24 8x24

24 8x24

Nach Lost verabschiedet sich nun auch 24 endgĂŒltig von den TV-Bildschirmen. Die Serie versĂŒĂŸt ihren Fans den Trennungsschmerz mit einem packenden Finale, welches selbst hartgesottene Zuschauer am Ende mit den TrĂ€nen ringen lĂ€sst.

Ein letzter Wettlauf mit der Zeit: Kiefer Sutherland als Jack Bauer in „24“ / (c) 2010 FOX
Ein letzter Wettlauf mit der Zeit: Kiefer Sutherland als Jack Bauer in „24“ / (c) 2010 FOX

PrĂ€sidentin Taylor: „If I had listened to you, none of this would have happened
(Kein US-PrĂ€sident, der diesen Satz nicht irgendwann am Ende einer „24“-Staffel zu Jack sagen musste...)

Inhalt

Das Massaker, das Jack beim russischen Delegationsleiter Novakovich angerichtet hat, schlĂ€gt Wellen: Charles Logan informiert die PrĂ€sidentin ĂŒber das, was geschehen ist. Und versucht sie zu beruhigen: Etwas Besseres hĂ€tte gar nicht passieren können, da ja nun alle tot sind, die Bauer am Tod Renees verantwortlich macht. Allison Taylor kann das nicht ganz so optimistisch sehen, zumal sie nicht weiß, wie sie das alles dem russischen PrĂ€sidenten Suvarov erklĂ€ren soll.

Doch Logan meint, das mĂŒsste sie gar nicht. Und Allison versteht: Suvarov steckte hinter dem Mord an PrĂ€sident Hassan. Das Gewicht der LĂŒge wird immer grĂ¶ĂŸer. Und Dalia Hassan macht die Sache fĂŒr Taylor nicht gerade leichter, indem sie die absolute LiebenswĂŒrdigkeit in Person ist - und der PrĂ€sidentin einen FĂŒllfederhalter in einem verzierten KĂ€stchen ĂŒberreicht. Mit einer Aufschrift ĂŒber den Frieden der Religionen. Ihr Mann hĂ€tte Taylor das Schreibwerkzeug als Geschenk zur Vertragsunterzeichnung ĂŒberreichen wollen. Allison ist sichtlich beschĂ€mt.

Unterdessen schafft es Cole Jim Ricker aufzuspĂŒren, jenen Mann, der Jack in den letzten Stunden geholfen hat. Von ihm erfĂ€hrt er, dass Jack eine Aufnahme besitzt, die den russischen StaatsprĂ€sidenten als Auftraggeber hinter den Morden an PrĂ€sident Hassan und Renee Walker identifiziert. Cole weiß, was das bedeutet. Jack wird nun hinter Suvarov her sein. Chloe hat immer noch die Hoffnung, dass sie Jack zur Übergabe der Aufnahmen ĂŒberreden kann, um die Verschwörung auf unblutige Weise zu enttarnen. Ihr Plan: Die Aufnahmen simultan an sĂ€mtliche Medien, Regierungsmitarbeiter und Watchdog-Gruppen zu schicken, um eine weitere Vertuschung unmöglich zu machen.

Chloe ahnt nicht, wie nah Jack inzwischen schon ist. Denn der CTU-Agent auf der Flucht hat Jason Pillar in dessen Auto als Geisel genommen. Von Pillar lĂ€sst sich Jack durch die Absperrungen rund um das UN-GebĂ€ude chauffieren. In der Tiefgarage des der UN gegenĂŒberliegenden Hochhauses lĂ€sst sich Jack zunĂ€chst seine Wunde von Pillar zunĂ€hen. Logans Adjutant versucht Jack das Unrecht seines Handelns bewusst zu machen, da er sich bei seinem Rachefeldzug zu Richter, Geschworenem und Henker mache. Doch Jack erwidert, dass ihm die Möglichkeit, auf legalem Weg Gerechtigkeit zu finden von PrĂ€sidentin Taylor genommen worden sei - bevor er Pillar eins ĂŒberbrĂ€t und ihn gefesselt im Kofferraum seines Autos zurĂŒcklĂ€sst.

