Andy Richter Controls The Universe 2x10

Andy Richter Controls The Universe 2x10

Wer hätte vor einigen Monaten gedacht, dass Hugo Cabret mit elf Nominierungen - und damit den meisten - zumindest auf dem Papier als Oscarfavorit ins Rennen geht? Doch Martin Scorseses neues Werk ist eine wunderbare Hommage an die Anfänge der fiktionalen Kinoerzählung. Ein Review.

Szene aus „Hugo Cabret“ / (c) Paramount Pictures
Szene aus „Hugo Cabret“ / (c) Paramount Pictures

Wer behauptet, dass das Kino immer nur die gleichen Geschichten hervorbringe und sich ständig wiederhole, der hatte wohl die besondere Filmperle „Hugo Cabret“ von Regisseur Martin Scorsese nicht auf dem Schirm. Denn was der Altmeister hier abliefert, ist ein modernes Filmmärchen, das viele Zuschauer verzaubern wird und durch einmalige Bilder und Einfälle besticht.

Kurzinhalt „Hugo Cabret“

Hugo Cabret“ versetzt den Zuschauer in das Paris des Jahres 1931. Hier lebt der 12-jährige Waisenjunge Hugo Cabret (Asa Butterfield) und befindet sich nach dem plötzlichen Tod seines Vaters (Jude Law) zunächst in der Obhut seines stets betrunkenen Onkels. Als auch dieser verschwindet, lebt er eigenständig in den Mauern des Glockenturms im riesigen Pariser Bahnhof.

Von seinem Vater hat er das Talent für die Kunst des Uhrenmachens übernommen und geht dieser Tätigkeit unter größtmöglicher Geheimhaltung nach. Davon abgesehen kümmert er sich wie selbstverständlich um die Wartung der mannigfaltigen Uhren des Bahnhofs. Statt also wie ein normaler Junge die Schulbank zu drücken, hält er die Uhren in Schuss und versucht dabei nicht von dem strengen Stationsvorsteher (Sacha Baron Cohen) und seinem Schnüffelhund erwischt zu werden. Denn das würde mit einer Abschiebung ins Waisenhaus enden...

An seinen geliebten Vater bleiben Hugo nur wenige Erinnerungsstücke: ein vollgeschriebenes und mit vielen Skizzen versehenes Notizbuch und ein kaputter früher Prototyp eines Roboters. Letzteren kann man mit einem Schlüssel aufziehen, doch dessen Funktion bleibt ein Rätsel.

Bei seiner Suche nach dem dazugehörigen Schlüssel trifft Hugo einen Mann, der im Bahnhof einen Spielzeugladen betreibt (gespielt von Ben Kingsley). So ganz unbekannt ist Hugo dieser Mann nicht, denn aus den Einzelteilen einiger Spielzeuge „borgt“ sich Hugo Teile für seine Uhren und den Roboter, den er zum Funktionieren bringen möchte. Als dieser ihn eines Tages dabei erwischt, verpflichtet er ihn dazu, seine Schuld bei ihm abzuarbeiten, und hat vor, ihn eventuell in ein Geheimnis einzuweihen. Und auch mit dessen Patenkind Isabelle (Chloe Grace Moretz) macht Hugo bald Bekanntschaft und die beiden werden zu Freunden. Noch weiß er nicht, dass diese Personen schon sehr bald wichtige Geheimnisse aufdecken wird, die alle Beteiligten betreffen.

Der Schlüssel zum Erfolg

Asa Butterfield und Chloe Moretz in einer Szene aus %26bdquo;Hugo Cabret%26ldquo; © Paramount Pictures
Asa Butterfield und Chloe Moretz in einer Szene aus %26bdquo;Hugo Cabret%26ldquo; © Paramount Pictures

Hugo Cabret“ ist ein Gesamtkunstwerk - so wie eine gute Uhr oder ein handwerklich geschaffenes Aufziehspielzeug, bei dem jede kleine Schraube und jedes Zahnrad seinen Platz hat. Die Geschichte entfaltet sich genau im richtigen Tempo und eröffnet mit fortschreitender Laufzeit Facetten, mit denen man am Anfang nicht unbedingt gerechnet hätte. Das ist vor allem in einer Zeit, in der Trailer womöglich ganze Filme vorwegnehmen, sehr erfreulich.

Dabei fühlt sich der Film im positiven Sinne ein wenig altmodisch an, aber gleichzeitig auch sehr modern. Opulente Bilder des riesigen Bahnhofs und dessen gewaltiger Infrastrukturen kommen durch den sehr gut genutzten 3D-Effekt plastisch zur Geltung. Speziell die Einführung des Films, bei der der Protagonist vorgestellt wird, kommt einem wie eine optische Achterbahnfahrt fürs Auge vor, bei der die Übersicht jedoch nie verlorengeht.

