Bones 8x06

Man schĂ€tzt die Anzahl der amerikanischen Soldaten in den Afghanistan- und Irakkriegen auf ca. 2,5 Millionen. Von dieser RealitĂ€t ausgehend, ist es kein Wunder, wenn fiktionale TV-ErzĂ€hlungen oft HandlungsstrĂ€nge einflieĂen lassen, die sich mit diesen Gegebenheiten im realen Leben auseinandersetzen.
Allerdings bleibt es aber immer eine "hit and miss"-Angelegenheit, vor allem was den Terrorkrieg betrifft und die 9/11-Nachwehen. Die neue Bones-Episode fĂ€ngt eigentlich harmlos an und verwandelt sich nach und nach in eine traurige Erinnerung an diesen traumatischen Tag. Dieser Verlauf kreiert eine Art Balance und löst gleichzeitig eine Achterbahn der GefĂŒhle aus, die es schafft in Grenzen zu bleiben. NatĂŒrlich ist eine Menge Pathos dabei, aber im gesunden MaĂ. Es ist viel mehr die tiefe Trauer, die sich nach und nach wie Nebel ĂŒber alles andere legt.
Als Bones (Emily Deschanel) all ihre Praktikanten zusammentrommelt, fÀngt das Ganze wie ein Scherz an. Vielleicht könnte man die Versuche der Entlastung durch Witz und humorvolle Einlagen kritisieren, denn sie scheinen etwas "over the top" und nicht notwendig. Da sie aber sehr selten vorkommen und eher im ersten Teil der Episode, schmÀlern sie nicht die QualitÀt der Episode an sich. Bones fordert von Clark (Eugene Byrd), Arastoo (Pej Vahdat), Wendell (Michael Grant Terry), Finn (Luke Kleintank) und Fischer (Joel David Moore) die Auflösung von den hoffnungslosen FÀllen in den Archiven des Jeffersonian.
Die Idee dahinter - sie trotz KonkurrenzverhÀltnissen als Team arbeiten zu lassen. WÀhrend alle ihre FÀlle schnell lösen, bleibt Arastoo an einem hÀngen und trotz Misserfolg will er nicht loslassen. Es erweist sich als ein Fall der mehr ist, als es zunÀchst scheint. Der obdachlose Tote erweist sich als ein Veteran aus dem Golfkrieg, der unter posttraumatischem Stress litt und sein Leben durch einen Gewaltakt verlor.
Was das Team anfĂ€nglich als Verbrechen annimmt, erweist sich als Gewaltakt eines Helden, der ihn das Leben kostete. An demjenigen 11. September, als die TĂŒrme zusammenbrachen, war er in der NĂ€he des Pentagon und leistete unbeobachtet in dem Chaos beinahe Unmenschliches, um andere zu retten, an einem Tag, der - wie in dieser Episode hervorgehoben wird - fĂŒr Unmenschlichkeit steht. Arastoo: „It's a privilege to be able to serve this victim, to show him the care and love that was so absent that day.“

Die Reminiszenzen und Reflexionen kommen nicht aufgesetzt, denn sie passen in die Bones-Mythologie. Nicht nur, weil Booth (David Boreanaz) selbst im Krieg gedient hat und sich das Schicksal von anderen Soldaten zu Herzen nimmt, sondern weil die Beschaffenheit der Arbeit von all den fiktionalen Figuren der Serie „Bones“ mit diesem traumatischen Datum verbunden ist. Wir bekommen zum ersten Mal ausfĂŒhrlich zu hören, wo sie an diesem Tag waren und wie sie diese Erfahrung geprĂ€gt hat und immer noch verfolgt. Angefangen mit Cams (Tamara Taylor) ErzĂ€hlung, wie sie als Pathologin damals 900 Totenscheine ausstellte bis hin zu Bones' um einige Jahre verspĂ€teten TrĂ€nen.
Eine Aus-der-Reihe-Episode, aber eine gelungene...
Verfasser: Mariano Glas am Samstag, 2. MĂ€rz 2013(Bones 8x06)
Schauspieler in der Episode Bones 8x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?