PrĂ€sidentin Taylor reitet sich unterdessen immer tiefer in die Bredouille: Dalia Hassan hat von ihrer Tochter erfahren, welche Anschuldigungen die Journalistin Meredith Reed vorgebracht hat. Mehrere Versuche, die Reporterin zurĂŒckzurufen, schlagen fehl. Daraufhin geht Dalia zu Allison - und bitte sie, ihr bei der Suche nach der Journalistin zu helfen. Dalia erwĂ€hnt Merediths Vorwurf, die Russen seien in die Ermordung ihres Mannes involviert gewesen. Allison steht mit dem RĂŒcken an der Wand. Sie versucht sich herauszulavieren: Auch sie habe von den VorwĂŒrfen gehört, eine Untersuchung habe jedoch ergeben, dass sie haltlos seien.

Dalia bleibt jedoch dabei: Sie will mit Meredith sprechen. Allison bleibt schließlich keine andere Wahl, als zunĂ€chst zuzugeben, dass sie selbst die Journalistin festgenommen hat. Und schließlich: Dass deren Anschuldigungen stimmen. Dalia fĂ€llt aus allen Wolken. Sie kann es kaum fassen, dass die US-PrĂ€sidentin, sie auf eine solche Weise getĂ€uscht und angelogen hat. Sie weigert sich, den Friedensvertrag zu unterzeichnen. Daraufhin droht ihre amerikanische Amtskollegin: Wenn Dalia sich weigert, mit dem Friedensprozess fortzufahren, oder wenn sie die Öffentlichkeit informiert, dann werde Allison publik machen, dass Mitarbeiter des IRK-Geheimdienstes an dem Anschlagsversuch auf New York beteiligt gewesen sind. Das sei Grund genug, um einen MilitĂ€rschlag gegen die IRK zu fĂŒhren, von dem sich Dalias Land in Jahrzehnten nicht erholen werde.

Dalia berĂ€t sich mit ihrem Außenminister. Sie ist fest entschlossen, die Unterzeichnung platzen zu lassen. Doch ihr Minister warnt sie: Sie habe keine Beweise fĂŒr die Beteiligung der Russen, außerdem sei PrĂ€sidentin Taylors Drohung ernst zu nehmen. Überaus widerwillig lĂ€sst sich Dalia daraufhin zur BegrĂŒĂŸung des russischen StaatsprĂ€sidenten geleiten.

Jack hat sich derweil in einem Abstellraum des gegenĂŒberliegenden Hochhauses fĂŒr den Anschlag auf Suvarov eingerichtet. Was er nicht weiß: Arlo hat ihn ĂŒber die Reflektion in einer GlasflĂ€che aufgespĂŒrt. Chloe macht sich auf den Weg zu Jack. Sollte sie innerhalb der nĂ€chsten 20 Minuten keinen Erfolg haben, weist sie Cole an, seine Leute reinzuschicken. Chloe findet Jack, der von ihrem Auftauchen alles andere als begeistert ist. Er betĂ€ubt und fesselt sie.

Dann ruft er Charles Logan an, dessen Visage er im Zielfernrohr anvisiert. Dem Ex-PrĂ€sidenten fĂ€llt fast die Kinnlade runter, als Jack ihm eine Aufnahme des GesprĂ€chs vorspielt, das er mit dem russischen PrĂ€sidenten hatte. Logan soll Suvarov unter einem Vorwand in sein Zimmer bestellen. Es ist klar, was Jack vorhat. Logan fĂŒgt sich. TatsĂ€chlich schafft er es, Suvarov herzulocken - unter dem Vorwand, er wĂŒsste etwas ĂŒber eine undichte Stelle in dessen Apparat. Jack legt auch schon auf den russischen PrĂ€sidenten an, als Chloe wieder aufwacht - und ihn an die Konsequenzen seines Handelns erinnert: Ein Anschlag auf Suvarov in den USA könnte von den Russen als KriegserklĂ€rung aufgefasst werden. Wolle Jack wirklich das Andenken von Renee auf diese Weise ehren, dass er einen Krieg beginnt?

Jack zögert und zögert. Und schließlich lĂ€sst er sein Gewehr sinken. Er ist einverstanden, die Sache auf Chloes Weise zu regeln. Aber sie muss ihm versprechen, dass sie dafĂŒr sorgt, dass die Verantwortlichen auch tatsĂ€chlich zur Rechenschaft gezogen werden. Da gibt es jedoch ein Problem: Da Cole nichts mehr von Chloe gehört hat, hat er nun seine Leute ins GebĂ€ude geschickt. Jack weiß, dass Chloe niemals die Speicherkarte mit den Aufnahmen bis zur mobilen Kommandozentrale von CTU bringen kann, wenn sie zusammen entdeckt werden. Chloe muss auf ihn schießen! Doch das kann Chloe nicht. Egal, wie sehr Jack sie auch anschreit. Erst als er sich seine eigene Waffe an die Stirn hĂ€lt, feuert sie auf ihn. Keine Sekunde zu frĂŒh. Denn prompt stĂŒrzen auch schon die Agenten in den Raum.

