
Derzeit findet in San Diego die größte Messe für Serien-, Film- und Comicfans der Welt statt, die San Diego Comic Con. In diesem Jahr haben wir den SERIENJUNKIES.DE®-Redakteur Adam Arndt nach Kalifornien entsandt, der gleich am ersten Veranstaltungstag einen Platz bei den fünf Screenings der neuen Serienpiloten ergattern konnte.
Kurzinhalt zu „666 Park Avenue“
Das neue Horrordrama 666 Park Avenue basiert auf der gleichnamigen Romanreihe von Gabriella Pierce und dreht sich um ein junges Pärchen (gespielt von Rachael Taylor und Dave Annable), das ein Angebot annimmt, eines der historischen Apartmentgebäude von New York City als Hausverwalter zu betreuen. Unwissentlich nehmen sie übernatürliche Vorfälle wahr, die das Leben jedes einzelnen Bewohners des Gebäudes verkomplizieren und gefährden. Mercedes Masohn und Robert Buckley spielen ein Ehepaar, das ebenfalls in diesem Gebäude wohnt: der Bühnenautor Brian und die Fotografin Louise.
In der New Yorker Nobeladresse geht es mit dem Teufel zu: Die Bewohner dort profitieren von unwissentlich geschlossenen Verabredungen mit dem Teufel. Vanessa Williams spielt die Ehefrau des Hausbesitzers (Terry O'Quinn, Lost). Wie üblich wurde Williams für einen Charakter verpflichtet, dessen Kurzbeschreibung die Worte gefühlskalt, attraktiv und hochklassig umfasst.
David Wilcox (Life on Mars, Fringe) setzte das Pilotskript auf, das bei den Dreharbeiten von Regisseur Alex Graves (The West Wing, Fringe, Terra Nova) ins Bild gesetzt wurde. Wilcox, Gina Girolamo (The Nine Lives of Chloe King, The Lying Game) und Leslie Morgenstein (Gossip Girl, The Vampire Diaries) betreuen das Projekt als ausführende Produzenten für Alloy Entertainment und Warner Bros. Television.
Auf der nächsten Seite erfolgt das Review auf Grundlage des Screenings in San Diego und der Trailer zur Serie.
Kritik
Nachfolgend werden kleine Spoiler angedeutet, aber nicht ins Detail gegangen.
Ein bisschen American Horror Story im Nobel-Hochhaus (die Storyline um Rachael Taylor und Dave Annable). Ein wenig „Das Fenster zum Hof“ trifft das geheime Fenster (der Handlungsbogen um Mercedes Masohn und Robert Buckley), denn hier ist ein voyeuristischer Autor mit Schreibblockade an seiner neuen Nachbarin interessiert in deren Wohnung er blicken kann - und seine Frau muss für sein Verlangen teuer bezahlen. Dazu womöglich ein „Opfer der Woche“ - im Piloten in Gestalt eines Mannes, der für Zeit mit seiner verstorbenen Frau anderen Leid zufügen muss. Dazu eine junge Frau mit verbrecherischem Geheimnis und zwischendrin ein Hausbesitzer mit dem Draht zur Unterwelt (?!).
Mit Terry O'Quinn hat man beim Casting bereits einen Volltreffer gelandet. Lost-Fans werden in der Rolle viel von seiner Zeit als „Man in Black“ wiedererkennen. Die Darstellung der zwielichtigen Figur hat der Schauspieler einfach drauf. Vanessa Williams spielt fast die gleiche Figur, wie in Desperate Housewives: reich, zu viel Geld, harte Schale, weicher Kern und bisweilen egoistisch. Rachael Taylor ist ein Hingucker und vielleicht ist ihr auch eine langlebigere Serie als Charlie's Angels zu wünschen. Der Rest des Casts ist solide und offensichtlich vor allem unter dem Gesichtspunkt der Attraktivität verpflichtet worden.
Ein Problem hat der Pilot zu 666 Park Avenue allerdings: Man merkt ihm an, dass er für Networks produziert wird. Horrorstimmung will nicht so richtig aufkommen, sondern eher ABC-Mystery - also Hochglanz mit (noch) wenig Tiefgang. Erschwerend kommt hinzu, dass man offenbar sexy sein will und dafür hat man Taylor, doch selbstredend wird immer nur so viel nackte Haut gezeigt, wie im Network möglich ist. Ähnlich verhält es sich bislang mit dem Gewaltniveau. Eine Szene sticht heraus, sie hat mit einem Aufzug zu tun, aber ansonsten ist das Dargebotene harmlos. Auch wenn 666 Park Avenue und American Horror Story grundverschieden sind, lässt sich sicher nicht leugnen, dass „AHS“ dazu beigetragen haben könnte, dass „Park Avenue“ das grüne Licht für eine Serienbestellung erhalten hat.
Fazit
Im Screening konnte 666 Park Avenue noch nicht ganz überzeugen. Zu glatt und in einer zu typischen ABC-Hochglanz-Mystery-Optik kommt der Pilot daher. Knappe 3,5 Sterne für den Wohnblock vom Teufel gibt es trotzdem, da Potential besteht.
Erster Trailer zur neuen Fernsehserie 666 Park Avenue:[videosj=abc2012_666-park_teaser1]