Hervorragend versteht es Scorsese, durch nonverbales Erzählen die Geschichte über weite Teile des Filme darzustellen und somit auch die jüngeren Zuschauer nicht auszuschließen. Zur Hälfte käme der Film wohl auch als Stummfilm durch und das Motto „ein Bild oder Gesichtsausdruck sagt mehr als tausend Worte“ trifft hier zu.

Der ganz große Bahnhof

Geschäftiges Treiben am Pariser Bahnhof. Asa Butterfield
Geschäftiges Treiben am Pariser Bahnhof. Asa Butterfield

Das liegt sicherlich auch an dem hervorragendem Schauspielensemble, das aus relativen Newcomern wie Asa Butterfield, aber auch der schon in einigen Filmen überzeugend eingesetzten Chloe Moretz („Kick-Ass“, „Let Me in“, „Zombieland“) besteht. Die erfahrenen Schauspieler Ben Kingsley („Ghandi“) und Sacha Baron Cohen („Borat“) und die eher in kleinen Rollen auftauchenden wie Emily Mortimer („Shutter Island“), Jude Law („Sherlock Holmes“), Christopher Lee, Ray Winstone und Frances de la Tour harmonieren perfekt. Davon abgesehen hauchen sie ihren teilweise recht spleenigen Figuren - wie der charmanten Blumenverkäuferin, dem messiehaften Buchladenbesitzer, dem Bahnhofsvorsteher mit Kriegsverletzung und Gehfehler oder der Hundedame - Leben ein. Der Bahnhof dient hier als lebendiger kleiner Mikrokosmos für die Figuren.

Liebesbrief an die Anfänge des Films

Scorseses Film basiert auf dem Kinderbuch „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ und erzählt nicht nur die bewegende Geschichte eines Waisenjungen, sondern gibt im weiteren Verlauf auch eine beeindruckenden Unterrichtsstunde in der Geschichte des frühen Kinos.

Ohne zu viel verraten zu wollen: Lange Zeit vor dem Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm, der gerade in „The Artist“ behandelt wird, schuf der Filmpionier Georges Méliès ab 1896 die allerersten Filme mit fiktionalen Stoffen. Darunter den legendären Film „Die Reise zum Mond“. Parallel dazu wirkten die Lumière-Brüder an dokumentarischen Filmen wie „Arrival of a Train at La Ciotat“, bei dem die Zuschauer dachten, dass ein abfahrender Zug sie überfahren könnte. Bald jedoch machte die Wirtschaftskrise und der Krieg dem noch jungen Unterhaltungsmedium Film mächtig zu schaffen und einige frühe Großmeister mussten sich zurückziehen. Diesen Umstand webt auch Scorsese meisterlich in seinen Film ein und bieten Zuschauer, die an der frühen Filmgeschichte interessiert sind, einen erhellenden fiktionalisierten Exkurs an.

Insgesamt fühlt sich „Hugo Cabret“ durch Faktoren wie den Score, aber auch die Erzählstimmung und das Thema, das der Film erzählt, wie ein modernes Filmmärchen an. Dadurch fällt es in eine ähnliche Kategorie wie „Big Fish“ oder „Die fabelhafte Welt der Amelie“, unterscheidet sich aber gleichzeitig fundamental von diesen Filmen und baut eine völlig eigene, magische Welt auf, die man am besten selbst erlebt.

Fazit

Der sonst eher für seine Gangsterfilme wie „The Departed“ oder „Goodfellas“ und Filmen für eine ältere Zielgruppe wie „Shutter Island“ oder „The Aviator“ bekannte Regisseur Martin Scorsese hat mit „Hugo Cabret“ einen ungewöhnlichen und einzigartigen Familienfilm geschaffen. Dieser funktioniert gleichermaßen als modernes Filmmärchen über die Magie des Kinos wie auch als Liebesbrief an die Pioniere der Filmkunst. Ebenso wirkt es als rührende Geschichte eines Waisenjungen auf der Suche nach einer Ersatzfamilie.

Sacha Baron Cohen in %26bdquo;Hugo Cabret%26ldquo; © Paramount Pictures
Sacha Baron Cohen in %26bdquo;Hugo Cabret%26ldquo; © Paramount Pictures
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 9. Februar 2012
Episode
Staffel 2, Episode 10
(Andy Richter Controls The Universe 2x10)
Deutscher Titel der Episode
Ein Hundeleben
Titel der Episode im Original
Duh Dog
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 19. Januar 2003 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 20. September 2006

Schauspieler in der Episode Andy Richter Controls The Universe 2x10

Darsteller
Rolle
Andy Richter
Irene Molloy
Jonathan Slavin
James Patrick Stuart

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