Chloe denkt, dass sie nun gehen kann. Doch da hat sie die Rechnung ohne Pillar gemacht. Dieser ĂŒbernimmt, nachdem er aus dem Kofferraum befreit wurde, wieder das Kommando - und durchsucht Chloe nach der Speicherkarte, die aus Jacks Rekorder verschwunden ist. Doch er kann sie nicht finden. Chloe war klug genug gewesen, sie in ihrem Handy zu verstecken. Ihm bleibt nichts anderes ĂŒbrig, als sie gehen zu lassen. Misstrauisch wird er jedoch, als er erfĂ€hrt, dass Jack einen glatten Durchschuss hat. Er ahnt das TĂ€uschungsmanöver, das dahinter stecken könnte. Jack, der wieder bei Bewusstsein ist, versucht ihn abzulenken, indem er ihm erst vermeintlich etwas zuflĂŒstern will - bevor er ihm schließlich das Ohr abbeißt!

Pillar ist außer sich. Er gibt Anordnung, Chloe sofort festzunehmen. Und tatsĂ€chlich: Chloe und Cole werden geschnappt, bevor sie die DatenĂŒbertragung fertig stellen kann. Die Speicherkarte landet bei Logan, der sie triumphierend - wie eine errungene Beute - PrĂ€sidentin Taylor bringt. Jack habe nun nichts mehr, gegen sie in der Hand. Aber, so meint Logan, Bauer selbst sei natĂŒrlich noch ein Problem. Allison will ihn irgendwo in einem GeheimgefĂ€ngnis im Ausland wegsperren. Doch das ist Logan nicht mehr sicher genug: Wenn er eins gelernt hat, dann, dass Jack Bauer immer zurĂŒckkommt! Es gĂ€be nur eins, was sie tun könnten. Allison begreift. Sie sagt zwar nichts. Aber sie begreift. Dass es um die Ermordung von Jack geht. Auch als Logan sagt, dass er bereits Schritte eingeleitet habe, schweigt sie. Was Logan als stille Zustimmung deutet.

Die PrĂ€sidentin ist endgĂŒltig fertig und runter mit den Nerven. Sie schaut sich eine Aufnahme auf der Speicherkarte an. Dort hatte Jack auch eine Nachricht fĂŒr seine Tochter hinterlassen, in der er ihr erklĂ€rt, dass es Frieden nicht ohne Gerechtigkeit oder Ehrlichkeit geben könne. Deshalb habe er die LĂŒge nicht akzeptieren können. Es dĂŒrfe nicht sein, dass all die Leute, die an diesem Tag gestorben sind, umsonst ihr Leben gelassen haben.

Der große Moment ist gekommen: Der Friedensvertrag soll unter Aufsicht des UN-GeneralsekretĂ€rs und in Anwesenheit der internationalen Delegationen unterzeichnet werden. Als erster setzt der russische Staatschef Suvarov seine Unterschrift unter das Dokument. Als nĂ€chste ist Dalia Hassan an der Reihe. Sie zögert, aber schließlich unterschreibt sie doch. Als Letzte muss nun Allison ihre Signatur unter das Vertragswerk setzen. Sie nimmt den FĂŒllfederhalter, den Dalia ihr zuvor geschenkt hat, setzt an... und unterschreibt nicht. Stattdessen gibt sie Dalia den FĂŒllfederhalter zurĂŒck, tritt ans Podium und erklĂ€rt, dass an diesem Tag Verbrechen geschehen sind, an deren Vertuschung sie sich beteiligt habe. Und dass der Friedensprozess unter diesen UmstĂ€nden nicht weitergehen könne.

Tumult! Die PrĂ€sidentin scheint selbst fassungslos ĂŒber das, was sie gerade getan hat. Ihr einziger Gedanke in diesem Augenblick gilt jedoch Jack Bauer. Sie lĂ€sst ihren Heimatschutzminister Tim Woods eine Warnung herausgeben, dass eine Anschlag auf Bauer geplant ist. Doch es ist bereits zu spĂ€t; der Krankenwagen, in dem Jack transportiert wurde, ist ĂŒberfallen worden - und Jack wurde von maskierten MĂ€nnern in einem schwarzen Lieferwagen mitgenommen.

