Bones 5x16

Man hat sich immer gefragt, ob die Liebe zu Bones (Emily Deschanel), die Booth (David Boreanaz) in seinem Komatraum imaginiert hat, tatsächlich eine imaginäre Idee ist, die sich in ihm festgebissen hat? Nachdem man aber The Parts in the Sum of the Whole, Bones' Jubiläums-Episode Nummer 100, gesehen hat, macht die Traumepisode noch mehr Sinn. Booths Erkenntnis, dass er Bones liebt, ist nicht traumgesteuert, sondern bezeichnet die Wiederkehr des Verdrängten. Das traumatische Erlebnis seiner Operation bricht in diesem Sinn den Damm, den er vor sechs Jahren als eine Art Selbstschutzmechanismus eingebaut hat.
Wie wir in dieser wunderschönen Episode erfahren, hat die Liebe eine Vorgeschichte, die zwar nicht alles erklärt - zum Unmut von Bones muss man sagen, dass die Liebe zur Irrationalität neigt - aber einen faszinierenden Blick auf die Entwicklung der Figuren und das Zusammenkommen des Jeffersonian Teams, wie wir es kennen, liefert.
Bones und Booth erzählen uns in Flashbacks über ihr allererstes Treffen, die allererste Zusammenarbeit und eine Art Liebe auf den ersten Blick. Kann eine Liebe Gegenwart werden, die in der Vergangenheit liegt, aber nicht vergehen kann? Für Sweets (John Francis Daley) lautet die Antwort: Ja. Aber wie wir im Teaser erfahren, fehlen ihm Fakten und sein Buch, das Bones und Booth in Manuskriptform zu lesen bekommen haben, basiert auf einer falschen Schlussfolgerung. Na ja, sie ist nicht falsch, aber gezogen aus den falschen Daten.
Booth zu Brennan: „What you call a mistake, Sweets calls an interpretation.“
Das kleine Missverständnis in Sweets Buch ist so klein, dass es das ganze Buch kopfüber stellt und ... unbrauchbar macht. Nachdem die beiden ihn auf den Fehler aufmerksam machen, ist es für Sweets so, als würde er den kompletten Inhalt seines Buchs wegradieren müssen bis auf den allerersten Satz: When Booth met Bones! Denn die beiden haben das wirkliche erste Treffen verschwiegen. Und die Schlussfolgerungen von Sweets basieren nun mal darauf. So sitzen wir alle in Sweets Büro, denn wenn man so will, nehmen wir Zuschauer Sweets Position ein - und lassen uns von B&B ihre (Liebes)Geschichte erzählen.
Übrigens: Bones Frühlingskleid passt farblich perfekt zu Sweets Krawatte. Es ist ein kleines Detail, aber die Liebe liegt in den Details, die das Ganze ausmachen. The Parts in the Sum of the Whole ist eine Art Paraphrase nicht nur der B&B-Beziehung, sondern der Serie selbst. Das Team und die Interaktionen zwischen den Figuren, die wir in der fünften Staffel so selbstverständlich zu genießen pflegen, kamen ein Teil nach dem anderen zusammen.
Der Auslöser dafür: die erste Zusammenarbeit von Bones und Booth. Sie kommt zustande auf Grund Cams (Tamara Taylor) Empfehlung an Booth, das Jeffersonian bei einem FBI-Fall, an dem sich Booth die Zähne auszubeißen scheint, zur Hilfe zu holen. So sehen wir das allererste Experiment von Zack und Hodgins (der in Therapie zur Aggressionsbewältigung ist), die damals weit entfernt von besten Kumpels (TJ Thyne und Eric Millegan) waren, und die Straßenkünstlerin Angela (Michaela Conlin), die Rekonstruktionen mit Stift und Papier liefert - wie die schon damals mürrische Caroline (Patricia Belcher) anmerkt: „Well maybe if this little stick-figure thing was a big computer, lots of bells and whistles, but right now it just looks like a sadistic children's book.“ Wenn hier nicht die Idee vom Angelator geboren wurde!
Und Booth hat ein „gambling problem“, von dem ihn ein Kuss im strömenden Regen heilt. „I knew, right from the beginning“, sagt er in der Gegenwart. In der Vergangenheit sehen wir, wie die beiden den so genannten richtigen Moment vorbeiziehen lassen. War es Bones Schuld oder Booths? Oder die vielen Tequillas? So verwandelten sich die Funken einen Tag später in böse Worte statt in mehrere Küsse - und in eine schallende Ohrfeige.
Daraus entstand dann allmählich die Arbeits- und Freundschaftsbeziehung, wie wir sie kennen. Aber kann die Liebe vergehen? Carl Sandberg sagt: „Nothing happens unless first a dream.“ Diese Überschrift ist, als B&B Sweets Büro verlassen, im Vorder- und dann im Hintergrund an der Mauer zu sehen und ist nicht nur eine Referenz auf Booths Koma-Traum, sondern auf seinen TRAUM, auf diesen Moment, den er zurück haben möchte und auf den wir sehnsüchtig warten: „When you talk to older couples who have been in love for thirty or forty or fifty years, it's always the guy who says 'I knew. I knew, right from the beginning.“ Er macht den Schritt.
Luft anhalten: Ein Kuss! Und dann Bones': „No!“
In diesem Moment braucht man als Bones-Fan definitiv etwas Stärkeres als Hodgins Gummibänder! Wie Sweets die Zuschauergefühle zusammenfasst: „It's like you two missed your moment and then you punished each other for it. And you know who ends up paying the price? Me. I do.“
Ja genau, wir Zuschauer müssen es ausbaden und das ist der Grund, warum wir die Serie schauen! „Love me tender, love me true, all my dreams fulfill“...
Verfasser: Vladislav Tinchev am Freitag, 9. April 2010(Bones 5x16)
Schauspieler in der Episode Bones 5x16
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