x16)
Schauspieler in der Episode House 7x16
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