Als erstes wendet sich Allison jetzt an Charles Logan, der erkennen muss, dass ihm Jack Bauer erneut die Tour vermasselt hat. Pillar, der bei ihm ist, will kapitulieren. Doch das kommt fĂŒr Charles Logan nicht mehr in Frage. Erst schlĂ€gt er Pillar nieder und nimmt dessen Waffe an sich. Dann richtet er erst seinen treuen Adjutanten - und am Ende sich selbst.

Chloe und Cole werden auf Anweisung der PrĂ€sidentin mit der Suche nach Jack beauftragt. Über eine Drohne gelingt es ihnen, Jack aufzuspĂŒren, wĂ€hrend dieser gerade exekutiert werden soll (wogegen er sich mit seiner letzten noch verbliebenen Kraft zu wehren versucht). Da erreicht die AttentĂ€ter, bei denen es sich offenbar um Regierungsangestellt handelt, jedoch ein Anruf der PrĂ€sidentin, dass sie Jack sofort freizulassen haben.

Allison will auch mit Jack sprechen. Sie entschuldigt sich bei ihm - und kĂŒndigt an, dass sie nicht nur ihren RĂŒcktritt einreichen, sondern auch vor Gericht Verantwortung fĂŒr ihr Handeln ĂŒbernehmen wird. Eigentlich mĂŒsste Jack dasselbe tun. Doch die PrĂ€sidentin weiß, dass Russen wie Amerikaner hinter Jack her sein werden. Deshalb rĂ€t sie ihm, so schnell er kann, das Land zu verlassen.

Jack telefoniert ein letztes Mal mit Chloe - und bittet sie, dafĂŒr zu sorgen, dass der Familie seiner Tochter nichts passiert. Dann bedankt er sich bei ihr. Er wisse, dass alles, was Chloe getan habe, den Zweck hatte, ihn zu beschĂŒtzen. Jack schaut noch ein letztes Mal in die Kamera der Drohne hoch ĂŒber ihm. Dann beginnt er zu rennen.

Die Uhr zĂ€hlt rĂŒckwĂ€rts: 3, 2, 1, 0.

Kritik

Das Versprechen von 24 an die Zuschauer in den letzten neun Jahre war eigentlich sehr simpel: Auf der Basis einer innovativen Echtzeit-ErzĂ€hlweise und mit immer neuen, immer drĂ€ngenderen Deadlines (...dann und dann wird der PrĂ€sident ermordet ...wird eine Atombombe explodieren usw.) schuf 24 ein ums andere Mal einen spannenden, actiongeladenen Polit-Thriller, der nicht nur fĂŒr betrĂ€chtliche AdrenalinschĂŒbe gut war, sondern sich auch als fiktionale Spielwiese fĂŒr die politisch-moralischen Konflikte unserer Zeit anbot.

Keine Frage: Das ging manchmal grĂŒndlich daneben. Weiß irgendjemand noch, worum es in Staffel 3 ging? Oder was der Sinn hinter der völlig verworren strukturierten Staffel 6 war? Wahrscheinlich nicht. Die Echtzeit-ErzĂ€hlweise trug erheblich zur Steigerung der Spannung bei, zwĂ€ngte die Serie aber bisweilen auch in ein Korsett, welches die Autoren zu völlig absurden Kapriolen verleitete. In dem gesteckten zeitlichen und thematischen Rahmen lassen sich nun einmal nicht unbegrenzt viele Geschichten hinreichend plausibel erzĂ€hlen. Die Entscheidung, die Serie mit der achten Staffel zu beenden, kann auf diesem Hintergrund nur begrĂŒĂŸt werden - so schwer der Abschied von Jack Bauer auch fĂ€llt.

Und die Autoren machen es uns am Ende wirklich nicht leicht. Denn das Versprechen, von dem oben die Rede war: Die Macher der Serie lösen es in den letzten zwei Stunden voll und ganz ein. 24 liefert ein Herzschlag-Finale: spannend, dramatisch - und endlich wieder zwei echten WTF-„24“-Wendungen. Im ersten Teil, als die PrĂ€sidentin auf einmal mit Krieg droht, um den Friedensvertrag (und nicht zuletzt auch: ihr eigenes politisches Überleben) zu sichern. Im zweiten Teil, als Jack Chloe dazu zwingt, auf ihn zu schießen. Das sind Momente, die einen geradezu an den Bildschirm fesseln!

Sehr schön auch, wie spĂ€t der Sinneswandel von Allison einsetzt, was die dramatische Fallhöhe auf das Maximum steigert: NĂ€mlich ein RĂŒckzieher wĂ€hrend der Vertragsunterzeichnung, vor den Augen der ganzen Welt. Dabei ist der Ruck, den sie sich hier gibt, sowohl durch Jacks Botschaft als auch durch Dalias Geschenk und die damit einhergehenden SchuldgefĂŒhle gut motiviert. Vor allem aber liefert Cherry Jones in den beiden Folgen eine darstellerische Meisterleistung ab, die den ganzen Zwiespalt in dem sie steckt, hervorragend transportiert (und dafĂŒr entschĂ€digt, dass sie wĂ€hrend der ersten Staffel-HĂ€lfte kaum mehr als eine Statistenrolle hatte).

Auch Gregory Itzin alias Charles Logan hat wieder reichlich Gelegenheit, um schauspielerisch zu glĂ€nzen. Erst bei seinem Auftritt als „Weltklasse-LĂŒgner“, dann spĂ€ter bei seinem ĂŒberstĂŒrzten Abtritt, als er erkennen muss, dass Jack seine letzte Chance zerstört hat, glorreich ins Rampenlicht zurĂŒckzukehren. Kein Wunder, dass Logan nur noch Selbstmord als letzten Ausweg sieht. Allerdings: Die Autoren denken auch an die kĂŒnftigen 24-Kinofilme - und zögern deshalb begreiflicherweise, einen so formidablen Gegner einfach sterben zu lassen, weshalb sie am Ende eine HintertĂŒr offen lassen, ihn vielleicht doch eines Tages zurĂŒckkehren zu lassen.

Als ungemein wichtig fĂŒr das emotionale Fundament der Serie hat sich die auf den ersten Blick so unwahrscheinliche Freundschaft zwischen „Man of Action“ Jack (Kiefer Sutherland) und Computer-Nerd Chloe (Mary Lynn Rajskub) entwickelt: Niemand außer ihr ist in der Lage, ihn von seinem Racheplan abzubringen. Niemand anderem wĂŒrde er wohl die Vollendung seines Vorhabens in die HĂ€nde legen. Sie ist der einzige Mensch, dem er vertraut. Von dem er weiß, dass sie nichts als sein Bestes im Sinn hat. Entsprechend klug gewĂ€hlt haben die Autoren die Schlussszene, in der sich Jack nicht etwa von seiner Tochter, sondern von Chloe verabschiedet. Es ist nur eine kurze Szene - und doch dazu geeignet, selbst Action-Fans zu TrĂ€nen zu rĂŒhren.

NatĂŒrlich hat das Finale auch seine Schwachstellen: Vor allem das kĂŒnstliche Herauszögern von Jacks Exekution. Warum erledigen ihn die MĂ€nner in dem Van nicht gleich an Ort und Stelle? Warum bringen sie ihn erst woanders hin? Und dann der plötzliche Anruf der PrĂ€sidentin? Nachdem CTU ĂŒber die Drohne das Handy der MĂ€nner angepeilt hat? Da ist den Autoren doch ersichtlich die Zeit ausgegangen, um noch ein etwas plausibleres Ende zu finden (welches nicht in Jacks Tod besteht - den braucht man ja ebenfalls noch fĂŒr die Kinofilme...).

Den Eindruck, dass sich 24 mit einem angemessen grandiosen Finale verabschiedet hat, können diese kleinen Schönheitsfehler jedoch nicht trĂŒben.

Fazit

Events occur in real time“, dieser kleine Zusatz am Beginn der Folgen war als Erinnerung an die AnfĂ€nge der Serie nur das i-TĂŒpfelchen auf einem Finale, welches Jack Bauer unterhaltsam wie eh und je in die Annalen der TV-Geschichte entlassen hat.

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 25. Mai 2010
Episode
Staffel 8, Episode 24
(24 8x24)
Deutscher Titel der Episode
15:00 Uhr - 16:00 Uhr
Titel der Episode im Original
Day 8: 3:00P.M. - 4:00P.M.
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 24. Mai 2010 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 7. Juni 2010
Autor
Howard Gordon
Regisseur
Brad Turner

Schauspieler in der Episode 24 8x24

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?